Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 5 (29.1.1891)
- Date
- 1891-01-29
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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״ IN«(44Wr«. Am 18 k. ®Jt». mutbt btl Süjährtg« Besteht» ‘,ln hiesigen Religionsschule durch einen feierlichen Iugeadgoitesdienst, "dem die Vertreter der Gemeind« anwohnten, begangen. * — HerrAtadtrathJacob Theodor, vicepräsident im Borsteheramt her hiesigen Kaufmannschaft, wurde zum Handelsrichter ernannt. (Th. Ist Vorsitzender de» RebräseNtanlencollegiums.) — Herr Professor Hermann ist zmn Rector der hiesigen Universität gewählt worden, nachdem er im vorigen Jahre (angesichts de» ersten Besuche» de» Kaiser») gegen den evangelischen Prof. Bezzen- ,teTg, der jedoch selbst seine stimme Herrn Hermann gegeben, unterlegen. P«»tz«ra. An die Winwe des kürzlich verstorbenen Dr. Ree Ist dieser Tage «ln außerordentlich ivarm gehaltenes Condolenzschreiben her Kaiserin Friedrich gelangt, worin dieselbe nähere Nachrichten über •א« Kraükheit und die letzten Augenblicke de» Dahingeschiedenen erbittet 'rund zugleich um Uebersendung der die Nachrufe enthaltenden Hamburger Elälter ersucht. CBtcl tdeslpHalen). Herr S, Rosenthal In P«ter»hagen .W». d. Weser, welcher am vergangenen Sabbath hier einen Probe- ^!Gottesdienst und eine Probe-Predigt gehalten, wurde von der Gemeinde ««stimmig zum Lehrer, Cantor und Prediger gewählt. D«v«». Gelegentlich der Ernennung zweier Oberlandsgerichts- '-räthe in Preußen sei in Erinnerung gebracht, daß in Baden seit Einführung der GerichtSorganisation, Herr Heinshelmer Oberlands- PerlchtSrath in Karlsruhe ist. Gtr«ßh»rg t. ii. Das hiesig« Seminar, da« bijetzt junge Leute für das Breslauer und Berliner Rabbinerseminar vorbereitete, ,,ist eingegangcn, es besteht deshalb nur noch dir Talmudschule in?Colmar. Die von der Regierung und dem Eonsistorium zu gewährenden A Stipendien für jüdische Theologte iverden von nun ab den Srudentrn ^Peivilhrl. welche das Breslauer oder Berliner Seminar besuchen. ■4. NneKerd««. Herr F. Leviticu», Lehrer der deutschen -Sprache und Litteratur, hat für die Lösung der im vorigen Jahre gegüten Preisfrage über ein Thema aus der .Mittelniedcrländischen ttrratur" von der Königlich Flämischen Akademie für Sprache und . Litteratur die große goldene Medaille erhalten. Daei«. Anläßlich de» Jahreswechsels wurden mehrere Israeliten, '7»eisten Militärs, mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Dari«. Das Am» eines Präsekten entspricht demjenigen d«4 :preußischen Regierungspräsidenten. Zu dieser hohen Stellung ist unser Maubensgenosfe, Herr Säe, für, das Departement Haute Vienne gerufen. sG — Anläßlich de» strengen WinterS haben die Rothschild'» 100,000 Fr :’4mn Besten der Armenmiethe, 20,OM für die 2V pariser Stadtviertel -jpm Besten der Armen, für gleichen Zweck Jmmerwahr 10,OM, «Etzßrussi 6000 und I. A. Stein * Lomp. 5000 Fr. — Durch dt« Neuwahlen des Senats werden 3 Israeliten L t S b 0 n n e innd der frühere Minister Milland in dieser hohen Körperschaft sein. Daria. Bei der Einweihung der neuen Orgel in der St. Severin- .Arche wirkten auch zwei Israeliten, der Bioloncellospteler Loeb und -der Harfenist Frank, mit; letzterer ist auch der Lhorches in der /Svnagog« der Rue Nazareth und würde sicherlich ein katholischer Ehor- ,führer nie und nimmer bei einem Synagogenfest Mitwirken. (Bet der Mtuweihung der neuen Synagoge in Brüst'el mußte sür theure« Geld -rin Organist aus Paris verschrieben werden, da der üleru» keinem der peinigen bei einer derartigen Feier mitzuioirken gestattete.) Dari«. Die Angelegenheit der algerischen Rabbiner, die tvegen Llasprung eines Mazzesbäckers von den algerische» (berichten