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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 12 (1891) · p. Seite 48

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
12 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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dt- Landeherbeieilten und fragten, war denn vorbefallen sei. Herr Weinlieb erzählte ihnen dabetrübende Ereigniß. Da erhoben sich alle Trunkenen und thaten den Mann in Bann, der eS wagte, dies« Pflicht zu übertreten und sie beschweren ihn, seine» Namen, seine Vaterstadt und sein Verhalten anzugebe«. Er sagte: ich heiße Wassersleben, bin von Brunnenthal und bei uns giebt eS seit Abrahams Zeiten nur Wasser'. Sofort befahlen sie ihm. jeden Tag drei?laschen Rothwein und drei Flaschen Weißwein lnS zur runkenheit zu lehren, und alle Speisen in Rothwein kochen zu lassen, damit man sehen kann, daß kein Wasser darin ist. Er wurde ein Proselyt der Gerechtigkeit u»d man nannte ihn statt TiberiuS Biberiu». Er ging nach Hause, brachte alle seine Angehörigen zu seinem jetzigen Glauben und taufte sie mit Wein; alle Stadlleute thaten dasselbe, sie pflanzten Weinberge, tranken Wein und wurden trunken, sogar Kinder, Weiber, Knechte und Mägde bekannten sich an diesem Tage zu demselben Glauben. TiberiuS lebte noch lange Zeit, zeugte 7 Söhne und 3 Töchter, die erste nannte er Purim wegen der Wichtigkeit des PurimtageS die zweite Becherminna, die dritte Weingerta. Während seiner langen Lebenszeit weinte und bereute er seine früheren Nnthaten. — Sieh' nun. wie wichtig das Trinkgebot am Purim ist, denn es kamen viele Männer, Weiber und viel Volks von Hodu bis Kusch, die diesen Glauben des genanntm Mannes annahmen. ES gab keine größeren Trunkenbolde aldie Söhne des Biberiu» im ganzen Lande; ihr Vater Sb ihnen einen Weinberg zum Erbe. Er lebte noch 140 ihre, sah sein« Kinder und Enkel, vier Geschlechter, trank «» Purim und starb alt und satt des Weine-. — Falsche Pari«. «tXerfei ftt de» F««M Herr Navou, der von der Alliance i-raelitr mit der Lötung des LehrlinSwerkes in Tripolis betraut ist. theilt de» Central»Comttee folgende Einzelheiten mit über zwei Feste, welche die Israeliten dieser Stadt feiern: Am Sonntag den 21. Tebet feierten unsere hiesigen Etaubeusgeuoffen ein locales Purimfest, Purim Cheris apmirnt. Rach eine« hebräischen Gedicht, welches gegen da» Fahr 0465 verfaßt wurde, hätte der Bey von Tarsifsa twahrscheinlich Tunis), HalÜ Pascha den Bey von Tripolis aug^riffen, die Umgegend der Stadt eiugeäschert und gedroht, sie im Sturm zu nehmen und alle» umzu» bringen. Die Augst hatte bei den Belagerten chren Höhepunkt erreicht, als eine Epidemie da» Äger der Belagerer zerstört« und sie zwang, sich zurückzuziehen. Zum Andenken «i diese Befniung haben die damaligen Rabbiner diesen Purim Cherif eingrführt, den das Volk mit dem Namen „Purim Kidebouni", das heißt, den „falschen Purim', um ihn von dem wirllichen Purim (von Esther) zu unterscheiden, benannt hat. Es giebt noch einen zweiten falschen Purim, gleichfalls im Monat Tebet, da» ist Purim Borghell. Folgendes ist der Ursprung desselben. Gegen 1792 (5553) lehnte sich ein gewisser Borghell, ein gebürtiger Georgier und großer Seeräuber, gegen seinen Herrscher Ali Pascha Karamanli auf. griff Tripolis