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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 28 (1891) · p. Seite 110

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
28 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 110 (sequence 4)
Language
German
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.So »M L» «Ich . - nab bald wieder einschmeichelnd, fuhr sie fori: »Echan hoch von all» Du bist ein fescher, Hübscher Mann, aber dieser Bart and diese Pee» entstellen Dich — so ntaai doch Beistand an, mttn Lieber-. Und mit einem zarten Druck ihre» sammetweichen Händchen» schob sie ihm da« Joch ans de« Halse zurecht, and da war e» um den armen Bart geschehen. — Wie einst der Patriarch Jizchok den HalS dem Schlachtmesser entgegenstreckte, streckte der arme Reb Echimschon den Bart der schrecklichen Scheere entgegen, mit dem Unterschiede, daß damals in dem entscheidenden Augenblicke ein rettender Engel erschienen ist, während jetzt sich Niemand vom Himmel blicken ließ und deshalb sauste e» unbarmherzig rti der Hand der Frau Barbara, und ein halber Bart sank wie ein geschlachtetes Opferlamm zu Boden. Auch die PeeS ereilte dasselbe Schicksal, denn auch sie fielen unter der mörderischen Echeere. Der arme Reb Echimschon war von diesem Augenblicke an geliefert, wie einst jener ander« Simson, nachdem seine Delila ihn der Haarflechten beraubt hatte. Als Reb Echimschon noch der an ihm vorgenommenen Schur einen Blick in den Spiegel wari, da erfaßte ihn eia wilder Schmerz und er lief händebrechend in allen Zimmern herum. Es war ihm, als ob er sich suchen mußte, aber er fand sich nicht mehr, denn der alte Reb Echimschon war von ihm gewichen. Herr Moritz Schreioogel jedoch, der ihn noch an demselben Tage besucht halte, war darüber anderer Meinung. .Wir haben uns ja ganz verjüngt!“ rief er ihm lustig zu. .Wir sind ja gar nicht mehr der frühere Reb Echimschon." „E< ist auch aus mit dem Reb Echimschon!" fiel Frau Barbara ein. »WaS wäre das auch für ein Gesponst Reb Echimschon und Barbara! Mein Mann heißt ron jetzt an entweder Herr Simon oder Herr Adelheim. Nicht wahr, so ist'- richtig?" „Richtig, mehr als richtig!" stimmte Herr Schreioogel rin, und zum neugrtauftrn Simon sich hinwendend, flüsterte er ihm zu: »Haben wir aber ein Prachtweidel bestimmen, ein .Antik!" Darauf reichte er Frau Barbara die Hand mit einem vielsagenden Händedruck, den sie auch ihrerseits mit gleicher Wärme erwiderte, als würde sie sagen: Wir verstehen uns, Freundchen! In der Eladt standen die Leute überall gruppenweise herum und man konnte gewiß sein, daß Reb Echimschon den Stoff zur Unterhaltung bietet. „Habt Ihr schon Reb Echimschon gesehen?" beginnt da einer aus der Grupp«. .Gewiß", meinten einige, »ganz ohne Bart und PeeS." „Al» ob man ihn affenttrt") hätte", ergänzte ein Dritter. »Und man hat ihn ja auch assentirt', mengte sich jetzt ein kleines Männlein mit psifsigeo, zugekniffrnen Augen — der Narrschalk der Stadt — ins Gespräch. .Wieso assentirt?" fragten Einige, die auf gewiß witzige Antwort des RarrschalkS neugierig. .Nun", lachte da» Männlein", sein Weib hat ihn assentirt zum