Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 23 (4.6.1891)
- Date
- 1891-06-04
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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י«*י «nM-»d!lehnl •ülgaoicfau« MM ■St l. flt Mi Ve m ■tartM tftrmb tat bet Stz»am,g1 der Järaelikifche» Religio»*-V«MschGt «Urr Lettnug de» Herrn Rabbiner Dr. Breuer «tn (MMMnift «vgehaltr»: noch deffr» Schluß wurde eine Geld» fammlung Pt •uafcäi der verfolgt» Fanttlst» veronstoltrt. MNrIUW. 29 Mat. lvr.-Sor.) Vorige Woche hielt sich Herr Rabb. Dr. Stern an» Kiel hier auf, u« im Luftrag« der Gemeind« dt« bereit» frtther begonnene Ordnung de« hiesigen Israelitischen Gemeindearchiv» avPckchlstßen. Dieselbe ist »»»mehr beendigt und ha« eine» reiche» Bestand von Urkunden und Akte» eigeben, sodaß nach de« cowpestnst» Urteil« Dr Stern» da» Archiv al« da« reich» Haltigste i»r«mttsche Gemeindearchiv i, Deutschland zu betrachte« ist. Die Benutzung der mit gediegener Sachkenntniß geordneten Lrqivalien soll demnächst a!gemein zugänglich gemacht »erden. 21. Mai Die Judenau»trribung in Rußland -scheint nnnmrhr auch aus di« ^strenzdi strikte »»«gedehnt worden zu sei», venu gestern Lbend trafen mit dem Zuge Jndenfamilstn von Eydtkuhnen aus de« hiesigen Osttahnhos «tn, »elche, au«gewtesen, sich aus der Leise nach Amerika befanden, Di« Berichte der Leute, welche Schindel- -fabrikantcn und Dachdecker waren, lautete» geradezu haarsträubend. Sie alle waren verheirathet, hatte« Familie und waren seit 12—lft Jahren in Ruhla»d ansässig. Die Lurweisuug»ordr« traf sie gänzlich nnvermuthit, da sie annah««», daß die Sudtrrtbuog nur au» den gr»Heren Städten stattsände. Innerhalb 36 Stunde» hatten sie un- Widerruflich ihre» Wohnort zu veriaffen ohne Rücksichtnahme auf ihre Familien und Nirthschaften, Da die Bitten der Familien um Aufschub der Au«weisuug«frist rücksicht«lo« zurückgewiesen wurde«, so muhten die Leute ihre Winhschaftssache« thatsächlich verschenken, da sich mit dem Eintreffen der A»«wetsu»g«ordre auch die russischen Freund«, bei denen sst noch Geldforderungeu von ISO—4M Rubel haben, zurückzogen Ratiirlich ist diese« Geld gleichfalls verloren, »rohe Berge fettig lagernder Schindeln, di« einen Werth von mehreren tausend Rubeln barstellten, wurden über Rächt von den Ruffen aaoezünde» und »ertdtannt. Kurzum, di« Leute wurden mit eine« Schlage bettelarm. Vrautperß. 1- Juni. (Or -Sorr.) Herr Dr. Klemperer verlieh heute unser« Stadt, um seine Stelle in Berlin anzutreten. Kür da« kommende Schabuothses« ist hier ein ilandidat au» Bre-lau al» Prediger berufen. «,« »er Gtovinz Dosen, 31 Mai. (Or.-«ar.) Mr die«, jährige Lag-b'amer-Tag war für die Semeiad« Jnowrazlaw tn gewtffer Hinsicht ein bemerkenswert her Drei Hochzeiten wurden am Genannten Tag« daselbst gefeiert, und zwar ein« grün«, eine silberne und ein« goldene. Da« M. Trsuhrrz'sche Ehepaar stiert« seine silberne Hochzeit und da» Rentter Abr. Levy'sch« Ehepaar seine aoldene. Beide Jubelpaare begingen diest Feste in voller lkirper- und «eist«»- frische. Da» Levy'sch« Ehepaar ward dadurch ganz besonder« au«- gezeichnet, dah demselben seiten» de« ersten Bürgermeister» di« von Sr. Majtsiät übersandt« Ehejubiläum«»Medaille überreicht wurde. Herr Abr. Levy hat anläßlich diese« Feste» der Synagogen -»«meinde Jnowrazlaw ein Kapital.von M 1SM überreichen laffen, von deffen Zinsen würdige Persoae« unterstützt werden sollen. St. Esse», 31. Mai. (Or-Eorr.) In Berlin tagt« vor. Woche der -evangelisch-s«ialc Longreh, deffen Präsenzliste grähtentheil» Geistliche ist. Am letzten Eonstrrnztage beantragte Pastor Budy au» nebeck bei Bernau, da« Jn»lebentret«n einer im evangelischforialen Sinne redigirte», billige« Zeitung in Erwägung zu ziehen, - ^,den» da» .Volk" sei für diegrohr Meng« zu antisemitisch". 