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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 31 (1891) · p. Seite 122

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
31 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 122 (sequence 4)
Language
German
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Schovhe, während sie fein Haar nach Ungeziefer durchsucht. .Joseph und Frau Potiphar" sind zweimal vorhanden, eimnal von Limone Eautarini. — AnachrvniDme» sind selbstverständlich au der Tagesordnung, so ist Monoach mit de» mittelalterliche« gelben Judeamantel und rothe« Ueberrocke angethan. Simson von LukaS Kranach (1472 bi- 1853) verliert unter der Scheere der blonden Delilah seine hellblonden Locken. Während sie im weitauSgeschnittenen Kleide dasitzt, liegt er vor ihr al» deutscher Nsttrr, ausgestattrt mit Harnisch und Pallasch, aber barfuß. Ein Gemälde, welches stetin Berlin meine Aufmerksamkeit erregte, wo Simson seinem rothhaarigeu Schwiegervater die geballte Faust unter dir Nase hält, so daß dieser erschreckt die Fensterläden schließen will, fehlt hier. Bon Glirmann und Hübner sind 2 Judeukäpfe da; zwischen beiden ist eine Stromlandschast. über welcher die Sonne dahinleuchtrt, wie wenn der Jordan sie beide von einandertrenntr. Hübner's Jude ist ein alter ehrwürdiger Mann mit dem schwarzen Sammetkäppchen auf dem schneeweißen Kopfe. Sein Gesicht ist so sehr der Ausdruck de» alten, ewigen Juden schmerze», als klagte er, da» Jerusalem täglich von Neuem zerstört würde. Die dunklen Augen machen un» melancholisch und wir glauben au» dem schmerzlich verzogenen Munde das ewige Lied zu hören: .Wehe, wie einsam liegt die Stadt, die volkreiche ist eine Wiltwe geworden; — sie weint, weint in der Nacht und ihre Thräne bleibt auf ihrer Wange". Das Gegenbild stellt einen kräftigen jüdischen Mann dar. der mit seinen schwarzen Augen aus dem weißen, mit schwarzem Bane umrahmten Gesichte hervorsieht. als wolle er sagen: .Roch ist Juda nicht verloren, denn es lebt ein Gott!" Eine Judenverfolgung in Speyer stellt Earl Wilhelm Schurig dar. Der Pöbel und die Mönche dringen mit Schwertern und Steinen in den Händen auf die Juden ein. Ein Mann ergreift einen Juden beim Barte und will ihn durchbohren, während der kleine Sohn des Juden sich dazwischen wirst, um den tödtlichen Stoß vom Bater auf sich abzulenkeu. Gegenüber steht auf steinernem Sockel mit dem Richtschwert iu der Hand der Hüter de» Blotbaunes, der Roland, und sieht mit steinernen Augen der Jammer- fern zu. Man würde erwarten, der Stein würde sich regen, um dem Morden Einhalt zu thun, aber schon sind den Juden andere menschliche Helfer erstanden. Die Geistlichen des Domes, der den Hintergrund des Bildes auSmacht, kommen den Juden zum Schutz« herbei, an ihrer Spitze der Bischof mit dem gekreuzigten Ehristu« in hoch erhobener Hand. Freilich kann er nicht verhrnderu, daß ein blonder germanischer Knabe mir einem Stein nach dem schwarzen Haupte einer Judenfrau zielt, die mit feuchten Augen die Kniee eines Domgeistluhen hilfesuchend umfaßt. — Karl Skreta (1604 bis 1624) hat einen idealen Mose gemalt, der mit frurig-sehnsüchtigem Blicke die Taftl aoschaut, aus die er selber geschrieben: 0*135 rrao sma p*B. «era Strozzi, bekannt unter de» Namen il preto Genore*e (1581 bis 1644), hat Rebekka gemalt, wie sie am Brunnen dem Eliefer und seinen