Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 24 (11.6.1891)
- Date
- 1891-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6492344-5935076-5959664--0667-5374435- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Cg Ser jaagea ÄnnBitnt MW eä färt־r׳fnt ober ein Dror-eu «it der Ruche, so kann «an »! das Betragen der betreffenden jüd. Gymnasiasten nicht nderS antworten, al» mit einem entrüsteten: Pfui! — -saran es liegen mag, daß jüd. Gymnasiasten nicht so viel etliches Gefühl besitzen, um da- Entwürdigende ihres Be- -ekmens einzusehen, wollen wir heute unerürtert lasten. cdenfallS steht fest, daß der Schaden, der dem Judenthum >rch solche Vorgänge zugesügt wird, außerordentlich groß t. Die jungen christlichen Leute nehmen vom Gymnasium nf die Universität und später inS bürgerliche Leben die!!eberzeugung mit, den Juden sei für Geld. Ehre, Befriedigung -r Eitelkeit re. alles feil; kurz, sie werden die Juden verchten als sittlich haltlos und in diesem Falle wenigstens -it Recht. £!«««§«» (Württemberg). In unserer Stadt wohnen wira 18 Israeliten und, obgleich im nahen Gmünd ebenfalls cht mehr ansässig sind, haben sich dieselben ttotzdem im rigen Jahre mit Genehmigung der Kgl. J-r. Oberkirchenbörde al- Gemeinde constttuirt, welche wie die Gmünder meinde dem BezirkSrabbinat Lberdorf-Bopfingen zugeiheilt rrde. Man geht jetzt damit um, einen Acker zu einem!cntn Friedhof anzukaufen. Es herrscht hier im Großen »ud Ganzen ein friedliebender und aufopferungsvoller Sinn. -'׳ ionber» zeichneten sich die opserwilligeu Damen durch : ׳ che und bereitwillige Beschaffung der erforderlichen Bethaus cnsilien aus. Daß während des Gottesdienstes Ruhe, t duung und Andacht herrschen, ist das unausgesetzte Streben r-r energievollen Vorsteher Gutmann, Maier und Wassermann. Herr Lehrer Adler legt besonderen Eifer 6r die Hebung und Belebung des religiösen Sinns in der - stuljugend an den Tag unv fft es ihm auch in der so M gkit schon gelungen, einen Synagogenchor einzurichten. Leipzig 4 Alm. (Or.-Eorr.) (Dr. Ehajim Oppen- 11 m ז*ל.; Meines Wissens existirt in der Jetztzett kein;w-iter fungirender Rabbiner oder Prediger moderner Richtuug, der, wie der in der Veßachwoche verstorbene Rabb. 11, ' Pr»iger Eh. Oppenhnm, fast alle seine littarischen Arix;cn in hebräischer Sprache schrieb und in fast allen 1!» In- und Auslgude erscheinenden hebräischen Blättern, M -nats- und Jahrbüchern vervffentsiMe>,,Seit ic'■׳: wtt von chm eine Anzahl von Abhandlnugm,' Gffah'S vc ׳chiedenen litterarischen Jrchalts, dtt er auf Verlangen der Herausgeber hebräischer Journale und Sammelwerke gern u,x ohne mindestes Entgelt al» Beiträge und als Medium zur Verbreitung der Kenntniß der Heingen Sprache bereitw, - igst ihnen zur Verfügung stellte! Dttses heutzutage so seltene Br: dienst macht «ns den Mann besonders lieb und werch un 5 sei» frü^eitiger Tod ist nicht nur ein schwerer Verlust fiiiseine Thorner Gemeinde, seine zahlreichen Freunde und An .ehvrigen, sondern auch für die hebräische Litteratur und W i'enschaft. Las seiner hebräischen Selbstbiographie, die er vor drei J-'ren im sINSri "LL v. N. Sokolow veröffentlichte, wollen wir nachträglich einige Taten für die Leser der Wochenschrift hic: »«ergeben: Eh. Oppenheim wurde am 15. Tischri in der mn!׳rischen Stad« Eibenschütz geboren, wo sein Vater, der bekannte große Talmudist Reb Beer Oppenheim, während ein, : Reibe von 31 Jahren als Rabbiner fungirte und in des,׳ » Jeschova unser Ehaim fleißig allen Fächern dieser gelehnen Disenplin oblag, und gleichzeitig durch Erlernung der deui'chen und klassischen Sprachen sich für's Gymnasium vorberk iete.׳ Nachdem er seine Gymnasialprüfung in Brünn mir ,Miumdem Erfolge beendete, bezog er 1853 dtt Universitäi zu Wien, wo er 1857 den Tttel Dr. phiL und bald öori» vom Wiener Rabbinat den Rabbinertttel erbttlt. Tvrch dtt Berufung seine- Bruder«, des Rabbiner« »SWenheim in Jamuitz, nach Gr.