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Israelitische Wochenschrift · 1891-08-03 · 36 (3.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
36 (3.8.1891)
Date
1891-08-03
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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a D י!ichervng fftr bi« au-führraden Beamten. Denn diese «erstehe«'da- ,Bagabnnden'-Tncular so, datz sie z. B. an« der Molban (also Rumänien!) in Bukarest vor Jahren «kngewanberle, daselbst feste Wohnung und Arbeit habend« s-rael. Handwerker nach ihren rrsp. Geburt«, brzw. früheren Wohn-Orten im Land« zurück,'chickrn. Wer auf einen deutlichen Wink oder direkte« Fordern ein nicht zu kleine« ,Backschich' zahlt, konnte unbehelligt bleiben; er müsse nur da« rtbthige Geld extra haben. Geschäfts-Tommi», die von Lunden gekaufte Waare diesen nach Hause tragen, werden von den Slrahenpokizisten al« .Hausirrr' nach dem Polizei. ewewahrsani abgeführt. Die Jnssykr Borstädt^ Galata, Eyeola, Topou rc, die von der Stadt nur wenig entfernt , werden plötzlich als .Dörfer* angesehen, «nd da in en JSraeliten nicht wohnen dürfen, so werden nicht diese al- Private vertrieben, sondern auch als aktive, £ Tage im Monat dienende, Soldaten (dasind doch gewiß keine .russischen Vagabunden-l), so daß dir Eomman- »anlen der Dorobanzen und Kalarschi in Jassy beim Krieg«- winifier sich darüber bcschwerten, mit der Darlegung, daß -''rhre Regimenter mit 30 pCt. reducirt würden. Jo Rumänien ' geborene Schauspieler de« daselbst seit Jahren bestehenden jüdischen Wandertheater« wurden von der vekftärkten Grenz, -wache in Giurgiu in der Kaserne internirt und dann nach ^ßem bulgarischen Rustschut (jenieit« der Donau) zurück- ^Hewirsen, weil sie vor Ausbruch der Maßregeln-Epidemie einige Vorstellungen dort gegeben hatten und von dort ' ״men. Bon Gesandten und Evnsuln aber werden nicht ko« beim Visiren, sondern auch beim Umtausch von »öhnlich für 11 Monate gegebenen, also rumänischen) Schwierigkeiten gemacht, und den Betreffenden an» en, sich mit .auch noch anderen Legitimation«papieren'' l versehen, die aber in Fola« ftüherrr LandeSzusiände nicht > haben kann. Alle Maßnahmen gegen angeblich russische ' rfctt demnach rumänische JSraeliten. Wohlgemerkt, ich * nur allgemein gehaltene Beispiele gegeben; wollte ich einzelnen Fälle aufsührrn, die nur in den letzten 10 Tagen Lhikanen in vielen Orten sich ereignet, so würde mir, wenn Sie mir da« ganze Blatt zur Verfügung stellten, iHerathen ich. Raum nicht hinreichea. Mit der ״Eommission* wäre freilich noch schlimmer gewesen, aber auch ohne sie ist e« Timm genug. Wir wollen hoffen, daß der jetzige Taumel ldigst der Ernüchterung Platz macht und keine weiteren zen hat. '_ Psr«ijchtr tmb neueste Dnchrtchte». Marlin I» der Strafsache gegen Dr. Morrt« (Christoph) Iange und de» Freiherr« ». HammerAet», Shesredakteur der litung, »egen Betetdlgung de« iSeztrktphyliku» Dr. vaer ist '« von der königlichen Staatsanwaltschaft da» Hauptverfahren >i« betden Angeklagten eröffnet worden. Di« »ffenNiche ver- (labet ,« 1«. Oktober vor der Strastammer de» Landstatt. ׳Mil. Die 15 i« Weichbilde der Hauptstadt gelegenen sie« ittltn — der .St. L. Atg." znfolge, — im letzten Vinter. T'8Nt Schüler, von welchen SS,5 Prozent jüdischer Religion