Kameele« zu Trinken g«bt. Nur ist Elieser nicht der Knecht Jakob», wie die Dresdener Brrwattuug irrthümlicher Weise angegeben hat, sondern Abraham». Auch das Original von Rembrandt» van der Rij« (1606 bi» 186V) berühmtem Rabbiner ist hier iu der Gemäldesauunlnng. Di« schwarzen Angen und die schwarze Pelzmütze stehen in schönstem Kontrast zu seinem schneeweißen Barte. — Solomon Kouiagk (1609 bi» 1656) hat einen .Radbiner in seine« Tempel" zu« Gegenstand« seiner Darstellung gemacht. Ans dem Köpft hat er «ine Art von Turba», auf seiner Brust glänzen 12 Edelsteine, die zu einem dreireihiaen Bande vereinigt sind. Seine Hände sind über dem Buse» gefaltet. —Mein Führer war «m 18jffhriger russisch-jüdischer Student, Herr Soßkin, der sAbst in allernächster Zeit nach den _ ._ T___, gehen will, nm dort von jetzt ab im Schweiße sei«» gesichtes sei« Brod zu verdienen. Al» wir vor einem" mälde standen, da» zwar nicht jüdisch war, aber den der Auswanderer von Hau» und Hof darstellt, da tarn1- Schmerz über an», daß wft schnell da» Gemälde mußten, um nicht vor allen Leuten laut loszuweinen, eine kleine Bemerkung sei un» noch zu« Schaffe g« Da die Engländer, besonders sich für jüdische G iuteressirrn, so hört man auf einer Wanderung wie der unseligen fast nur englische iMt um sich. Ä LaS Echtst im Sturm. Da» Meer erbraust, grau, saht und kalt, Und darüber einher rast de» Sturme» Gewalt, . Der Blitzstrahl fällt, und der Danaer grollt, Dt« Welle schäumt and die Woge rollt, Und der Mast zerbricht und dir Planke kracht Und die Blitze durchleuchten die finstere Rächt. llud mitten i« Meer, in dem tosenden Sturm, Wo di« Woge emporfteig» zum eisgrauen Turm, Da schwanket eia Kiel in dem wilden Gebraus Im wildesten Sturme da» hblzerne Hau». Und der Mast ist geborsten, die Planten zerbräche», imrd llud da» Schiff zum Wrack, und da» Wrack wird zu« Rachen. Berzweikelt werfen sich viele in'« Meer, Stumpfsiuuig der anderen zahlloses Herr Weiß nicht, was e» soll, uad weist nicht, was es will, Und es brauset da» Meer, und im Kahn ist cs still. Rur wenige fürchten, oerzweifrln nicht Und blicken hinaus, ob ein Hafen in Eicht. Und der Steuermann nur spricht selber kein Wort, Und lenket da» Schiff in den sicheren Port. — Da» Schiff ist ei» Bolk «ad da» Meer ist di« Welt, Der Steurrmauu Gott, rin gewaltiger Held. Mag stürmen und brause» des Meeres Gewalt, Da» Bolk ist gerettet und Jubel erschallt. t», Inda, Du bist wie ei» Schiff aus der Se«: o» brauste» der Sturm uad von drinnen da» Weh; Und mag es auch stürmen. Du fürchte Dich nicht; Denn über Dir strahlet da» ewige Licht u End' geht die Rächt und da» Licht mnst erglühe» >»tz Israel« Bott wird wieder,« blühe»! Berlin, 17. Juli 1891. Heinrtch I. Pnttsche» r?rt. Bon C. in R. «in Enkel Jakob» ist'» mll «. Du selbst bist sicher es mit tz>; Doch wo ich c» «it tkh seh>, Erblick' ich Jammer. Ach und Setz. 11. Wcu» deutsch man es al» Gotthett ehrt', So hat es Gott schon «st empärt: Doch wo hebräisch Gott «an ehrt Dasselbe Wort gar »ft «an hält. 111. Ke-rltsche- Bon C. is &. Rim« ein «eflft für stüff> 2Hs«t, In» andre doch nur trockne bringe; Wenn Beide D» awdann verbindest. Zum Sitzen ei« Gerillh Dn findest. A»ßrf»«S der Kitthf-l i» »*,. I Mm Cato, Mmen. H. flg — dir «liste, ««selbst Mirjam starb; WwN. IU. r* (Zeder). Q(Bist), ggfafc).

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