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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-02 · 1 (2.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
1 (2.1.1891)
Date
1891-01-02
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Gottesdienst halten sie täglich in einem jiwnct ab und einen Friedhof besitzen sie bereit». — lomsten (68 Familien mit 670 Seelen) klagen über den «agel an nüthigen Ackergeräthen und verlangen Erlösung dem unwürdigen, sclavenähnlichen?lbhängigkeitSver» hiltnisse, in welchem sie zu den Eigenthümern des Landestehen. (Die Colonie liegt in der Provinz Santa Fö und .besteht durchwegaurussischen Emigranten.) Kermischlr **> «e«rste Wschrichtr«. KMrlin. (Cr.'dor.) Die Okmeitx B ne Brith und besonders Da» Mn Vnrt- Der StaaGrath hat in Bezug ans dal Rekrutirung»» gesetz di« Entscheidung ' " “ Spitze eine» R zu di-pensiren die erkleckliche Summe von 28,629 Are». Allcktee. Di« beiden Rabbiner, welche den Bann über einen uu - befugten Mazzes-Bäcker verhLngt hatten, wurden zu 200 und 100 Are». ־ ־־; lOOOf — werden sollte. Sogar mitten im Schulhalbjahr wird häufig!lnfnahme von Kindern in die Religionsschule nachgesucht, was hier freilich ebenso wenig berücksichttgen läßt, wie in anderen gutgerichteten Lehranstalten. Berlin. Dem Herrn Musikdirector Lewandowski wurden jüngste״ Sonnabend au» Anlaß seine« Ehrentage» sowohl von!»rationell als auch von Privatpersonen zahlreiche Ovationen und Geschenke dargebrachi, während der Passer ihn durch die Beriet de» Titel» Professor auszrichnrte. Zur Feier de» Tage» «ine von Sönnern und Freund« in den Sälen der Gesellschaft der ade veranstaltete Aeftlichkeit statt, welche mit der Aufführung von »fitionen Lewandowski't eingeleilet wurde und einen L derart» ollen und würdigen Verlaus nahm / L. DoeOhe», 28 Dez. (Or.-Corr) S«(bst In polittsch sehr ähigt liberalen Kreisen erregt di« Berufung Stöcker» zu einem Itlichen Bortrag im hiesigen conservattven Verein große« und gerechte» n G» wird nun doch wohl den Herren, di« sich hier zum Ratio- «ralismus bekennen, dt« Erkenntnis ausgehen, daß ein Bündniß »Kartell) mit Leuten, di« noch nach den Ereignissen der letzten Zeit, sozialdemokratischen Racenhaß-Prediger zu einem Bortrage «innur ein ungesunde«, unnatürlich^ sein kann Baßen, 16. Dez. Ein gewiffer Kratz hatte nach einer an die »te H. und L. Wallach in Alsfeld geleisteten Zahlung an «ine Postkarte folgenden Inhalt» geschrieben: .Anbei schicke den Betrag mit Mk 221.68 und will Sott danken, daß e»!Ätzte ist, welche« Sie von mir erhalten, und wünsche Ihnen ffmit «ine glückliche Reise nach Jerusalem. Achtung»- K- Kratz." Aus seiten» der Kaufteute W erhobene Privatklagc da» Haupwersahren öffnet. Ter Bertheidiger de» Angeklagten 1 Heltend gemacht, daß in den Schlußworten keine Beleidigung liege, 1 damit den Juden etwa» gewünscht werde, wonach sie alle strebten hiermit an di« Glanzzeit ihre» Volke» erinnert wurden. Da» Jtrid»t hatte jedoch den Thatbestand de» K 185 al» vorliegend et, indem au« jener Kundgebung di« Absicht de» K. seine Ber- und Geringschätzung den Laufleuten W. auszudrücken, au» Ilwiffen, unter denen die Karte geschrieben wurde, klar her- Außerdem komme hinzu, daß In jener Gegend die antisemitische sehr im Schwange fei und di« Postkarte eine solch antisemitische sei. Tie Strafkammer schloß sich der schöffengerichtrürtrilung in jeder Beziehung an, und verwarf die Beiug de« Angeklagten. , itt! 18. Dezember. In der heutigen Sitzung der Repräscnwnrd« Herr Rabbiner Tr. Basis reu nd aus Tainowitz rin- Ober-Rabbiner gewählt. 