zu Geldj$raft und Schadenersatz verurtheilt wurden, kam am letzten Freitag den hiesigen EassationShof. Ungeachtet der cingeicichten Denk- Schrift leiten« der Rabbiner wurde das erstinstanzliche Urtheil bestätigt. Dari«. Ein der ältesten Frauen der jüdischen Aristokratie Benoit Fuld, geb. Helene Oppenheim aus Köln, starb im von 04 Jahren. Dieselbe verheiralhete sich im Jahre 1814 mir Fuld, einem der Söhne des großen Bankhauses, welcher Abeetcr im gesetzgebenden Körper unter dem zweiten Kaiserreich« und Bruder des bekannten Finanzminister» Achille Fuld. Dame, welche kinderlos starb, war eine Tante von Frau Heine- »rtado, und zeichnete sich durch groß« Wohlthätigkeit aus. Dari«. Es heißt, »aß der bisherige Präsekt von Seine Jnserteure, »dl«, rin Schwiegersohn Albert Eohn's, zum lbeneralschatzmeister in »illeS ernannt wurde. A« 7. d. MtS. empfing der Präsident der französischen Republik s'Aen Eheik Abou-Naddara, welcher die Glückwünsche seiner Freunde auS .-,dem Norde» und Westen Afrika'» überbrachte. Wollen Sie Ihren 'Mlrunden sagen, erwiderte Earnot, daß ich sehr gerührt bin von dem ^MMtsche und der Zuneigung sür Frankreich. L»«tzv». Herr Dr. Anghel Gaster, Bruder de» Ober- -rvbbiner» Dr. Master, ist zum Hausarzt am Bicloriapark-Hospital sür Astrustkrankc ernannt worden. Der junge 27jährige Arzt ist erst seit Turzer Zeit in England und hat erst!üngst das Staatsexamen als :flkrntiat an der königlichen medizinischen Facultät bestanden. Er 'wurde ersucht, sein« Stelle sofort anzutreten, um in Gemeinschaft mit Professor Heron, welcher Koch'sche Lymphe aus Berlin milgebracht ' Mt, die Kranken nach dem Koch'schen Verfahren zu impfen. Dr Gaster ist Spezialarzt für Lungenkrankheiten und die Kosten sür die Druck- T«uug seiner Doktordiffertaiion »über Lungenbacterien" wurden zum von der ruwänischeu Regierung getragen. L»t«. Die Einweihung der deutschen Mädchenschule und de» s» die Allianz erri«strt, fand vergangene Woche in de« Palast«, den früher der Eaid Neffi« bewohnte, statt Drr Einweihung wohnten die Minister und ander« hohe Beamt« bei. V»ker«dnr«, 25. Januar. Sie bereits früher mitgetheill worden, sollen vorläufig keine neuen antisemitischen Ausnahmemagregel» getroffen «erden. Dagegen wurden sämmtliche Behörden davon unter» richtet, daß die schon bestehenden antisemitischen Bestimmungen «U äußerster Strenge und ohne jede Rücksicht zur Anwendung komme« sollen. (Das genügt! Sieh« unter .Kiew".! Au» dotersvurg schreibt man der »Polit Korr ", daß hie aus dem Jahre 1838 stammend« Bestimmung, wonach Kinder, Enkel und Reffen jüdischer Unterlhaneni, welche dem russischen Heer« angehsrt haben, in den zwei russischen Hauptstädten Petersburg und Moskau unbeschränkten Aufenthalt nehmen dürse», dahin beschränkt werde, daß diese» Recht nur noch die Kinder solcher Militärpersonen haben sollen. Ferner hat die in dem Justizministerium eingesetzte Kommission zu« Ztvecke der Ausarbeitung einer Reform de» Advokaturwesen« i« Prinzip« den Antrag angenommen, daß di« Anzahl der jüdischen Mit» glieder des Advokatcnstandes in den Städten Petersburg, Moskau und Warschau nur ein Zehntel der lbesammrzahl betragen dürfe. Dltertzp«»«. Die .Nowoje Wreinja" hört, der Senat habe die ihm vorgelegte Frage, ob Juden berechtigt seien, überall in Entfernung von 5 Werst von der ivestlichen Landesgrenze unbewegliches Eigenthu.» zu erwerben, oder nur im Weichbilde der Städte und Flecken, in toelche» sie vor dem 27. August 1858 eingeschrieben waren, dahin entschiede», daß dieselben nur im Weichbilde der vorbezeichncten Städte und Flecken unbewegliches Eigenthnm zu erwerben berechtigt seien. Ovefsa. Erzbischof N i e a n 0 r, der sich durch sein mannhafte« und