Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 47 (19.11.1891)
- Date
- 1891-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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dingnicht kennen lernen: wir aber sind gern bereit, jedem Antisrmiten ein« Grati-voklesnng darüber zn halten, wenn er enicht verzieht, andem jüngst erschienenen Werk de- Projeflor« Tr. Wilhelm Bacher (Lehreran der Landesrabbinerzch ule in Budapest) über die Sitteulehre« der palästinensischen Talmudlehrer sich selbst eine» Besinn zu belehren.*) Wie lächerlich e» ist, sür b«trügerische.Handlungen da» religiöfeBekenntnißde-THLt«- verantwottlich zu machen, hat ja gerade dir vngangrne Woche in schlagend« Weise gezeigt. Auf den jähen Zusammensturz der beiden jüdischen Schwmdelfirmen in Bnlin, welche di« Partei Stück« sich keilte, zu antisemitisch judenheherischen Zwecken au-zubeuten, ist nun da» Fallissement zwei« hochkirchlichen und hochconservativen Bankier» (in Charlottenburg und Hilde-Heim) gefolgt, die ebenso schlimm gewirthschaftrt haben, wie jene. E» würde uns nicht im entferntesten einfallen, da- Lhrislenthum für die sittlichen Defekte und Auswüchse bei einzelnen seiner Bekenn« v«antwortlich zu machen. Jeder gerecht urtheilend« und billig denkend« Mensch mutz vielmehr sagen: Wer die mühsam erworbenen Spargroschen Ander« in gewiffenlosester Art verpraßt, wer Armen- und Kircheagelkr veruntreut, der handelt weder nach den Religionslehren de- JudcnthumS noch de- EhristenthumS, denn diese beide Religionen stellen als Grundgesetz d« Moral da» mosaisch« Gebot auf: ,Liebe deinen Nrbenmenschen wie dich selbst!* Da- Laster und Verbrechen ist religionslos, interconfessionell und internattonal. Die Erkenntniß dies« im Grunde so einfachen Schlußfolgcrung, die nur blinder Rassen- und Klassenhaß trüben konnte, beginnt endlich selbst in den besonneneren anttsemitischen Kreisen und Organen sich allmählich Bahn zu brechen. Wir verweisen auf die in der jüngsten Anttsemiten-Bersammlung vom Professor Adolph Wagner, dem sonstigen Gesinnung»- genossen Stück«-, gehaltene Rede (siehe unter »Berlin*) und nicht mind« auf folgende Sttlle in dem ehemaligen Stückerblatt, d« .Reichsbote*, worin eS heißt: .Weder di« äußere ZugehSrigkeit ju einer christlichen Gemeind« oder zur konservativen Partei, weder dagesellschaftliche Ansehen, noch da» ehrliche Au»seh« find, wie sich gezeigt hat, ein« Bürgschaft sür die geschSstltche Zuverlässigkeit. Unzählig« christlich« Geschäftsleute haben zwei Gewissen, «in private« und ein geschSstltche». Da» « n« sucht sich mit de« lieben Gott in ein gute« Berhältniß zn setze», treibt zum Kirchgang, zu« Almosengebeu, zur christlichen Kinderzucht ». s. da» andere kennt nur ei» Gebot: du sollst iüeld schaffen! Geh »RatWagner ho» in der lon-allen-versammlung dirsenBorwurf gegen da« ״««,,, hUfcti Volk" gerichtet und ,war «tt »»Ue« «echt" Wir beglückwünschen den ״ReichSboien* zu dies« offenen Erklärung, sie zeigt von Ehrlichkeit und ist kr erste Spatenstich zum Grak des AntisemitiSmu«. Wenn di« «aurigen Börsen-Vorgänge kr letzten Wochen dies« Erkenntniß in den leitende» antisemittschen Kreisen Bah» gebrochen hak«, so ist sie nicht zu theu« bezahlt. Ekginn» zu tagen! — V-richt m «-»-er-»- ler t-r-el. Lehrer n) L»U»»be»«te» kr« L,»krabki«lt4- Bezirke» U»ke». Erster Tag. Die siebente Jahresversammlung «öffnete kr Borsitzenk, Haupttehr« Levy - Norden, am 25. August, Nachmittag- 4 Uhr. mit sxlffenku Begrüßuutz-boortru, auch welch«, «r kn Jahresbericht erstattete. Ja kmsetben wurk zunächst des Kaiserlichen Willen» gedacht, wonach die Schule i« Kampfe gegen Unglaube» und Umsvna in die vorderste Reihe kr «tmpseudrn zu stellen sei. Dies« Auftrag au die Schule sei für den Lehrerstand ein Achtnng-kweiS. Immer eng« fessele ailch uns die Dankbarkeit an unseren _ *י Da» <m 600 Seite« umfasse«»« Snch ist bet Karl A trtbmti <«iratzimrg am. Elsaß) erschiene». ' Herrsch«. Wir alle suche« dein׳ Kais«ckichett HRÜen'HMW mäglstbst vollkommen unsere Aufgabe zu «fasse» und n»stzuarkwen am großen Werk kr Berkfferung