Pautoffelregimeut." .Zum Pantoffelregiment, sehr gut!" Naschte« mehrere Beifall. ^Eo ist e« immer", fiel jetzt einer mit ernstem Tour rin, „so ist «S immer, wenn ein älterer Manu eia« junge Frau heirathrt, da will sie ihn mit Gewalt jünger machen und kürzt ihm Bart und Per»". »Und daun geht sie eine» Schritt noch weiter", bemerkte der Lustigmacher. „Run, was thut sie dann.?" fragten Einige. .Sir kürzt ihm die Jahre, und da» ist auch rin Mittel, den Mann nicht alt werden zu lassen." *) Zum Militär «»«gehoben. Und wisset Ihr nah» jetzt Einer wieder „wer ihm diese» Esche« Ehajil aufgebunden hat?" „Diests Regimeut-weib heißt es zu Deutsch", unter- > brach ihn der Witzbold. .Diese» Rrgnuentsweib, auch recht; wiffet Ihr, wer chm diese» AegimeutSweib gegeben hat?" .Moritz Schreioogel", wußten «miae zu berichten, .wenigsten» hat er r» uu« selber erzählt, daß er Reb Echimschon verheirathet hat." „Nein", protestirte der Lustigmacher, »nicht so hat er Euch gesagt!" .Und wie denn hat er un» gesagt?" »W i r haben un» verheirathet — bei ihm geht Alles - in Eompagnie!" _ (Schluß folgt.) - 8«r ChMü4«|(. Zu dem Aufsatze von Dr. Frankl-Grün im Familien» blatt Nr. 26 bemerke ich, daß die Sag« von Ehoni-hameaagel und .zwar in der Form, wie sie in Taani» babli Folio Kn mitgetheilt ist, von Wolfgang Müller in seiner Ballade: Der Mönch von Heislerbach (adgedruckt in Elise Polto'S Dichtergrüße 6. Auflage Leipzig18701 benutzt wurde. Wie Ehoni über den Ps. 126,1 nachgrüoelt, ohne zur lieber» zeugung zu gelangen"), so liest der Münch, wa« Petru», der Apostel (2. Petri 3,8) sprach: dem Herrn ist ein Tag wie tausend Jahr — und tausend Jahr sind ihm wie ein Tag (vergl. Ps. SV,4). Doch wie er sinnt, e» wird ihm^ nimmer klar. Und er verliert sich zweifelnd in den Wald, wa» um ihn vorgeht, hört und sieht er nicht. Die BeSper» glocke gemahnt ihn an feine Klosterpflicht, er kehrt zur Kirche zurück, dort sitzt aber ein Anderer auf seinem Stuhle, man staunt ihn an und er di« Kirchenmönche; endlich wird die Chronik nachgeschlagen und e» findet suh, daß er vor 300 Jahren verschwand. Er wird plötzlich grau und stirbt mit der Ermahnung, nicht zu grübeln, da Gott über Ort und Zeit erhaben sei, er weiß, ihm ist ein Tag wir 100V Jahr und 1000 Jahr wie ein Tag — wie Ehoni nun weiß, dast er 70 Jahre geschlafen. Golds ahn. rnn »npcn Ts -isv«: rm p-u wn Tw ro' Td •)?pw 's cm ‘pti -o? 'oi nobro pw 'S ...» I. pexthftc $$«rnfce. (SttiftlMg.) Co» C. ia R. Ei» Wann hat einstmals sich empört. Wie »n» bie heil'ge Bibel lehrt; Zu Welcher Raff« er gehört. Eh' man ihn nennt, «an schon erfährt. Bo» Eontor oft num’i Saue hört. Hat dieses auch nur halben Werth. Wer richtig trennt, daß sich'« bemöhrt. Die Raffe und de» Mann erfährt. Ist. A-sträische» MLtßset. Bon X. IC. ln London. Ob vor» ob rückwärts Ihr «S sprecht, Richt nennet Ihr dnS Wort ganz recht. A«fiSf««G der zUithssl i« «*?. Mr. - L Ufa», ((ilafil. H. CrTj-l (Süße). Ertyi WrW (die S Wallfahrwfeste), llppW (U Rundsthasters. CerantmorUicher Redattenr: Dr. M. Rah«»r, Ma^rburg. Druck: D. L. Wolfs, Magdetnrg. Verlag: Robert Fri e! e.

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