Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 8 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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:o$nrt? Warum wolltet Ihr also die Frauen Eurer igeuen Familie von.Eureu Logen ausschNeßen? (Schluß f.) Uetee Me J»de» it| Ar«tte» stacht der berühmte Forschungsreisende Dr. Eduard Glaser n einem Bortrage, den er am 20. v. M. Münchener .Jour« alisten« und Schriftstellerverein" gehalten, folgende inlereffante Mitheilungen: Eafe'S giebt er in Ssana nicht. Man nimmt einfach gegenseitig die Gastfreundschaft in Anspruch. An«- Tagesetzte er sich zu einem Händler an die Straße, Kaffee und Rargileh wird gereicht. Da verträumt man die Stunden. Da mm ein kleiner, bettelnder Judenknabe. (Die Juden sind setzt zahlreich in Hemen. Um'- Jahr 500 n. Ehr gab es jüdische Könige über da- Land. Die Juden sind jetzt vielfach Handwerker und ihr Verdienst ist oft bloß 10—20 Pf^ per Tag nach unierm Geld, auch nur 3 Pfg. Da lehelfen sie sich bei zahlreicher Familie damit, daß sie riuen oder meliere Söhne zum Islam übertreten kaffen, dann nehmen sich die Muhamedaner ihrer Kinder an.) Um den Bettelnden hatten sich bald andere kleine Araber gesammelt und einer sagte dem Fremden, der jüdische Knabe sei auch Muhamedaner geworden. Darauf fragte Dr. Glaser den Kleinen, ob er nun seinen jüdischen Vater noch besuchen dürfe. Der Junge getraute sich vor den Andern nicht, eine Antwort zu geben. Da rief eineder Kinder: .Rein, er darf ihn nicht besuchen, denn sein Vater ist Jude." Ein größerer Knabe, der schon die Schule besuchte, trat aber vor und sagte: .Ja, er muß seine» Vater besuchen, sonst kommt er in die Hölle. Wir muffen unsere Eltern lieben und ihnen alle Tage die Hand küssen und unnicht darum kämmen wasie sonst sind!' Die ankeren Knaben stimmten bei. Auf Befragen, wer ihnen davorgeschrieben, sagten sie: .lluser Lehrer." Erfreut reichte der Reisende jedem der Koaven ein Kupferstück für die richtige Aniwort Einer sagte: .Ich brauch'- nicht, mein Vater hat Geld, aber diesem Kiuueraden kannst Du dafür zwei geben, bir ist arm." Außer Muhamedaner» giebt enur Juden, Andersgläubige nicht. Der zum Islam Uebertretende wird mit große« Ehren angenommen und man verschafft ihm Einkommeu. Aber zu seinem ersten Glauben zurückkehren darf er nicht, sonst setzt er jfin Leben auf- Spiel. Und doch, wenn ein solcher Äwbertl! zu einem auswärtigen und unabhängigen Stamm sich ffüchtet und um Schutz bittend erklärt, daß er seinen alten Glauben wieder annehmen wolle, so ist er geborgen. Der Schutz wird uicht versagt und der ganze Stamm setzt sei« Existenz für den Schützling eia. (Der Au-druck dafür ist: »Er steht vor meinem Gesicht", daheißt: in meinem Schutz.) So sagte eine- Tage» der Scheit eine- Stamme» zu dem Reisenden: »Wegen de- Juden, den Du bei mir ge« sehen hast, haben wir nun 25 Jahre Krieg." «he» -wische« römische» «heiste» »ud Jude». Wir entnehmen dem »Deutsch. Merkur" die folgend« diotrz. _ , „Schon Piu- IX. hat damit begonnen, Heiratheu von Katholikinnen (Katholiken) mit Juden (Jüdiaaea) i« Wege der Dffpenzu gestatten; die Fälle eine- Barou Hirsch und duo de Onmmont sind bekannt, die Taxe für btt Dispens soll