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Israelitische Wochenschrift · 1891-08-20 · 34 (20.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
34 (20.8.1891)
Date
1891-08-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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__... der öffefrtfidjen Ruh» und Sicherheit, sowie der ^Westörten Untersuchung de« Knabenmorde» wird vor weiteren Kussihrritungen «iederyolt gewarnt. Segen die Uedertreter de« Sefttze» wird unnachsichtlich ohne Ansehen der Person und Konftssion vorgegangen und werden dieselben zur Rechen» schaft gezogen werden." $m*M, 6. August. Gestern Abend wurde durch die Ortsschelle etwa folgende Bekanntmachung hier verkündet: «Heute Morgen ist an der Schule des Herrn Haas ein Judenlied (anspielend auf den Tanten« Knabenmord) an- -geschlagen worden. Ich zahle jedem, der mir den Thäter so -suqeigt, daß er strafrechtlich verfolgt werden kann, HM) Mk. ־$Sc(obnu11a. Der Bürgermeister." K. Hattomttz 16. August. (Or.-Cor.) Wenn die alljähilichcn Trauergcsäng« um Zion verklungen sind, zieht gewöhnlich in desjenlgen Israeliten Brust, der, sei h> gesetzmäßiger Weise oder in wehmüthiger Erinnerung während tor »drei Wochen" und besonder« der »neun Tage" seine fröhliche Stimmung bemeistert hat, wiederum des Lebens -Heiterkeit ein. Wir hatten gestern Gelegenheit, den Sabbath ^,Rachmu" in besonders schöner Weise zu begehen. Bor «nigen Tagen war Herr Rubinstein aus Suwalki (Rußlanbi mit seinen beiden jüngsten Knaben, von denen der ,ältere 12, der jüngere S Jahre alt ist, zu uni gekommen, um u n s — und sich einen 712V עונג zu bereiten. Schon vor 2—3 Jahren hatte Herr R. mit seinem älteren Knaben «ine Tournee durch Deutschland gemacht und z. Z. auch in Berlin (in Cassel'« Hotel) einen Sabbath-GotteS» -dienst abgehalten. Da Herr R. noch von seiner ersten Reift lei uns in gutem Andenken stand, so war es begreiflich, daß sich, obgleich die Nachricht erst in letzter Stunde bekannt Mrrde, ein dichtgedrängte» Publikum am Freitag Abend zum Gottesdienst rrnsand. Besonder» strömte au» diesem Anlaß 4ric Damenwelt zusammen, denn bei dem hier noch G. s. D. ziemlich stark pnlsirenden religiösen Sinn — wir hatten am Tisch» be-Ab 7—8 Minjonim, die gefastet hatte« — ist stet» «in reiches Männerpublikum im Tempel anzutreffen. Der erst« Bo^fthrr unserer Gemeinde war anfänglich, zumal er selbst vielleicht wenig Jnterrffe für musikalische Aufführungen hat, gegen da» Debüt, welche» den Semeindcmitgliedern, deren Leistungsfähigkeit schon bei den Sammlungen für dt« ruff. -Glaubensgenossen stark in Anspruch genommen war, neue LinzelauSgal>en auserlegt hoben würde. Al« sich indessen 4in< Anzahl Herren verpflichtet, für dft pekuniäre Entschädigung de» Herr« R. dft Garantie übernehmen zu wollen, gab derselbe seine Einwilligung. — E» ist mir, dem Laien auf dem -Gebiete der Musik, nicht möglich, als Kunstkritiker zu fungnen; so vftl aber steht fts», daß eia Jeder von dem Gesänge der -Kleine» entzückt war, und als das Gebet »Adaun aulom" verklungen war, strahlte eines Jeden Antlitz von freudigem 'Vergnügen Bi« lecho daudi trug der jüngste der Knaben fce» Hernr R. die Psalmen vor; dann folgte der ältere -Knabe, der ein« bereit» »iemlich gut «schulte Stimme hinsichtlich der Koloratur auftvir» und dessen Stimme schon ein wenig in der Altlage sich befindet. Doch mit welcher eignen -Empfindung wurden die Gesäuge vorgetragen. Man merkte: dft Knaben empfanden noch die Nachwehen der traurigen -Erinnerung um Jerusalem und sangen mit Ergriffenheit, die einen unwillkürlich zum Mitempfinden brachte, das ,התעודד K» daß «an meinte, Zion» Erhebung stände, durch "Prophetenmund verkündet, in naher Aussicht. — Mit gleicher Erregung war auch da» Schlußgebet vorgrtragen, dessen -Schlußworte ולא א*רא Allen wahrhaft in« Herz drangen. Mit dem Borchu begann dft Thätigkeit de- Vater», da dft Knaben noch nicht Boei-Mizwah sind. — Auch am Sabbathmorgen sangen dft Gäste. Doch kamen hftrbei dft Hellen Kinderstimmen weniger zur Geltung und da» Publikum war -ein wenig stutzig. Äider aber verstand dasselbe den Bortrag de» Herrn