Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 37 (10.9.1891)
- Date
- 1891-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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sollen der Einwanderung der russischen Jude» iulgarie, gar keine Hindernisse in den Weg gelegt rden. denn, wie der ,Standard' berichtet, soll det Premier! riner Deputation, welch, bei ilim vorstellig wurde. Matz- /rcheln gegen die Einwanderung russischer Juden in Bulgarien s(u treffen, geantwortet haben, taft da« Land dea unslitck- Auden, die da« Opfer russischer Barbarei geworden sind. He Thorr nicht verschließen dLrle k -- Ker«ischte «rrd ue»est» A«chrtchte». Wssli». Das Geburtshaus von Mryerbeer. Spandauersrr. 7«, entbehrt »och eine« Erinnerungszeichen« an kn Komponisten. Es ist «in «rohe». zweistöckige» «rschästshau«, das bi« tot noch in blt rabltek Or»«ern»g jene« all«» Ltadtlheile« nicht hineingezogen worden ist. BftTricht gftbt d«r 100. Geburtstag de» Tondichter« den Besitzern die Anmgkmg. die «it de» Hans« verknüpsft Erinnerung durch ei« Erbtdrtaifctafcl seftzuhalten. Das ■u« vier Hausnummern davon ent- . ftrnte Wohnhaus Asses Mrndrlssohe's trägt längst «ine solche, f Nsrtl». Di« ne« Synagoge in der Linknstraße, ei» interessante« -Hnuwrrk der Herren Ere»««r und Wolffenstein, wird demnächft ringe- .weiht und zu den hohe» Feiertagen ihrer Bestimmung Übergeten werde». Be«B>a» Seit Monaten treffen hier jeden Montag Sonderzüge Ml jüdischen »uswan derer» au» Rußland «in. Bor »äl« Tagen aber hall« der Londerzng aussalle« müssen, weil unser« SeeiAftn sich zeit» , wellig außer Stande erNSn hatten, den Zustuß dieser Auswanderer ׳ Mt der erforderliche» Sicherheit u»d Schnmigteit «etter zu keftzrder«. Go lange dl« Möglichkeit einer derartig«» Weiterbeförderung seht», wrrde» die jiidische« Auswanderer, wir die .Schief. Ztg.' an» diesem Falle schlstßt, »icte über dt« Grenze gelaffen. Lu« BttMII schreib« man «ulrrm S Keplember: Großes Aus- , Me« und «in« ftbhafft Beunruhigung unserer Vevälftrung erregen di« >Miuheilungen der »Breslauer Gerichtszeftung', nach welchen «i« ''«wendischer Richter, mit dem unsere Mitbürger in seiner Eigenschaft . als Ermittrtungtrichter in amtlichen Verkehr za treten haben, seit zwei ״ Jahren an die ,Gerichtszeitnng' und a» «der« Blätter, sowie «« " jüdische Ei»»whner unser«« Smdt und Provinz unter Annahme eine» falschen Rammt» Postkarte« anlisemilischen Inhalt» «ebft Flugblätter . gleicher Tendenz versandt hat, wodurch sich di« Empfänger vielsach aufs Aeußerstr tetäftigt, beunruhigt und gekränkt gefühlt hat«». — Drwselbe» Blatte zufolge hat der betr. Amtsrichters« tedeman«) bet« JMizministeriinn seine Gntlaffung an» de« Jnstizdtoftr »mHgesncht und «trd sich »er Rechtsanwalts-Laus bahn zuwenden. (Damit dürfte aber die standaldft Angrlrgeuheii wohl nicht erledigt sein, denn -such ei» N«chtsan»>alt darf sich derartig«, da» vffentlich« Rechtsbemnßtftin vertrtzendr, «heenrühNge Handlungen wohl nicht zu Schulden komme« taffe») Rach einer ander» Mitthrilung soll der Herr Amts- Achter Sirkmonn nach Sora« R^P versetzt sein. >us Viel, * September, schreibt uns Herr Rabbiner Dr M. Braun: .Die über «ich in Nr 86 Ihres ft he gesch. Blatte« ge- -MachtenMitthetlusge» habe Ich dahin zu berichtigen, daß zwar, oha« irgend einer Bewerbung meinerseits. Verhandlungen wegen Atömhme des in Llneiai.ati zu tefttzenteu Amte« mit mir angeknnpst worden find, daß ich aber vorläufig keineswegs gesonnen bin, Europa z» verlasse» - Unsere Mttthrtlung war der .Yersl.