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Israelitische Wochenschrift · 1891-10-01 · 40 (1.10.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
40 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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aber svKeech^ wo diese Phantafirung hina^will, ' »enn'''ma» de« Schluß verselbm liest: »Dieser »Vorfall* (!?) beweist «och einmal den bkdancrntwerthen Stand, in welcher fich unsere (LandeS-)Ber«altu1׳g unter der konservativen 'Regierung befindet." Die »L«b. rum׳ ist nämlich Opposition».8latt und sucht die jetzige Regierung um jeden Preis zu diSkreditirrn. Derartige Erlogenheiten und Geschraubtheiten aber spornen die Regierung zur Selbst» erhaltuna und daher Nachgiebigkeit den Schreiern gegenüber an, durch Anbesrhlung von Maßregeln gegen die fabelhafte ,Invasion', die dann hier oder dort wie Blitze einschlage». Ich warne jedoch davor, die sensationellen Darstellungen der OppositionSzritungen — unter welchen die .Lupta' obenan — für baare Münz« zu nehmen und gebe da» Wort, »unter zwei Nebeln wähle man da» Kleinste' zu beherzigen: die nicht abzuleugnenden Vergewaltigungen, nxlche nnter der jetzigen konservativen Regierung Einzelne treffen, sind kleiner al» die Nebel, welch« unter einer ,rein' liberalen (»kollektivistischen') alle Israeliten vernichten. Ht»t*reft Da» hiesige ,Tageblatt' bringt unterm 20. September folgenden Artikel: »Zu «dunsten der Juden'. Unter dem Xitel ..Evreii la noi“ kommt un« solaende» SIrcular zu: ,Angesicht« der Agitationen, welch« ln der letzten Zn» gegen unsere Inden entstanden sind und in Anbetracht deffen, daß «<r die Jndenfrage ander» verstehen, al« sie in diesen Agltatlonen geftegt worden ist, d. h. daß e« nach 25 Jahren ton» ftunttonellen Leben» beut« wenigsten« unser« Pflicht wäre, da» zu chun, »a« ander« civUisirtr Staaten schon viel früher getha» haben, und den Gährungen und vergeblichen un» ungesunden Erschütterungen ,vomubeugen, — daß wir Mt rumänischen Juden nach Ablaus «ine» mach sestzustellenden Stadium» zu rumäntschen Staat»bürgern machen; datz mir ans de» Kongresse von Berlin formell versprochen haben, dies« Pflicht ebenso wie gegenüber den Armeniern und Zigeunern, die wir bereit» zu Staa««biirgern gemacht haben, erfüllen werden; daß c» leinaMveg» «in Zeichen der Llvilisation ist, gegen «in absolut notbwendige« SUmmt setnMeiig zu sein, da« zum Theil da« bei un« fehlend« Bürgenhum ersetz» und durch die Konkurrenz für un« Arm« die Preise in'» Gleichgewicht bring», und mit dem wir seit Jahrzehnten in Harmonie und täglichem Berkehre leben; datz diese« Element sich nrit jedem fortschreitenden Tage mit un« asstmilirt und gletchmäßig wie all« Bürger Me S1aal«Iaften trägt; dass diese« Siemen» kein andere« Vaterland kennt, al» jene« Land, in dem e» geboren ist und sich täglich sei« Brod verdient und bah die den Juden seindseltge« Agitationen im Namen de« unwissenden Volke« oder jene« Tbeile« betrieben werde«, der a» dem Puppenspiel auf der Weltbühn« nicht »heilnimm», haben wir Unterzeichneten deschloflm, an« allen Kräften un» ans allen mdg» lichen Wegen durch Bildung einer Gesellschaft, welch« öffentliche Kon« ' -ferenzen «halten, Broschüren schreiben und wenn möglich auch eine Zeitung herauäaeben wird, un« zu bemühen, eine mächtige und der Srtheilunz der Staatäbürgerschaft an die rnmänischen Jude» sympathische Strömung hervorzuruse». Gleichzeitig apellireu wir an dt« Studenten, bi« Presse uud jeden ehrenhaften Mann ,«der soziale« Schicht, sich un» anzuschliehen und «itzuhelfen, ein« Sach« zu realistren, «eiche de» Ruh« einer ganzen Geueratim» »»«machen