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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 7 (1891) · p. Seite 28

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
7 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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nach einer Stadt, wo ei» frfcr' _r_ r itget Mann wohnte. Eie kehrten de, dewselben ein nnd rden sehr schlecht bewirlhet, während der Gastgeber sich >d seine» Familie ein köstliche- Mahl vorsetzen ließ. Um litternocht erhob sich der Prophet von seinem Lager, richtete ie den Einsturz drohende Wand de- Hause» ein und baute vollständig aus. Dem Rabbi mißfiel diese» Verfahren, mußte aber seinem Versprechen gemäß sich Schweigen ferlegen. Run betraten sie einen Ort. in welcher eine 'achtvoll ausgestattete Synagoge war. Ta mußten viele che Leute wohnen. Die Wanderer erhielten aber nur ein r »t kärgliches Abendbrot» und ein erbärmliches Nachtlager. US sie in der Frühe den ungastlichen Ort verließen, rief 'r Prophet aus: „Ich ertheile Euch den Segen, daß alle länner hier Parnaßim, Häupter und Gemeindevorsteher, >n möchten!" Ter Rabbi durfte sich immer noch keine age erlauben. Auf der weiteren Wanderung kamen die -iden Männer in eine Stadt, deren Einwohner ihnen sehr rundlich entgcgenkamen, alle möglichen Ehren den Fiemden wiesen und wetteiferten, den Gästen den Aufenthalt so annebm wie möglich zu machen. Bei seinem Scheiden segnete :r Prophet das treue Völkchen mit den Worten: „SRÜkfitet hr stets nur Ei» Oberhaupt, Einen Parneß haben!" Run ' nnte Rabbi Jvsua sich nicht mehr zurückhalten und brach n Schweigen und sprach: .Deine Thaten sind mir läthsel- .st und unbegreiflich und ich muß mir Aufschluß darüber bitten." Darauf entgegnete Elia: .Die Kuh des armen sinne», der uns nach Kräften bewirthete, habe ich getödtet, il ich wußte, daß seine wackere Frau sterben sollte, und somit die Kuh als Sühne für sein größeres Leid, den erlust seiner frommen, braven Gattin hingegeben worden. - Bei dem reichen geizigen Manne habe ich anscheinend ne gute Handlung verrichtet, aber in Wirklichkeit habe ich m wegen seines GcizeS und unsreundlichen Wesens einen crluft verursacht, denn wenn die Mauer eingestürzt wäre, wäre bei dem Wiederaufbau ei» großer Schatz zum Vorhin gekommen, was ich durch die vollständige Wiederauf« chtung der Mauer vereitelt habe — Die reichen Männer s ungastlichen Ortes habe ich gesegnet, daß sie alle Vorüber sein möchten. Tu weißt wohl, daß, wo Jeder herrschen :u. Streit entsteht, und Zwietracht ist der Untergang der äraaten, der Völker und der Gemeinden. Folglich wird es Oir nun verständlich nnd einleuchtend sein, warum ich der -Gemeinde, die uns jo zuvorkommend behandelte, mit dem Wunsche verließ, nur Einen Vorsteher als Lenker de» Gemeinde wefens zu besitzen, denn Einttacht ist da» Glück der lsteeneinde und der Familie und daS Heil der menschlichen Gesellschaft. Dunkel sind die Wege der Vorsehung, und der schwache menschliche Verstand darf sich nicht vermessen, den Allmächtigen zu meistern, der die Geschicke der Welt lenkt und leitet. Allerlei für de« Aamitte«tisch. Die tfatd ««f »er Hi»»el«letler Der berühmte Reitergeneral Seydlitz besichtigte einst in Gesellschnst einiger Geistlichen ein Gemälde, welches näch Jakob» Trau» die Himmeläleiter