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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 20 (1891) · p. Seite 78

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
20 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 78 (sequence 4)
Language
German
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idpoM «chtßie fcÜgUm, £nbc&W i n-idr politische Berfchguuglwahn. wuSzu Be» rlicefi« führte. Unter de« Eabiuet Trikupis waren die Jude« .?rarttge Berfolguugeu geschützt, der Reglern n gen hat die aufgeregten Elemente ermuthigt und das Alles 'irste der «inzige Grund zu den Ausschreitungen de» PöbelS wrjen sein. Daß schon früher die Stimmung gegen die Juden in ,rfu eine sehr feindselige war. beweist der Umstand, daß in früheren Jahren bei den öffentlichen Wahlen die Juden ^uter Gendarmerie-Begleitung zu den Wahllokalen geführt werden mußten, um gegen die Angriffe des PöbelS geschützt sein, bis ihnen vor einigen Jahren gestattet wurde, in r Shmagoge im Judenviertrl, in der sogenannten Ebraica, zustimmen. Bemerken will ich noch, daß außer in Lorsu im übrigen lciechenland nur wenige jüdische Familien sich aufhalten und dem Versuche der Ansiedlung fremder Juden stets er» iitterter, sogar in Thätlichkeiten ausarttnder Widerstand entgegengesetzt wurde. Ernst sind die gegenwärtigen Vorgänge' aus Corsu jcdenialls z« nehmen, denn sobald der Fanatismus der Giicchrn erregt ist. so kennen sie keine Grenzen mehr, und das Meffer und der Revolver spielen di« Haupttolle. Wenn di: jetzige griechische Regierung nicht energisch vorgrht. so steht noch Schlimmeres für die Juden aus Lorsu zu befürchten. Während meines dreijährigen Aufenthaltes in Lorsu hatte ich sehr viel Gelegenheit, diese Beobachtungen tagtäglich zu machen, und bin überzeugt, daß meine Vrrmuthungen volle Bestätigung finden werden.*) Allerlei für de« Aemiliemtisch. , Bei Baron Hirsch.! Dieser große Philanthrop, der, wie von Gott gesandt, i als Helfer der verfolgten Juden sich bewährt, und jetzt sein Hauptaugenmerk auf Gründung von Eolonien in Amerika für dir au« Rußland massenhaft ausgewiesencn Juden gerichtet hat, wurde jüngst von dem Pariser Berichterstatter des .Nrw-4)ork. Herold" über seine Pläne inttrvirwt. Dieser schreibt: »Baron Hirsch ist «in sehr l Hanger Mann. Lchon um 8 Uhr morgrus beginnt er Leute zu empfangen und das dauert gewöhnlich zwei oolle Stunden." Zn Beantwortung meiner Frag«, betreffend die pennjhlvanijche Kolonie, sag:e er: »Nein, ta ist nicht Pensylvauien, da« ist ein Zrrthum, ich habe eine Commission nach Argen tinien «schickt und Hab« mich entschieden, die erste Lolonie dort zu etadliren. später, wenn fich dies« Ansiedelung bewührt, werde» wir Colonisten auch nach Brasilien, nach La Plata und anderen südameritanischen Staaten schicken.» — »Warum haben 3i< gerade Argentinien gewählt'?» — »Weil die Eommijsion berichtet Hot, dag fich don eia ausgezeichnete» Land für Ackerbau befinde. Wir haben dort schon 400 Familien angcfiedelt und fi« fühlen sich daselbst ganz wohl. Wir werden jetzt 1000, dann 2000, dann 8000 bi» zu 10,000 nach Argentinien schicken, um p« dorr anjnfirdeln. Wir werden sie anfangs unterstützen, aber man wird all« Anstrengungen machen, damit die Colonien sobald als möglich i» Stande sein werden, aus eigenen Fügen zu stehen.» — »sie haben mahl einig« Artikel de» Petersburger .Herald»-iiorrespvndrnten gelesen, in weicheu derselbe ausführt, daß die Juden in Rußland di« slaven *) Rach den neuesten Rachrichten au« Korfu »erden die Juden daselbst seit dem 14. April in ihren Häusern förmlich g«sangen gehalten, sogar dir Fenster sind geschloffen. Um sich Lebensmittel zu verschaffen, müsse« dir Juden beimilch in