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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 32 (1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
32 (1891)
Date
1891-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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l-.fi/ Heraudgegebrn dm Dr. M. Ri)wt ln Magdeburg. Jxr |itrr||iltaig ni Ktletznmß fit llr »rtMsche -Mit - , „ SiNah. IImaii an« der Zeit der letzte» Mofi«nan»w«Un»a»n «rt Jintzlan» unb Preutze». Bo» H. «er,er. (J»rtsetz»»g.)■ 3|$aU * Da» Jndenniertel in Tetuon. — »achsel-Lufgab«». — Rüttzfel-L»s«^e^^ Sitt«h. Amon an» »er Zeit der letz»»» SUffc»a»»»rif»tt|ni an» »ntzlan» rak Wrentzr». Bon H. Berger. (S-rtsetznng) Der Vorsteher theilte seinen Coli egen mit, waS er von ’ Rrb Jakos gehört. Man beschloß also, eine Petition einznreichen und Rabbi Eliah und der erste Vorsteher sollten : die Petition überreichen. Für den Fall jedoch, daß die Bitte ' der Gemeinde abschlägig beschirden werde, und man sich ins ^Unabwendbare fügten müffe, wurde der Vorstand beauftragt, ' ein Eomiter zu bilden, welchedie Angelegenheit der AuS- 'ganiesenen in die Hand nehmen und mißlichst rasch und a«1 ordnen solle. Am Montag Abend solle wieder eine Borstandssitzung sein, und dann wolle man entgültig beschließen. Die Petition wurde sofort entworfen, abgeschneben und von sLuuntlichen Mitgliedern der Gemeinde unterzeichnet. Am folgenden Tage, obschon eS an einem Sonntag war, sollte die Petition überreicht werden. Wie manche Hoffnung knüpfte sich an dieseinhaltsschwere Schriftstück! Wie viel 'Freude, wie viel Glück hängt oft an einem Fedemuge! Di« Sitzung war geschloffen. SM und dunftl lag dafGottr-hauda. Still und dunkel lag «- in den Herzen Männer, welche die Stadt P. verlassen mußten, denn «eisten wußten nicht, wohin sie ihre Augen richten len. Zurück wieder in da- Land der Willkür und der Iverei? Nein, und tausendmal nein. Wer einmal die 'Freiheit gekostet, den drückt da- Joch der Unfreiheit doppelt Plrt. Darum hatten sich auch die Blicke der meistrn AuS- Hrwieftnrn nach dem Lande der Freiheit, nach Amerika, ge- " ' In anderen Städten, in welchen der Ausweisung^" früher schon eingetroffen war, hatten sich Comiree'S et, um denen, welche die Reise über den Ocran nicht aut eigenen Mitteln bestreiten konnten, hilfreich zur Seite 'gn stehen. So hatte sich in R. ein große- Comitee mit bedeutenden Mitteln consiituirt, welche- Hand in Hand ging mit dem Comitee in Hamburg, dasich die Expedition der AüSwanderrr zur Aufgabe gestellt hatte. Wieder einmal hdtte et sich bewahrheitet, war die Schrift sagt: J-rael ist «i» Volk. Großartig zeigte sich die jüdische Wohlthätigkeit. Alle jüdischen Zeitungen, einerlei, welcher Richtung sie an» gehörten, machten Aufrufe zur schnellen Hilfe für die un- " Archen Brüder, und dieser Schrei der Roth fand Wiederin jedem jüdischen Herzen. Die Svenden stoffen reichlich _die Glauben» brüder, welche sonst dem Judrnthum nicht Afzufthr anhangeu, sie gaben ebenso bereitwillig als dre kommen. So nur wurde emöglich gemacht, der großen th die allerschlimmste Seite zu nehmen, obschon ederen fthr schlimme Seiten gab. Welche schrecklichen Zuinde sich zusamwenftmden, haben wir gehört und werden ».Verlauf unserer Erzählung noch weitere davon Kören, ^daran ist Israelgewöhnt. Stetlastet die Hand de« Nachdruck an» diele» Blatte ist »nterla»».) Ewigen schwer auf ihm, wenn «S seine Gesetze verläßt und und andere Wege wandelt.- Rabbinowitsch war, nachdem der Gottesdienst beendet, rasch zu Sittah geeilt und hatte derselben mitgetheilt, daß die Eltern einwilligen wollten, daß sie Mann und Frau würden Wie strahlte da- Antlitz de« jungen Mädchen-, alsie am Arme ihre- Geliebten sich von der Mutter segnen li«fc und diese zum ersten Male auch ihre .Hand segnend über das Haupt des jungen Manneau-oreitete! Aus dem Tische stam» eine Flasche Wein, daneben der Pokal und ein au- Silber gebauter Thurm mit durchbrochenen Wänden, in welchem Nelkenköpfe und Zimmetstücke lagen; daneben lag eine Kerze, allebereit zum Gebrauch, zu Hawdoloh. .Der Vater wird wohl erst spät nach Hause kommen", sagte Rabbinowitsch, .da sofort nach dem Gottesdienste die Borstandssitzung stattfindet. Wenn Ihr erlaubt, mache ich noch rasch einen sehr dringenden Besuch bei der Wittwe Steiner in der F.straße, deren Kind recht krank ist, und wo eleider am Nochwendigsten fehlt." .Thue da-, mein Sohn", entgegnete die Mutter, .eine Mizwoh zu halten muß man Tag und Nackt bereit sein." .Darf ich", fragte Sittah, .noch ein halbe- Stündchen zu meiner Freundin Ester Marx gehen?" .Gern", erwiderte die Mutter, »doch seid beide zur rechten Zeit wieder da!" Rasch hatte Sittah sich ein kurze- Pelzjäckchen, welckesie ganz vorzüglich kleidete, übergezoge«, ein kleine-, rund« Hütchrn aufgesetzt und stand, zum Au-gange bereit, vor Rabbinowitsch, der sie entzückt bettachtete. Schelmisch schlug sie mit den kleinen Handschuh gegen ihn und sagte: .Hast Du mich nicht bald genug angesehen? Laß unjetzt gehen. Noch ein Süßchen, Mutter", und ehe sich'« diese versah, hing Sittah an ihrem Halse und wollte gar nicht aufhören mit ihren Küssen. Sanft wehrte die Mutter dem Ungestüm ihre- Kind«. .WaS ist Dir denn, mein« Sittah? Warum bist Du so ganz anderwie sonst?" ftagte sie. „O, Mutter", entgegnet« Sittah, .ich bin so glücklich, so überau» glücklich durch Eure Liebe und Güte, und doch ist mir so angst, so bang«, al» stände ich vor einem großen Unglück." .Du bist nur aufgeregt", erwiderte die Mutter, .gehe hin, Esther wird « schon verstehen, Dich zu beruhigen." Sittah machte sich bereit, aber von der Thür au», in welcher sie stand, kehrte sie nochmalzur Mutter zurück, dieselbe umschlingend und küssend. Rabbinowitjch hatte ruhig gewartet. Er war ganz in den Anblick dieser herrlichen Scene, ganz in den Anblick seiner Sittah vvssunwn. Sittah mußte ihn erst rufen, ehe er ihr folgte. - ' Bor dem Hause reichte Rabbiuowitsch seiner Braut de» Arm. Verschämt und leise legte Sittah ihre» Arm in den

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