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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-15 · 3 (15.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
3 (15.1.1891)
Date
1891-01-15
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Gleichheit vor tan Gesetz. Ueberall wo Juden gleiche >. nedoihen die Böller. Wir bitten daher Lw. kaiserlich«!s« Au»nahmegesetze und R«cht»beschränkungen zu annul- »eiche die jüdischen unterthanen Niederdrücken, ltserliche Majestät I Lasten Sie die Sonne kaiserlicher Gnade dunklen Hütten leuchten und lasten Sie ihr« väterlich« Fürelben beschirmen. Wie jede« Jahr die Vergrößerung und «chum von Lw. Maj. weitem Reiche sieht, so möge Lw. Majestät rin neue« EroberuugsgebicI betreten, und durch nneipation ausgerufen werden zum Ikaiser von 5 Millionen üllter Herzen.!rliche Majestät! Ihre königliche Schwester, unsere Kaiserin Gott schütze si«!> baut ihren Thron aus die Lieb« ihre» Bolle», testen Stück und Sedeihen zu dem ihrigen macht. So möge cftät au» der Lieb« Ihre» Bolle» Macht und Glück schöpfen: ifc Liebe Lw. Majestät gewaltige» Reich noch gewaltiger, Lw. t Thron sest und unerschütterlich machen und neue Segnungen > Hau« Lw, kaiserlichen Majestät ergießen. Im Namen der Bürger London«, Joseph Savory, Lord Mayor." Lordmayor hat dir vorstehrndr Denkschrift dem rutrnanl Richter als Adjutanten für Bittschriften übersandt. In dem Begleitschreiben hebt der »vor hervor, daß den Bittschriftstellern jede« politische -jdraliege. — Trotzdem glauben wir nicht, daß sie en zu Gesichte kommen wird. ו■)•«. Das .Tourt Circular" berichtet au« angeblich Isfiger Quelle, daß die Königin ein eigenhändiges in Sachen der russischen Judenverfolgungen an »ren richten wird. sermischlr und ue»este Nachrichten. netz. In den Ausschuß zur Borberathung aller Schulhiesiger Stadt (und Borstädte) wurden rn der ersten asitzung d. I». di« Stadtverordneten Rabb. Dr. Ra hme r orzi Dr. Ros«ntha> einstimmig wiedergewäht. Hi*, 8, Januar. Line neue antisemitische Spielart wird soll sich, dem Stöcker'schen »Bolk" zufolge, demnächst Gotisch-antisemitische Partei" der Welt offenbaren. An steht ein gewister Dr. Fennhagen und, wie c« heißt, ckiner Banquier eine bedeutende Summe zur Gründung!toraan» zugesichert haben. (Die Hauptsächlichkcit dieser wird wohl in der Balgerei mit der Stöcke?sch«n und bestehen.) Ich. Der Vorsteher unserer Gemeind« Herr Tr. Jacoby, l Vorsitzenden de» Stadtverordnetrn-CollegiumS wiedergewäht. »o 8. Januar. Da» seit seiner Geburt hier ansässig« allman'sche Ehepaar feierte an diesem Tage, ivelcher zu- Geburtstag de» Jubelbräutigam» war, das Fest seiner tchzeit in geistiger und körperlicher Frische, umgeben von ern, KindeSkindern und Schwiegerkindern. An demselben die Verlobung seine» jüngsten Sohne» mir der ältesten tt und endlich traj au» Pittsburgh in Amerika die tele- »,Anzeige von der Geburt eine» neuen Enkel» ein. Das i. wurde auch durch die Bekleidung der Ehejubiläumsmedaille 1 huldvollen Glückwunschschreiben au» dem Eiotl-ikabinct des rg. Bei den JudenauSweisungen au» Rußland ad jetzt humaner verfahren. Hier eingetroffene AuSgen, daß da» russische Ministerium seit drei Wochen Maßhabe, um der Willkür der unteren Beamten Einhalt urch ist e» endlich den Leulen möglich geworden, ihre »n in Ruhe zu ordnen und ihr Eigentum zu verkaufen, sch. Unserem Glaudensgenoffen, dem Sreisphysiku» Dr.!Witz, ist von Sr. Majestät dem Kaiser der Character al» cWanitätsrath" verliehen worden. itf. (O.