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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 51 (1890) · p. Seite 200

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
51 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 200 (sequence 4)
Language
German
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'■”ii *" mchr mtc rin schreLnhe» ttaafM? f_ r.i;k £i**rfpannt$rit, d« Grille rtnrt reichenHern«. „Fürihn ist r« ei« Spaß, mich von allem zu trennen, wamir lieb und theuer auf Erden; grausam, herzlos ist es und ich werde es nie zugeben." Alle Wohlthaten, die Marmorbein für jfn-en Sohn schon gethan hatte, verloren nun in ihren Augen an Werth. Am nächsten Tage begab sich Lea zur bestimmten stunde zum Banquier. Marmorbcin ahnte, daß ihm kein kleiner Kampf mit Lea's Eigensinn bevorstände und war darauf gefaßt. Es gelang ihm auch endlich Lea zu beruhigen und ihre Befürchtungen zu zerstreuen. .Wenn Moischel. in ein fremdes Land kommt", beschwichtigte er sie, so soll er nicht unter fremden Menschen weilen. Er wird bei guten, ehrlichen, streng religiösen Israeliten, bei meiner Tante, welche kinderlos ist, und die mit ihrem alten Manne in der Nähe der Musikschule tvohnt, sein. Er wird auch die jüdische Religion heilig halten, da seine Witthsleute gottessürchtig sind". Schließlich gelang es auch Marmorbcin, Lea auseinanderzusetzen, daß Mvischele's Stimme eine besondere Gabe der Natur sei, die entwickelt, geschliffen, auSgebildet werden muß und daß man auch einen Diamanten bearbeite, bis er sich zum theurcn Edelstein gestalte und auch die schönste Stimme ohne Ausbildung an Werth verliere. Von feiner zukünftige», künstlerischen Karriere sprach der Banquier nicht, in der richtigen Voraussetzung, daß dies in den Augen der Frau nicht nur kein wichtiges Argument sei, sondern das Gegcntheil bewirken könnte. Lea kam zwar noch ein wenig betrübt, aber doch beruhigt nach Hause; versprach ihr doch auch Marmorbein, daß Moischele die Sommermonate bei ihr zubringen und das Studium nicht zu lange dauern werde. Ter Lampenmacher Dinerstaub und Frau beglückwünschten Mutter und Sohn, prophezeihtcn Moischele die beste Zukunft. Die Ausstattung besorgten beide Frauen. Marmorbein hatte dazu Geld gegeben. Sie fanden zrvar keine passenden Sachen, sie wären alle zu weit und auch nicht so fest genäht, wir cs Lea ivünschte. Tewora sprach fortwährend von ihrem prächtigen zukünftigen Schwiegersöhne, wie sie Braut und Bräutigam unterstützen wollten, wenn er vom Auslande kommen und bevor er die Cantorstelle bekleiden wird. Ja, welch' reizendes Pärchen dies sei» wird. Wenn auch Moischele die ganze Welt bereisen wird, so findet er keine hübschere Frau. Selda ist ja eine blendende Schönheit. Wie wird aber Moischele ausschen, wenn er diese Kantorschule beenvct hat, er ist ja jetzt schon ein nobler Junge. Ach, wie glücklich ich unserer Kinder wegen bin! „Danke Ihnen, Tewora, für ihre wohlwollende Gesinnung. Ich werde Jbre schönen Worte nie vergessen. Gewiß werden wir uns verschu.'ägern, mögen nur unsere Kinder heranwachsen." _ (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Familientisch. Eine ge«i«le Ader. .UnivcrS. Jör." bringt unter dieser Aufschrift folgenden Brief eines russischen Talmudgelehrten, der seine Tochter verheirathen wollte und kein Geld hatte und sich deshalb an Freiherrn v. Rothschild tvandte: .Edler Baron! Ich bin Talmudist, aber arm. Meine Tochter ist heirathsfähig, aber ich besitze keinen Kopeken, um ihr etwas mitzugeben; ich brauche 5000 Franken. Sie können mir dieselben ganz bestimmt leicht geben, aber, wer bin ich, um eine derartige Gunst von ihnen zu verlangen? Wohlan, mein Herr, ich will Ihnen ein Mittel, mich glücklich zu machen, angeben, ohne daß Sie dadurch Ihre Börse erleichtern. _haben auch eine Dichter p>« verheirathen. § den ihr 8 Millionen zur Mitgift. Verringern Sie d« umme um 5000 Franken, die rch bedarf. Är Schwiegersohn wird dadurch nicht ärmer und wird sehr damit einverstanden sein. Das wird für sie beide kein Unglüch für mich aber ein großes Glück sein, oder wie der Talmüd sagt: -non «S nn nru m." (Diesem nützt'«, und jene«.