Mithin ist »«»er den Berliner Gymnasiasten der Bierte bi» Jnde. wädrrud da», entsprechen!! der religiösen Zusammen» der Einwohnerschaft, erst mit dem Zwanzigst» der Fa» sein In dem in der besten Gegend Berlin» gelegenen Wilhelm- ° n überschreitet der jüdisch« Prozentsatz (87,3) in den «orden in den Ghmnasialklassen um rund S. (Ein wirklicher de» Prenst. Staate» würde über den VUdunaStrieb eine» Lheile« Staatsbürger aufrichtige Freud« »nd Anerkennung empfinden nicht mit scheelen Auge« darauf bilden.) Wenli«, 1. September. Heute oerstarb hi« nach knrzer »rankgeh SaaitStSrach Dr. L. Le,!selb, im säst vollendeten pWeriin. Da» Grab Meyrrbeer'«. leffen lOOjShrlg« Geburtstag sL September begangen wird, bestndet sich ans hem israelitische« 'Hof in der Schonhaus« All«. Die mit Lp Heu bepflanz» Ruhe- . M Komponisten ragt an» dem Erbbegrübniff« btr Familie r hervor, welche» fich aas dem westliche» Seitenflügel dlese« befindet. .$i« ruht Gioeom» Akeverbmr, ged. am 5. September 1781, wst. «W TliäiLM.' Da» ist di» elnsache Inschrift auf einer Marmortasei, dl« auf einem S»in au» grauem Granit ruht. Ein ganz gleicher Denkstein erhebt sich aus dem gegenüberliegenden Grabe der Gattin Vf». Hier ist noch der Spruch miaesllgt: .Dl« Lieb« hört nimmer auf." Reben seinem Grab: bestndet sich da» Grab seine» Bruder» Wilhelm Beer. 8. Beer, der 1318 zum Lieutenant in einem Dragoner-Regiment avancirt war. stellt« mit Midier in einer Pcivat-Steru-oarte vor dem Brande.iburger Thor Brobachtunaen über den Mar» an. Al« Resulmt derselben erschienen .Physikalisch« Beobachtnpgen de» Mar» in seiner Erdnähe» — Ein dritter gleichsall» berühmter Bruder M.'« ha« sein« letz» Ruhest»«« in München gesunden In diesem Familienbegräbnih erinnert an Michael Beer, den Dichter de» ,Paria', die Inschrift der Milteiwand: .Ihm reichl die Diwtkunst ihr« ÄStterrechte. Schwing« sich mit ihm den ew gen Sternen zu - «u« lüomdnrg. 80. August geht UN« salgend« Mittheiluna zu: vorige Woche well» Baron Hirsch einige läge hier und besuch» den edensall» hier anwesenden Prinzen von Wale». Ich kan« Ihnen al« ganz a->the11״sch minheUen, dost in Lachen der Ansiedelung der auswandernden ruff. Juden ein ies»r Plan noch gar nicht «xistlrt. Die Milgiieder de» Berliner ilentral-llomii»'», von denen man hin und wieder einem begegne», der mit wichtig scheinender Verschwiegenheit glauben machen möch», dast man im Schosste desselben de reit» de« richtigen Ausweg gesunden aber noL geheim zn halten Hab«, steken all« selbst noch ganz rathla» der Lösung der grasten Ausgabe gegenüber. Zur Beschwichtigung der oielen Anfragen wird von Zeit zu Zeit irgendwelche Mitlhetiung von ihnen selbst in die politische» Zeitungen laucirt los« al« »!«graphische Depesche au« fernem Or». aber in Berlin sabriciri) die eben nur «in Fühler sein, oder die Verlegenheit, in der man sich befindet, verderken soll. So verdrei»» man »an gewiffer Tel», Baron Hirsch sei für di« Ansiediung in Syrien und Palästina (Oftjordaniimd) gewonnen. Da» ist nicht wahr. Er hllit vielmehr an Argentinien al» «asieolunasplatz fest, woselbst aber die jüd. Einwanderer nicht blo« Ackerbau betreiben, sondern auch grast« Fabriken errichtet werden sollen zur Herstellung von Fabrik«»« de» Lande». Doch de» dürften alle diese Pläne noch der eingehendsten Prüfung, Me ihnen g-genwärtia durch Sachverständige auch zu TheU werde«. Di» Parole la>.