R. nicht zu würdigen, der besonder» bei» .2 הדחנדםX den Meister der Empfindung und de« Aus- — $4 wäre jedenfalls richtiger gewesen. wenn dft Demeinde au« Üffeuckichen Mitteln den Aufwand bestritten hätte; dft nicht unvermögende Kaffe hätte daß vertragen könne» und der כביר הצכור wäre auch vor der Außenwelt mehr gewahrt. — Zu dem jüngsten Berichft Ihre» Myslowitzer Correspondenten gestatfta Sie mir nachzutragen, daß sich in dem letzten AuSwandererzug« wiederum mehrere Richtjuden befanden, denen da- Comitee gestattet hatte, sich anzuschließen. Der Zug selbst, welcher nach Hamburg abging, wurde von den Herrn Grunwald juu. aus MvSlowitz und Grabowsky au- Kattowitz begleitet. Zur schnellen Abfertigung und Bewirthung ist da- Comitee in Abt Heilungen getheilt. Die schriftlichen Arbeiten werden außer den hierzu engagirten Kräften von dem Borstand de» Comitee», den Herren Kaufmann Fischer, Nothmann und PlonSker au-My-lowitz au-gefürt. Die Beköstigung wird vom dortigen Frauenverein, die Bekleidung von H.wrn Seidemann mit Unterstützung einiger anderen Herren, die Expedition der Reiseeffekten und die Einwaggonirung vom Herrn Bahninspektor Weichmann daselbst ausgeführt Oschmege. Dft 23. Jahresversammlung der israelitischen Lehrerconftrenz Hessens wurde hier am 6. Juli abgehalten. Nicht so stark beiucht wie die früheren Versammlungen, was mit det Lage de» Conferenzorte» zusammenhängt, nahm dieselbe doch einen gedeihlichen und schönen Verlauf, so daß sich der Tag zu einem recht genußreichen gestaltete. Die Präsenzliste weist ca. 60 Thcilnehmer aus, darunftr etwa 18 Gäste. Von hervorragenden Gästen, welche die Versammlung zum Theil seit Jahren regelmäßig mit ihrem Besuche beehren, sind zu nennen: die Herren Landrabbiner Dr. Prager-Cassel. Provinzialrabbiner Dr. Munt-Marburg, Kreisrabbiner Goldmann-Eschwege, Herr Ad. Gotthelft-Cassel als Bertretcr des D.-J.G.-B, Herr Justizrath Hirsch. Sekretair de» BorsteheramftS zu Cassel. Herr Kreisvorsteher Le vH- Eschwege und mehrere Herren aus Eschwege. — Ein größer« Theil der Conftrenztheilnehmer war schon abend» vorh« am Confrrenzoite anaekommen und verlebte nun einige frohe Stunden des Wiedersehens. Die Verhandlungen wurden um S Uhr morgens durch Absingung de» von Herrn Gutkind-Cassel intonierten Choräle» .Segne, treu« Gott und stärke" eingeleftet und durch die in gewohnter Meisterschaft vorgetragene Eröffnung», rede von dem Vorsitzenden, Herrn Seminardir. Dr. Stein- Cassel, «öffnet. Davon ausgehend, daß eS dem Herrn Redner durch Gottes Gnade vergönnt war, im Lauft de» Jahre» auf eine 28 jährige Wirksamkeit im Diensft d« Lehr«bildung in Hessen zurückzusehen und all denen nochmal» innigsten Dank abstattend, die jenen Tag zu einem Festtage für chn gestaltet hatten, zeichnete die Rede da» letzte Vierteljahrhundert mit seinen Umwälzungen auf politischem, wft auch auf soziaftm Gebiete, wie sie sonst kaum ein Jahrhundert hervorgerufen imstande sei, um dann im Anschlüsse hftrau aus die nicht mind« bedeutenden Umwälzungen auf pädagogischem Gebiete Überzugrhen. Mit dem innigeren Anschluffe d« deutschen Völk« aneinand« habe sich auch d« Blick innerhalb d« deutschen Pädagogik «weit«! und einen regen Verkehr der Lehr« zum Austausch ihr« Gedanken und Erfahrungen bedingt. Man habe eine harmonische Bildung verlangt, welche der körperlichen Erziehung dieselbe Sorgfalt wie der geistigen Ausbildung gewidmet wissen wolle; Conftrenzen seien in- Leben geruftn, Jahresversammlungen abgehalten, eine pädagogische Litteratur sei geschaffen worden, die an Reichhaltigkeit de» Inhalte» und an da» gesummte UnterrichtSweftn reformierenden Jde«n keinem wiffenschaftlichen Gebiete nachstrhe. Diese Bestrebungen ftftn auch dem israelitischen Schulwesen zu gute gekommen. Dft israelitischen Lehr« Hessen» seien zwar mit Freuden Glftd« de» größeren, all« Lehr« de» engeren Val«lande» umfaffenden Lehrerbund«» und nähmen mft regem Jntrrrsft theil an allen idealen Bestrrbungrii desselben. Wenn sft aber daneben zur Besprechung ihr« durch dft Eigenartigkeit ihr« Schulverhältnisse und

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