mit seinen Schiffen an und eroberte es. Der Sieger hatte eine Heerde Galeerensklaven als Armee; die Stadt wurde niedergebrauut und geplündert; die Israeliten halt« viel zu leiden. Dem CaÜ» Abr. Halfan, Ehroniksckreiber dieses Krieges, wurde ein Sohn auf offenem Platze verbrannt und in dem Klagelied (Kinnah), das er darüber schrieb, erzählt er alle Grausamkeiten der Barbaren E« dauerte dies zwei Jahre, die Karamanli benutzte, um eine Armee zuianuuenzubringen und die Stadt zurückzuerobern. Diese beiden falschen Purim» unterichciden sich kaum von den anderen Wochentagen; nur die jüdischer» Läden sind?,k>chlossen, und in der Synagoge werden einige besondere Gel>ett, wie an Jahreszeiten, hergesagt. UrMrnng feer Stndt Ernste. Einige mtereflante Traditionen knüpfen sich an den Urspruno dar Namen» Grosse, der französischen Stadt am mittelländischen Meere, welcher die Königin von England einen Besuch abstatten will. Nach einer Tradition wurde dieselbe im 6. Jahrhundert von einer zum Christenthum übergetretenen jüdischen Colonie erbaut, welche demzufolge die .Erlaubniß' oder gr&oe* erhielt, in einem Theilr der Stadt wohnen zu dürfen. Nach einer ander« Tradition wurde dies« Stadt 685 von sardinischen Juden - gegründet, welche ihre Religion mtt der christlichen vertauschten und zur Erinnerung an die gräoe (Gnade), welche der Himmel ihnen erzeigt hatte, den Ort „Gratia' nannten.— Die Billa der Baroneffc Alice von Rothschild li'egt neben dem Hotel, welche» die Königin bewohnen wird und wird voraus sichtlich die Baronesse ihre prachtvollen Gärten der Königin, zur Verfügung stellen. Sonette z« biblische« Bilder« der DreAdaer- Bildergallerie. Bon Alph » us« Levh. nL Jakob und Pharao^ < Ferdinand Bol.» Al» Jakob kam zu Joseph, seinem Sohn, Der in Egypten hohen Ruhm errungen, Da führte dieser ihn, von Glück durchdrungen. Zu Pharao, der von dem gold'ne» Thron Erstaunt aut den gebeugten Alten sah, Bon dem sein holder Liebling stamme» sollte, Deh Schönheit Jeder Anertenyung zollte, Aus deffeu Rathschlag Alle» ring» geschah. ■‘■4 ■i K Mißmulhig siebt er aus den wrei» hernieder. Da» Hirtenvolk ist seinem Sinn zumider, Sieht auch der eine Sproß bei ihm in Gunst. Der Maler lieh den höchsten Reiz dem Sohn«. Da« ganze BUd erstrahl» in golVnem Tone, Ein trefflich Wert der niederlilnd'schen Kunst! ASttzjel-Aafgake«. Arrrim-Zlätflsel. I. Deutsche- SUbe»rüttzsel. Bon 6. in R. An» folgenden 26 Silben bilde man 2 Wörter, deren Anfang»» und lhtdbuchfwben von oben nach unten gelesen 2 bekannt« Ramen.' au» der jüdischen Geschichte bezeichnen: > A, «o, aa, eh«, oo, oyp, bad, da, di, e, er, haa, ho, jah, ja, ha» j m*, o. rab, tm, ri, u, »aw. m, n, na. 1. Gemahlin eine» König», Held, Landschaft, Stadt. 2. «in Prophet. 8 Ein assyrischer Feldherr. 4. Ein persischer König. 5. «in Enkel Abraham». 6. Eine Pflanze. 7. Eine Sekte. 3. Eine Stadt am mittrllündischen Meer«. 9. Ein König von Je hu da. ■ < II. Hebräisches Logogriptz. Bon 6. in R. Wa» ich im Estherbuch gefunden, Mit Wonne ist e» nah' verbunden; Die nächste Stdrah zeigt da» Wort Mit kleinem Fuß am ersten Ort. . Aaß-stms »er Kiittzsei i» *«. Pr. L gehet. Gehet, n. Mp« (Finger). (Farbe), Beeanvoarütchrr Redakteur: Dr. M. RaHmer, Druck: » L. »olfs,^

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