bizu 200000 kr. betrage« haben. Der »glorreich re. ad« heilige Vater" Leo Xltl. scheint System iu dir gebracht zu haben. Ja dem »Archiv für Kacholische- _Zurecht" (8b. 63 S. 118 ff.) waren mehrere neue Fälle mitgechellt; da- 6. Heft de- 64. Bande- S. 470 theilt ei« der tzKrlcht Kl Neueratvikar» von München, Münster, wenn es sich um Deutschland' Han! Bedingungen sind: 1. Die Katholikin hat nach Kräften die Bekehrung de« Jude» zu sorgen 2. Die Kinder bei! Geschlecht« müffen römisch werden. 3. Kein Theil darf wel vor noch nach der vor dem katholischen Pfarrer geschloffene Ehe einen «katholischen Religion-dienersminioter aoatkoliono)^ angehen. Leider ist nicht gesagt, wie hoch die Taxe- , ist. Sollte etwa au« diesen Dispensen, nachdem der Peter«»-^ Pfennig nicht mehr reichlich eingeht, ei« neue Einnahme^z quelle geschaffen werden? ähnlich wie au« dem Eintrittsgelde s von 1 fr. für den Besuch der vatikanischen Museen. — In 4 Frankreich sollen, wie un» mitgetheilt wird, Eheschließungen:, von Juden mit katholischen Personen auf Grund geistlio Dispenzu den gangbaren Dingen gehören. Mt steht Rom legt prinzipiell auf die di»p*ri(M online kein wicht mehr." _ Allerlei fite de« J»«ilte»tts«h. «tue uralte Reliquie. In I. R. Becker« »Versuch einer Geschichte der Hoch, meister in Preußen", (Berlin 1708) ist Folgende» zu lesen: - „Unter den Geschenken, welche die Städte in Preußen de« neuerwählten Hochmeister Winrich von Knipro d 1 brachte«, war ein Stück vou derArcheRoä, welche» die Stadt E ul« in einem silbernen Kasten schenkte. L. E. Waru« Napoleon I. ei« Zutzeusreuutz war. Der engltfch« Geistliche Maceoby (?) erfreut M Publikum bau» und wann durch eine» lauuigeu Einfall. Hier «tu solcher ueuefto» Geuve's: Dem Uaiser Rnpoleoa l. wurde «tust vou et »er Deputation von Jadenfriubeu di« Vitt« vorgetrogen, di« Jude» durch grausame . Maßregeln ju unterdrücke». .Wal?" sprach Rnpoleoa, .ich, der ich ei» so großer Freund von juugeu Hühner» diu, soll die Jude» unter» drücke»?" — .Wa« wolle« Ew. Majestät hiermit sage»?" ries die-! Deputatio» au«. — .Wisset," erwiderte der Kaiser, .schon gräßere Monarchen al« ich, habe» e» »ersucht, dir Jude» ju unterdrücken. Und «a» war der Erfolg? Nun ja, sobald der Versuch sich al» fehlgeschlaae« erwies, setzten Mc Jude» einen neuen Festtag zu de» sch»» bestehe»»«» au. Ihr wißt uu» wohl auch, daß di« Jude» zu ihre» Festtage» alles Geflügel wegkaufrn, so daß für mich oft »icht einmal el» Hühuche» übrig bleib«. — «die»!" _ (Jew. Stand.) KSttzfet - A»f-«l»e». I. Z>e»tsch« Ku«u«P«. Von C. <» R 8» Preußen« Grenze steht'« geschrieben. Et« Fluß zeigt deutlich *• und Bat, Wie Gott der Herr ist feinen Liebe«, Wen» sie ihn rufen in Gesahr. II. Keöräisch-» £t»4ft«fc»rit9f& Von C. in R 13 8 sieht niemals mau am Tage, ist et, ■ ~ : ichlimme Plaae; n* nur eine Seite, 8 ist eine 3 zeigt un» 1 mft Arjoch mar im Streite; 3 zeigt nimmer viel Geschick, 1 vom Ganzen nur ein Stück. A»ß-s»»g der Kitttzfel i» »*r. Kr. I. Ski ob«; CHM (Stete der Ebtowteu.) IL 1. (Fußsohle), e*lf (engl, sprich onk, «alb). 2. (Fuß), «egol. verautwortl'.cher Redakteur: Dr. M. Rnhmer, Magdeburg. Druck: D. L. Wolfs, Magdeburg. Bering: Kadett Frle se, Leipzig.