1 stabt, 29. Dez. (Or.-Eorr.) Die älteste Bewohnerin un- /Stadt, di« lrdige Israelitin Charlotte Hirschbrandt, genannt slr, hat gestern früh im Alter von IVO Jahren da» Zeitliche ge- Seitdem sie vor einigen Wochen ihren letzten — hundertsten üstag feierte, welche» Ereiguiß sie sehr aufregte, fand dieselbe Aren de «ehr am Leben und wünschte sich täglich den Tod herbei, tttmehr auch ihren sehnlichsten Wunsch erfüllte. Dir Verstorbene, in dem benachbarten Sansenheim geboren war, zeichnet« sich im burch einen allzeit offenen und ehrlichen Charakter aus, verw» mit einer oft an'» Komisch« grenzenden Naivität, wovon manch lerndr» Stückchen im Kreise ihrer Bekannten cirrultrt. Ihre nur lg« Jahre jüngere Schwester, die vor mehreren Jahren verist, bezeichne«« sie gewohnheitSgemäß stet« al« .Kind". Gegen mit eiserner Lonsequenz mit unserem heutigen in, welche «rungrn unserer Zeit verhielt sie sich und lebte sie in»brsond«re auch stet» aus gespanntem Fuße. Bei ihrem Einkäufen, ktorbene noch bi» kurz vor ihrem Krankenlager stet» selbst denie sie nur .Kreuzer". Bi» zu ihrem Ende besaß sie er-!ich gute» Sedächtniß, insbesondere für ihre Wohlthäter. — Erdurfte noch sein, daß di« näheren Anverwandten der 1, gleich ihr, fast all« ein patriarchalische» Alter erreichten: wurde 106 Jahre, di« Mutter 91 Jahre, eine Schwester und ein Bruder 80 Jahre alt. dffentliche Wohlthätigkrittwerk «hielt zur Be- «, von ban Hause v. Rothschild 100,000 Are». an die Knien in Strafe, zu 1ÖÖ0 Frr». Schadenersatz und zur Jnsertton de« Unheil» und in dir Kosten verurtheilt. Die Verunheilten legen Berufung ein. tztom. Di« Kammer weist jetzt neun jüdische Mitglieder ans — die größte Zahl, welche jemals im italienischen Parlamente saß. Sech» derselben gehörten bereit» der letzten Kammer an, nämlich dt« Herren Alrtb, Cavalieri, Francheiti, Levi, Luzzatti und Jacnr — Reugewählt wurden: BaronTreveo, Marco Tonato und Barzilai, letzterer in Rom. Sgr. Maurogonato wurde durch königliches Teeret zum Senator ernannt. -kvM. Nachdem nun auch der Commandeur Herr Emauuel Artom in die Deputirtenkammer gewählt wurde, haben 10 unserer Glaubensgenossen Sitz und Stimme in dieser gesetzgebenden Körperschaft. Der Senat, deffen Mitglieder durch den König ernannt werden, zählt 7 jüdische Mitglieder. — Bei Eröffnung des neuen Parlament» durch den König erklärt« dieser, daß er mit der höchsten Achtung der Gewissen»- sreiheit, ivclche unserer Zeit zur höchsten Ehre gereicht, die Religion seiner Väter aufrecht erhallen wolle, ohne die freie Ausübung aller aiideren Religionen irgendwie zu beschränken. London. Am 20. December starb Herr Salomon Henry Godesroi, Kensington Garden Square, im Alter von 75 Jahren und wird sein Tod in de» verschiedensten Kreisen tief bedauert. D« Verstorbene, der einer angesehenen holländischen Familie entstammte, war mit einer Tochter de» verstorbenen Edward Emauuel Micholl» ver» heirathet Nachdem er mehrere Jahre al» Kaufmann thftig war. wurde er Sekretär einer der größten russischen!Dünaburg-Wttebskj ng ihrer DI Eisenbahnen und hatte sich der