unerschrockenes Austreten zu Gunstcn der Juden Rußlands in den Heizen aller Juden des Erdballs ei» unvergängliches Denkmal er» richtet lptl, ist in der Nacht zum 8. Januar gestorben. Er ruhe in Frieden! Wilna Zwei arme jüdische Brüder unserer Stadt und rin dritter Bruder, »velcher Kronrabbiner in Slonim ist, sollen, wie das Gerücht geht, durch den Tod eines Berivandlen in San Franeisc» 35,OM,OM Dollars geerbt habe». Dko«k««» 20. Januar. Bei einer jüngst hier stattgehabten Zusammenkunft hervorragender Juden, darunter der Rabbiner von Moskan und Petersburg, ivurde über Mittel zur Berdesserung der Lage der Juden in Rußland berathen und, ivic »Nowoje Wrewja" benchtet. die Gewinnung je einer russischen Zeitung in Moskau und Petersburg beschlossen. Die betreffenden Blätter sollen äußerlich den antijüdischen Schein beibehalten. Nach gewiffen Andeutungen könnte in Petersburg der .Grashdanin" ins Auge gefaßt sein M««ka«, 21. Jan. Bus Anordnung de» hiesigen Polizeichefs soken alle Juden, welch« Moskau ohne besondere Erlaubntß betreten, als Bagabonden verhastet und bestrast werden. Die Polizei ist auch befugt, unter Umständen Juden, welche die Stadt mit Pässen betrete», zu verhasten und auSzuweiscn. Es heißt, diese und andere in Aussicht genommenen Maßregeln bildeten die Antwort aus die Londoner Protestkundgedung. AuS Nie» wird zum Kapitel der Maßregelung der Juden neuerdiilgS gemeldet, daß der dortige Polizeimtnister plötzlich «In altes, längst unbeachtetes Gesetz wieder aussrischte, welche» bestimmt: .Jüdische Prinzipale dürfen in ihren Magazinen nur .einen jülsischeu" Kommis halten." Er ließ Erhebungen in den Magazinen anltellen und erklärte den Prinzipalen, alle überschüssigen jüdischen Kommis würden am 1. Februar ausgewiesen werden. Iernfale«. Unser Glaubensgenosse Herr Dr. G. d'Arbella ivurde zum niederländischen Eonsul in Jerusalem ernannt und durch den General-Eonsul in Bayrut in sein Amt eingesührt. Dr. d'Arbella kam vor 5 Jahren nach hier und wirkte ungefähr 2 Jahre als Arzt in der Eolonie .Rischon Lrzijon"; später vertrat er Dr. Schwarz in» . hiesigen Rothschild-Hospital. Nea-Geeland Herr Louis Eohen, Honorar-Sekretär der jüdischen Gemeind« zu Ehristchurch, ist vom Senat der Universität zu Neu-Seeiand, zu deren hervorragendsten Hörern er zählte, zum Examinator im Englischen bei der Aufnahmeprüfung ernannt worden. Bon hervorragender Seite wurde Herrn Eohen der Antrag zur Hebernähme eines Mandats bei der nächsten Abgeordnetcnwahl gestellt. Dnesrtk« In Omaha hat ein Inden-Meeting stattgefunden, an dem sich auch viele hervorragende Bürger anderer Eonsesstones betheiligten. Es wurde nach einer sachlichen und würdigen Debatte beschlossen, die Abgeordneten de» Staates RebraSka zu ersuchen, eine« Protest der Regierung der Bereinigten Staaten gegen die unwürdige Behandlung der russischen Juden zu veranlassen. ,Nach den bisherigen Erfahrungen wird das leider nicht viel nützen, denn Rußland geht seinen — ganz asiatischen Weg.) Alu« de« II. v. äs. B. L. D««dr», 25. Jan. (Or.-Eor > Ein zahlreiches, den große» Saal von Braun's Hotel füllendes Publikum verdankte der Initiativ« der hiesigen Fraternitas-Loge die Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Dr. Karl Emil FranzoS. Dieser sprach vor einem hierzu geladenen Publikum verschiedener Eonsession über .Frauen leben im Osten", ein Thema vom ureigensten tbrbiete de» berühmten Bersaffer« der .Juden von Barnow", .Eulturbilder aus Halbasien" u. s. w. CS war mehr «ine geistvolle, von humoristischen Streiflichtern durchsetzt« Plauderei, in der dem Schrissteller eigenen lebhaften und anSdruck». vollen Sprachweise zum Vortrag gebracht, die bis zu» Schluß seffelte und reich«« Bnsall hervorries.