darstellte, aus der die Engel aus- und abstiegen. .Lage» Sie einmal, fromme Herren," fragte «eydlitz, »mte kommt es, daß die Engel aus der Leiter hin« und herkletter»; da sie Flügel haben, konnten sie doch fliegen?" »Bitte um Entschuldigung," erwiderte sawk» einer der geistlichen Herren, »da« ging diesmal »iH " »Warum ging es denn nicht?" fragte Seydlitz. »Au», die Engel hatte» selbige» Tage» einen General, der viel fluchte, in die Hülle befördert und da «« Fegefeuer sich die Flügel verbrannt" — war die Antwort. veetechtt«,»«. An der Sophie Günzburg, deren traurige» Schicksal in Ar. 6 d. Bl. geschildert war, ist — wie jetzt an» Petersburg gemeldet wird — da» Todesurtbeil nicht vollstreckr moesten, sie ist vielmehr zu lebeu»länglicher Hast in der Festung Gchküffelburg begnadigt worden König Salomo sich zn« Fenster hinan», Freu, sich de« vollendete» rempelbau'». Ein Sperltng«daar fitzt auf dem Tempelthor, Dem König dringet ihr Gespräch in'» Ohr — Und wie an« der Lage wohl Jede« ist kund,! Der König die Sprache der BSgel verstund. Der Sperling zur Gattin spricht: »Wahrlich fast »oll Macht der Tempel die Menschen, de» Ruhmes gstug voll Bo» Salomo'« schrecklicher «eifterkrast, Bon Hiram» gewaltiger Meisterschaft. Wenn ich mich zu« Feinde erst ausgerasst, Ten Schnabel al» Gegner d'ran wetze immer, Stürzt bald ihr gepriesener Tempel in Trümmer!" Der König lächelt, dem Bogel er winkt, Der zitternde» Fluges zum Schlöffe sich schwingt: .Beizeih' mir, o König, den Uebermuth, Was ich da gesprochen, war wahrlich nicht gut, Doch dürst Ar zu streng es nicht richten «och rächen. Was Mann und Frau sich gemüthltch besprechen; Es ist ja ei» löbliche» Manne»bestreben, Sich vor der Ntattin ein Anseh'n zu geben!" Der König entläßt ihn. Frau Sperling nun frag« Herrn Sperling: »Wa» ha» denn der König gesagt?" »Der König? Er hat meine Drohung vernommen; Ich Hab' aus sein Bitten, zu Aller Fromme«, Versprochen, ihm friedlich al« Aachbar zu walten, Mich meiner gewalttge» Kraft — zu enthalttn!" — Woran er darnach gewetzt den Schnabel, Verschweigt die eben erzählt« Fabel! Freiberg t. S. «lphonse Levtz. Epigr«M«e. Bon L. Eohen in Ree» a. Rhein. Litßt »st Wahrheit. »Lauter Luge jeden Morgen Ueber mich die Blätter füllt." — — »Darum freu' dich, daß verborgen Die Wahrheit bleibt und unenihülll." Kritik. »Mein allerneuste» Stück — Die Frucht gar mancher Rächt!" — — »Man sieht aus den ersten Blick, Daß Sie dabei nicht gewacht." Kiithjrl - A«fg«derr. I. Z>e»1schei WeAderätysek. Bo» 6. in R Weil sie in Uebermuth gehandelt. Ward sie in einen Stein verwandelt Die Königstochter, »er gemeint. Vertausche« 9 und 3 den Stand Und wird da» Ganze u«gewandt, Ein Sectenftister dann erscheint. IE. -velsaches K,nr-«ym. Bon ▲. K. ta London. 1. 2. tebräisch ha» e« Mensch und Thier, us englisch nennt'» et» Thier auch dir, Doch wird'» bei diest« gerat»' vermißt. tebrätsch hat e» Mensch und Thier. ns deutsch gar viele leime« wir, Doch viele oft man auch vergißt. der Kitlßfet i» »er. Ar. I. •fffewt (Mäer), eine jüdische Serie; auch Einw.hner dar Stadt Esse» a. d. R.) IL nt(alflüd.Münze,mm), 0M(BoMtamat,s-L«.«. üch») »erantworUicher Redakteur: De. St Rahmer, Magdeburg. Druck: D. L. Walff, Mizdeburg. Serliz: K-bert Friese, Leipzigs

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