besonderen Achtung ihrer Direktoren zu erfreuen. Zur Familie Godefroi's zählt ein Kreis hervorragender Advokaten. Sein Bruder war der bekannte holländische Justizmtntster und sein Reffe, Herr T 8. M Asser, ist einer der ersten Recht»- grlehrtcn Holland». Sein Sohn, Herr Henry Godrsroi, ist Ritalieb unsere» Kanzleigerichts und hat sich durch Herausgabe mehrerer juristijchen Werke einen wohlverdienten Ruf erworben. London» 11. Decemder. Ter Herzog von Westminster theilst auf dem Protest-Meeting u. a. mit, die Baronin Bardeit-Couth« habe vorgeschlagen, daß eine »iindgroung der Frauen England» zu Gunsten der Juden in Rußland veranstaltet werden solle; er schlage eine solche Kundgebung seiten» der Frauen aller civilisirten Länder vor. London. Bei dem Samstaggottesdienste am 6 Dez. wurden di« Spenden zur Erinnerung an die verstorbene Lady Roseberry der Central» synagoge, der Great Synagoge und derjenigen Edinburg'S gegeben. Die - Ceniralsynagoae erhielt 2600 Frr» im Namen de» Lord Roseberry nnb die .Great" die gleiche Summe im Nomen der Familie v. Rothschild tzkew-Gork» 19. December. Die Zeitungen veröffentlichen ein . Schreiben de» Cardinal» Gibbon», in wrlchem dieser die Verfolgung der Juden in Rußland ttes beklagt. Der Erzbischof von Baltimatw sagt in demselben, daß e> nicht begreifen könn., wie Christen Gefühlt«( der Lieblosigkeit gegen die Juden hegen könnten, die der Welt dal», , Alte Testament gegeben, in welchem zu allen Zeiten sowohl Christen.^ al« Juden ihren Trost gesunden haben Seine Eminenz schließt da». v Schreiben mit den Borten: .Der Umstand, daß Christus und seit« ' (■'te gedenedeietc Mutter dem Fleische nach Juden waren, seffelt mich auf-, ,A Innigste an diese Race." - ״'•••T v. 0. B. B. St. L»ni<. Die Leiter des Orden» B'ne B'rlth beschäft sich augenblicklich mit einer Angelegenheit, welche e» verdient, von Brüdern in andern Theilrn des Lande« nachgeahmt zu «erden, berufen Massenversammlungen, um dieselben mit den Zielen de- _*4 ■ in den letzten Jahren haufenioeise in den größer» Städwn sich anK» sammelt haben, »u sichern. Vor un» liegt ein in deutscher Sprache, mit hebräischen Lettern gedruckte» Circular, dessen Inhalt besonder».! Orden«» ged . , an dies« Klaffe gerichtet ist. Da« ist in der That die ivahre thätigkeit, dem wohlthättgen Einflüsse de» Orden« diejenigen uns«« Brüder zuzusührrn, welche der Bildung am meisten bedürfen. ES ist diese» derselbe Zweck, welcher der Orden vor 60 Jahren in» Leben gerufen , hat. Da« fernere Gedeihen deffelben hängt mehr von der treuen Ar» ' füllung dieser Pflicht ab, al» von der Erledigung der Frage der kost» ׳ spieligen Lebensversicherung und W.ttwengelder. Man kann von diese» Männern nicht erwarten, daß sie jährlich 26 Dollar bezahlen werd«, . eh« sie einmal so weit mit den Orden(verhäitniffen vertrant find, daß sie selbst die Nothwendigkeit einsehen, wenigsten» zur Versicherung ihrer Frauen im Fall« ihre» eigenen Ableben» bestimmte Opfer bringen zn müssen. Bor allen Dingen «ber sollte man sie veranlassen, sich ihren Glanbensgenoffeu in den allgemeinen Ordensbestrebungen angw» schließ». Diese» fruchtbare Gebiet der Orden»thätigkeit wird ׳ oaun die baldine Besrrnndang mit der freiwilligen nicht oblst td-An-clegnAeit al» mnmnEche Sothwmt»« | . a -

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