Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 13 (26.3.1891)
- Date
- 1891-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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?** Hltiß»«»». Die Äe^lchdiißrede auf unfern jüngst .«erstorbenen Rabbiner Harri», gehalten von seinem Freunde Itr. Serr. Prediger an der MSblMrianischen Kirche, ist der schchiste Beweis für die freundschaftlichen Beziehungen, -Äelche fortwährend unter den Christen uno Juden der südk/ lichen Staaten bestanden und noch bestehen. CS ist eine p. LemerkenSwerthe Erscheinung, daß vpn allen christlichen Staaten Georgien der erste war, welcher den Juden alle politische SiechtSunfähigkeit aberkannt hat. Die Regierung bat aber auch wohl daran gethan; denn dieser Colonie strömte ein Exodu» von Flüchtlingen ersten Ranges zu. die ' -«ine. Cultur und einen Patriotismus einführten, welch« deren Nachkommen bis auf den heutigen Tag noch vollauf - bethätigen Ein Gefühl, wie daSjenigk, welche» Hilton nnd L,Sorbin durch ihre Handlungsweise gegen tne Juden in L Garatoga wachgerufen haben, kennt man im Süden nicht. L^-Hier haben die Juden an unseren Freuden uno Leiden »-?Warmen Antheil genommen, haxn als Gemeine und ^-iCrftcicrc auf den Schlachtfeld? rn ih: Blut zur Vertheidigunq?- unsere» gemeinsamen Heerdes verfassen, haben sich zu den höchsten Stellungen an den Gerichten und im Senat empor- LiesHvungen und nirgendwo künn.e daher da» sogenannte Aassenvorurthcil gegen die Juden so unberechtigt und verf ÄchteuSwerth erscheinen, als in den südlichen Staaten, wo * die Juden in jeder Lebensstellung die edelsten Eigenschaften -an den Tag gelegt haben. > Die Gebete der katholischen Priester in Baltimore am - El« 6(utigt» Duell auf Pistolen hat vor. einige» Tage» hier zwischen dem jüd. Afseffor Ziesel und de« Nrfe» rendar Schnetderwlrth stattgefunden. Der Asseffor hat einen Schuh in de« Unterleib erhalten, und liegt, sehr schwer verwundet, t» der Göttinger Klinik. Der Gegner ist unverletzt geblieben nnd sttzi in Erfurt in Haft. Ob antisemitische Motive zu «rund« liegen, wir» die Untersuchung ergeben. Gose». Die hiesige Synagegengemeinde hat eine Parzelle von 4 Morgen auf dem vor dem Köntg-thor Pr. 4 belesenen linksseitigen Fehlan scheu Grundstück für da» zu errichtend« Kranken» und Siechenhau« gekauft. Elsa». Der RadblnatSsitz in Brumath bleibt noch einig« Monat« leer. Man scheint den vom Eonsistorium empfohlene« Kandidaten nicht wählen zu wollen. Gtnf, 23. März. Bei Gelegenheit de» Bortrage», den der frühere Hof» und Tomprediger Stöcker au» Berlin in einem hiesigen Saale über die Berliner Stadtmission -alten wollte, wurde derselbe schon bei seinem Eintrit mit Lärmen empfangen. Rach dem Gebet und dem Gesang, der dem Bortraga verausging, erfolgte erneut weitere» Lärmen, welche» Stöcker am Reden hinderte. Al» darauf dir Polizei einschreiten wollt«, kam e» im Saale zu einer hesttgen Schlägerei, di» zu Berhaftungeu führt«. Varl«. Bei der Generalversammlung der Aktionäre der Bank .Frankreich, welch« am Sit. Januar d. I». stattfand, wurde Baron Alfon» von Rothschild wieder auf ein Jahr zum Dirigenten der Bank gewählt Gatts. Dr. Alexander Klein au»Odessa, der seine medicintsche« Studien in Pari» gemacht, wurde vom Baron Edmund von Rothschild beauftragt, sich nach Palästina zur Lolonte Sichron Jacob zu begeben, um daselbst al» consuttirender Arzt zu wirken. 