Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 17-18 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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«■#/«, & Z« *ittriiltn| u) Jritfcm fit die irrvMsche jinlit. * - , .Der «UgtftMtor. Ctm ffrzähluug van ff. Berg (Forgetzw^.) — Der Achiul! «uel^. — prallt «e^alted am S«HUfme«r. Srei^metrisch« Ul >) — Der Arelhelttuumat. Silhouette »m» Nathan Va» llebertraguag von I. ^»rzbergFvrmnbexg. — tuMntf an« Mtfni Diane ist «stttfMt »er i _ 11] Eine Erzählung aut der Gegenwart von ff. Berg. Zwölfte» Kapitel. Der Wage» war kaum in den Stadtwald eingefahren, da brach der Sturm los; er tobte und brüllte, daß die 2s er de sich bänmten und der Kutscher die wild dahiurasenden »« zu bändigen verstand. Er fluchte denn auch in seinem «lenden Wasserpolnisch ganz gottesjümmerlich auf den Sturm, und di« krachenden Aefte und die tvllgewordeneu Gäule, besonder» aber auf d«t verdammten Juden, den er heul am Freitag fahren müsse, und deffenwegen sicherlich einzig und allein der Teufel diese schrecklichen gelben Blitze und diesen sündhaften Regen niederfausen ließ. Zu anderer Zeit hätte Max über all die Liebenswürdigkeiten, die er hier halb Ateognito einheimsrn mußte, wahrscheinlich gelacht, heute e>t er mit einem zornigen .Psche krew" dem Unhold he. Der Kerl zuckte zusammen und schwieg. An einer Lichtung kreuzte sich der Weg, der Wagen fuhr link» ab. Max, welcher glaubte, daß der Kutscher in seiner Trunkenheit sich in der Ruhtung irre, berührte ihm mit dem Stock die Schulter und schrie ihm mehrmals zu; denn der Sturm übertobte seine Stimme: .Halt, recht», recht». Du fährst falsch' Der Kutscher tzickt «inen Moment an, drehte sich um und brummte: .Schon Mt, ich fahr« über Ellerndorf.' »Ueber Ellerndorf? Bist Du verrückt, mich diesen Umweg von drei Stunden nchmeu zu laffen? Ueber das Borwerk und die Mühlen mußt Du fahren.' .Rein, nein,' schrie der Kerl trotzig. .Der Weg ist , dort zu schlecht. Es geht über Ellerndorf.' und er ließ die Pferde wieder laufen. Der Doktor, der zu seinem Schrecken Aden mußte, wie sich der Wagen mehr und mehr von seinem Z«le entfernte, wurde so wüthend, daß er dem Polen die Zügel aus der Hand riß. Abermals hielt der Wagen. .Infamer Lügner, Du machst alle Tage den Weg. Willst Du fahre« wie ich will, Hallunke?' .Selbst Halluukr.' Er stieß de» Dokter vom Wagen herunter; der aber hatte chn umvammert und riß ihn mit, 'Beide wälzten sich auf dem Waldboden und rangen miteiu» anbei auf Tod und Lebe«. x .Zu Hilfe!' schrie Max mit letzter Kraft. .Warr Jud', ich will Dich still ^machen.' Der Pole' krallte sein« knochige Riesenfaust um den Hals de» Doktor» ihm die Kehle zuzuschnüren, da traf ihn ein wuchtiger Peittchenhieb in's »«nick, er ließ ab, la«1 aufheulrnd kehrte --er sich «« und sah sich entsetzt einem stärkeren, wie ans ^lter Erde entstiegenem Feinde gegenüber. jg-.- In der nächsten Sekunde war Max wieder auf den .fMrt! Gelob» sei Gott!' : gefyrnnP» .Und hielt de, Müller gepackt, der aber winselte jetzt und jammei te, man soll« ch» nicht todtschlagen. .Bist Du verletzt. Max?' .Unversehrt!' rief der Doktor und berichtete, eh« Hans Weitere» fragen konnte, mit keuchendem Allem über den Zweck seiner Fahrt und den Grund des Streit« s. „Warum willst Du den Herrn Doktrr nicht über Zernowitz fahren?' Der Müller weinte. .Ich darf nicht. Der Herr jagt mch davon.' .Alberne Lügen, welche er vorbring,, um Geld zu er» pressen,' schrie der Doktor. .Wer ist Dein Herr?' examinirte .-ans. .Ich werde es Ihnen sagen, wenn Sie mich loslaffet» werden. .Du Lumpenkerl willst mir Bedingungen stellen? Ich werde Dir eine Tracht Prügel geben.' Der Mann blinzelte tückisch nach dem Dottor und schwieg. .Lossen wir ihn laufen,' sagte Hai» auf Deutsch, e» ist nicht» mit ihm anzufangen. .Kaum war der Müller frei, so huich»«lte er ächzend nach seinem Gefährt, welche» die Thier« eine ganz« Strecke Wege» fortgeschleift hatten, und Netterb, mühsam daran in di« Höhr. Er mußte;den Wagen wenden und fuhr in geringer Entfernung wieder an den Freur den vorüber. Run in Sicherheit, schrie er auf sie herab: .Mein Herr ist der Baron von Dallwig. er wird Euch hängen laffen, alle Beide.' Dann machte er sich unter „ehreren unverständlichen Drohungen eiligst davon. .Berstehst Du da«?' .Nein,' sagte Han» gleichmüthg. „Ich kann ja Dallwig morgen fragen.' „Ueberlaß da» mir,' rief Max erregt. .Unsinn! Mache jetzt daß Du forckommst. Steig auf!' »Und Du, wie wirst Du nach Haus gelangen? .Gescheute Frage das!' Ich laufe. Die Wölfe werden mich nicht fressen'' Er reichte ihm Tasche und Mantel aufs Pferd. .Schone den Braunen richt. Guten Erfolg!' Der Dottor hatte die treue Hand s,efaßt und murmelte: .$af* Dank!' Dann jagte er davon. Fort sauste er über Haide und Sumpf, die wenigen Leute, die de« seltsamen Retter beg^neten, schlugen ein Kreuz ».nd wichen chm scheu aus dem Wege. .Da« ist der Nebel peter, der reitet nach den Mühlen.' Bor grauen Zeilen ha, er dort gehaust, ein wüster Gesell, der sein treulos«» Weib an die Huf« seines Rosse» gebunden und zu Tode schleifte. Nun hebt er Hern« bis zum jüngsten Gericht, wo er fies zeigt, geebt es ein Unglück. Hinter den Mühlen tauchte das Zernowitzer Vorwerk auf — zwei zisüche Häuschen «n Sech»emervillenfthl standen «»»einandta. Das eine war hell «k-nchtet. Musik schallte