Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 19 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Hnvutgegeben Don Dr. M Nehmer ln Magdeburg. & Zn Irttthtttuul -elrtzrus str lir j-rulrüscht Funtte. ft — , .. Der Mtlalstdoklor Sine Lralhiung — vou L. Berg (yorlsttzung.) Eine Erinnerung an Hofimann von Fallertzleben. Van ^>lItllL*Dr. M. »atzen ft «in-Hamburg. — «l le riet f ft r de» Fa mil 1 entiIch: vdckel — geschlagen. Werth W Lchmrta«»». '«lbeffeft. — «Sihsel.«u,gaben — «achsel-Ltzlun^u. (Nn»rs»,lrrA,«»rutk an« »lese« «litte »ft »«Mw«».) Der Mit-ifttz-ktsr. I») <i»e lkrtzählung au» der ltzegrnwarl von S. v « r g. Dreizehnte« Kapitel. »Er ist noch immer nicht da?" »Rein, Herr Sekretär.' »Reine best« Fron Schmidt e« wird nicht« helfen, wir werdnr ihn austrommeln müssen." Fron Schmidt trat an'« Fenster. »Ich glaub« er kommt". rief sie mit spöttische« Lächeln. »Da fährt ja die Frnn Doktor mit einem Herrn." Han« warf einen Blick an« dem Fenster und stellte sich dann ostentativ mit dem Rücken argen datselbe. »Ne sind sehr bo«haft. Frau Schmidt". »Und Sie sehr unhöflich, die Frau Doktor nicht zu grüßen und Herrn von Dallwig auch nicht." »Hol' den der Teufel", brummte Han«. »Pfui, Herr Sekretär, am heiligen Sonntag zu fluchen". »Sobntag!" brummte Han«. »Und seit Freitag Abend ist er fort. Er hätte schon gestern zurückkommen müssen. E« ist ihm ein Unglück begegnet. Wahrscheinlich hat der Müll« ihm uachgeseyt und ihn—" Er nahm sei« Mütze und wollte eiligst hiaau«, als plötzlich der Vermißte ganz «nerwartet in« Zimmer trat roid den Anwesenden den üblichen guten Morgen wünschte. »Jesu«", schrie Frau Schmidt — »Jesu«, Herr Doktor, wie sehen Sie denn au«?" »Schmutzig". »®fc etn Strolch", sprach Han» kopfschüttelnd, »man foOte meinen. Du habest in der vergangenen Rächt bei Mutter Srüu lampirt." »Erratheul Der frische Waldboden war kein so üble« Nachtlager, und da ein Schlänglein zu mir kroch, fühlte ich «ich just wie zu Hau«." »Mar! Wa« soll die närrische Rede . . .", schrie der «ck-tär entsetzt — »Du bist krank". — er führte den DrVor vor den Spi^el und zeigte ihm sein bleiche«, verzerrte« Gesicht — »Rein» «in", murmelte der Doktor, »ich bin nur schmutzig". Darauf strich er die Haare, die ilpn tief in die Stirn pllenth ei« ganz «rwilderte« «»«sehen gaben, hastig .mit der Hand zurück, (die alle« erspähende Frau Schmidt . «rwlchne schnell, daß ihm der Trauring fehl«, sie behielt diese fatbcduna für sich), machte vor Frau Schmidt ungemein tiest Berbeuauna und sprach mit übertriebene« ichem Tmm: »Allerverehrteste Frau/ ich bitte sie dringend Verein mit meine» Frennde Scholz einen halben "-jj* r1 ".“"ff »>ch m diesem verwahrlosten Zustande memer Se- Urälentirrn." freilich. Herr Doktor, machen Sie sich'« »ad wollte sch«ll da« Zimmer verlassen, der Doktor war ihr nicht geheuer, in der Thür aber kehrte sie noch einmal zurück: „Ihre Patienten haben mir gestern da« Hau« eingelaufrn» Herr Dottor, wa« soll ich sagen, wenn —" »Ich bin für Niemand zu sprechen", fiel ihr der Dottor in'« Wort. „Ich komme zu Fuß von Kronstadt und bin müde zum Umfallen. Bitte schließen Sir die Thür hinter sich ja recht fest, ich brauche Ruhe." Han« hatte ihn mit immer stärker wachsender Mißbilligung angehvrt, jetzt aber brach er lo«: »Zwölf Stunden Wege« und drüber zu Fuß. — Bist Du verrückt — Hab« ich Dir darum mein beste« nnd einzige« Pferd anverlrant daß e« Dir durchbrennen durfte?" »Umgekehrt, Dicker, ich war e«, der Deiner Rostnaute durchging. Der Braune befindet sich in vorzüglicher Obhut bei Deinem Vater im Stall." „Nun, so erklär' mir —" „(£« giebt nicht viel zu erklären", sagte Max mit unterdrücktem Gähnen. — »Eine Familienfcrne hat e« gegeben, und zum Schluß hat man sowohl den Sohn al« den Arzt hinautzgeworsen, da« war de« Drama'« Schluß. Ich vermag nicht« mehr. l£» wäre ein Letzte«, »venn Du noch einmal hinüberwolltest, eine Vermittelung anbahnen, aber da« kann ich Dir nicht zumuthen." »Warum nicht?" Han« sprang aus. »Ich gelte ein Wenig bei Deiner Mutter, vielleicht glückt mir eme Umstimmung — gut, ich fahre sogleich — aber Du" —■ in Hansen« Kopf entstand blitzartig ein Verdacht — »versprichst Du mir, mitterweile nicht auf irgend eine oesonder« Tollheit zu verfallen?" »Fahre in Frieden. Ich werde mich ja doch nicht »in zweite« Mal hinter Deinem Rücken verheirathen." »Sprich nicht so cquisch." »Man kann doch nicht immer medieinisch reden." »Gott segne Lalau", ries Han« verauügt. »nun darf ich über Deinen Zustand beruhigt sei«. Roch ein«, Max", dos rund« Bollmondöglesicht de« Sekretär« «ah« «ine« hart», herben Autzdruck an, »Dein« Frau ist gekommen, vor einer Stunde sah ich sie mit Dallwig vorüversahreri, da« gehört sich nicht," „So?" Max gähnte wieder. Halb im Schlaf gab er die Antwort: »Werde da gelegentlich Wandel schaffen." Han« war gegangen und der Doktor lag wirklich eine Weile, al« ob er schürf. Nachdem er sich ab« überzennt hatte, daß der Sekretär nicht zurückkebre, sprang er ans, ging an den Schreibtisch, schrieb in fliegend« Este einen Brief, adressirt« ihn »Frau 'Marie Sokdmaan" »ad steckte da« Couvert dann in eia Portef«ille. »Run stopfte « leicht an die Wand: »Fra« Schmidt!" »Riefen See »ich, Herr Doftmr?" - »AAerding»! Warden Sie wir euren sicheren Boten schätz«, d« mir schleunigst «in wenig