«t, daß di« Auswanderung und Ansiedelung nur allmählich vor sich gehen lönn»: sNR.1 so UgTUK VÄ2 WO- Syamtza». Die Beerdigung de» ermord«»» -aufman» Hirschselb fand un»r austerordentlüher groster Betheiligung der gesammtra Bevölkerung aus dem israelitischen Friedhof« statt. Der impasau» Trauerzug, der auch eiu« fast unübersehbare Reih« von Equipagen auf-' wie», letzte sich von der Leichenhalle au» in vewegung nach der Poi»- damerstrast«, wo vor der Wohnung de« Ermordeten knrzer Halt geinacht wurde. Aus dem Friedbose hielt Herr Rabbiner Dr. Landsberger au» verlin ein« ergreifend« Trauerrede, die in den Sprach gipfelte: .Be«t nicht für den Ermordete«, oeffen Leben rein war, sondern für de« Mörder, deffe« Seele schwer belastet ist.' Zur Beerdigung de» Ermorbeten hatten sich auch viele Berliner eingefunden, unter ihnen der frühere Ehes Hlrschseld'S, Herr Lommercienralh H. Israel, sow» der Bor» sitzend« de» Berliner Handwerterverein», Herr Boldschmidt, und Ab« ordnungen von Bereinen, denen H bei Lebzeiten angehön hatte. Wiest (Obrrschlesten). Unter den vielen llandidoten um d» in dieser Zeiwng ausgeschriebenen Stelle eine» Lektor« an der Radbtnerbiidnngsanstaii in Llncinnait (Hebrew Union Lollege), welch« un»r der Leitung de» Reo. Dr. Wts« steht, hat den hiesigen Rabbiner Dr. Brann die Wahl geiraffen. Derselbe gedenkt nach den Herbstseiertaaen die Uebersiedelung nach Amerika vorzunehme«. BajE. (Or.-Lorr.) D» hiesig« iSraei. Lultusgemelnd« hat den reformir»« Bischof Gabriel Pap zum Ehrenmitglied« ernannt. Hier pastt wohl Lrsfing'S WoN in anderer Anwendnng: »Va» mich Euch zum Jude« macht, da» macht Euch mir zu Christen." «*all•■», Ende Juli. Fräulein Floren« Menck-Meyer, die berühm» australisch» LaHnpanistin »nd Pianistin hat» sich bet ihrem hiesige» Auftreten im Seakacheater «ine» austervrdenülch glänzende» Ersolge« zu rühmen. Ah« eigen« Lompositionen «reg»« dt« höchst« Bewunderung und wnrden dnrch ckn «Po-Ülas« »an Sei»» der hervarraaendsten musikalische» Laparitä»» unserer Stad« gerhn. Di« Künstlerin hat für langer« Zeit mU »en Hanptstäd», Iialten» und der Schweiz «in sehr «hrrnde» Engagement abgeschlossen. WinA. Dieser Tag« tras eia jüdischer Kaufmann, welcher tm Besitz« eine« türkische« Paffe» war, von Bulgarien lm hiesige« Hafen rin, wurde aber von der Hafeapoltzet am AuSsteigen verhindert. Trotz der Jn»rv«ntton de« türkische« Lonsnl» wurde der jüdische Kausman« «ach Bulgarien, woher er gekommen war, zurückgeschickt. Londo«, 1. September. Der ÜO lmernattonale Orientalistenkongrrst wurde Heu» durch Dr. Taylor au» Lambridge eröffnet. Unter den Lhetlnehmern befindet sich auch der Profeffor Oppert. Odessa. Di« «u»ma»derung »ach der Lürkel hat G. s. D. erheblich abaenommen. Die wenigen Aide«, welch« fich noch von hier in die Türkei begeben, sind bemittelte Len», den« «» leicht ist, fich irgendwo anzusiedel». AailniN (Kentucky). Am Sonntag, den IS. galt wurde hierseltft der Grundstein zu der erste« Synagoge der am 81. Mai 1M7 «gründete» Gemeind« ,Ada» Israel' unter «ntsprechende» FeierliiWitea wüegt. Der Baugrund ist et, GyschmU der GeieSder '-i-־- •tim..

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