kann.' Heber '00 Unterschriften von christlichen rumänischen Bürgern, darunter Namen von Klang, befinden sich unter diesem Circular. _ |n«ri|^b «nt «oeß» Wschrtchtr». Magd« dura. Die hiesige Vieudel«soh»-Loge hat beschlossen, zu» Kndenkru an Profi Dr. Graetz rin« Gedenkfeier flaufinden z« laste». Herr Rabbiner Dr. Rahmer wird die Gedenkrede halten. Berti«. Noch vor ihrer feierliche» Stnmeihung wurde Me neu« Stznagog« in derLtodenftraße von einer Brandgesahrhetmgeiucht. Am Sonnabend NachMltag' zwischen 8-4 Uhr waren Maler in der im Vorherhetänd« befindlichen PreMgerwahnnng thätig Einer brr Ge Hilfe« hatte aus dem Küchenherd Jener gemacht, um in einem großen Tods Wach» zu wärmen. Hierbei muß entweder da« Wach» ü bergetacht sein ober der Tops einen Niß erhalten habe», kurz, plötzlich schlug di« Klamme in de» Taps und entzündete im Nu dm ganzen stnergesLhntche» Anhai t. Di« hell« grnh« Klamme und her durch da» ganze Gebänd« ziehende Qualm hatte di« zahlreich im Haus« anwesend«« Arbeiter in großen Schrecke» gesetzt und auch Straßenpasfanten vermucheien ansang» einen größere» Brand, aber dir Klammen «arm bald au« Mangel an Nahrung von selbst erloschen. SMrttiMl, 27. Septbr. An Steil« de» sel. Rabbiner» Dr. Jaöl ist Herr Landrubbinrr Dr. Guttmau» in Htlde«heim (neben de« Rabbiner Dr. «»aller hier) gewählt Warden. (Herr Dr. G. stammt .; 411* Bröthen in Lberschlefim und hat sich in der Gelehrten»«!» einen!»?Mnmm dusch mehrere Werke über Mt mitteialierlichen jüdischm Re» gemacht, er bürst« also muh *m geeigneche« sein, die durch JeiM« Tod in diesem Koche am jüdisch-theologische» Seminar entstanden« Lücke wieder autzusüllen.) ETen, SS. September. Da» SO jährig« «mt«jnbllSum de* hiesige» Lehrer» und Prediger« Herrn M. vlumenseld (geboren am Sl Deeember 1821 in Schwerte a d R.) wurde — wie bereit» an» gekündigt — in höchst solenner Weise am St!, und 27. d Mt», be» gangen. (Len he«»« am >'iv. un» zugegangenen autsührlichen Bericht können wir in dieser Nummer nicht mehr bringe». Red.) Sr. Majestät der Kaiser hat die Verdienst« de» Jubilar» durch Berleihang de« Kronenorden» (mit der Zahl 50) «»»gezeichnet. Wir erinnern daran, daß Herrn Bl. auch, al» er am 1. April!887 in den Ruhestand ttat, der Hohenzoller'sch« Hau«orden verlieh.» wurde.) Eelgzin, 28 Septbr. Die Revision de« antisemitischen Agitator* Theodor Fritsch gegen seine Beriirtheilung wegen Beleidigung de» Rechtsanwalt« Dr Werthauer In Leipzig ist heute verworfen worden. S» bleibt als» bei der über Fr. verhängten Geldstrafe von 80 Mart. 4>««b«r«. .De« Antisemiten sind in Hamburg für di« Zukunft alle öffentlich« Versammlungen verboten!' So lautet, schreibt — oder richtiger ״schreit" — da» Stöckerblatt Me fast unglaublich« Mltiheilung, ivelche setz« die Rund« durch die Presse macht. Den verschiedene» Fällen van unbegreiflicher Unlerstiitzniig, welche neuerding« einig« Nogierunaen den jüdischen Jntereffe» zu Theil werden lassen, reiht sich dieser Vorgang gieichwerthig an. G.gen diel« Bergewaltigung muß laut protestirt werden.' — S« wird aber nicht« Helsen. Iaeotscht» 21. September. Sine Vianöver-Episob«, welch« i« Deutschen Reiche wohl einzig dasteh», wird der .Rlederschleflichen Zig.' von Soldaten de» ln Görlitz garnisonirenden Jnsanterie-Reaimant» Nr. 1!