-Beezkerek in Ungarn, dtt vacaüte Rabbinerstrü« dem jünger» Bruder Ehaim Nach dem Tobe seines Vaters Reb Beer wählte wo er in aller $$re unb ca. 9 Jahre dies Amt verwalttte. Als äm 1. April 1887(., der Herr Redakteur d. Bl. Rabhiner Dr. M. Rahmer von Ä Thorn nach Magdeburg berufen wurde, wählte bte Gemeinde Thorn i I. 1868 H. Oppenheim zu ihrem Rabbiner, wo er bis zu seinem, am 27. April l. IS. (in Fo^e einer schmerz» - lichen Operation im jüd. Krankenhaus« in Berlin) erfolgten Tode ungefähr 23 Jahre an der Spitze seiner Gemeindealle Ehrenämter bekleidete, und von Allen hochgeachtet und geliebt, im Alter von 58 Jahren starb.!זכר צדיק לברכה Vid«. Jules Sttiou. der philosophische Schriftsteller und Et«ots«on» vcrdffentlicht ttn .Temps" eine Lbhaudluug über ,Judenverfelsnugeu". welche mit »achfteheudeu, de» Gedankengang des Philosophen, dtt Inschauuugen des Staatsmauns »ud die Empfindungen des Meuschrufreuudes obspiegelnde« Sätze« schließt: »Im Jahre 1499, al» die katholische« Rdnige Granada eroberte«, satzte« sie zwei Entschlüsse: de» besiegten Mauren ihre Güter, ihre Waffen und ihre Religion ziz belaffen, die Juden aber, die an dem Namvfe ganz unschuldig waren, au» de« Lande!» vertreiben. Man. gab ihnen eine Frist von 4 Monaten, um da» Land, darin sie gebäre», worden, mi »erlaffen und ihre Geschiffte abznwtckeln. Rach »blauh dieser Frist muhten sie sich entkernt haben oder getauft sei«. Dtt lauft war sjir die Irden eine sehr ernste Sache; bet de« geringsten Berstoh gegen dtt Gebote de» neuen Glauben» drohte ihnen nicht». Geringere», al» der Scheiterhause«. '70,000 Kamilien zogen da» CrU vor. Da» war ein Schauspiel, werth de» ewigen Mitleid» 70,000- Aa«Utt» verbannt, ohne daß wider sie ein andere» Berbreche», al». die vttlhunderffahrige Verdammnis, ihrer Rare Vorgelege» Hütte! Und- «an war an der Schwelle jene» XVI. Jahrhundert», da» ma« da» Jahrhundert der Renaiffance benannt hat. Allerding» ist dtt Rächt vom 94. «uaust 1579 da« ««vergeblichste Datum diese» Silculnm« r' “ . . unserer Srüderlichttit, unserer zunehmende» und blühende« lltvilt- ״ satioa — und Pldtzlich inmitten diese» Hosiannah erschein» btt Lord» der Villft mit blutige« Rachen, um und daran zu erinnern, dag dtt Clvilffation nur an der Oberstilche sei, tief i« Herzen aber die Var-- darei »ohne-. WKfbnb. W««bester. Der Lorrrspoutzeut des tzttr erscheinend«,. ,Suaetzio»'' schließt eine» iuterefiuuteu Artikel-tzet . jüdisch« ' .KUswßffdfeMUßs-yorschläge'' «it folgenden SMu: .llnter abU chttkibStdige« vüittmffsüt'bte «rde streitig der jüdische» die Palme, »eine andere kann «ft dersalbe» in Bezug auf ihre ungewLhnltch lange Lebensdauer, dtt Seffnchmtgen, dtt sie erfahre» und überstanden, dtt mannigfache« Leide«, dtt sie erlitten, dtt Geduld, «it welcher sie dttftlben ertrage«, nnd dtt Tapferfett, mit welcher sie alle Hindernisse besttgtt, rivalistre». Da» Marthrologfte» der Christen ist Nicht» t« vergleich «ft de« »er Inden. So da» erster» seine Leiden nach Hunderte» zühtke, ztlhlt da» letztere sie nach zehn nnd hundert Lausende». Dtt Juden wurde» in alle» Staate« Suropa» verfolgt, ihre Güter cenfiücttt, ihre Rinder gemutzt, sie ftlbft zu« Rbfchlachttn vernrtheftt, und da» nicht ei» »der zwei Mal wahrend eine« Jahrhundert», sondern gahrtansenda nacheinander. Hier und da erfreute» sie sich zeitweilig einer glücklichen Ruhe, wen» sie de« Lande, welche» sie beschützte, diesen durch Mfthülft zur Fsiderung. seine« Wohlstände« beprhften und dasselbe «ft de» tüchtigsten ifrüfte« ihrer Zeft in fast allen Zweige» de» philosophischen nnd allgemeine» Wissen» versorgten, «ber ein Wechftl in der Politik oder et» An»- brach religtdse» Aanatidmu« reichte hin, sie wtt der zu beschuldige» nndin» Exil zu treiben. J«roel schien erlösche» zu sei», al« der letzte »»,tg gtdktah Var seinen Feinde« fliehen mutzte. -ber e» lebte wtt der «ff in. Babyto» »ad au» ihm ging dtt Synagoge hervor. Ei» anderer Schlag traf e». al» seine tüchtigste» ««»»er »ach «leznndrtt weggeführt wurden, aber auch ein andere» Judentho» entstand hier, »essen Phil»- sophische Specnlatione« eine» «üchtigen «instntz «ff dtt Lhe^tt de» Christenthum» übe» sollte». Wtt Hecke» eine grotze Schal» e» Jdrael abpftrag-n, wtt dürfen aber «ich sagen, daß wtt in schon seit einer lange» Reihe van Jahre» unsere verpflicht»», vergesse» haben, «bschon «an sich derselbe» in «v««a» »ad >»r f» nnr nnvolllvuune» z» erinnern — ■1