1»ttit. Die hiesige Alllance-Schule ist nach der jüdischen Freischule zu London vielleicht die größte Elementarschule der Welt. Bi» vor Kurzem war die Mädchenschule mit 700 Schülerinnen in dem Anbau der Knabenschule, welche nahezu 1300 Schüler har, unter- «um. 1m« «״״.;,1,,״. ^,»«bracht Um geeigneten Raum für die vorhandenen «naben und die Brttr de» Rabbiner Bettel heim, der Besuch de» Blscho:!», -- ungefähr 1000 dis heute mxq gar keine Schule besuchende« Mädchen ^Randolph bei der beNagenSwerthrn Miß Esekiel kurz^ *־■־־•■■ ־ ־־ " — ״ ' ־ vor ihrem Tode, und jetzt die Anhänglichkeit und Freund» -schaft zwischen dem hervorragenden pre-byterianischen Geist- ,kichert Dr. Stert und dem berühmten Rabbiner liefern den .Beweis von einer Juden und Ehristrn ingleicher Weise enden Wechselseitigkeit zwischen Verdienste und gerechter ' txnung, auf welche unsere südliche Bevölkerung mit stolz sein darf. _ (Americ. JSr.) §tn*ifdfU »nd ttntefc M«chrtchte». - DermstMtzt, LS. Mär». Letzte« Frrit»g «wurde Herr Ralblner ep«. Selvee neben Herrn Pfarrer Soser (kath) und Herr» Pfarrer peManS <ev.) al» ueueiukreteude» Mitglied de» 'städtischen Schul- Vorstand:» eingeführt. Hierbei gedacht« der Borfitzend« mit warmen - Marie» seine» Borgänaer«, de« vor Jahresfrist Heimgegangenen Land- -.rabbiner» Dr. Jul Landsberger. Di« Berfammluug ehrte da» V Andenken desselben durch Erhebe» von de» Sitzen. 8 . Rnnfftdin, Der Metzgermetfter Lvul» Senzel hatte S'.vor eintgen Tagen a« feinem Laden eia Schild angebracht, ml» der In- L-tzchrlp: <,Hür ha« kein Jude Zu-ritt!- Einige Tage lieb die Polizei?;./Hi« Demonstration unbehelligt, dann wurde da« Plakat polizeilich ent- 7' fern! und beschlagnahmt: gegen Wenzel soll Anklage wegen groben ««fug» erhoben worden »eia. Kt» weiterer Erfolg Ist für ihn inde» nicht nwlgeblieben: di« dortigen Arbeiter haben ihn ml» dem Spitznabmen »Hepp, Hepp' auSg^eichnet und wenn sie Morgen« {6 Uhr ~«af die Sckncht gehen, dann klingt dieser Ruf au« Hunderte» von Kehlen »or der Wohnung Wenzel'«. Herr Wenzel ist dieselbe Person, di« ׳ Magst bewirkte, daß eine Berfammluug de» BolkSverein», in der Herr WermSamoali Kohn au» Dortmund sprechen wollt«, der Uufiösung , verfiel. Er balle eine Anzahl halbwüchsiger Burschen «ugagtri, die bei der Rede Kohn'» fortwährend »Hepp, Hepp' schreien mußten: wegcn tziefe» Lärm» »uro« die Lerfammluna aufgelöst und geschloffen. JnstettHweg lmBrelsoo» HMStöcker vorfaenDienstag denkekn nuten Vortrag gehalten. Alt er über den jüdischen TerrortSmu» ׳- klagte, nnd ihm hierauf der Zwischenruf »Judenhetze!-י antwortete, entstand rin lebhafter Tumult, während dessen der THüter hinauSbe- -ftzrbert wurde. E« sprach sich über diese» Verfahren (nach der »R. Bad. .LanbeSzta.') Prof. v. Phlltppavtch sein« Mißbilligung au«, worauf sich «ln Rededuell zwtsch« diesem und Stöcker enttvickelte, der nun di« stärksten Setten gegen da» Judcnthum aufchlug und uameatlich da» -Elsaß al« durch die Jude» .vollständig mtigefaitet* bezeichnet«. Stöcker wurde von den anwesenden Elsässern »nägelacht, di«, empört - über sein« Verlogenheit, di« Versammlung noch vor Schluß verließen. 