-Schl.) Herr Haase hat 20,(XXI Mart und ein terrain zur Verfügung gestellt, wenn da» beabsichtigte aisenhau» für Oberschlesien" hier errichtet würde. tz«ch. Der in Berlin jüngst verstorbene Herr Aittgen- «in Sohn unserer Stadt und hat die ansehnliche Summe ־־ Mk. zur Errichtung einer Altrrsversorgungsanstalt hiernmt. »t, 8. Januar. Di« seither im Dunkeln arbeitende antisemitische Bariei" ist gestern zum ersten Mal getreten. In einer von etwa 100 Personen — meist ntn Burschen — besuchten Bersammlnug hielt Redakteur eine Hetzrede niedrigster Art; insbesondere "schimpfte er über itt Presse". Nach Herrn Göttinger sprach noch ein Id Er schimpfte nicht minder krittlig auf di« Juden, die in der Welt und speciell in Deutschland schuld sei«, betheillate sich an den Schmähungen ganz in der ' Die Hias.: Gis«< Zu tan «rledigten Rabbinat in Brumath haben sich die Rabbiner Roller-Dambach, Dreyfutz-Feg«r»heim, Mayer! Lauterberg und Lazarus-Westhofen gemeldet. V«ge«8»r4. Die Bürgermeister werden Hierzuland« au» der Zahl der gewählten Semetnderäth« durch di« Regierung gewählt. Durch Großherzoglichen Beschluß vom 7. Januar d. I. wurde unser Glaubens» genoff« Julius Godchaux zum Bürgermeister von Hamm ernannt. — Di« Abgeordneten der Hauptstadt, Herr von Scherst, Simon» und Braßeur, beantragten in der Kammer die Ivprozentige Gehaltserhöhung aller Staatsbeamten einschließlich der Gehälter der katholischen nn! protestantischen Geistlichkeit und der Rabbiner Amsterdam. Die verschiedenen Provinzen Holland« haben Lber-Medizinalrätbe, welche die Oberaussicht über den öffentlichen (vesundheitSzustand führen. Als in jüngster Zeit mehrere Bacanzen ausgesüllt werden mußten, wurden durch königliches Dekret auch folgende Glaubensgenossen ernannt: Herr Dr. Kayserling in Leewarden für Friesland und Groningen, Herr Prof. Dr Stock vis in Amsterdam für Nordholland und Herr Dr. D Lohen in Affen für Oberyffel und Drenth« — Herr Dr. CH. Ali Cohen in Groningen wurde zu« Secretär de» Mcdicinalraths für Friesland und Groningen ernannt. BRdapest. Die meisten israelitischen CultuSaemeinden Ungarn» spenden dem Lordmayor von London Dankadreffen für sein rege« Lintreten für die russischen Juden. An« Vetersdnrg wird dem .Jewish Chronicle" geschrieben: ״Die russisch« Preffe ist geradezu rasend über da» Guildhall-Meettna. Die ״Rowaja Wremja" schäumt vor Wuth. Die Lage der Juden ist verzwrifluagsvoll. Ich glaube kaum, daß der englische Protest einen Nutzen haben wird. Tie Juden zittern und beten, daß er wenigstens ihre Lage nicht noch verschlimmern möge Sie haben auch Grund zu fürchten und zu beten. Ich erfahre au« zuverlässiger Quelle, daß der Minister Herr von Giers, als er von dem russischen Gesandten in» London die Nachricht über das stattgehabte Meeting empfing, es als seine Pflicht erachtete, dem Kaiser hiervon Mittheilung zu machen. S«. Majestät schlug voller Wuth mit der Faust au? den Tisch und rief dabei au»: »Wer wagt e« sich in innere Angelegenheiten meine» Reiche» zu mischen?" New-Park Line letziwillig« Schenkung des jüngst verstorbenen Millionär» Faverweather an das Mount Sinai Hospital zum Betrage von 10,000 Dollars hat einen Höheren als blos materiellen Werth. Herr F. war kein Jude, obschon er stet» eine große Lieb« für dieselben an 'den Tag legte. Seine großherzige That wi7d ihn den Herzen unserer Glaubensgenossen unvergeßlich machen. D. O. B. « Berlin» 8. Januar. (Or.