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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 9 (1891) · p. Seite 36

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
9 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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.iiinber «kt hohenGaben aulyftottft at* Du. ” Aber da ihr jeder hoher« Einfluß versagt blieb, suchten ihre Kräfte ernen Ausweg. Geistige und köqwrliche Berufszweige wurden als Monopol von dem Mann« in Anspruch genommen und für unweiblich gehalten. Rur die aufregend« Berufssvhär« dlieb der Frau Vorbehalten und wurden auf -osten geistiger und körperlicher Entwickelung in abnormer Weise cultivirt. Das ist auch der Grund, weshalb die Frau jetzt eifersüchtig schwatzhast und aufgeregt ist; daist oer Grund, weshalb wir so viele nervöse, weichliche und kranke Frauen haben. Laßt nur ihre geistige und physische Natur sich immer kräftiger entwickeln und die Fehler, welche ihr heute an den Frauen tadelt und beklaget, werden bald geschwunden sei». Zehnte» Gebot: „Du sollst nicht begehren da» Eigenthum Deine» Nächsten l" Da» will sagen, o Mann, daß Du nicht begehren sollst die Ehre», welche eine Frau gewinne», die Borlheile. welche sie genießen würde, wenn sie Dir gleich gestellt wäre. Du sollst sie daher nicht al» Sklavin behandeln und sie nur in den niedrigen Berufssphären zurück» drängen. Manche Männer meinen, daß da» Berufsfeld der Frau nicht außerhalb und da» de» Manne» nicht innerhalb de» Haust» liege Gewiß hat eine Frau und Mutter ihre höchsten und heiligsten Pflichten im Hause zu erfüllen. Abgesehen von ihrer früheren Beschäftigung, sobald sie an Hymen» Altar ihr Gelübde ausgesprochen, ist ihre Pflicht, dem, welcher durch seine Arbeit die Mittel zum unterhalt der Familie beschaffen muß, da» Hau» angenehm und werth zu machen. Ihre erste Pflicht ist strner, den Kindern, wenn sie ermüdet von der Schularbeit heimkehren, das Hau» zum liebsten Aufenthalte auf Erden zu machen, auch im späteren rieben noch da» Gefühl in ihnen zu erhalten, daß nicht» auf Erden der Kinderheimath gleichkomme. Um aber ein solche» ideale» Heim zu besitzen, müssen wir ideale Frauen haben, deren weite- und ivarmfühlende» Herz voller Theclnahme für die Sorgen und Klagen von Mann und Kindern schlägt, deren aufgeweckttr Verstand die 'Heidenste Hütte in einen Zauberpalast umzuwandeln teht. Solche Frauen, deren Herzen»- und Geistesbildung zum Segen gereicht, müssen wir besitzen. (Schluß folgt.) Trpellmeister dulittd Sulzer. Am 13. Februar 1891 starb in Wien der Capellmeister Herr Juliu» Sulzer im 61. Lebensjahre. Er war der ältest« Sohn de» Ober-Cantor» Professor Salomou Sulzer, zeigte stühzeitig große musikalische Begabung und wurde von seinem Vater dementsprechend erzogen. Mit selten schöner Stimme sang er al» Knabe schon im Tempelchorr. Er studirte später viele Jahre bei Fechter und bei italienischen und deutschen Meistern. Bereit» in jungen Jahren wirkte er als Maestro Eoncertatore in Italien, und war vielfach gleichzeitig auf dem Felde der Composition thätig. Al» Jüngling wurde er Cantor in Frankfurt a. M., in der bekannttu Reformgemeind«. Al» die Gründung de» neuen Tempel» in Wien stattfand, kam er nach Wien und componirte an der Seite seine» Vaters Gesänge für die Grundsteinlegung und Einweihung desselben mit Orchesterbegleitung, und erhielt vom Vorstände der