Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 9 (26.2.1891)
- Date
- 1891-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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SMUchtWoljjtnchH eine allgemeine Zeitung des Andenthnms. >M11H ,«Ich»« », am N-M rr tn ,V«*1«r4rl1r. m *faailll•■. » Ja;»a“ *. Mfjntta *■*aaSlatta". »nU *•» ad» baaiM•**** Mi t£n •sStautt a.•aa«ä>Maa»<a dnl Mark Mrt1ri|«kn. K« »Imttr ga*ta»aat: |l«rikft M Kar(, »>ck kt■ «•»(takt: IS ML ♦k 4P»4*a*t*1rt' ■u .««■Utn-MaH* (>•«« »Sri tctitarklair) (Mm: M ktr »,» « י־«יH, M (Tfa. HtttrtMIctuS. *k •taH-V*■ WW M Pf. &rautgrgcb*" voa Rabbiner vr. HS. Aaymer in Magdeburg. fit PMilill, f 1*1 ist ftirkt«! ■Ar k1t.3<rttUUI«t »■(«itir mu nt lt1,Jtkll41ilmT1t1,i|u11* Mt RnaariMltnM OtUi(rUt •an Mn lua M Kf. Ra» nm-tktr Mirch Mt «aaaacn. VojltrI.• •Mt ktrcci «maitaMa aa : Via S»f(MHM haa ~Sa»ra(Ut. 1 (chatNta IÜmMHii י Nochenrtbrur. 1891. "" '׳ Kalender. 6651 Daunerstag. . 26 18 . . . 27!9 j raunadeud. . 28 (.6.15) כי תשא 20 Caaatag. . . Märzl 21 j Maat«• . . . 2 22 1 Dienst«• . . . S 23 ן Mtmaach. . . 4 24 | Dannrrst«• . 5 25 1 ' Vrtifrl: Fiat iastiti* — paraat mundaa. — Baron , von Hirsch'« Spende UN» Vrojekr für die russischen Auswanderer. UartAt* ■üb <taee«tpanba»»«nr Deutschland: Magdeburg. Berlin. Berlin Berlin. Aus Baden. Lu» Hessen. Gietzen. Leipzig. . Burgsteinsurt. Oberdorf-Bopfingrn. Oester re ich-Ungarn: Au« Ungarn. Graz. Nu minien: Bukarest.' tNfwtMte «■b »enest« Nachrichten r Magdeburg BeUi». Harburg Bunzlau. Au» Heffen. Darmstadt. Bocholt. Lemberg. Haag. Haag. Pari». Pari«. London. Petersburg. Peter«- bürg. Brody. Algier Algier. Cincinnati. Inserate. gtT Nachdruck ohne baüstiludigr Q»e0r»a»,abe untersagt. *W> Fiat Justitia — pereat maida•! Bei solcher Gerechtigkeit geht dir Welt unter! Eindm vom Kiewer Bezirksgericht gefällten Urtheile, dem z«tfolge 10 jüdische Handwerkerfrauen aus der Stadt kauAgewiesr» wurden,.weil sie mit Milch, Brod und Töpfen handelten, widmet da» russische Blatt, die .diowosti* vom 31. Januar (11. Februar) einen höchst brmerkenSwerthen Artikel, der unter der Menge giflgeschwollener judrnfrindlicher Hetzartikel schwärzester Garte sich wie;m ,weißer Stabe* auSnimmt, der der allgemeinen Sintflut entflogen. »Der Artikel lautet in wörtlicher Uebersetzung wie folgt: .Unscrr, einheimischen Antisemitismus haben wir, wie ja schon der Name aufweist, Deutschland entlehnt. Charakteristisch ist es abe», daß die rufs. Einfübrer dieser Epntrebande, der charlatanischen und dümmsten deutschen Partei nachäffend, nicht aufhvren, sich als .Patrioten ihres Vaterlandes*, als patentirte Träger ״des BolkSgeistes*, .der Nationalen Richtung" auszugeben. Den Akt .der Nachäfferei* ,Begannen sie aber gerade zur selben Zeit, wo sie am lautesten , über die Nothwendigkeit, sick von allem Ausländischen zu ^ffolirrn, schrien und wo sie behaupteten, daß Rußland nicht in Europa sei und sich auf ,selbstständiger Grundlage* ent- Wickeln müffe. Im Namen dieser ,Selbstständigkeit* haben auch diese ^Herren von den Deutschen jene schmachvolle und lasterhafte Zeitrrscheinung entnommen, bic in Germanien in jener Epoche der geistigen und moralischen Unterdrückung entstand, die «ine natürliche Folge der Politik .deS Butte- und d«S Eise«»* war. I« Deutschland aber — wo man sich von BiSmarck»׳ rlastender Hand* loSaeristen har — befreitmansich auch von andern poyfifchen imd geistigen Reptilien, deuchhe Laiser sprach offen-seine» Unwillen über -i 'ua A Qiit / den Antisemitismus au- und setzte den Pastor Stöcker ab, der als Hofprediger Biele irre leitete, indem er durch sein« Stellung seinem Fanatismus einen officielle« Charakter verlieh. Andererseits bildeten jetzt die besten Geisteskräfte des deutschen Volke», die berühmtesten Repräsentanten der Wissenschaft. Litteratur und der politischen Parteien einen besonderen Verein, besten Ziel ist, diese Verwirrung auSzurotten, diese neue Erscheinung des MenschrnhasteS in einem humanen Volke zu vernichten und diejenigen schlechte« Ge» sellschaftsclemente zu zügeln, die geeignet siud, schädliche Instinkte im unwissenden Volke zu entflammen, dieselben zu ihrem eigenen Bortheil auszunutzen. Bei uns läßt sich gegen diese» Uebel vielleicht leichter ankämpsen, als in Deutschland. ES ist ja bekannt, wa» die׳ .modernen GesellschastSrichtungen* bedeuten, wie leicht sie entstehen und verschwinden. Ohne große Müh« würden sich die Journalisten und Zeitungslügner belehren lassen, die sogar mit der ,Abwesenheit jeder Ueberzeuguna* mit der Fähigkeit .sich jeder beliebten Marktrichtung* anschmiegen zu können, prahlen. Au» diesen,Ehamäleonen* besteht auch hauvtsächlich die Zeitungsclique unserer Antisemiten. Den ,talentvollen Federn* dieftr Journalisten eine ander« Richtung zu geben, würde nicht allzu schwer fallen. Biel wichtiger ist aber ein anderer Umstand. In Deutschland hat der Antisemitismus keinen ge setzl i ch e n Boden unter sich. Die msttelalterlichen Ausnahmegesetzt, di« die Recht« der Juden einschränkten, sie in ein« besondere Lage versetzten, sind längst aufgehoben. Die deuffchen Annsemitrn versuchten nur, die deutsche Gesetz, gebung zu de« Erbe der mittelalterlichen Intoleranz zurückzuführr», wobei sie aber de» frühere« relmiösen Grund gegen die Principien der Nationalität, theilS auch de» SqialiSmuch vertauschten. Alle dies« Versuch« scheiterten aber sogar z» Bismarck» Zeiten. Heutzutage ist 0« irgend welche» Einfloß der Antisemiten auf die deutsch« Gesetzgebung gar nicht zu deukru. Da er leinen gesetzliche» Boden »«»-1 sich hat, stellt daselbst derAatifraitiSnuche« sporadische», zufälliges