Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 24 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i* **ettK AliiHliW» sÄertm mich im, mit erdruß mein Buch zu. Bor mir lag ein Zeitungsblat( ich nahm es in die Hand, um auf andere Gedanken zu kommen, «he ich mich zur Ruhe begab. Aber wie eS oft im Leben zu geschehen pflegt, daß man gerade dem begegnet, dem man auSzuweichen wünscht, so starrte mich auch alldem Blatte vor mir derselbe Gegenstand an, der mir bereits so viel Schmerz verursacht hatte. Man schreibt aus Rußland: .Zwölf bis fünfzehnjährige jüdische Knaben werden .mit Gewalt aus dem väterlichen Hause genommen — wehe .dem Vater, der sich dieser Maßregel widersetzt! — Sie .werden zu zweihundert unter Begleitung von Kosacken an .den Don oder an daS schwarze Meer eskortirt und an ihrem .Bestimmungsort angelangt, werden sie von den Einwohnern .desselben unter Führung des Geistlichen empfangen, in .einem Flusse getauft, in russische Kleidung gesteckt, in .Kosakenfamilien, deren Namen sie annehmen, untergebracht .und in der griechisch-katholischen Religion unterrichtet.") Ich legte auch daS Blatt mit Unbehagen aus der Hand, erhob mich von meinem Platze, ging auf und ab in meinem Zimmer, öffnete das Fenster, sah hinaus in die finstere Rächt, und suchte auch diesen letzten Eindruck loszuwerden. Nein! sagte ich unwillkürlich zu mir selbst, als ob Jemand zu mir gesprochen hätte, nein! sie sind noch lange nicht todt, die Pharao und die Ferdinand; sie haben nur die Namen gewechselt und haben ihren Weg durch alle Zeiten hindurch gesunden bis auf die unselige, die man mit besonderer Borliebe .di« aufgellärte, die Zeit der Vernunft und der allgemeinen Menschenliebe" nennt. Ich suchte mein geistiges Auge wegzuwenden von dem traurigen Gemälde der Menschen und der Zeiten, schloß das Fenster und begab mich zur Ruhe. Wie unbeschreiblich schmerzlich muß es für Eltern sein, sich ihrer Kinder auf einer so schändlichen Weift beraubt zu sehen, und wer kann sich den stillen, nagenden Schmerz der Kinder denken: die Blume vom Stengel gerissen, verweist über Nacht, die zu zeitig gepflückte Frucht kann nicht reifen, dkl Ast vom Stamme gebrochen vertrocknet nach kurzer Zeit, und wenn die zärtlichsten, innigsten Bande des Menschen gewaltsam zerrissen werden, sollte er, der mit Gefühlen und Dhränen ausgestattet ist, es weniger empfinden? Diese Gedanken hielten mich noch lange wach und mit diesen quälenden Gedanken schlief ich endlich ein. Kaum hatte ich die Augen geschloffen, als ich mich aus den Flügeln des Traumgottes über Meere, Berge und Thäler hingetragen fühlte. Weiter und immer weiter ging's im raschen Fluge und ich sah unter mir alle jene sich selbst ' zerstörende Ander, durchschnitten von Strömen von Menschenblut"). Ein'Schauder überfiel mich und ich drehte mich weg von diesem düstern Bild« und mein Auge fiel auf eine große Wiese, auf welcher Heerden aller Art in Frieden und Eintracht weideten, während ihr Hirt, ein junger Bursche, im Schatten einehohen Baumos ruhte und die Flöte blies. Warum kann nicht der Mensch, dachte ich nach dem Beispiel ihm untergeordneter