Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 11 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492351-8722846-5959710--1594-5374695- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Tit bisherige Annahme, das biblische Mannah in der zockerartigen Materie de» sogenannten Manuastrauches (Tuurix g&llioa) gefunden zu haben, würde durch dieneueste Ergrbniß wissenschaftlicher Forschung hinfällig werden. Am» der jüdische« Sege«k»«de. Lee lKr)[*fi Esel. >Rach Jalkut Exod. 711. Rr. ,82.) Einst machten der Löwe, der Fuchs, der Esel und noch mehrere Thiere zusammen eine Seereise. Während der Fahrt fiel es dem Esel ein, nach eigener Willkür, wohl auch zu seinem Nutzen eine Steuer von dem Schiftsvolk zu erheben. Als er mit dieser Forderung zu dem FuchS kam, s.gte dieser: ,Wi« kannst du dich erfrechen, Steuern zu erheben, da der König mit uns reist: Darauf erwiderte der Esel: .Auch vom König erhebe ich diesen Zoll, und bringe d-n Ertrag in die königlichen Schatzkammern.- DaS Brrfahren des Esels wurde dem König hinterbracht, und dieser lieg nach der Landung den Esel vorladen. Als er vor dem König erschien, zerriß ihn der Löwe und ertheilte dem Fuchs den Auftrag, die zerrissenen Glieder in Ordnung zu legen. Der Fuchs entledigte sich dieser Aufgabe. Als er da« Herz de« zerrissenen Esels erblickte, gelüstete ihn danach, und er verzehrte es. Ter Löue kam, um nachzusehcn, ob sein Be« seht ausgeführt wäre. Die Glieder lagen nicht vollständig d.r, denn das Herz fthlte. Auf die Frage deS Löwen, wo denn das Herz dieses Narren hingekommen sei, versetzte der FuchS: .Mein Herr und König! Der Esel hat gar kein .fxrz, kein redliches Gefühl und keinen verständigen Sinn , chabt, denn trenn er ein Herz gehabt hätte, so wäre er nicht mit einer so eigenmächtigen, unvernünftigen Forderung hervorgetreten, nun gar auch vom König Steuern zu verlangen, der gleiche Rücksicht auf alle seine Untergebenen nimmt und keine Belästigung gegen sie duldet.- L. Una. Allerlei für de« Aamilientifch. Das Ahterreich i» Dienstt der auttsemitlsche» «gitatio». Eine bezüglich der Consrssion gemischte Zechgesellschaft ritzt in hochgradig animirter Stimmung am Stammtische eines renommirten Coft'S der Stadt B. Ein in Miene, Sprache und Bewegung den Urgermanen verrathender Jüngling und Jünger Aeskulaps unterhält und erhöht die .illaemeine Lachlust und den Muthwillen, indem er mit vielem -ürfchick und unter launigen Bemerkungen di« staunenswerthen Produktionen seiner New - Fundländers leitet. .Faß den Filz!- kommandirt jetzt die rauhe Birrstimme des Hunde- Sirigentev, während der blondgelockte Herr Kraus« unvermerft seinem Nachbar, Herrn Cohn, die Filzunterlage seines geleerten Bierglases über den Kopf hält. Mit mächtigem Sprunge nach dem Köpft des vor Schreck sich entsetzenden Sohnes Israel erreicht Hektar das erstrebte Ziel und bringt unter gar nicht enden wollendem Applaus von Seiten der gläubigen Antisemiten die Beute seinem strengen Gebieter. Wie vom Donner gerührt sitzt der tief gekränkte Herr Cohn wieder auf seinem Stuhl; jetzt will er mit krankhaft geballter Faust ausspringrn, doch schnell gewinnt er die Herrschaft über sich und