-Zeit.' «ntnommen. Ob sich di« anderweitig milgeteilte Rachricht, das, Hr. Dr. Deutsch.Brüx für >- chie Eineiunarier Stele gewählt ftt, bestätigt, muß ab« wartet «erde». P»»«»»»r, (Pommern) Herr Dr Josephsohn, Schüler de« jüdisch-Ihr»logischen Seminar« in Breslau, ist hier zum «abbtner gewähl» rnd hat am 1. September bereits seine Stelle angetreten. 8. Rystsuyne», 4 September. (Ot^ttor.) Statt abz»»ehmen, wshrt sich die Schasr der ruff. Auswanderer von Tag zu Tag An« . wslro Theile» Rnßlattds, besonder» «der von Petersburg, Moskau st »ad Kiew, kommen die armen Juden hier an, dft von thrr« Besitz- «hum und ihrer Heimath verjoat wurden, ״d suchen beim hiesige, Geenz^soMter Unterstützung. GrSfitentheil« sind es Arbeilsr mit fast war keinem «ermüge», wodurch da« Somilee ein« phwierig« Arbeit hat. Seitdem das hiesige Eomitee in Thätigteit ist, find hier «ehr als 7000 Personen durchgrrrlst. — Ai» Deleairter des Denischeu-Erntral- Somit«» weilt feit riniaer Zeit Herr Rabbiner Bloch au» Jarotschin hier, un, de« hiesigen Grenz-Eomiiee durch Rath und Thal zur Seite 4u stehen Derselbe wird sich diese« Dienst »mH einig« Sache« widmen bisfttztB. Dem König!. Sächsisch« Sanitälsrath und Privatdozenlen an der Universität. Herrn LwiusDürft, ist der preußisch« ' Math« Udlerorden viener Klafft mrliehrn worden. Im känlgrriot Eaehss» har dos Mintsterium des Innern dem La»desk»llurwth de« Entwurs folgender Verordnung über da» Be- . tänben der Schlcchtthiere zur gutachtliche» Aussprache zugchen taffen: - ..Bo« I. Januar 1893 au muß beim Schlachte» alles Schlnchtviehe« der Blnteulziehuna dft Betäubung vorausgehen Ausgenommen bleiben ' Schlachtungen, welch« .nach jüdische« Ritus durch Schätzten vorgeuomme» "werde», swoft dft wegen Uogläckssälft und plötzlicher Erkrankung »och. gewardenen Rothschlächtmmen.' I» de» weiter, Paragraphen ' '-na di« Arft» der Betäubntwen bei den »erMetenen rhftraaitunge» angegebe». s-wft empfahlen, daß dft Lnsdehärde» de» Schlächter» ihrer Gemeinden Gelegenheit gehen, dl« verschftknrn Be» tSahuaasartrn and Instrumente kenne» zu lernen. Der Ausschuß de» Landesklturrathe« hat jäh »Slltg zuftimmend z» dftftr Verordnung ausgesprochtn. U»s WArttUMßseG. Rach mehrjähriger Wirksamkeit schied dieftr Tage der israelitische Lehrer G. Leder«»»» in kochen darf an» seiner 'Gtrlluna. Der Zicherklub, dessen Dirigent Herr. L. war. ließ es sich nicht nehmen ein« Abschiedsfeier zu veranstalten, der sümwt» liche Lehrer de« OrtS. die Mitglieder der JsraeUftagemeindt und et« grüßen Anzahl hiesiger Bürger beiwohnte». — In der Synagoge zu Heilbronn fand heuft, 4. September, die Feier de« Geburtsfeste« Ihrer Majestät der Königin statt Herr Rabbiner Dr. Einstein hftit über de« gegebenen Iejt (Zeph. 3,17) eine begelstertr Rede. Ml»» «ad»». S«. Kgl. Hoheit der «roßherzog haben de« außerordentlichen Profrffor Hosrath Dr. Moos an der Universtiät Heidelberg den Lharaktcr als Honorarprofesior verliehen. Wie». Die dieswüchentliche Re. der .Neuzeit' ist wegen zweier Artiftl über russ. Zustände confiseitt worden Brüssel. Der berühmt« belgische BUdhaurr Lharft» Wien«» (J»r3 hat eine Denkw-ünze zur Erinnerung an da« jüngste veyreuthfest verfertigt. Ein« Seite enthält bas Portrait Wagners, dft ander« dft houptHrratterr des groben Eompontslen, als: dft Tochter de» Rheins au» .Rhetngold'; Siegfried au» der gleichnamigen Oper; TannhäNftr; Tristan au» .Tristan und Isolde' und ander«. Dft gnsamwrnftelluno dftftr Grupp« bot «norm« Schwierlgkiteu, welch« der talentvolle Künstler ade.