aller Frühe ausgehen und den Kauflrumi, die sich den Belagerungszustand z» Ruhe machen, Alle» dreifach bezahlen. Tie Roth ist außerordentlich. Zeit dem 2». April sind alle Synagogen geschloffen. Di« Leiche einetz Jude» erst »0 Stunden nach seinem Tode, von 20 Soldaten «tztortin, «erden. Der Handel liegt darnieder. Di« Bevölkerung be- 'ihrr feindliche Haltung gegenüber de« Jude». Die in Zkorsn Soldair» unterstützen de» Pöbel in sei«» Ausschreitungen. ___jU wurde oersacht, die Häuser dadurch in Brand zu setze», . bak^tüan die Thürr» mit Petroleum begoß und mit getränkten Lappen ' 'rite. (Und di« Regierung siehe de» Treibe» zu? Red.) «eubei« sich au „ und 86 Millionen orthodoxe Lnierchanrn müffeu weichen . . . : Und solcher Art wurde« die Jnl Beschäftigungen de« Handrltz antzgeschlchsen »nd in Diftrieten isakl wo sie nicht leben konnte». Tausende un» Tausende van ihnen > ' einfach an Sntkräktnug zog runde. Solche Berhältniffe könnten in , anderen 2wate als Rußland nicht Vorkommen. Ich glaube, ich wechg mein ganze» Vermöge« in dieser Sach« verwenbe» . . . Wall «T denn eigentlich der Nutzen de« Weib «Ute» Ihäle'?» ide«, wenn wan init demselben nichts As» Eitzpte«. Bon einem Fortschritte in der Eultur ist in Cfatf egyptro so wenig zu bemerken,, daß der Reisende am heute noch dieselben Zustände trifft, welche schon vor 300flg Jahren unsere Vorfahren in Gosen kauulen. Ziq werden heute noch gerade wie damals verfertigt. Z Nilschlamm (Thon) wird mit der Hand auSgeschöpft. »itj Wasser, vermischt und von dem AibeABi mit de» Füßen gew> knettt Dann wird etwas zerhacktes Stroh nach und uaDI zugesrtzt und mit dem Ton zusammengekurtet; riu flriiura Stumpen dieser Mischung wird dann mit einer rohen Formell meistenaber mit der Hand faconnirt und die so hergesteüttnH Ziegel zum Trocknen in die Sonne gelegt. Manche Leser werden sich der primitiven Bilder - tigj einigen alten Ausgabe» der Prßach - Hagadah erinnern.' Unter dieseg, nadet sich eine-, welches den Bau von Pithon und RamfeS oarsttllt, bei welchem die Jsraelittn die Ziege in Mulden auf die höchste Spitze der Häuser trage«, während^ Trübsal und Leiden ihr Angesicht entstelle». In Egh werden die Häuser nicht wie in andern Ländern Sobald eine Mauer die Höhe erreicht hat. daß der Arbeiters diese nicht mehr vom Fußboden aus erreichen kann, so stellt' er sich ans dieselbe und läßt sich von einem ander» Arbeiters die Steine zuwersen. Diese« Zuwerseo, Auffaageu uu« Niederlegen geschieht mit solch bewundernswürdiger Schnellig» keit und Gewandtheit, daß der europäisch« Zuschauer stauut, - hier eiae Geschicklichkeit wahrzunehmen, zu welcher e« de Fortschritt seines Hcimathlandes noch nicht gebracht hat. I. Aiirisch-mytßots-ische* Amßkaöniritßset^ Kon A K, in London. Hein Leib kann Dir gescheh'n, Wirst Du'« mit »sanseh'«; Doch sodtes» Du mit c« schauen, Vergingest Du vor Schreck «nd »trauen. n. KckSrLifchee Spr-sse»rätßset. Bon 6. in R. Wein Bort hat nur ei» halbe» Dutzend Zeichen. Ein Ehrentitel ist'» für unsere Ratio»; Wen» man das erste Zeichen nun wirb streiche«. Erscheine» Bilder, die verehrt lei« Jacobssohn; Sobald das zweite man »och sortgestrichen. Erblicke» Münze» wir au» weit rnüeg'ner Zeit, Wovon, wenn auch da» dritte noch entwiche», Für Schlafe« in der Mischna »an erhält Bescheid. Das letzte Paar — ich kann es nicht ergründe». . ,T] I« Himmel ist'», und dsch ans Erben »nr zu finden. A«ßrf»«t der Kiithfrt m »er. Pr. Verantwortlicher Redakteur: Dr. M. Rahmer, Magdeburg. Druck: D. L. Wolss, I. «M. «ll. lv«. t«. eines «ischnalthrer», siche P. II. rtjrtl 1«vch^ s. Levit. «. 1 VlMj. Buch «ose. 16,1) «MaUM. «sch ml> er»

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