halb sich setzend, halb zurücksinkend hat er seinen ursprünglichen Platz erreicht. Während er noch über eine treffende Erwiderung oder eine sonstige erlaubte und angemeffene Genugthuung brütet, greift der schlagfertige Hundedriller nach einem zurückgebliebenen Stück Zucker, daS vor einem älteren, Kaffee schlürfenden Herrn anscheinend rin Israelit, der über das Geschehene noch nachdenkt) liegt und zwar ohne deffen Widerspruch und wirst eS dem hinsichtlich der Kost etwas verwöhnte« Thiere vor. Gftrig hascht es danach; schon scheint der Zucker ein« unrettbare Beule des Raubthiergebiffcs zu ftin, als der entrüstete Ruf ertönt: .Pfui, es ist von einem Juden!- Und siehe da, dftZ«stie »««chiblicklich das Zucker mit einer tiefen Abscheu verrathersollenden Mi, auS. Freuetischer Jubel der Teutonensöhne lohnt Geniestreich. ' Herr Sohu aber und deffen GlauftmSgeuofft' verlassen den Thatort solch haarsträubenden Raffiuemeat» desspitzfindigen HundedreffeurS mit den Worten: .Wie tftf gesunken ist doch der Antisemitismus schon, wenn er brrnts auf den Hund gekommen ist. X. in 8. Tmrette z« biblische» Bilder« der Dre»b«er- Bildergssllerie. Bo» Alphons« Levy. I. Jaeab »»> skahel. (QHorgtrae.) Dein frommen Jakob, den in« fremde Land, Ru Laban har da» Elternpaar «sandt, Den an dem Brunnen Laban» Knechte trafen, Ihm nahet Xahel sich mit ihren Schafen. Schnell hat er mit der sehn'gen Lrme Kraft Die Steine der Eisterne weggeschafft; Und während Laban» Schafe durstig trinken. Die Liebenden sich in die Arme sinken. Roch aber ist ihr Gliick»tag nicht erschienen Durch langen Dienst muß Jakob erst verdienen Den Schah, den früh« sich sein Her» erkor. Da» Glück, nachdem er unermüdlich strebie, Da» ihm ans Rahel» süßen Lippen bebte. Trug über lang« Prüfung ihn empor! i . : II. Joseph m» Votiphar. (Eignani.) Bon feinen Brüdern um geringen Lohn Verkauft al» Knabe in» Egypterland, Der fromme Joseph einen Herren fand, Der ihn behandelt« wir feinen Sohn. Doch sein« Schönheit bald den Sin» berückt Der Herrin, die «füllt von sünd'g« Lust Den fremden Dien« drückt an ihr«. Brust, Au» deren Armen schwer di« Flucht ihm glückt. Allein »um Undank ist sein Her» »u gut, Und siedet auch de« Jüngling» heiße« Blut, Er reißt sich lo» und lögt se n Ueberkleid Zurück in der ergrimmten Herrin Hand, Die Rache plant, weil sie verschmäht sich fand. Und schafft dem Tugendhaften tiefe« Leid. *4$ jUtttye l - A«f-«be^^tz^ I. Aattfches MsrtrLtyset. Ban E«il,a Bett. Die erst« Silbe aeeentuirt Eletzt um etwa» ungentrt, . st au di« Reichen nur geriiMt, Di« Geizigen e« fast vernichtet. Ruht aus d« zweiten DUb' d« Ton, Im Bort« selbst liegt dann d« Lohn, E» kann Dir Muth und Kraft oerleih'n. De« Leben» Rettungsanker sein. In Synagogen und Moscheen In Kirchen, Tempeln klingt e» schön. So oft'» ans Deinen Lippen lebt Ein guter Engel Dich umschwebt. u. KebrLijiHe» ^sgsgripy. Such? e» »n der Hand, Dort wirst Du'» sich« finden; Bird der Kopf verbrannt, So kennen'» nicht die Blinden; _ Bird auch der Fuß zum Raub, So hützft e» wohl im Stand. A«ß-s«»S brr Kitttzfrl i« »rr. Ar. L MmUk (Kundschaft«), «alb (da» gtOm). U. TMX} (Floßsedern). - dnFisch, -PDP (Edekstei^.