Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 22 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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& ZN |xtrr|iltmg in) -klrhmlß flr die isrnittislhe fitniür. fi Wonn-Iami»» die Zeit. Mdicht). — Der MitgtstdoNor. Sine Erzählung au» der «egenwan von L. Berg (Schluß.) — Der ~. “ ■” äug.) — Allerlei für den Aamtlientisch: Di« (lln-estlgtrr Aachdrn« «X »trsem »litte ist untersag».) Packtiiirüger Jüdisch« Silhouette von Ra«Han Samuelv. (Fortsetzung.) V* “ Bedeutung de» Magen Daria. — Räthstl-Ausgabea — Räthsel-Liisungen. (Qal „Pna ki«wt kto Rnn ist nach langer «intersnachl Dir »rde »r> erstaudeu, Rn« herrscht in seiner Blüttzrntzracht Der Mai in allen Landen. llu» «aasen» Herze« arützeu Dich. Dir tadeln «aasen» Laar; — «ir a»rr trüd« da« Auge sich Dratz' all der «airnschtn». »erst»»»» siitzes Arühiinf-lieb! Etelm ans. ihr laute» Klagen! Ein stet» »»»üstert mein Gemüt», sttn Lei», »as tau« »n «ragen. »in altes «ansendsührige» Lei», sttn »tlp sauber Gleichen, C Israel! Baaa kamntt »te Z>i«, Da Hatz and Vastzett «aetihrnr Der Leng zieht sein« stiegesdahn, Die «elt «st neu erstanden. Dach ach! Die Menschen hält rin «ahn. stiu fiuft'rrr «ahn in BauUen. Brnthen L.-S Bertha Ginsderg. Der Mitgiftdoktor. 14} Eine Erzählung au» der Wegrnivart von T. Berg. Schluß-Kapitel. Zehn Jahre!- Der geneigte Leser ist zu vernünftig, um in dieser un- Acheinbaren Erzählung eine Darstellung auch nur eine» einzigen Bruchthril» all' der Ereignisse finden zu wollen, welche vo» mächtige Element, die Zeit, im Laufe der Jahre achtzig di« neunzig entstehen und geschehen ließ. Und der Wahrheit die Ehre, weder eitle hohe noch die gneder« Politik hat irgend welch« erschütternde Berändriungen in den Schicksalen der Figuren unserer Erzählung hervor» Gracht. Man schläft in Kronstadt, Trebanobitz und so weiter »och genau so tief und fest, al» man vor zehn, zwanzig, fünfzig Jahren in all den .verstaubten Spielzeugschachtelntune Paul Hehse einmal treffend diese entlegenen, von jeglicher Kultur vergeffenen Nester bezeichnet) geschlafen hat. A In diesen kleinen oberschlesischen Städten scheint da» Leben zu stagnirrn, der Fortschritt, der wie alle großen Herren nur in den Metropolen leben mag, der Fortschritt »st seinen langen Riesenbeinen hat jene kleinen Hemmnisie . pst. In Kronstadt hat sich wenig verändert. Der Ring bat zwei funkelnagelneue Laternen erhalten, welche leider, leider »icht auch am Lage ihr Licht erstrahlen laffen dürfe», die guten Kronstädtrr meinen für die gar kurze Zeit, welche jetzt im Juni nur von neun Uhr Abend bi» elf, die Prachtexemplare von Leuchten officiell zu brennen haben, hätten die opferwilligen Bürger doch recht wenig für ihr schwere» Geld. Auf der sogenannten Promenade hat der Kronstädtrr BerschönerungSverein eine lieblich grasgrün angrstrichene Bank gestiftet, auf die sich aber bei Leib« keiner der Eingeborenen zu setzen wagt, damit die kostbare Errungenschaft der Stadt nicht vorzeitig abgenutzt oder gar beschädigt werde. Und da» ist Alles, ivaS der Topograph Kronstadt» seinen Lesern Wesentliches zu berichten hätte. Mit den Einwohnern Kronstadt'» ist Frau Ze it iveniger glimpflich verfahren. Vater Scholz, der gebückt vor seiner HauSthür sitzt und mit zitternden Händen sein Pfeifchen hält, weiß deS Bdfen genug von der heimtückischen Macht der einzähnigen, alten Hexe zu erzählen. Und erst der Herr Amtsrichter von Trebanobitz. Ihm, der eben mit Frau und Kindern in eleganter Equipage vorüberrollt, ach «hm, dem einst so reich gelockte« Seligsohn haben die Schwingen der Unerbittlichen schonuna»- lo» di« Mehrzahl seiner Haare hinweggestreist. Selbst! Fräulein Olga, liebreichen Angedenken», würde ihren iveiland i zärtlichen Beschützer nicht mehr wiederrrkennen. Mit kleine» > Aruglein, die über den feisten Wangen und der sanft gei röthrten Nase fast verschwinden, schaut er unendlich nichb»- sagend in die Welt hinein, der schöne Robert ist dick geivorden, sehr dick in hrrvorstrhendrm Gegensatz zu seiner Gemahlin, deren frühere elegante Schlankheit der böse Ehronos zu hektischer Magerkeit rrduzirte. .Da fährt Numero zehn!- sagt Sanni Goldmann, «velche dem alten Freunde ihre» Hause» bei seinem Feierabendstündchen ein »venig Gesellschaft leistet. Bater Scholz lacht: .Numero zehn! Da» ist auch so einer von Lübel Abraham» Nichtsnutzen Einsällen. Und hat gar nicht Unrecht, der Schelm! Der kugelrunde Amtsrichter «st die Null nnd die lange hagere Madame ist di« Ein» davor. Aber die Zwillinge werden allerlirdst.- .Es geht!- sagt Sanni gedehnt. Wie di« Mehrzahl hübscher Mädchen wird sie verdrießlich gestimmt, sodaÜ» Jemand in ihrer Nähe es sich beikommen läßt, von der Schönheit dritter Personen zu sprechen. klebrigen» — de» Kantor» Jüngste hat vollauf Ursache mit den Wandlungen der Zeit znfrreden zu sein. Die achtzehnjährig« Sanni ist frisch wie ein« Pfingstrose — wenn in Krönst adt jemals ein ähnliche» Schiedsgericht wie der berühmte Ooa oynra cks Spa* etablirt werden sollte, Sanni würde siche«lich von den jungen Gentlemen ihres Glauben» den ersten Prei» erhalten; denn sie ist blond — blond wie die Kornähre — welch unerhörte Auszeichnung der Natur. „ES geht an!- sagt Sanni «md sendet Hertha und Bertha einen kritischen Blick nach. .Kleider machen Leute, die Frau Amtsrichter versteht ihre Kinder vortheilhast anzuziehen, da» kann ihr Niemand bestreiten. Aber e» ist , «ine Kunst, Geschmack zu zeigen, «venn man so viel Geld besitzt.- . ,'^j