'Trotz stürmischen Widerspruch» wurde der Anttag Budy angenommen. Also soweit ist e» schon gekommen, dah sich selbst die Geistlichen von diese« vom Anttse«ili»mu» sich mästenden B'atte!»«sagen. Eia er- >■ frruliche« Zeichen, dah dies« Einsicht gekommen, allerdiag» etwa» spät! *CIltaMrt. Am letzten Mittwoch fand aus dem Hits. t»r. Friedhof di«!Beerdigung de« Bildhauer» Albert Güldenstein unter groher Lhellnahme -stott, da derselbe eine brlstbtr Persbnlichkeit hier war. Derstlbe, ein Bruder de» 1831 in Buchen verstorbene» Rabbiner» Güldenftri», war 1822 in Sontheim bei Hellbraun geboren. Erst Graveur in der ^Pruckmann'schen Kilberwaarenfabrik begab er sich Ü-Ster nach München 1» Bros. Schwanchalcr und 1847 ging er nach Rom. Für den »erstorvenen König Wilhelm strttgte er viele Bildhauerwerk«, besonder« für da» Schl oh ,Wilhelms". Dem Andenken diese« König« widmete er ein« Gedenktafel an leine Wohnung. Sowohl Kirchenrat Dr. ». Wassermann wie Overbaurat v. Lein» betonten tu ihren Reden am Grade di« reiche künstlerische Begabung und LHStigkri« de» Verstorbenen. — - Wilse» in Mal (Or.^kor.) Für die durch bic Berufung unsere» Rabbiner Herrn Dr. Jeche«kel ilaro al» Rabbiner nach Lemberg ■־§.' ftetaeworden« Stelle sind etwa SS Meldungen ringeganoe». Zu Prooeprrdigten werden zunächst berufe» werde» dt« Herren Rabbiner: Dr. Fried tu Ulm, Thieberger tu Goltsch-Jenikau und Pik tn yritz. Der herrschende Rabbi«rmaugel finde« in der geringe»(?) hl der Meldungen seine» »nädrnck. ätzoiumra, 1». Mal Liest Lrauer <fubu«8nMta1kt_, dst^ Püizi^h« und ung-ris w- RkMal Der Präsident der Republik hat heut« in Beantwortung einer Ansprache uns««» würdige» Grohrabbiner» A sitae u. A. gesagt: »Hier in Frankreich sind Allem alei Ni Unser Rabbiner twch^jä-chger tan 78. anderüaläuoigen Mitbürger» in Allem überall sein, läge e< in «einer « Jude» frei und ihre» Sie würden e» wahrlich (Schöne Wort« «itze» wir möchten von der .französischen Republik" Thaten daß sst den russische» Barbareien «in tznoa «U» zürnst, hted.) London. Durch den am 12. Mai i« Alter von 77 Jalste« erfolgte» Tod de» Herrn Henry Solomon, Schwiegersohn de» stl. llhiefrabbt Dr. R. Adler hat unstrr Gemeiade einen ihrer älteste», thätigfirn und pflichttreuesten Mitarbeiter an den Werken de« Gentei adewohl» verloren. Ueber ein halbe« Jahrhundert hat der Dahtngeschstxne allen Gemeinde- und Wahlthättgkrit»-A»stalte» sein« «tsrigst« Dünste geweiht und bei der de rächen den Versammlung durch seine» Schärfst»» nicht selten zur Erreichung dr» angestrebten Ziele« wesentlich beige» trage». Er hat di« verschiedensten Ehrenämter bekleidet und tat *Sn seine Tüchtigkeit, verbunden mit wohlwollendster Gesinnung und Her»:»«- güte bewiesen. Er war ein Freund de« Ariedentjund eiaFSrderer deffevstn. London, 35. Mai. In der grohen Bersammlungshalle in Allst End Road fand am Samstag unter dem Lotsitz de» Abgeordwcken Samuel Montagu eia Meeting der jüdischenBeretn» llhowew« Zion statt, um Propaganda sür di« Ansiedelung der Jude» in Paläfttn« z» machen. Der Rabbiner S. Singer fordert« zur Unterzeichnung einer an Lord Rothschild zu sendende» Pettlion auf, welche denselben ersucht, die geeigneten Schritte zu thun, damit die russisch« Regierung den Au»zua der Juden au» Rußland so leicht al» möglich macht, «■& bei der türkischen Regierung vorstellig zu werden, damit dst Jude« in Sicherheit inPaläsitna und den umliegenden Gegenden tsotytnt und zu einem