04»n. San den 88 Kandidaten, die sich dermalen t« juristischen Er»»«» befinden, find nicht weniger al» 1» Jtraliten — lamenttrt da» .800*1 Göttingan. Der elnsttmmta hier gewählt« Rabbiner Dr. Dentsch anS Srh ha« zu unser aller Bedawrn Me Wahl (auö Fa- ' -ten) appUehn« sich Mnöthigt gesehen. zu schassen, hat die Alllance für Letztere einen geräumigen Bau her» gestellt, wtlchrr am l!« December v. I. »nt!r erhebenden Feiernchkriien seiner Bestimmung übergeben wurde. Aast alle eingeborenen und fremden Notabilitüten waren de» dieser Aeier zugegen. Di« Leitung war in Händen de» Minister-Residenten Massicant an» Frankreich, de» Premier- und Staat»minister» de» Bey. Se. Köutgl. Hoheit ließ sich durch General Baiensi (J-raeliti und den Stadtgouverneur venrelen. B-im Schluß der Feler ergriff Herr Massicant die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Anwesenheit von Männern verschiedener Rationalitäten und Glaubensbekenntnisse, von Musel- Männer Und Christen, Europäern und Afrikanern, al» Bewel» gilt«» könne, welch hoher Achtung seilen» der Regenischaft dl« Juden sich lühn-en könnten. Bukarest. Herr Rabb.Dr. Beck gratultrte demproiestantischeo Pastor Teutschländer zur Feier seine» 25jährigen Am»«jubiläum«. Letzterer erwlderle in wahrhaft erhebender Weise dem Rabbiner und sagt«, daß da» Ehristenthum weniger «tne ״Xoctrln* al» ein .Leben" sei. Di« Lieb« sei auch die Seele de» Gesetze«, da» ist der Sin», welche Lesstng in der Erzählung der drei Ring« glebt. ״Wohlan l e» eisre jeder fetner unbestochenen, von vorurthetlen freien Lieb« nach! Es strebe von Luch jeder um die Wette, die Kraft de» Stein» in feinem Ring an de» Tag zu legen." Epokau« stall», im Staate Washington, ist eine neugegründele Stadt an der Küste de» stillen Meere». Die erste hier organisirl« jüdische Gemeinde mit ungefähr 7b beitragenden Mitgliedern hat beschlossen, einen Tempel zu bauen, einen Rabbiner zu wühlen und so ein« bauernde Organisation zu schaffen. Philadelphia, Am Dienstag, den 24. Februar, wurde un» Herr Joseph Klein, einer der hervorragendsten Glauben »genossen unserer Stadt durch den Tod «ntriffen. Der Berstordene war Großmetster der DistricrS-Großloge Rr. 3 de« Orden« B'ne B'rith und Präsident der Gemeind« ,Keneseth JiSrael', an welcher Herr Dr. Jas- Srautkops oii Rabbiner fuegirt. und durch feine Thätigkeit für da» Gemeinder.ohl, feine Menschenliebe, feine vielsetrtge Bildung und sein bescheidene« Benehmen allgemein bekannt. Er stand »och in der Blüche de» Leben» und hat sein Scheiden eine schwer au»zusüllende Lücke zurückgelaffen. SildlMti. Die Einwanderer Schutz-Gesellschaft (lvaiernuta Hack Sooiatv) ist jetzt hier vollständig organisirt. Die Gesellschaft ver» einigt ungefähr 30D Mitglieder, meisten» Russen und eintge Rnwänen, Ungar», Oesterreicher und Deutsch«. Die Haupt-Aufgabe der Gefellschaft ist, di« Einwanderer bet ihrem Eintreffen tu Schutz zu nehmen, thne» Arbeit zu verschaffen, ihnen in der Erlernung »er engUschen Sprach« behtlfiich zu fein, sie bei Erlernung eine» Geschäfte» zu unter» stutzen und sie zu empfehlen, wenn sie deffen bedürfe». Die,weite Ausgabe ist, ein« Ackerbau-, Gärtner- und technische Schul« für Knabe» und Mädchen zu errichten. ES wird »och vor nächstem Winter «ine MttgUedeejahl von 1000 erwartet und würde dann die zweite Aufgabe sch« bl» nächsten Herbst zu lösen sein..