Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 23 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 4)
- Language
- German
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cntnafebiftr enthalten schon Sporen davon: Betfügp»grn, ui welchen das Steinigen und Berauben der Juden verböten ird u. s. w. Für diese Schonung hatte die BewohnaHchaft - s Judendierttl» iährlfth einen Tribut zu zahlen. Erst die französische Republik schaffte im Jahre 1798 die Vorschrift u, kraft deren alle Juden ein gelbes Abzeichen tragen mußten, und erst der englische Lord-Obertommiffar Sir -oward Douglas hob im Jahre 1840 die Bestimmung auf, traft deren die Juden nur im Ghetto wohnen dursten. Der Brieffchreiber schließt mit den Worten: »Höhere Bildung der breiteren Volksschichten ist daeinzige wirksame Mittel zur Abhilft. Die Engländer haben in dieser Bersihung nichts gethan, unsere Regierung auch noch nicht genug, jffen wir. dag jetzt Durchgreiftndes geschehe." (Höhere Bildung thut auch den Judenhetzern in Deutschland noch). 3ttt tttttini«« zweier Lieder der Petzach- H«,«d«. (Schluß von Ar. 21.) Die merkwürdigste Analogie mit diesem Lied hat das >>d^adja Lied und zeigt offenbar einen Zusammenhang "iit der Hagoda. Unser Chad-gadja Lied zeigt dft Art eines >ten Volksliedes. Die Bolkserzählung hebt gewöhnlich w<i: Es war einmal u. s. w. »Mein Vater" kann also so viel misten, als: Ein Mann kaufte sich einst ein junges, zartes, unschuldiges Zicklein für die geringe Summe von 2 Suse, »nd in diesem Kauf bestand sein ganzer Reichthum, wie der rophet Nathan in der Fabel erzählt 2. Sam. 12,3. Nun -st dft Katze der Mörder des unschuldigen Zickleins. In m ganzen Liede stehen sich die natürlichen Todftinde lenüber. Hund und Katze u. s. w. ÜBernt nun auch und und Katze in den Schriften des Alterthums nicht als -inde aufgeführt werden, und wir erst im Mittelalter von siser Feindschaft Kunde erhalten, so ist man offenbar erst diesem Gegensatz gekommen, als beide Hausthiere geworden .id. Die Katze wird im Talmud gewöhnlich *^nn Ehathul nannt. (Chulin 52b. Baba Kamma 80», Horajot 13») ne Katze zerreißt das Zicklein, sie wird auch Schunra genannt. Berachot 56 b: Wer eine Ehathul im Traume sieht, hat au dem Orte, wo man sie Schunra benennt, ein ’ 'lünes Lied <mt3 m^P) zu erwarten.) Wenn Schunra ein "nomatopostisches Wort ist, so wäre es den Buchstaben und m Laute nach das deutsche »schnurren", der die Katze charak- .risirende Gesang, man müßte denn vielleicht Schnura »die xhnurrende" lesen. In der Erzählung des R. Akiba ttrachot 60b hat die Schunra den Hahn zerrisse». Hund und Stock sind alte Gegensätze. Goliath sagt zu David: i. Sam 17,43 Bin ich ein Hund, daß Du mit Stöcken zu ,iir kommst. Der Stock schlägt den Hund, aber das Feuer verzehrt das Holz. Im Gleichniß des Jvtham (Richter 9,15): »Feuer wird vom Dornbusch ausgehen und verzehren d e Erdern" des Libanon und Spr. Salom. 28,20 21. »Aus Mangel an Holzstücken erlischt das Feuer." »Holzstücke zum Feuer." Das Feuer hat noch einen unversöhnlicheren Feind, das Wasser. Rach Midrasch rabba Bereschit Cap. 38 sprach 'Jitmtob zu Abraham: Bete daS Feuer an. Da sprach Abraham: Bettu wir das Waffer an, welches das Feuer verlöscht. (Midrasch Kohelet 7,26.) Das Feuer ist gewaltig, aber das Wasser ist gewaltiger und verlöscht eS, (Baba bathra 10»). — Merkwürdiger aber ist, daß als Gegner des Wassers der Ochs erscheint. Daß nun der Ochs gerade das Waffer