׳ glücklich überwunden hat. Dft geschmackvoll« Medaille hat einen hohe» Sunslwrrrh. (Ist es nicht merkwürdig daß rin Jud« zur Verherrlichung Wagner'» sein Talent verwendet, man sieht dft Liebe -ur Kunst achtet der confrssionellen Schrank nicht. — Wagner selbst stand nicht aus dftftr HSHe rrllglöser Borurtheilslosigkit! Red.) Londo». Madame Brewer, dft bekannte Schristsftlleri« über soeiale Kragen verüsftntlicht in .Sudoy at Home' eine Artiklserft über .die Juden k» London'. I« der «eptembernumumr diese» Blattes gewährt sie den Leftrn einen Einblick in dft Sitte» und Gebräuche der Jude», welche sie hauptsächlich durch ihr« Besuche bei verschftdenen arm«n jüdischen Familien kennen geftrnt hat. B»k«««G. Dft Ernennung dr» Sir Henry Drummand Wolfs zu« britischen Gesandten in Rumänien ist von der Ariftokratft nicht woblaefällig ausgenommen worden. Dfts« besteht nämllch zum arlßft« Thrtl aus wüthenden Antisemiten, und obschon Sir Henry Ehrift ist, macht ih» dach der Umstand, daß er der Sah» eine« zu« Lhristcnthum bekehrten Juden ist, i» de« HSHrrr« Geftllschastskrmse» zu einer pmon» ingrat» In Ctrff« ist, wie die in dieser Frage wohl an« ante «richtete» ״Rowosti" mitiheile», eia Teiegram« de« Bar»» Hirsch einaetrosft», worin derselbe als Vertreter des dortigen Loealeomitee« bittet, dft jüdischen Auswanderuugslustigen von der Uebersiedelung nach Amerika zuruckzuhallr», mindestens di» zu» nächste» Frühling Al«»»». Die Ehaftra ist hier i« Zmtehme» begriffe«. Bon der jüd. Bevölkrung solle» gegen 7000 Personen geflüchtet sei«. <ki»ci»u»ti, 19. August. Bier junge jüd Maler, Emil Bloch, Georg Solomon, Laura Bamberoer und Tiara Aechheimer, fuhr»« gestern in einen, Kahn auf dem Ohio, um landschaftlich« Skizzen ausrunehmen. Der Kahn schlug um und drei der Jnsaffe» ertranken. Rur Solomon kon«te sich durch Schwimme» a»'s Uftr rette». B»U«««t. Der Bischof von Ballarat bescheinigt« den Empfang einer ihm von Rev S. Goldreich zugesandtea Broschür« über .dft Verfolgung der Jude« in Rußland' mit folgende» Begleit- Worten: .Ich brauche Ihne» wohl nicht zu sagen, dich das Lese» der» selben mich mit Unwillen und Mitleid erfüllt ha«. Dft Leiden Ihrer Mititraelitrn smd schrecklich und nicht zu rechtst,tigen. Wen» Sft die Bürgermeister »nstier Städte für dft Sach« interrssirrn wollen, so will ich Sie gern «it allen mir zu Gebote stehenden Mittel» unterstütze«. Wft wenig kann aber lefder gathan werden, ei» so ungeheuer große« Unglück zu beseitigen! Podbtedoaostzew ist eiu wahrhafter Hama».' 8*811, 14. August. Gestern kamen ISO Juden aus T s ch i i d a z in Rußland hier a». Sie behauptete», daß vier Wachen vor ihrer Auswanderung von Tschildaz an all« öffentlichen Plätzen Plakate folgende» Inhalt« angeschlagen waren: »Zur allgemeinen kennlnißnahm«! Boa heute an ist es keine« Jude» mehr gestattet, ans oder in der Rähe der Grenz« zu verweile». De« Zuwiderhandelnden darf jeder Ruffe alle Kleider und sonstiges Eigenchu« sortnehmen.' Als mau dft Vertriebe»«» nach dem Grnad« befragte, weshalb sie Rußland verlaffcn hätte», autwortrft einer von ihnen, ei» Geldvrrleiher, daß er de« Gouverneur von Tschildaz &00 Rubel gelitten hätte. Eia« Woche daraus erhielt er dft Aussorteruaa, innerhalb 3 Stunden den Ort z« verlassen, widrigenfalls er aus 10 Jahr« ater »och länger nach Eibirfta transportirt werden würde. Sein diapontdles Geld und Gut zusammenraffend, flüchtet« er mü seiner KamUi« nach Amerika. Bei de» versuche, »ft preußische Gkeuze zu üderschrrile«, wurden dft Flüchtlinge von einer Menge Bauern ubenallen, wrlchr sie ihres Geltes und ihrer sonstige» H»tftligkritr» bera»btrn. Dft Richtigkeit dftftr Aussage *arte mm mehrere» sei »er Leidensgefährte» bestätigt.