Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 21 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Biel« Bocherim «Jünglinge) giebt es schon in der Stadt, denen ich solche Sephonm zulange, und diese sage«, daß, seitdem sie diese Sephorim (Pücher)lesen, sie zusehends fühlen, daß ihnen immer lichtiger in den Augen wird!' .Nun", drängte ich, »ßo geben Sie nur schnell auch mir eines von diesen Sephorim^. .Da» will ich gerne lhun", erwiderte er, .aber merk« Dir gut, Jüngele, gehe damit vorsichtig um, denn wird dasielbe bei Dir entdeckt, dann kann'» un» beiden schlecht ergehen!' Darauf sah er sich nochmal» ängstlich im Zimmer um, wie um sich zu überzeugen, ob nicht jemand auf der Lauer sei, steckte den Kops zum Fenster hinaus, öffnete dann die Thür, wie um sich zu überzeuaen, ob nicht gerade jemand komme, und nachdem er sich über,-,kugt hatte, daß alle Gefahr ferne sei, löste er sich schnell den Gürtel vom Kaftan, öffnete den Spenzer und zog endlich hinter dem Hemd« ein in mehreren Papieren verwahrtes Päckchen hervor, da« er hastig öffnete und daraus mit geheimnißvoller Miene ein ungebundenes Büchel mir zustecktc: .Da hast Du', raunte er mir zu, .aber wie Dir das Leben lieb ist, halt cS versteckt, daß cs ja Niemandem zu Besicht komme, sonst wären wir wahrhaftig beide nicht zu beneiden!' (Fortsetzung folgt.) 3«r Srkl»ri»us zweier Lieder der Peßach» Hag«da. f. Utltr da« Zt** STP "O TT7K bemerkt Landshuth, er habe von einem seiner Freund« im Namen Ropaport's gehört, daß dieses Lirdlein eine Belehrung für die ffoata, zum Zweck habe; jedes Jahr wurde diszum l 3. Jahre eine solche Ähre dorgetragen, dann sei dieses Illstrophige Gedichten später so zusammrngeflellt worden. Aua. Wünsche iu dem Werkchcn: .Die Räthsrlweisheit bei den Hebräern', Leipzig 1883, sagt von diesem Zahlenräthselsxiel S. 61 ff. Ackgendes: .Ueber den Sinn diese», jedenfalls im Orient ««standenen und sicher sehr alten Räthsrlspiel» habe ich nichts finden können, wa» mich vollständig bestiedigt hätte. Nach meinem Dafürhalten ist dasselbe westrr Nichts al» ein Nesponsorinm zwischen dem israelitischen Hausvater und Pr» Gliedern seiner Familie» namentlich seinen Kündern, in der zweiten (!) Nacht des PeHachfrsteS, um ihnen die hervorragendsten Begebenheiten der altteftamentlichen Bunde», geschichte rinzuprägen. Zwischen dem ersten und letzten Glied tirgcn die verschiedenen bundesgeschichtlichen Thatsachen und Likbesbezeugungen GotteS an dem israelitischen Bolke. Das Näthsekspiet soll damit zweifellos einem mnemonischen Zwecke dienen.' Nach LandShuth und Wünsche hat aber die Zahl neun ihre Schwierigkeit. Wa» soll diese Lehre für den Knaben bedeuten? Welche bundesgeschichtliche THaffache liegt darin? — Vielleicht dient Folgende» zur Erläuterung. Nach der Darstellung in dem Buche 71 nno« von L. M. Rosenbäum, Lemberg 1879, S. 4.6 fr»? '0 war MoseS der erste, der nach de« grausamen Befehle Pharao'», alle neugeborenen Knaben in» Waffer zu werfen, geboren wurde (Toffasot Sota 12 b). Moses wurde also nach dem neunten Monate seitdem da» Pharaonische Edikt bekannt gemacht wurde, aus wunderbar« Weise aus dem Waffer gerettet, somit ist auch de» zukünftigen Führers und Gesetzgeber« Errettung nach ^Verlaus von nenn Monaten eine Gnadenbrzeugung Gottes; 'auch eine Belehrung für die Jugend, dieser Lirbeserweisung GotteS an den beiden Peßachabenden sich zu erinnern. Der Later srägt demnach dir Sinder: Wer weiß u. s. w. Daraus jolg» die Antwort: Ich weiß «S, u. s. w. ». Das QtH'Ü* CM». Paulus Lafsrl theilt in dem Büchlein : »Aus dem de» Sonnenaufgang« u. s. w.' da« deuffche Kinderlied vom Jockel mit: tt* schick« der Herr den Jockel au», Sr soll de« Haber schnetden.: Der Jockel schneid't den Haber nicht lind kommt auch nicht, nach Hau». Drauf schickt der Herr den Pudel au», Der soll den Jockel beigen; Draus schickt der Herr den Prügel au», Sr soll den Pudel schlagen; Draus schickt der Herr da« Feue r au«, S« soll den Prügel brennen: Draus schickt der Herr da« Wasser au», S« soll da« Feuer läschen; Draus schickt der Herr den Ochsen au«, Sr soll da« Wasser saufen: Drauf schickt der Herr den Schlächter au», Sr soll den Ochsen schlachten; Draus schickt der Herr den Teufel au», Sr soll den Schlächter holen; Draus schickt der Herr den Pfaffe» au», Sr soll den Teustl bannen; Der Deufel holt den Schlächter nicht Der Schlächter schlacht den Lchstn nicht, Der Ochst säuft da» Waffer nicht. Ta« Waffer löscht da» Feuer nicht. Da» Feuer brennt den Prügel nicht, Der Prügel schlägt den Pudel nicht, Der Pudel beisjt den Jockel nicht. Der Jockel schnekdt den Haber nicht Und kommt auch nicht nach Hau». Nach Erlachs Volksliedern lautet jedoch der Schluß: Da geh« der Herre stlbft hinaus Und «acht gar bald «ln Sud' darau«; Der Henker hängt de« Schlächter nun, Der Schlächter fchlach't den Lchstn nun, Der Ochst säuft da» Waffer nun, Do« Wasser löscht da« Feuer nun, Da« Feuer brennt den Prügel nun, . Der Prügel schlägt den Pudel nun, Der Pudel beifft den Jockel nun, Der Jockel schnffd't den Hafer nun Und kommt sofort nach Hau« (Schluff folgt.) Kitttzfel-Arrf-abe». I.' Arischer D»4ß«öa»- m»d We»dert1ßset. Pon A. K. in London. Wenn da« Weib und »er Prophet Sich Beide kopflos umgedreht, Sieht ihn al» heil'gen «ater man Und sie al« fromm« Mutter an. IL Keßrsiischs» K»«s»P«. Bon C. in B. Fällst Du hinein — Du kannst Dich verwunden; Pimmst Di» «» ein — Du kannst dann gffunden. der Wtthfel i» ,**. |Uv L «esnsa, Mednsn. IXffSJITl (Barmherzige.) nraan (S»»»«»but«r.) ff3^ (Minen.) OPO («■: ichlastu.) ff (Mrer)Dieül