> von hier berichtet. S« sollen darnach alle hiesigen jüdischm Einwohner beim Anblick der Truppen Reistau» genommen haben, nachdem sie zuvor die Wohnungen verschioffen hatten! S« sei daher de« Kommando nicht» übrig geblieben, zumal di« von Strapazen erschöpften Mannlchaslen sojortlger Ruhe und Stärkung bedurften, ai« Selbst»üls« zu ergreifen und Zwangöquartieie sestznsetze« — (Da» ist eine nette Ente, die da» schlesisch« Blatt da ansfiiegen löst«! Eia fetter Bratm für di« Antijeuiltitenblätter.) Kilebn« (Posen), 27. September. Hier hat Herr Rabbiner D«. Richter am gestrige» letzten Sabbath beim Rückblick auf ha» »er» flössen« Jahr de« sei. Pros Dr «raetz r.it warmen Worten gedacht und sein« bah« Bedeutung gewürdigt. Ingweiler. (Or-ilorr.) lieber di« Einweihung der htesigm neuen Synagoge, an der fast dt« gesammt« Einwohnerschaft unfew* schönen Boaefenstädtchenö teilgenommen, will ich nur da» Neseutlichste .berichten In dem Festzng«, der vom Rathhans« au« sich bewegt», de» fanden sich Me Bertreter der kaiserlichen Regierung, die höhere» Be« amten, die Stadtverwaltung, der Krei»Mrei«or Dr. Bickell und' unser R«ich»wg*abgeardn«>er Dr. Hössel an» Bnchweiler. Bei de» Gonrodieusre, welcher durch di« schönen Gesänge de» Synagogenchor» von Lnastdneg unter Leitnng de» tzrrrn Roo« und Heineman» verherrlichi imird«. hielt zunächst Herr Rabbiner L« v y, al» ehemaliger Rabbiner der Kestgemetnde eine Ansprache. Di« Weihe vollzog Here Oberradbiner Wetll. Rach de« Chargesang hielt der Gemeinde- Rabbiner Dr. Leiter die Jestpredigt. Daraus da» Gebet für S«. Majestät den Kaiser erfolgte. Rach einem erhebenden Lchlustaesange war die Weiheteier gegen 12 Uhr beendet Bei dem darauf stattfindenden Festesten, an welchem sich auch dt« Orlhaeiftlichkeit betheiligte, brachte Herr Oderrabbiner Weilt den ersten Toast aus dm Kaiser au». Herr Kreiädirektor Dr. Bickell toastet« »ns da» stetige gnt« Einvernehmen der In Ingweiler bestehenden drei Sonstssionen, worauf die fröhliche Festeästimmung noch «cittr« Tischreden erzeugt«. Da» schön« Fest wird Jung und Alt »och lange in Erinnerung bleibe». Deng, 28. Sepibr. Zu der vor ihm erschienenen Deputa'.io» der Prager Juden sagte der Kaiser: .Ich »,iß. »aß die Jäimetttm sehr patriotisch find; insbesondere haben die J«raeliten Prag« M.se» Patriot!««»» stet» bewährt.' MnßlMtbt-000 Juden sind dem ,Standard' zusolg« von Berditsche» nach der Argentinische» Repnblick »bgereist. Während der letzten Woche sind an AOO Juden von Kiew, Odessa und Kischinew nach Amerika und Australien abgefahren. GeteeckbNU». Di« Jnbenverfolgungm in Rustland sind noch nicht aus ihren Höhepunkt «langt. De« .Standard' zusolg« arbeitet dee Minister de» Innern ein Gesetz au», nach welchem »naehörig« fremder Rationen, denen ein >u»»eisung«b«fehl zugegangen ist, ohne׳ weitere Untersuchung nach Loboi»t zu bringen sind, wenn ihr Heimathland sich weigern sollte, fl« euszunehme». Da» Gesetz ist in erster Reih« gegen die Juden und Pole» gerichtet. Lnkpnü* Ein Dorf, da» ausschließlich von jüdischm Schmiede» bewohn« wird, lieg« in der Näh« von Trijwli*. Da» Dorf heißt »mrnz; vom frühen Margen bi» zum späte« Abend hört «an nicht» andere* al* da* Pochen der Hämmer, und wenn dt« Sqmiede, zu denen auch dee Rabbi de» Dorfe» gehört, ihr Tagewerk vollbracht habe», begeben sie sich in di« grobe Synagoge, iva sie die Abendgebet« verrichten. Di« Greis«, welche nicht »ehr den Hammer schwtngm können, machen sich dadurch nützlich, daß sie Me Blasebälge trete«. Zum größte» Theil« find Me Schmied« auch Schwerste«! uad tiefer» dm Mauren und Arabern de» Baiaga» und Doim, diesür M« Söhne der Wüst« unerläßlich find. Dl« Waffe», di« van diese» jüdische» Waffenschmieden verferltgt »erd«», sin» wett und breit berühmt und «erdm bi» in die Niger- und Nilländer «kportirt. Der Soge »ach soll da» Daes Amruz bald nach der Zerstörung da» zweite» Tempel« van de« Jude» begründet »oedm sei»

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