Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 13 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492351-8722846-5959712--1604-5374703- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Äimosch, einen mächtigen Kabbalisten. Auf besten Frage, mit welchem Rechte die Sputgeister in menschliche Wohmmgen hätten eindringen können, da sie flch Mir an unreinen, von Menschen gemiedenen Orten, aufhalten dürften, erklärten die Geister sich bereit, vor dem RabbinatS^ericht zu erscheinen. ,^'ier erklärten dieselben, daß sie al« Sinder de» verstorbenen Goldschmied«, welche dieser mit einer Dämonin gezeugt, ein Anrecht auf da- Haubätten. Da- Unheil de« RaboiuatSlericht» lautete aber abweisend, worauf die Geister durch kattmlistische Verschwärungen audem Hause vertrieben wurden. Der Goldschmied, dessen erbberechtigte Hinterbliebenen inzwischen während der andauernden Kriege verstorben waren, hatte nämlich bei Lebzeiten einer Dämonin, welche ihn. als er dem glitzernden spiel de» Wasserzusah, besttickt gehabt hatte, und später deren Kindern den Keller de» erwähnten Hause» als Eigenthum' und Wohnung eingeräumt. (Diese-Märchen ist zweifellos dem deutschen Märchen von Elfen und Wassernixen entlehnt, an deren Stelle im Vorstehenden die Dämouin gesetzt ist.) 5. Ein Zaubermärchen erzählt von einem Propst der it. Adalbertskirche Derselbe war den Juden nicht hold, und dawar für diese um so schlimmer, al» der Propst zu -übern verstand. Bor dessen Wohnung mußten alle jüdischen eichen vorübergetragen werden. Kam nun ein solcher Leicheuzug vorüber, so lehnte sich der Propst zum Fenster liinau» und murmelte einige Worte. Al-dann konnte sich -rrZug nicht weiter sortbewegen, der Tobte richtete sich auf, bekannte alle seine Sünden, raufte sich die Haare au»: Der Vropst löste den Zauber nur gegen Zahlung bedeutender «nieldbettäae. Al» einst ein armer, rechtschaffener jüdischer Mann gestorben war, schloß sich der Rabbi dem Leichenzuge au. Al» auch diesmal der Propst sich wieder zum Fenster ^inautlchnte, entwuch» seinem Kopfe sofort ein mächtige» .Hirschgeweih, und vor Schrecken unterließ er da« Zauberwort auszusprechen. Durch Hinzuthun de» Rabbi bekam der Propst seinen freien Kopf wieder; er mußte jedoch alle» Geld, er den Juden durch solche Erpressungen abgenommcn hatte, wieder heran-geben. < Diese» Märchen erinnert an Dr. Faust, welcher einem Ritter ein Hirschgeweih au» dem ^opse herauswachsen ließ.) 6. Aus Posen stammt auch folgende- Märchen: Die Königin Luise hatte einer jüdischen Trödlerin ihre Gunst zugewendet Die Königin sah mit Besorgniß ihren bevorstehenden schweren Stunden entgegen und machte vor der Jüdin au» der Ursache ihrer Niedergeschlagenheit kein Hehl. Die Jüdin empfahl der Königin al» probate- Mittel erneu am Laubhüttensest geweihten Paradiesapfel, in den die Königin dort, wo der Stiel sich befindet, hineinbeißen sollte. Die Königrn gab zur Antwort, daß ihre Kammerfrau sich darüber mit der ikÄidlerin verständigen möge. Al» sich am 14. Oktober 1798 in Berlin die Kunde verbreittte, man sehe im Königlichen Schlöffe in allernächster Zeit einem frohen Ereigmß entgegen, da