^ schadet's nicht.) Ob der Baron diesen Rath befolgte, wissen wir nickst- Za» der tatmadische» SageaLaade. Bon Lehrer Una ln Hanau. 1. Der Vogel Lhol (Phönix). Rach Genes. 3,6 gab Eva allen Thieren von der Frucht, welche' sie von dem Erkenntnißbaum gepflückt halte. Durch den Genuß dieser D Frucht hatten dl« Thier« nach Eva« Sündensall alle Strafen zu er», warten, welche die Mutter aller Lebenden durch ihre eigen« Verschuldung traf. Rur ein Bogel mit prächtigem Gefieder empfand von di.-fer Strafe nicht«; denn er achtete nicht auf Eva'« verlockenden Ruf undblieb ruhig und bedächtig auf den Zweigen de» Baume« sitze», Ang . seinem behaglichen Reste rief er der liebevollen Mutter zu: »Willst du mich auch dem Verderben weihen, wie du alle Wesen betrogen hast"? Du willst mich verleiten, »das göttliche Gebot zu übertreten"! Ru» erschien Gvtt selbst und sprach zu allen Gesetzübertretende» de» Fluchs au«. Zum Bogel aber sprach er: »Weil du der Stimme der Verführ»; rin kein Lhr geliehen hast, sollst du vor jenem Fluche bewahrt sein» und auch deine Rachkommen sollen nicht den Krankheiten und de« Tod« anheimfallen". Diese» Bogel« Ramen ist Ehol, der nach tausend Jahren in dem Reste, vom Feuer verzehrt, zu Asche wird, in welcher» sich «in Et bildet. Aus diesem Ei entsteht ein junger Lhol, der frei in den Lüften umherflieg«, nach den Worten Jjob« Lap. 29,18: „Mit meinem Rest« iverde ich"sterben, und wie der Lhol (Phönix) mehren^ meine Tage. (ctr. Berefchit rabba Lap. 19 Jalkut, Äenefi« Lap. 22. L, Aruch s. v. Lhol. Im Talmud: Synhedr. sol. 108 d ist der Ram« de« Bogel« .Urschina".) _ (F. {.) Der Will« als Vorstellung. In einem ungarische» StIM* chen lasen jüngst die Einiovhner an allen Ecken auf einem Pleckat folgend« Ankündigung: .Heute Abend will ich, Lhaim Schlau»^ i» Lokal zum blauen Löwen in eine kleine Bierflasche steigen. Eintritt 60 Kr. Anfang der Borstellung 7 Uhr.» Am Abend ist da« Lokal von Rrugierigen überfüllt.. Prtz«» sieben ersiheint Lhaim Schlaume, der die reiche Einnahme in Sicherheit gebracht, mit einer Bierflasche auf dem Podium uud bcglaat: ,^oH>eehrte« Publikum, hier ist die Bicrflasrhe, in diese Flasche »dt dem engen Hai« will ich jetzt steigen, aber, Sie sehen, ich — kann nicht." v.;- Niithjel-Aufgaben. ^6*» (T I. Amlsches Komonym und ^ogogristy. Bon 0. in R. Zwei Städte sind mir wohlbekannt, Genau wie sie heißt auch ein Fluß; Mit letzter Silbe umgelvand« Und angefüget an den Schluß, Renn' ich da« Land, Wo ich sie fand. VI. RabbinifcheS Synonym Die Weisen haben un» gelehrt, Wa« au« der Lösung man erfährt: Mit R e« da» «ug' erhellt, Mit jfl erleuchtet «» den Geist; Wer beide Zeichen richtig stellt, Kann sage» wie da» Wortpaar heißt. E« spielt, wie man'« auch deuten wolle, Am Lhanuka die größt« Rolle. Austbfurrg brr Pälhsel iu »sr. Kr. I. Sleasar (Matatia'« Sohn), Elenfn (da« Schlachtfelds welchem Juda Makkabi den Heldentod starb.) EL pj (Fisch), ‘f =» 60, $ölbtrt n3,25; uud nun 71 >», > (Weitheit) vorgesetzt, giebt: .N2VN HL TteJ (Weberbaum, 1. «. Sa«. 17,7); .fltta Leranlwortlicher Redaetrur: Dr. M. Rahmer, Wl^debnr^ Druck: D. L Wolfs, Magdeburg. Verlag: »ober« Fries«,

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