Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 15 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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.>vUk & ZN Kckrtztlüaz «ü -eirtzrmi ftr dir isnMsche -UM. 0 mit: Der Milgtstdoklor. Eine ErziHluug Mm L. Berg. (!<srljetz»»g.) — Der Krriheirtmoaar. om Nathan Sa« mttcla. — Zur Sagtrfatibc: Der Kahlköpfig«. — Naihruf am meine Mutter. San I. Kossarskt — Meine jüdische Lha. raeterzüg«: «»nerliebe.—Näthselaufgaben. — Nilthsel-Asungen. — jllnpesngtrr Rachdrmk an« »lese» Blatte ist utctfB|t.) Der Mitgiftdskt»r. Eine ErMlung au» per SegenwaN van E. Berg. Ze hn tes Kapitel. Ein alte» polnisches Eprüchwort sagt: „Wer in dem tan« den Bräutigam sucht, findet in ihm den Teufet". ~ dürfte nicht allzovirle junge Frauen geben, welche mir tätigen werden, den Wortlaut obiger Sentenz zu Knntit.?fc Macht ihrer Wahrheit haben sicher »nzähltge der Neu» rählten erfahren. Marie Goldmann empfand es bitter, daß der gefügige »nftr Liebhaber, als welcher Max sich in der allerdings ehr kurz gewesenen Zeit ihres Brautstandes gezeigt, sich in einen festen, ganz und gar unlenkbarrn Ehemann vertonbd« hatte, der trotz aller Rücksichten und Zärtlichkeiten für sein junges Weib bald dem Pantoffel die ihm einzig 'gebührende Stelle anwie», und dieses Andern so gefährlich« krepier zu irgend welcher Regieruogsakte gelangen zu lasien «ine» sehr entschiedenen Widerwillen kund gab. Ja, er konnte mitunter recht bestimmt befehlen der gute Max und Hann halsen keine Gegenreden, nicht einmal Thräueu. Marie am Nähtisch, auf ihrem Echooß lag di« Taille ihres arzseidenrn Trautleidrs und allerhand Spitzen und rer Zierrach, der besiinimt schien, einen ballmäßigen putz zu verleihen, die junge Frau mochte wohl etwas ht Aergc,licke» in ihrem Berschönerungswerk unterbrochen den, denn ihre Hände bedeckten die Augen, die unauf« Itsam und mitkeiderregend weinten. »Warum soll ich denn ckun wieder nicht in dir Redoute > 7" schluchzte sie, »ich darf schon kein Vergnügen haben, den letzten Abend absageu zu müflrn, das blamirt mich aählich vor aller Welt." ^»Da hast meinen ausdrücklichen Wunsch, vom Besuch ses Kränzchens abzusteheu, schon früher gekannt. Ls ' gestern und ehegestern reichlich Zeit, abzuschreiben." »Hör' auf zu weinen", fuhr der junge Gatte verdrießlich »nichts reizt mehr zur Ungeduld, als wenn eine Frau jede» kleinen Wunsch» der ihr verweigrrt wird, di« llpendrüsen überschwellen, läßt." Sie trocknete hastig die Augen und stichelte «erväs an : Arbeü weiter, als harre ihrer ein« wuuderschäne Breuna, falls sie noch zur Zeit fertig werde. Rach einer 3c begann sie, mit einer Gehässigkeit in Ton und Blich Jemand schwerlich einer jung Berheiratheten von nur gen Wochen hätte zu trauen möge«. »Ich muß nur zu Hause sitzen, weil Du Dich in der Schaft nicht behagen kannst. Das ist Alles" »Ganz richtig, und das sollte für Dich als braves 1b schon allein hänreiche«, den Leute» dort fern zu bleiben." Max begann mit starken Schritten in der Stube um« n, was bei allen Männer» «in untrügliches schlechtes bedeutet. .Ich danke für, diese Leute alle miteinnader, den Herrn Bürgermeister, den Herrn Baron, den Herrn Steuereinnehmer und wer sonst noch zu dieser Clique im Casino gehören mag. Die Krühwinkler! Eine Zeitlang Hab: ich wirklich au ihr ehrliches Wohlwollen geglaubt, aber jetz' weiß ichS besser, ich trau der Art nicht mehr, in'S Gesicht die liebe Freundlichkeit und Güte selbst gegen mich, aber ihr Lachen und Gespött hinter meinem Rücken kommt mir alle Tage zu Ohren. Sie halten mich eben nicht für v>ll, weil ich ein Jude bin." »So tauf' Dich", sprach sie hart und kurz. .Marie!" - Er war dicht vor sie hingetreten und sich ihr mit zornsprühendem Blick in'S Gesicht. .Wenn Du willst, daß ich Dich lieb behalten soll, Marie, .hüte Dich, je das Wort zu wiederholen." Sie stand aus und raffte ihre Sachen zusammen und wollte ans dem Zimmer gehen, er hielt >re zurück und die heftig Widerstrebende in seine Arme nehmend, fragte er versöhnlich: »Liegt Dir denn io Wahrheit so unen rlich viel daran, dieses Kränzrhen zu besuchen?" .Laß mich in Ruh", gab sie unsanft z rrück. .Sei wieder lieb, Marie," bat er sanft. .Sieh, ich hätte Dir auch mit dem besten Willen dieses Vergnügen untersagen müssen. Du kannst unmöglich ich« meine Begleitung dort erschei«n, ich aber fahre jetzt über Land und kehre vor Mitternacht kaum zurück, und zweit:»« und letzten» und allerwichtigsten« muß ich Dir da« 'Tanzen auf's AÜer» strengste, ja unwiderruflich jetzt verbieten. Also schmolle Dich nur auS, und zeige mir, wenn ich heimkomme, ein freundliche« Gesicht." Er wartete noch ein« Minute, ob sie nicht wie sonst herbeieilen und ihm ihre Lippen zum Abschie » kneten würde, da sie ihm aber abgewendet, ohne sich auch nur zu rühren, stehen blieb, ging er unmuthig davon. 5>er letzte s«i«r Schritt« war kaum verhallt, da schien der jungen Frau ein köstlicher Gedanke auszusteigen. .Ich fahre jetzt über Land und komme vor Mitternacht kaum zurück. . ." Daran ließ sich anknüpfen. Nein, Marie wollte sich nicht tvrannisiren lassen, und jetzt wollt« sie erst recht in d« Redoute gehen, Onkel Mucha, ia der würde sich schon bereit finden, sie zu breiten. Sie halte dem Baron von Dallwig fest versprochen, auf dem Mte zu erscheinen, und da« war ein Grund, ein Hauptgrund sogar, de« sie ihrem Man« noch gar nickt gejagt hatte. Dieser Mann! Wie das ihr zuwiderging, über all' ihr Tre ben und Denken Rechenschaft adlegen zu müssen. Was da» doch langweilig war, verheirathet zu sein! 0 » Irgendwo in Wolkenknknksheim, oder im Schlaraffrnlaude, oder auch auf der Insel Nebrlgrnr giebt es «dien Kaufmann, der «men sehr großm Laden hdt. Nun werden