Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 25 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 4)
- Language
- German
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Aber warum, fragte fk wieder, »erde« wir dennso ir' ufü« verfolgt?- .Weil wir Juden sind" antwortete der Vrei», well wir en. daß e* nur Einen (Bott giebt-- Der Deine Anode, der die ganze Zeit über gehorcht ' c, fiel ihm in'« Wort, indem er sagte: .Habe« wir denn nicht alle einen Bater? Hat und r;t ein Sott geschaffen?" .Allerdings — antwortete der Alte, aber-" Hier sprang da« unglückliche Mädchen, da« unterdessen : 'nahmslo« geworden war. von ihrem Lager aus, packte . alten Mann krampshaft beim Arm. ihre Augen rollten ihr Haar war aufgelöst, ihie Seiichttzüge waren ent- '? und ihre ganze Sestalt zitterte. Sie heftete ihre Augen auf die Thür, wohin sie ihren auSqestreckten Arm ■ut«, und rief »it einer übernatürliche« Stimme: .Da! da schleppen sie ihn!"- Ich erwachte. Deirtsche Utt»-r«b«»ge» i« Etzrte«. Da» Werk de« verstorbenen Schliemann führt da« r einigen Jahren au« wiflenschaftlichen Kreisen (an der L he stehe« die Professoren von Kaufmann, Sachau Schröder) zufammengetretene .Orient (Komitee* f: indem eS de« Spaten in den Boden Syrien« setzte. 3 - Schriftdenkmäler, die man am Oronte« und Euphrat nden hat, zeige« ähnlich der Hierogliphenschrift ö Bilder, theil« Schriftzeichen; zu ihrer Entzifferung man den Schlüssel noch nicht gefunden. E« besteht * von manchen Seiten allerdings angezweifelte Annahme, dieft SHte einem einzigen Bolle angehören, und r den Hethitern, die in der Bibel als Urbewohner ien« und KinaanS erwähnt werden. (.Bon der Wüste und dieftm Libanon bi« an dagroße Wasser Phrath, ganze Lan der Hethfter, bi« an da« große Meer 'gegen j Abend, soll eure Grenze sein.* Jos. l, 4.) Die assy» I Ueberlieferungen melden von Kämpfen mit den fptetn und deren Unterwerfung. Um 2000 v. Ehr. kommt caham zu ihnen, ein halbes Jahrtausend später unterst sie der Aegypterkönig ThutmosiS III, und abermals .-send Jahre fsätrr fallen sie dem affyrifchen Weltreiche siat PilefferS II. anheim. Man möchte sich fast wundern, r ein geschichtlich so altbeglaubigteS BolkStbum für die chäolqgische Wiffenschast erst jetzt auftaucht. Diesem obleme nachzugehen, hat sich da» Orient-Komitee zur ifgabe gesetzt, und seine drei bisher unternommenen .pÄttionen sind von bedeutendem Erfolge gewesen. In»- ^sondere die letzte, kürzlich beendete, die unter der Leitung <S Dr. von Luschou mit großem Glück in dem gefährlichen den, hochgelegenen Sumpfgelände von Sindschirli in Nord- : yrien eine Fundstätte von außerordentlicher Ergiebigkeit ge- . sfnet hat. Bor einem geladenen Kreist Berliner Gelehrten erstattete« Dr. von Luschau und sein baukundiger Begleiter, der Jngenstur Koldewey, über die Ergebuiffe ihrer mühe- und gefahrvollen Arbeiten jüngst einen Bericht, über welchen der bekamt« Arabienreffende Herr Dr. Ed. Glaser folgenden berichtigenden Brief veröffentlicht: Der vom ^Orienttmaitee* erstattete Bericht über die Ausgr»b»»ge» t» St»dscherli, enthält einzelne Behauptungen, denen «ei»« Erachten« vom «tffenschaftliche» «tandpnntte an« nicht beigeftbwmt «erden kan». E» handelt sich dabei um die wichtige Krage de« Alte!» der Bachstabenschrifi, über welche die Herren v. Lnschau und Sachan eigenartige Ansichten geäußert habe». Herr Dr. v. Lnchan sagte nämlich: »Lus dem Boden Syrien« ist unMstlhr et» Jahrtausend vor Begründung de« Ehriftenthnm« ein grüner Wurf gelungen: Reben der dort gebildeten hamatenische» Bilder» schrch.ist dort unvermittelt eine reiae Buchstabenschrift emstanbtR, ans der die Schrift unserer gestimmte» moderne» Welt bafirt.