israelitischen CultuSgemeinde «inen Ehreubecher au» diesem Anlasie. Um den Gesang im Leopoldstädter Tempel auf eine hohe Stufe zu bringen, Sündett er den Gesangverein .Zion", welcher bei solenne» nläfsen beim Gottesdienste mitwirktt. Er selbst alternirte »it Goldstein al» ersttr Cantor. Ein durch allzustühe Anstrengung aufkeimendes Lungrnleiden zwang ihn, da» Contorat aufzugeben und sich nach dem Süden zu wenden. Er war der erste europäische Künstler, welcher vor dem Sultan Abdul Aziz im Harem conttrtirtt, ebenso vor dem Äje tritt. Er war e», der es erwirktt, daß österreichische Musikinstrumente in der türkischen Armee eingeführt wurden. kammer ein wurde sein« Oper .Johanna von Neapel' in Erfolg aufoeführt und im Jahre 1866 für Berlin jedoch des Krieges wegen zurückgelqt. Wenig wurde er vom Könige Karl von Rumänen beauftragt, Hofcapelle zu gründe« und zum Hofeapellmeister ernautz Damals eompontrtt er im Aufträge des rumänischen Cult Ministeriums die dreiatlige Ratioual-Oper .Held Michaels deren Partitur da» Ministerium ankaufte Im Jahre 187J acreptirte Sulzer den Antrag, während der Carnevah Stagione die oberstt Leitung der großen Oper am königli^ Hoftheattr .Bittorio Emmanuele' zu übernehmen. I Sehnsucht nach Heimath und Familie gettieven, kam 1874 nach Wien zurück und wurde »um Capellmeister Hofburgtheattr ernannt, woselbst er bi» zu seiner schwtzez «rkranttlng wirktt. Er schrieb in dieser Zeit di« Musi den KönigSdramen, wie überhaupt zu den meisten Stü und fanden dieselben ohne Ausnahme an allen deutscl Bühnen Eingang. Bon Direttor Dingelstädt und Wilbv wurde Sulzer vielmal« durch Uebersenduug von Belobu decrettn ausgezeichnet. Bon seinen Liedern ist besonder» .1 Wanderer in der Sägemühle' bekannt. Er hinterläßt «in dreiactige Operette und ein bei Breitkopf & Härtel scheinendes liturgische» Nachlaßwerk. Sulzer war Rft de» italienischen Kronenorden», de» rrnestinischeu Haus I. Klasse und Officier de» Medschidie-Ordens. Er war tttuer Pattiot und retttte al» ganz junger Mann im! 1848 einem österreichischen Officier das Leben, bei w Gelegenheit er einen Schuß iu de» Daumen erhielt, web ihn viele Jahre am Clavierspiel« hinderte. Er war * intelligenter, leicht empfänglicher Geist und verband mit ei» weltmännischen Aufklärung einen pietätvollen religiösen Sir Er starb bei vollem Bewußtsein mit dem lautaesprochy jüdischen Glaubensbekenntnisse. Rabbiner Dr. Gilde«« httlt einen ergreifenden Nachruf. Am offenen Grabe sp «och Sulzer» ehemaliger Lehrer und Freund Br. Vrk Ravbiner in Ober-Döbling. E. F. Allerlei für de» SamUieuttsch. Merkwürdige Vefienutg. .. Lieutenant: .Einjähriger «oh»!' — Unteroffizier: .«uhn. Hrrei Lieutenant!' — Lieutenant: ^kuhn? Ich dachte, er heiß« Kahn So, so . . . Der Mann ha« sich überhaupt in der letzten Zeit gebessert!'_- Kitthjel - Auf-ubrrr. JjjQl» I. Deutscher Sittevrälysel. Von 6. in L Ein Königreich au» alte» Zetten Di« Silben 1 und 8 bedeuten; Ein Veldstüll U und 4 uns zeigen Den «uffe» ganz besonder» eigen; Sieh« man sich da» Ganz« an, Einen Fürsten trifft man dann. Der in 8 und 4 Hatte sein Quartier. IL jkftrjifig» ^sgsgripy. hat et» eö sich ««pört, e* viel zerstört. Ausi-smrg drr Kitttzsrl i» »ur. Ar. I. grohe (Nebenfluß de« «Hein«). Siehe auch «alm ll. 277 («ben»), (Hungerönoch), ~YXg («««* | von Sebom), "Tjjj (llntniffender), *

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