trinkt, dürste aus die Heimath der Legenden, auf Persien, Hinweisen, wo die Juden lebten, wo die tal» mudische Wcrrstätte ihres Geistes gewesen ist. Dort wurde ocr Ochs der Trinker des Waffer», indem dieser statt der drde steht, welchees einsaugt. Auch in der Sprache zeigt fettet für dir ük ykMAi ntu onn nw«Hvrn A» ^^■^PgUfaaiinftv im Eäuftrit bhttmi (Erde), »ft dem zWhffche» Beos, und da» deutsche Rürd u«d von Grimm mit rrnta,.Erde,x verbunden. Doch dürfte dir Erklärung, daß btfjGA» es ist,'^ der da»'Waffer trinkt, nach Jjob 14,18 ff. mtWMuweffe»! sein. Der Behemot wird nach der Sage (Babg »tthra 74b); der wilde Ochse <13N IV) genannt. Jjob 40,23 heißt es: er beraubt, schluckt in sich den Sttom. Au» dem stammt somit da» Beispiel vom trinkende» Ochsen. — Schlächter schlachtet deu Ochsen. 'Das Tbftr ist Schlachttn bestimmt (Berachot 17»); aber auch der Schl, findet seinen Meister. Er fällt m die Hand de» Tode»-^ engel», der von Gott selbst gerichtet wird, denn Jes. 25, sagt: »Er vernichttt den Tod auf immer, wischt die Thrämgs von jedem Angesicht und nimmt die Schmach seine» Bolke»<if hinweg". — ES giebt eine Vergeltung, uncftstrast bleibt DaS Lied stellt eine Philosophie der Geschichte dar. Idee der Vergeltung gab sich im Volke an diesem FeWi kund, besonder» an dem Festt der Befreiung vom Sklav j/ dienste, der Erlösung von dem Druch der zu allen, Zäiktttek auf Israel schwer lastett, der Verfolgung und Schmäh«»^., unter welchen es heutt noch seufzt. So war diese» Lied em> Lied des Trostes, der da« Volk erheben solltt, ein Lied, da» Freude den Gebeugten einflüßtt »nd die Zuversicht, daß der -. Allmächtige zu jeder Zeit, in jeder betrübende» Lage bem;3 uaterdrückttn Volke nahe steht. Un». Allerlei fftr de« K»«Me«tisch. Die Pslme, i» der Geschichte. Bor der Schlacht bei Loutra« sänge» di« Hugenotten ans den^:? Uniee» den 118. Psalm: »Danket dem Herrn, denn er ist gütig, den».: * seine Gnade «ähret ewiglich!" Sie in dieser bittende« Stellung wahruehm^nd, riefe» einige Hofleute: »Sehet, die Feiglinge flehen schon um Gnade!" »Stein," antwortet« ein alter Cfft}i<t, welcher ihre Art kannte''s »wir dürfen einen heißen Angriff erwarte» von solche« Männern/-' welche eine» Psalm singen und beten." Diese Geschichte zeigt die wichtigste Rolle welche di« Psalmen der Geschichte spielte«, besonder« in de» heiße» Lämpsen, welche dick./? Reformation im Gefolge hatte. Der 46. Ps. „Gott ist un» Schutz und^' Stätte" ist die «rundlag« de« Lampfltede« Luther» zur Zeit der), große« StaattumwälzuUg „Eine feste Aura ist unser Gott". DÄftf 68. Ps. ,^aß Gott sich erheben, seine Feinde sich zerstreuen" war unters de» Hugenotten al« Schlachtlied bekannt. Savonarol« sang e«^ als er zu dem köstlichsten Scheiterhaufen schtttt, welcher je zu Flore»» entzündet wurde. Rach dem Siege von Dunbar sangen ikromwell und sein Heer den 117. Ps. .^Lobet Gott all' ihr Böller, preistt th all' ihr Rationen!" gen wie treue und wohlchuende Freunde begleitet. I. -Me«rät-fet. Bon C. u. H. Die erste» zwei sind nahe uns verwandt, Z« Ro»mo« wir die dtttte doppelt seh'u; Al« chaldäifcher Uebettetzer ist er bttannt, Sobald verrtni die Silben vor un» steh'». IL KeSräisches IRchstaSerrräthfek- Bon A. K. tn London. Mit 'J braucht er der Rede Macht; Mit er große Furcht anfacht. AGßSstms der Kitttzfet i« »«r. pr. 1 Oker» Omr, CMt( Oder IL D"? (Beutel), 013 (Becher.) ■m Druck: D. L. «olff,, Bera»«wörtlicher Redakteur: De. M. Rahmer,