angemeffenen Preis« Land zur Bebauung dort ankanst» können. Der Lorschlag wurde in Form einer Resolution von der Versammlung einstimmig angenommen. — Baron Hirsch hat eiruch Pariser Sorrespondenten de» Bureau Reuter erklärt, dah die Kommiffare, «elche er nach Argentinien gesandt hatte, um dort dst Berbältniffe für ein« Ansiedelung der Juden zu studiren, soweit günstig berichtet HItdut, dah er dst Herren wieder nach Argenttnien geschickt habe, um Land zu kaust». Zur gehörige» Zeit «erd« er in Hamburg und in anderen Städte« Somite« ernennen, «elche dst Gesuche armer Juden um Beförderung und.t» suchen und den Angenommenen freie Passage gewährt werde». London» 28 Mal Einem von Herr» Arnold White an dst .Tim«»" gerichteten Schnitten entnehmen wir folgend« Stell«: »E» wird eine Schande für England sein, wenn da» Geschieh de« Antisemitt»mu» sich in demselben erheb». Wir habe» diese» nicht nöthig und da» Parlament wird wohl kein Gesetz erlaffen, »adutH hilstlose Fremd« de» Schutzes Lr* Gesetze beraubt, der anttsemiWG» Agitation preisgegeben «erb::.. Hilflos« Fremd« aller GlanbrwS bekenntniff« und ohne Glauben leiden unter un» kein« Roth und ühet dststu Punkt wird sich kein« Meinuug»verschiedenheit erhebe», so lange wir an den allen Tradittonen England« bezüglich der religiöse» Duldung mit aller Macht festhalten." London. Da» Unterhaulmitglied Jenning» brachte eine Interpellation ein über dst angebliche Au«wa»dern»g von ll russischer Juden nach Eugland und kündigst dabei einen Antrag. wonach ähnliche Maßregeln wie in Rordamerika gegen bst -ü Wanderung Fremder getroffen iverden sollen. Der Sultan stellst ׳ Su»wand«rnden di« Riederlaffung auf türksschem Gekiest frei. V»* Elthen, 21.Mai. Der Spezialcorrespondent de» .Verl S Dr.Han» Barth, meldet: .Ich wurde soeben im Minisstrtan» dS׳ Innern vom Ministerpräsidenten De ly an nt« empfange«. Do» lyannt» «rNärt dst Angabe» der .Kreuzzeitung" über dst W»HW schetnlichkeit «ine» Ritualmordes von Anfang bi» zu End« für «in dreiste» Lügengewebe und eia« unerhörte Riederträchtigkeit. Auch nicht «ine einzige Behauptung der Kreuzzeltung Hab« auch nur die allergeringste Begründung" Au« Mock?«» wird gemeldet: dst Polizei hat l2M)Jude» ans ihre» Ltsstn, davon wurdmr bereit» über?000 aurgewiese». De« Großfürsten Sergius luird der ursprünglich« Wunsch, MoRau von der hebräische» Bevölkerung zu säubern, zugeschrstben. In Pestrsbutst hielt die Polizei vor einige» Tage« über ÖOO Hautsuchungen «d, welche zur Entdeckung einer revolutionären Studenstnliga mit Zweige» in Moskau, Kst«, Kasan, Sharko» und Odessa führst». (Ist'» ei» Wunder, dah dst Rihiliften wstder ihr Hanpt erheben?) Sn« Det»t<d»rg« 2. Juni, wird telegraphisch gemeldet,׳ der Großfürst Michael Rtkolajewitsch, der Oheim de» Zaren, Hab« wogen seiner Bekämpfung der Judenhetze sein Amt al« Präsident de» Sülm»- rath», sowie sämmtliche Ehrenämter «iedergelegt Großfürst Wladimir, der Bruder de« Zaren, soll an sein« Sstll« treten. RouPuntinopel Sin zutreffende» Wort de» Sultan», da» dieser hinsichtlich der Judenverfolgungen in Cars» und besonder« Rußland geäußen, erzählt dst »*81». Zw.״: »Wenn solch« Dinge in der Türkei vorgingen, dann würde ganz Europa mit Finger» aus un« zeige» und sag«, dst Türket sei ein barbarische« ^and, «an «üff« ihr in Eurstz» et» Ende mache«. Es sei endlich einmal Zeta, daß man in Enr^a aushörr, den Märchen von GiaubenSversolgungen in dem ,»mautsche« Reich« Gehör zu schenke», tost sie ge»öh»lich anstauche», wen» damst irgendwelche» Vestrebungiv gedient werde» soll-' Der Snlw» " " de» Aulwvndernden dsrriMilig dst Rstderlaffnng ans frei m