Geschöpft in Frieden und Eintracht mit seines Gleichen einhergehen? Warum füllt Neid und Haß seine Brust? Warum verfolgt der Stark den Schwächeren? Warum ist er entzückt, seinen Gegner hingeftreckt und erschöpft zu haben, während er sein brechendes Auge gen Himmel richtet? Warum befleckt er seine Hand mit dem Blute eines Anderen, den er nie gekannt, und der ihm nie etwas zu Leide gethau? (Schluß felgt.) * Dies« .Aum* lst im Iah« 1851 in englischer Sprache geschrieben und im .Zewish Ehrouicle" abgedrnckt, und die dartu befindlichen Tharsacheu find der österreichischen .Reichszeitung" vom 10. Januar 1861 entnommen. Was bat sich alle« seit damals in diesem Laub« »uzeiragen, was hat es selbst, was sein Herrschechans durch«macht! ** Bezieht sich ans di« Revolution von 1848. (8»r Eonfirmotion.)^^^ Der Posaunen Stimmen schallten, Am Sinai sang der Engel Heer, Thal und Muren wiedetthalltrn Bon Gott Zebaoth'« Preis und Ehr'! Er bringt die heiligen Gesetze, Da» Zehn-Gebot, in seiner Hand; Daß sein Volk sie nie verletze, FordeN er ein Unterpfand. .Mögen unsere Ahnen kommen,' So spricht Israel im Verein. .Mögen sie, di« Reinen, Frommen, .Unserer Treue Bürgen sein.' ..Waren sie ganz siri von Schuld? > ..Bieten sie mir voll Gewähr? .„Auch sie bedurften meiner Huld, — ..von Bürgen sorder' ich viel mehr." .So sei'ns die Propheten, HiNen, .Du hast sie ja so oft erhSN?' ..Auch sie fehlten, auch sie irrten, ..Mein Helligthum ward doch zerstört." .Unseres Stammes Kinder seien, .Dir de« Glaubens Unterpfand.' .Nimm sie Ewiger, nimm di« Tnuen, .Gnadenvoll aus unserer Hand ' ..3a sie sollen 's Reich mir gründen ..Und ewig wahren meinen Band, ..Meine Wahrheit stets vettünden, ..Mit reinem, unschuldsvollen Mund.' .'Seit Ihr Bürgen uns'rem Glauben, »Beicher nie von unsrer Pflicht; »Mag man Euch auch alles rauben, .Doch vom Glauben lasset nicht.' Kremfier Rab. Dr. Ad. Frankl-Grün. SchaSusty-HUIßser. Von C. in K. 1. Tentsche» eufteariUtkL Borg. che. e, erst, ge. gö, hu, ja. lag, li. «n, Hn, ph«. rih, san, ta, the, ,U. i Au« vorstehenden 18 Silben bilde man S Wörter, deren Anfangs» > und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen, ein Werk göttlicher ] Siebe bepidjnen. I. Hauptstadt eines europäische» Staates, ö. Ein Opfer am Wochen feste. ... 3. Ein assyrischer König. -JiL 4. Ein Prophet 5. Ein gottesdienstliches Requisit. 6. Ein« biblische Stadt. II. KeSrätsch» - Wer sprach Hoben Der Tradition? — Die Festlrniou Rennt ihn schon. . 111. KelkÄfch« Sferfefttytt. von A. K. in London. De« Laut nach find sich beide gleich; verschieden doch ist, was sie künden; Allein was wir bei Einem finden, Zeigt sich beim Andern auch zugleich. Das Ein« wird gebunden, Gemeffrn und gezühli; Das And'r«, wenn gebunden, Wird auch, damit nichts fehlt, »lt und auch gemessen. fast da» Eine Du vergessen, Dann darfst Du Dir es nicht mehr holen; Willst Du das Andre nicht vergessen. Mußt Du es »st Dir wird«- hoien. A«ß-f«»s der Kötthfrl « eer. Ae. I. Onkel, »S» OlMH. n- (Prophet), ra1? »Löwin). Verantwortlicher Retakteur: Dr. «. »ahmer, Magdeburg Druck: L L. Wolff, Magdeburg. Verlag: SMäN Fries,