* Al« da« älteste Denkmal der Buchstabmrschrist bezeichnet Herr Lr. von Lösche» die um 860 Ehr. verfaßte Mrsa-Zuschrift, welche im Jahre Da» MWWWa'MMMMPfMRMWWN sei hie" aramNsche Inschrift doSOainw», welch« wir d» VftWdMZj» in «iubicherit verdank», u»d welche» von Herr» Professor Sachau, der de« Ansichten von Lnschau zustimmt, circa 780 ». Ehr. dattrt wird. Dieser Ansicht widerspricht Alle». M» wir über semitische Buchstabeninsthrtste» besonder« in de» letzte» Jahre» i» Ersahruug brachte»; den» wir beptze» wett ältere Bachsmbe»i»schrtfte». die von zwetsello» echte» Semite» herrührru, uämlich von den Minäer» und zum theile auch van den Sabäer» Elftere« voll sülltt t« Er aßen u»d <tza»ze» da» zweite Jahrtausend vor Ehristi Geburt au« und alle Inschriften, die wir von ihm (seit de« Jahre IBM) kennen, fallen i» diesen der Mesatmb Panama-Epoche «eit voran «gehenden Zeitraum, wie ich in meiner .Skizze der Geschichte und Geographie Arabien«' aachgewiese» habe, ohne daß meine Aufstellung bisher irgendwie bemängelt oder widerlegt worden wäre, «ach de» Mtnäer» folgte» die Sabäer i» der Herrschaft über den wichtigsten Theil der arabischen Halbinsel. Dt» älteren sabäischen Inschriften, wie specie» meine Strwähtnschrift, müsse» sonach gleichfalls älter sei» al» die beiben Inschriften au« Ptoab und Sintscherli. Aber schon alle mtaäischen Inschriften sind Buchstabeniaschrtften, und zwar zeige» sie bereit« einen derartigen Grad der Entwickelung der Schrift, daß wir über den Zeitpnntt, in welchem die Buchstabenschrift zum erst«« Mal in Anwendung kam, überhaupt nicht» aursage« können. Rur so viel wtffrn wir, daß dir« vor dem Austanchen der Heilte«' geschehen fein muß, sonach auch nicht i« Lande der Hettte». Diese wichtige Krage wird als» ihre Lösung nicht durch Au«grab»»gea in Sindscherli find«,, wohl aber würde e« sich empfehle», daß da« Orieatkomitee fall« e» sich die ftufhellurm de« E»twicktl»»g«- gauge» der altsemittscheu Kultur zur Aufgabe stellt, seine Aufmerksamkit besonder« jenen Gebieten de« Orient« zuwende, in welche» die ältesten Denkmäler, in«besondere Zuschriften, » pro»« zu erwarte» sind. Do« werden sich die Ausgrabungen unvergleichlich «ehr lohne», al» ln Kleinasien. Berlin, U. Juni 1891. Dr. Eduard Slaser.* A«A »er U»tographe»s«m«l»»- zu Guqste» der au«wander»deu russischen Juden. .Rußland ist der richtige Anttsemttensviegel, und wenn die deutschenEenoffen sich darin betrachten, so haben sie die« gu thun al« Mitschuldige.» Eharlottenburg, 8. Juni 189l. Dr. Th. Mommse». .Zu de» großartigsten Widersprüchen gehätt die Thatsache. daß Millionen, trotz der Religio« der Liebe, Hatz nähren und alle ihre Kräfte ausbieie», um ihn befriedigen zu können.* GobRberg. Gerhard Röhls«. .Möa« Riemand in Deutschland vergessen, daß die Judenverfolgungen in Rußland nnd Eorsu die jüngsttn und wahrscheinlich nicht die letzten Au»läirs« der Bewegung sind, welche der Anttftwttt««,» in Deutschland inszenirt hat.* Rndols Birchaw. .Wer Gewalt übt, wird durch Gewalt umkommen.» Heinrich v. Sybel. An die Augwanderer: Rur satt an» Rußland, den« fürwahr Sei« Land der Welt ist fürchterlicher. vedentt doch, sckbft der gute Zar Ist dort nicht seine» Leben» sicher! Stettenheim. .Der Himmel ist hoch nnd der Zar ist weit, Doch »«? ist beim Unglück die «enschkichktt. Sie triskt mit Liebe, die nimmer vergeht, >f Sie spricht eine Sprache, die Jeder versteh«.* Dr. Banmbach, Vizepräsident de« Reichstag«. i-S" I. A»eifPr«chiße» von ▲. K. im London. Hebräisch Abt'« et» Fest Und eine« Maaßstab an; Ans Deutsch scht man e» fest. Und sieht'« al» Richtschnur an. 1«ßSstMK »er Kitthfei kn »*r. Ur? " I* A Qdtabotft# " «rstüug», «• IL («xod. Stiftrc - «ÖS*' I der Laräersetw. * rhq.hUltn. « M. 1YV (>«»k Mmv-^YR (Hebe.). E zma,. m B BciauaMitlietei Redakteur: Dr. «. Rahmer, Magdeburg Druck: D. L. Walss, Mag»ebarg. Verlag: GMtzt