Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 30 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seiie veggenoaunni, da war das Licht auf eiumdk aurgeblaftn und er blieb in Nacht uud Finsternis zurtch »hur sich im Leben «ehr au-zukeune». Da erfaßte, statt ihrer, eiu Fremder, ei» Jrrgefft, sein« Hand, und statt ih« zu leiten, stieß er ihn hinab in den Uesen jähen Abgruud, uud da stürmt und tobt er um ihn her und hundert geballte Fäuste erheben sich gegen ihn: .Du Räuber, der Du unser Geld verpraßt, gieb uns unser Hab und Gut zurück!" Rein!! schrieen in chm aus einmal tausend Stimmen, nein und tausend Mal nein! Ich will nicht da» fremde Geld, daran klebt da- Geld von Wittweu und Weisen! Und auf einmal schnell« rihn von seinem Lager. Er warf ungeordnet die Kleider auf sich und stürzte in die Rächt hinaus. Der Wind heulte in den finsteren, menschenleeren Gasse» uud gespenstisch tanzten wie Irrlichter einzelne Schneeflocken i» der Luft herum — er stürzte, wie von Furien gepeitsch. weiter die Straße hinunter. Die eisige Kälte nahm immer zu, daß >hm der Athem im Munde schier gefror, er fühlt; enicht. Der Sturm sauste und zerrte an seinen Kleidern, er beachtete enicht und raunte «umer weiter. Wie lange rS ihn so umhertrieb, er wußte es selber nicht, ober auf einmal sah er sich vor seinem Hause stehen, in dem noch Licht zu sehen war. Er überlegte nicht lange und rannte die Stiege hinauf zu seiner Wohnung, wo er die Thüre des Borzimmer« aufstieß. Di« alte Köchin, di« ihm entgegenritte um zu sehen, wer der späte Gast fei. starrte ihn einen Augenblick befremdet an, und dann flüsterte sie ihm in gewohnter Weift die Worte zu: „Herr, Gäste!" ,8a- Gäste? Wer Gäste?" schrie er. „Ich muß sie sprechen!' Ob es der Lärm verursacht, oder war «< Zufall — just tn diesem Augenblick trat Frau Barbara ins Borzimmer. .Oho, mein Herr", sagte sie mit einem frostigen Lächeln, .so spät und mit solch einem Lärm!" Reb Schimschou starrte sie an — wie sie mit ihm sprach, all ob er ihr fremd wäce! Sie schien seine Gedannken rrrathen zu haben, denn sie fügte leicht hinzü: .<E* ist ja so unter uns ausgemacht worden, daß wir »»- von jetzt an nicht kenncu, um keinen Verdacht zu erregen." .Barbara, lieb« Barbara . . .', begann der Arme. .Aber um Gottr-willenl" unterbrach sie ihn, schreie« Sie doch nicht so, es sind ja Leut« im Zimmer uud sie lünnten Verdacht schöpft»!" „Jetzt giebts keinen verdacht »ehr, versetzte er, .denn ich will da- Hau», ich will den Schmuck, ich will Alle« was wir besitzen den Gläubigern »eagebe», deun daran klebt da» Mark und da- Blut von Wittweu uud Waiftn l" .Wirklich fthr edel", sagte sie spotthaft, „uud wa» wird mit mir geschehen?" „Wir werden arbeiten und Gott wird uu» helfen!" .Brav, mein Lieber, vielleicht gar zusammen betteln; aber ich meine, da« werden Sie selber besorgen — da« Hau» gehört jetzt mir!' .Rein", schrie der Arm« «st heiserer Stimme, „datau» gehört weder mir noch Dir, da- Hau« gehört «einen läubigeru, den Wittweu und Waisen." .Da« glauben wobl Sie. mein Herr, aber taffen Sie sich von «rr sagen, dag Niemandem außer mir nur ein Ziegel in diesem Hause gehört. Für «in Jahr mtt so eine« ekelhaften Juden zu wohnen, wären auch vier solche Häuser «ine huudeschlechte Belohnung." „Babara —" versuchte er, aber die Stimm« war ihm auf einmal gelähmt. Etwa« wie ein« Satte, fühlte er. sei ihm im Herzkn gesprungen. Er fuhr sich «st beiden Hände, ■piTW* ffWnfl/l , . ft« mW am logn msgWftw uao er wt ctmi oootpfto zu Bode, taumelte. o 8« «utstoud eine ungeheure Verwirrung. Be schrie auvollem Halft nach Rettung, von allen lieft» die Xachbarea «st Lichter» hinrin — es wurde» allen Setten Aerzt^ cherbeigrholt, iudeß huschte« die Gäste wie die JMHIr au« dem Hause, aber Reh- Schimschou sah sie nicht mehr, deun seine Auge» war» I immer geschloffen. — Lin Herzschlag hat seinem traurige»^ Dasein ein jähe« Lud« gemacht. Fra« Barbara nahm sich den so plötzlich« Tod ihn»j Manne« tief zu Herze» und schaffte sich «in scl Trauerkleid und eine» langen, schwarze« Trauerschleier «,■ wie e« sich einer trauernden Wittwe geziemt; und Herr»., Schreivogel wieder ging die so tieft Trauer der zurück» gelaffeaeu Wittwe .unsere« seligen Freunde«" nicht wenig«^ zu Herze» uud er heirathet« sie rasch weg »itsammt «ml Hause, dem Schmuck« uud allen Werthgegeuständeu, trotzdeml daß er sich zum Borsatz« gemacht hatte Hagestolz zu 4 Stzigr»««e. Au« kern Hebräische» metrisch übersetz« von L. Cohen. Der Hartherzige . C Wandrer, sieh' bas Denkmal hier! De» Stet» zeig« über« Slei» es Dir. MM»SMSSSMSS»»SMUU»UMSiU I. V«tlche» M-rterr«ttßset. Bo» G. I« K. «ist im ««bet D» »» dem Orte, Den künde« mein» deutsche» Worte, So zeigt sich Dir et« »enr« Wort, Do« oft mm» spricht a» diese« Ort. Wen» Du di« bride» Ittte» Zeichen Wirst von de» zmette» Worte streiche«. II. A^spraHige» As«s»y«. - Bon 0. in B. Wie jener Ort, »»selbst ei» Weib geendet, Da» als Prapheti» uns bekannt. Wird ein Metall, das »»» di« Cr de spendet. In reine« Deutsch von »»« genannt. Henmtmortlicher tzftdokteur: Dr. «. »ohmer. Wogdeburg. Drnck: D. L. Wolss, 1 inÄ' ■ *“*&*&*■ ' jA u. Hme. »arm. III. Keßriisch« ^»trLtßfeL Bo» 0. i» B. Sin Ba»m tft's, de» dos erst« nennt; Al« Bist »an »ur das zmette kenn«; Dos dritte dient, dnrin z» schlaft» Füt Bettler, Fürste» und auch »msen. Für'» Ang verschiede» find di« drei, gedoch für'» Ohr sost einertei. »>E«« »er S»w i» »»> M«.