Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 25 (18.6.1891)
- Date
- 1891-06-18
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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- Liepāja 3× ep/1000744
- Odesa 2× ep/1000834
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l IatzthmbertS 4tywwn~Swfet a^S Sen kleinen »disch« Stävk» sich In größerer Zahl in Libau anzumb die Eröffmma Mt Libau - Uomimer Babn an ן bet fietzziacr Iahte brachte tnt« auch eine Einwanderung rührigen «eschäftgleute ans Lithauen. Bei der Volk»- )lung im Jahre l^81 wurden bereits nahe an 7000 Ebräer Libau gezählt und gegenwärtig bürste sich ihre Zahl ans 18—18,000 unter einer Äesammtbevölkerung von 15,000 belaufen. Die geschäftliche und sociale Stellung Leute ist ein« sehr verfchiedenartige. Im Grunde ist L Kurländer, der mehr als die anderen Balten das landS- »nschaftliche Princip, abgesehen von allen Rassenand abensunterschiedeu, pflegt, dem Juden nicht feindlich ge- Er kopirt im Scherze gern die Sprechweise des uu- 1 beten Juden und zollt dem gebildeten alle Achtung, ja wo die numerischen Verhältnisse besonders günstig liegen, ist einem freundschaftlichen Berkehr nicht abgeneigt. Was (■ älteren, eingesessenen jüdischen Familien betrifft, so nehmen üben zum Theil einen sehr hohen Lulturstandpunkt ein. Geschäfte dieser jüdischen Patncier (wenn der Ausdruck Met ist) sind reichhaltig, solid und reell, es läßt sich gen dieselben lein Borwurf erheben. Ander« steht e« freilich dem ebräischen Proleta,iat au» Lithauen, daß ein Trödel-, 'er-, Faktoren- und lkleinhandelgeschäft betreibt. Reben den Zündlern machen jüdisch« Handwerker (unter denen sich um der Wahrheit die Ehre zu geben, fthr viele ge und redlich« Arbeiter befinden) den Ehrist«» scharfe »rrenz und haben diese auf manchen Gelneten stark in Hintergrund gedrängt, was eine tiefaehende Animosität , ugt hat. Doch wollen wir heut« diese Animosität nicht vergrößern suchen, sondern unparteiisch darlegen, welche!bentung das jüdische Geschäft für Libau hat. Da ist H B. der Aonunissiouär; er hat intime Berbindungen nach .»Min Innern, wie kein Anderer, nämlich Familienvermndungen mit dortigen Ankäufern. Ein Vater, Bruder oder Onkel chm alljährlich einige Waggon« Roggen oder Hafer, er au die EMorteure absetzt. Bon diesem geringen Ge- «vürturll auch von dem kleinen Profit, der ihm auS Mehrbelastung der Waggon« um ein paar Pud erwächst, stet er ftin Leben. Leute, die sich mit so wenig Verdienst jn&gcn, di« alle Laudelsverhältnisse so genau kennen, alle Mönjunkturen so aufmerksam auskundschasten, findet man eben mtkx den lithauischea Juden. So wird denn der jüdische imissionär neben dem jüdischen Manufarturisten, Mühen- .Händler, Uhrmacher, Handwerker u. s. w. wohl stets einen WOuudtheil unseres Erwerbslebens bilden. Diejenigen Gmnente, roelche eng mit anftrem Handel, namentlich mit btn Getreidehandel verknüpft sind, auf die Dauer nicht zu Mbehten. Doch größer« Einwanderungen ans Lithauen find zu und energischer Abschub des Proletariats erlich — meint dte hiesige Zeitung. Ans Moaäa» wird gemeldet, daß in Libau 13,000 ihre Pässe zum Zwecke der Prüfung abgenommen rden. Man glaubt, daß eine Massenausweisung der bevorftehe, da sich herausgestellt hat, daß viele Juden ׳ Libau wohnen, welche nicht die Berechtigung dazu besitzen. Mdeffm Hier und in der' Provinz weigern sich die sichen Arbntgeber ihren ״jüdischen Bediensteten, und Hemsbefitzer, Wohnungen an Jude» zu vermiethen. Maßregeln werden einem geheimen Befehl der russischen . irung zugeschrieben. — Der Gouverneur erließ einen rhl, Mmznfol-e Juden nicht länger als vereidigte Börsenaller in Odessa zugelafsenwerde» sollen. Diese Maßrchel gfcfr sich jedoch nutzt auf die jetzigen jüdischen Mitglieder « BvtseuvereiuS, welche z>vei Drittel desselben ausmachrn. ms» »oeßr PDchrtchtr». WeMN, Die hies. iübischest Stuteate» auf »»bland Hab« as :M Tnmt Ti 1111m stk Me' raff. Jad« Ate Petiti« gerichtet, wart» KGMiltl-and t« de» ). sowie t» Speie» und Mesepewmte» . teff. Juden eniAeH Werde» mSeen, eüw» til. Baiunifhmit« Die Petttimt «chilehi «tt de» Werte»; »unser Glück und unser $eU »olle» arte t» fröhNcher, schwerer Arbrtt a«f de» Flure» PalaPmr« suche» I" Berti«. Lee Vorstand de» Verein« zur Abwehr de« «ntise- «itiSmu», »esse» Mitgliedevchl bereit» auf et», 8000 «gewochft» ist kh» »och täglich uanmmt, -et, wie wir -Sr«, beschloss«, sobald al» thunlich ei» Wochmbla« zur Förderung