sytwler'SchSkn. Auch «ns« Losuktg-wort sei hi«: Mst Gott fitr König und Vaterland. — Redner sagt, « brauche d nicht z«t betonen, daß wir kamst zugleich unsere religiösen Borschnftrn -egen Bakrland und Herrscherhaus erfüllen. D« Vorsitzenk erwähnt« ferner, daß kr Entwurf eine» neuen Volk-schnlgesetzrauch un» mächtig aufrüttelte^ Gei e» auch wieder zurückgezogen workn, so klärte sich doch sür die jüd. öffentlichen Lehrer mancheaus Eine «inständige Audienz, welche ziveien, um da» Wohl kr Schule besorgten Rabbinern ki km Herrn Ministerialdirektor Dr. Küglrr in B«lin gewährt wurde, hatte den Erfolg, daß ihnen ,m Auftrag de» Herrn Ministerkr geistlichen re. Angelegenheiten die Msttheilung gemocht wurk, die Kvnigl. Staatsregwruug knke nicht daran, die bestehende« jüd. öffentliche» Schulen auszuhekn. Doch würkn sie nach dem Gesetze mit ihre« ganzen Bermüge» an di« OrtSgemeinde ükrgehen. Sollte letzt«« jemals die Aushebung kr jüd. Schule beantrage«, so würde sie an hoher Stelle kein Gehör finden. , De- Wohlwollenkr KSnigl. StaatSregierung, weiche laut einer Ministerialversügung vom 10. September 1890 die Gleichstellung kr jüdischen Lehrer unserer Provinz mit kn christlichen College« in kr Gewährung von Dienstalter-zulagen anordnet, wird vom Vorsitzenden ebenfalls gedacht. Da» Herxheimer'jche Religion-buch sei nach k« Beschluss« kr vorjährigen Conferenj von kr gewählte« Commission geprüft workn. Die Ergebnifle dies« Prüfung wurkn km D.-J. G.-B. und km Herrn Verleger mst kr Bitte mitgcthcilt, die 31. Auflage diese« Buchenach kn von kr Commission auSgearkiteten Anordnungen und Borschlägen erscheinen zu laffen. Der D.-J. G.-B. und kr Verleger crtheilten akr dahin Bescheid, daß eine solche Aenkrung vorerst nicht in Aussicht genommen werden könne, da die Lrkn sich nicht dazu verstrhen wolle», und da» Buch auch knn nicht mehr Herxheim«'» Religion-buch wärr.> Doch sei man mit einem Autor in Berbindang getreten, kr die neue Auflage verbessern werk. — Die »vetteren Mitteilungen enthielten interne Angelegeuheitea. De» krstorknen Mitgliedes Lehr« Blumenrhal-Emk» wurk seiten» k» Vorsitzenden in warmen Worten gedacht» und er forkrtr die Versammlung auf, »u Ehren kffelbe» sich von kn Sitzen zu erhekn. (Geschieht.) — Zu« Schluffe machte kr Vorsitzende die Msttheilung. daß kr D^J. G.-B. auch für die diesjährige Tonfrrenz einen Zuschuß von KO Mark kroilligt hak. Die Versammlung kanftvrgt ihn, an zuständig« Stelle dafür zu danken. Zu km Referat ״lieber Rabbinikchein der jük Volksschule* «hält Apt-Emkn da- Wort. Der Referent beklagt di« U»»»tff»»h»tr ln der jüd. Lttteratnr um« dt« dar«»» resultirenk NellgtonSlafigkeit. Diese« Uebel kSnnte «rfvlgreich elnlgermaßev dadurch enrgegengearklte« »erd«», wenn da» Aabbinitzk aräkr« Beachlung fände. Der spezifisch jüdisch« Unterricht erstrräe sich im Allgemeinen nnr auf Pentatemh aab Gebetbuch. Li» ' Anfang zur Clnfsthrnng in« »abbluifche kSnue» damit «mach» «»che», da« bt« Lind« in kr sog. Raschi schrist berart aeü« «erde», dag ihnen die in den Gektstkbkn kigekmkten rituelle» Veftimmnnzen mundgerecht gemacht «erden. 3* folgen dann StftAm ande« Ode), Odom ober Mirwo• kaaeheiB mb Uaschi. Ist t» auch «Nt et« wenig wa« dt« Schule bieten kann, so ist damit kr Anfang znr Fortbildung gegche». Gbens« kännte i« fnpemaUfchen NeliGi«!-- «nterricht da» w«a Gebiet »er Mldrascht« berart v«r«tnd« werde», datz da» ««bische Moment recht Hervaetrak«; dadurch «erb« auch dem Berstäadniß kr Predigt voraearbeitet. . Der Lorrrftrrni Dr Si»k«A»richkstrMm, »ah ch «tt de« Wenige», wl der Sarrebwer varfchlägt, aen-a». Da käme »mH nicht «in Stddur-Lamden znm Borfchei». %n Reliaioa-u aterrichk müßt« eine »sitge Umgestaltung erfahren, ha er de« Stndtn« »«»,׳' «atbtnkfchln!trabe enkgegenar-eirel! denn er fei, «<« er heute «rtheUt wir», nicht hifiarilch. Man fallt» vielmehr an kn: alte» Sa» in k» Pirk «Kitz (7. «h anlehne», Kai, ftle» »ntzWch Unterricht-stnse» n»b UnterrichOabfekk« •tfnts. AM-, Uemeitvaf-r -cheacht — MM. Geschichte, m Urttglanllchrt. 4k6ctftiafc|m — hak» Mt fdim, ulchi erreicht. Eh flchgen;