-Cor) Für die 3 Berliner Logen tvar der 4. Januar ein hoher Festtag, an diesem Tage ivurd« die neue gemeinschaftliche Logcnhalle aus eigenem Grundstück lWtlhelmstr. Nr. 118) eingeweiht. Brüder von Rah und Fern waren hierzu erschienen; mehrere Schwestrrlogen!Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Dresden, Magdeburg, Posen, Deffau, Stettin, Stargardt, Görlitz, Halle, Halberstadt, Beuihen und Ratibor) hatten zur Feier de» Tage» Deputationen entsandt. Maurermstr Fränkl, der^Erbauer der neuen Halle, überreichte dem Groß-Präsidenten Dr. med. Maretzk i mit einer Ansprache die Schlüffel zum neuen Heim. Der Groß-Präsident nahm im Namen der Groß-Loge und der Berliner Logen die Schlüssel entgegen und sprach in herzlichen Worten dem Baumeister und dem Direktor Singer den Dank für ihre selbstlos« Thätigkeil aus Unter Bonritt der Groß »Loge zogen die Mitglieder und Gäste vom Festsaale nach derneuen Logenhall« und wurden bei ihrem Einttitt mit - einem vom Hrn.ProsLewandowsky gespielten Choral begrüßt. Nachdem di« Brüder ihre Plätze eingenommen, wurde vom Sänger-Chor Psalm 10 vorgetragen. Sodann vollzog der Groß-Präsident nach Ordensbrauch die Weihe der neuen Holle und knüpste daran den Wunsch, daß sie eine Stätte der Harmonie und d«S Friedens werden und bleiben möge. Herr Dr. Karpeles hielt sodann die Festrede, in der er aus verschiedenen Zeitepochcn der jüd. Geschichte nachivies, daß im Judenthum zu allen Zeiten hervorragende Gelehrte und iveisc Männer für die Wissenschaft und die Veredelung de» Menschengeschlechts gewirkt und gelitten haben. Hosopernsänger Li bau sang hieraus den Psalm 41. Die delegirten Brüder brachten die Glückwünsche der Schwrsterlogen dar. Der erste Bice-Präsident der Groß-Loge Herr S. Haagen dankte den Delegirten für die überbrachten Glucknmnsche und richtete auch Danke»worte an alle diejenigen Brüder, welche zum Gelingen de» Baue« und der Ausstattung oeigetrogen haben. Er gedachte auch des Begründers de» Okdrns in Deutschland, des Ex-Groß-Prasidenten Jul. Fenchel und seines Nachfolgers im Amte des Präsidenten der Groß- Loge Hrn. Dr. Maretzki, der mit opferfreudiger Hingebung das A«t zum Segen des Ordens weitrrführe. Nach dieser mit rauschendem Beifall aufgenommenen Ansprache wurde der erste Theil des Feste» mit tan Psalm 156 Halleluja geschlossen. Deo zwriten Theil bildete eine reichhaltige Festtafel, di« mit Reden ernst«! und launigen Inhalt» gewürzt wurde. Hieran schloß . sich ei» Ballsest, welche dt« Brüder und derrn Familien bi« zur frühen Morgenstunde harmonisch vereint hielt. Wir haben nur den einen Wunsch, daß die vielen bei dieser'Gelegenheit ausgesprochenen Wünsch« und Anregungen nicht mit den Musiktöüen verhallen, sonder» in opserfreudige Thaten nmgesetzt und zu gedeihlichen Resultaten ' führen mögen.

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