der Ziele de« «ereiu« erschein« zu lass«. Letmowi«. I«. Juni. Die Slteste Mitbürgerin unserer Stadt, ArauPHUHwlneKahser, wurde h«te zu Grabe geleitet. Dieselbe hat da» selt«e Alter von »4 Jahr« erreicht und war sowohl in christlich« wie t» jüdisch« Vevölten»»g»kretftn durch threu reg« Wohlthattgketwsiun hmhaugefth«. Den von ihr begründet« .israelitischen Araumvrreiu" hat sie durch mehr al« 60 Jahre bi« zu ihrem Lode geleitet. Die Mitglieder de« katholisch« Elisareihveretu» schritt«' bei der heutig« Beerdigung dem Letcheuzuge voran. «Zwei Nachkomme« der Verstorben« find durch ihr allerding» verschiedenartig hervor» ragende Stellung i» der politisch« Welt bekannt geworden. Der eine war der vor mehreren Jahr« verstorbene sozialdemokratisch« Reich«tag«- adgeordneie Max Kayftr, der andere ist der in dies« Tag« zum wirklichen Geheimen Legationtrath ernannte, zum chrtftl. Glaub« übergetretene Leiter der tkolonialabtHeilung de« Auswärtig« Amte« Dr. Kayftr.) C9*rim. 14. Juni. An: erst« Tage de» Schabuotseste», Rachmittag» S Uhr saud tu der htej. Synagoge durch d« Her« Dr. Wiener die seierliche Lonfinnation von 12 Mädch« statt. Sin dichtgedrSngte« Auditorium säst aller Louftssionen wohntt der erhebenden und durch vorzüglich «xecutine Gesinge de« gutgeschulten Synagogenchore» verschSntta Feier bi» zu« Schluffe bei. £«»t»»e«. Behus« Berachung über Maßnahm« sür au«ge» wandelte russische Juden ttasm hier Bar« Alp hon« Rothschild und Baron Hirsch ei». Tprciell debanirt wurde über den Ort, nach dem der AuSwondererstrom zu leitra sei. Lin Beschlus! wurde jedoch nicht gefaßt- Beide Herr« reist« nach Berlin ab, behus» weiterer Berachung mir dem dortigen Lentral-Lomite«. Der Hamburger PolizeichesDr Lappenberg sagt« de« Lomttee di«lebhaftest« Unterstützung der Behörde zu. Mtif, Giebt «», fragt ein Lorreipondeut de» ,Univer» i»r." kein« Lremieux, Mujnl, Albert Lohn undS. Kaust» tu Frankreich, »etum Montefiore in England, kein« Gabriel Nteßer in' Deutschümd, kein« Serthheimer in Oesterreich mehr, um bei dem Zar« persönlich um Gnade für unsere Brüder zu bin«? Bari». Bet der am 18. d. Mt». stattfind«d« Loufirmatt« nehme» 800 jung« Knab« und Mädchen »heil. Dari». Unser Glaubenügrnofl«, General Hin st in, ist zum Gouverueur der Festung Verdun ernannt worden. L»»dm. An d« Premierminister Lord Salisbury war eine Petition gerichtet Word«, welche die Unterstützung der englische» Re» gierung erbat, um vom Sultan die Genehmigung zur Riederlaffeug rnssischer und polnischer Juden in Palästina zu erhalten. Hierauf hat der Lord jetzt mit eine« Schreib« geantwortet, in welche« er sagt, er werde den englischen Botschafter in Konstantinopel, Sir W >. White, konsultir«, ob die Intervention der englisch« Regierung wirklich dazu beitrage« würbe, d« Zweck zu err-ich«, den Me Unterzeichner der Petition zu erlangen wünsch«! im Falle riuer bejah«den Antwort werde der Botschafter dem Sultan dl« Sach« unterbreite«. Au« ftm<Usti»Mct verlautet, die Psortt beabsichtige bezüglich der Ansiedelung v« Juden in Palästina mit den Großmacht« zu unterhmtdeln. Der Sultan persönlich soll nicht geg» die Altsiedlung sei». M»tfm, 11. Juni. Da die antisemittsche Preffe hartnäckig daran fefthalt, daß auf »orsu ein ^fittnalmord" begaug« sei, theilt Proftffor Zavizlauo, Vorsitz«her der korfiotisch« Freimaurer, «U: .Wie ürztÜch- Lmftatin ist, ha» dt« Ermordung der Rubin» Sarda, speeiell die Durch» schneidung der Kehle, nickst nach der jüdischen Methode de» Schachten» stattgefundea.- Mttfm. 18. Juni. Zwei Polizeiagent« welche an dm letzt» Unruhest thetlnahm«, find zu sich» Monate« GesänKtiß vernrcheiU worden. »kteW. Da» .PatSstina'sche Lomttee" hat beschloss«, Land für Me An» Wanderer an» Kiew in Palästina a uz »kaufe«. Laut cinoee lauft«« Nachrichten an» Palästina sind Me dortig» Landtzreift sitt dem Erschein« rnffich-jüMscher «u«ma»derer bedeuftud gestiegen. Por nicht lawg» Zeit kofiete eine Leffjatine Land 4ü bis 4V Rbl., etwa» spater sch« 54 und SS Rbl., und jetzt kostet Me Deffjatinr sch« »0 bis «2 Rubi — Rach Meldung« au» Odessa werd« auch Maßregeln gegen Me jüMschen Advokat», Aerzte, Bankier» und Journalist« t» d» rüsstsch« SßLdleu geöltst. Meter»»weg, 16. Juni. I« Ministerium de« Innern ftnd« der .Roäwje Wremja" znfolge, unter Vorsitz de» MinisteradjnnVSn von Plehme Veeethting« über Me Jndensrage stau. An demftlb« «hm« Me Generalgouvernmre von Kiew, Warschau und Wilna Theil. .«0, wird da wieder herauttomm«?)