eilte die Trödlerin an dem darauf folgenden Tage in da» Schloß, übergab der Kammerfrau einen geweihten Paradiesapfil und bald darauf verkündeten 101 Kanonenschüsse. daß dem Herrscherhause der erste Prinz, der nachmalige König Friedrich Wilhelm IV. geschenkt worden war. — (Der Kern der Sache ist wahrscheinlich ein alter mythischer Rest, da in den Mythen aller Völker der Apfel in dieser Beziehung eine Rolle spielt.) Sleim jüdische Tharetterzüge. Katar Nt Maw. Zwei jüdische Kaufleute au» Posen waren jüngst in Hamburg; da bemerkte der eine auf einem der i» Hafen liegenden Schiffe einen jüdisch auösehendev Matrose« und thent die» dem andere» «it den Worten mit: »Siehst Du, da» ist Einer von WTO? rw* (Anfang des bekannten Gebetstücke»: »Dn hast «n» auSerwählt".) Der Matrose hatte e» gehört und rief ihnen zu: »Ich hakte schon bei: (Anfangeine« etwa« später folgenden Gebetstücke»: .Und unserer Sünden.") — Er war nämlich getauft. Ctoiette z« bidttsche« Bilden» der Drei Bildergellerie. . Bon Alphanse Levh. IV. Da» ClfN AbraHam». (Andrea del Sotto.) Den etnz'aen Lohn dem vpfrrtod zu weih'», Zeigt sich »er edle Abraham entschlossen; Der nackte Isaak Wirt schon ans dem Stein — Welch' rin« Thar, der Gonelfnrcht entsprossen k Rur prüfen wollte Sott den treuen Man», Rnr darum sardett er de» Tohaa» Leben; Ein Engel bracht« einen Widder dann. Um für da» Opfer de» Ersatz zu geben. De» leidende» Gehorsam» größte Thal, Andrea schildert' ihn ans Freunde« Rach In den chm eig'nen dunkelglühn'de» Dünen, De» Franlenkönig, den er ln Florenz Verletzt I« Leichtsinn in de» Leben» Lenz, Ans echte Künstlerwrlse zu versthaen! V. «Nah«« nnb Jß««ar. (Adrian oon der flteft) Besorgt um ihre« Sohne» gute Sitten, De« J»«arl ein schlimme» Vorbild bllrb, Bestürmte Sarah Abraham «It Bitten, Bi» Ha gar er mit ihrem Sohn Vertrieb. Rur ungern Idol'« der «rei«. Der Heldin Schöne, Wie hatte sie sei» alternd Herz beglückt; Auch liebt« er den «li'sten sriuer Söhne, De» ihm der Gatttn Eifersucht entrückt. Wahl bluten dabei sein Her, im Sttllen, Dach siigtr sich der Grei» in Gotte» Willen, Der beiden Söhne» Köstliche« verhieß. Al» dann der Morgen neu di« Erde grüßte. Da wandte Haaar weinend sich zur Wüste Bon dem, der schweren Herzen« sie verstieß. 3hKt»-3tfWel. Bon A. K. ln London. I. Zweisprachige« «oaagriph. Wünschet ihr et» süß Gericht Roch jüd'scher «eise Euch, Rehtnt den Kops vom Büsenricht. Doch zeig' ich Euch zugleich. Wie auch aus deutsche Art sich «au Ei» solch Gericht berellen kann: Man trennt von eine« weisen Staun De» Kopf und wirst ihn fort. Legt den Hai« zu« Fuß al»»aun, Hin an de« letzten Ort. Da habt Ihr auch nach deutscher Weis' ' Sofort dieselbe süße Speis'. n. Zweisprachige« Ho»,»tz«. ,f.! _ S«britisch hot «» Leid erdacht; wtt dessen aber FreuV gebracht; Dach wem «» englisch zuaedacht,!T Dem har» nur Leid', nie Freud' gebracht.^ Anß-f»ng *rr *Ut*f*l in »*r. P» L _ Maach«. — » «abseka. H Darin». * m Ufa». U O- Mmneff«. »astldiler. n»11 er* ■!>f r Meeo. Jehoa». * y Q. und Ehre, war Licht, Freud«, Wonne o. Esther «ap. 8 «. 18: .Bei und Ehre."), i BetanNvmliicher Zledatteuu: Dr. «l. Rahme r. Druck: