Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 49 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 4)
- Language
- German
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tti« Bo« £ufc»ig Frank. Löbele hatte einen Milkhhandel begonnen und erwarb sich bald durch seine Geschicklichkeit tu der Verdünnung der Milch mit Wasser ein beträchtliches Vermögen. Das durch den Milch- oder besser Wasserhandel erworbene Geld wechselte er um in lauter Gold und machte sich dann auf, um nach Amerika zu reisen. Auf dem Schiffe zählte Löbele Fürth jeden Tag seinen Reichthum und freute sich am Glanz des Goldes, während er schlief, legte er jedesmal die Geldkatze unter das Kopfkissen. — Ein Affe, der auf dem Schiffe mitfuhr, beobachtete längere Zeit das Treiben von Löbele; einmal, als Löbele schlief, nahm ihm der Affe den Geldsack unter dem Kopfe weg uud kletterte damit auf die höchste Spitze des Mastbaumes. Als Löbele beim Erwachen seinen Schatz in unerreichbarer Ferne in den Händen des Affen erblickte, rief er durch fein Wehklagen alle Mitreisenden auf das Perdeck. — Ter Affe hatte inzwtschen ein Loch 'in den Beutel gebissen, ergriff ein Goldstück, drehte es einige Mal und warf es dann hinab in die Meersluth. Ein Goldstück nach dem andern ging denselben Weg und nur ganz wenige Goldfüchse fielen auf» Verdeck nieder. Mitleidig lasen die Passagiere die wenigen Goldstücke, die aufs Verdeck gefallen waren, auf, und brachten sie dem armen Löbele. — Löbele hatte geweint und gejammert, als die ersten Goldstücke ins Meer geschleudert wurden, allmählich aber heiterte sich sein Antlitz auf, und in der Haltung eines gottbegersterten Sehers mit verklärtem Gesichte unter seinen Mitteisenden dastehend, sprach er mit stoischer Ruhe auf die vom Wasser verschlungenen Goldstücke hinweisend: „Von Wasser bist Du gekommen, zum Wasser mutzt Du wieder gehen", und er zog sich zurück in seine Schlafstelle. * * Mit den wenigen Goldstücken, die ihm geblieben waren, schiffte sich Löbele Fürth nach seiner Ankunft in der neuen Welt wieder nach Europa und in die altt Heimath zurück. War er auch jetzt gänzlich vermögenslos, so störte das seine gute Laune nicht. Er hatk seine ärmliche Wohnung in einem kleinen Häuschen neben einem Wirthshaus aufgeschlagen. Eine» Tage» ging er zu dem Wirtbe und that sich gütlich an Speise und Trank. Al» es aoer an» Bezahlen gtn& hatte Löbele Fürth fast gar kein Geld bei sich. Der Wirch wollte sich schadlos halten und so mutzte Löbele mit seinem Rocke, nach anderer Sage sogar mit seinem ganzen Anzug, bezahlen. — Tief zerknirscht sann Löbele, wie er sich an dem Wirth rächen unv zugleich andere Kleider sich verschaffen könne. Bald kam ihm ein rettender Gedanke. — Für den einzigen Groschen, den er noch besaßt kaufte er sich ein Körbchen mit Welschkorn (Mai») und ging datin in den Hof des WirtheS. Durch einige Körnchen, welche Aöbele hinwarf, war bald die große Gänse- und EntttrHaar de» Wirthe» versammelt, und e» kostete Löbele keine Muhe, durch diese» Lockmittel die Gänse mst sich bis in seinen Hau stur zu bringen. Al» er dort mit seinem Gefolge angekommen war, leerte er den hocherfreuten Vögeln da» ganze Körbchen Mai» vor und stellte, um Verdauunasbeschwerdm zu verhindern, einen Napf voll frischen Wasser» dazu. AlS nach freudigem lebhaften Gegacker das Mahl beendet war, schloß Löbele Fürth die Thüre und forderst seine Gäste mit verbindlichem Lächeln aus, zu bezahlen. AlS er keine Antwort und auch kem Geld erhielt, sprach Löbele: „Jetzt müßt ihr eben auch, wie ich, Euren Rock bei mir lasten" — sprach'» und rupfte allen Gänsen und Enttn der Reihe nach die theuren weichen Flaumfedern au», dann entließ er die dalbnackten Vögel. — Als der Wirch ihn darauf verklagte, soll die VerthetdigungSrede Lübele'S so überzeugend gewesen sein, daß der Richter chn freffprechen mußte. m.) w. remftelweitze. nttiwp Licht trab Schutz i» Sturm trab Statt» Dir Ewiger ziemt Lobgesang, Erbaue meiner Andacht Hau», Don bring' ich Opfer dar zum Dank, Zur Zeit, da e« durch Dich gelang. Dem bösen Feind, der frei und stank, Für seinen Hohn Verdienten Lohn Zu zahlen; dafür tönt mein Sang. Endlo» war der Seele Leid, In Kummer schwand dahin die Kraft, verstöret ward de« Leben« Freud' I» Sglah'« bittenr Knechtschaft. Durch seine Hand, stet« hilsbereit. Hat Gott au» Knechtschaft mich befreit, De» Pharo Heer In« tiefe Meer Bersntkle die Gerechtigkeit. Er sühne mich in« Vaterland, An Stuli’ ward nimmer ich gewöhnt, vertriebe« durch der Feinde Hand, Ward ich im fremden Land verhöhnt. Seil fremde« Götze» ich gestöhnt, Zn Wahnsinn meinen Gott verhöhnt Zur Heilgen Stadt Geführt mich hat Der Ew'ge, al« er war versöhnt. Weil fallen wollf Hamdata« Sohn Der vergcypresse hohen Stamm, Empfing er den verdienten Lohn, Dunh Hochmut er zu Falle kam. E« ward vertilgt de« Feinde« Rom', An Mord'chai seine Herrschaft kam. Agag» Geschlecht Mt Fug uud «echt Am eig'nen «algenholz umkam. Ausstand wider mich al«bald Der Syrer frev le» Köniatbum; Zerstört ward rasch de« Feind'« Gewalt, Dahin war seine« Reiche« Ruhm. Der Ha«mo»«er Sasfenthum Hat neu gnveiht da« Heiligthum; Die Seifen dann Sie setzten an Die« Fest zu «ottc« Prei« und Ruhm! Kitthsel - A«fGske«. --«»«Lck-Aäthset. I. De«1sche» «srtttthsel. von M. L. Mit Kops und Fuß bin ich de« Feste» Seele, I ch bleibe, wenn auch Beide» an mir fehle Doch fett Du mir al« Kaps van Lhanuka die Seel' Dann «n ich nicht, «m rache, ge? nicht fehl. 1L Hebräische« BUchstiteArättzsel. von ▲. K. i« London. Die 1 und 8, wenn umgedreht, Al« unbestimmte Zahl Kr seht; » 4 dach giebt genau Euch an, » Wenn beide Ihr »usammenzllhlt. Wieviel in Summa Jedermann Am ikhanuka zünd't Lichter an. Der Schaunne« wird nicht mitgezahlt. >«* Kitthfel i» »«. Kl L q; (Jam — Meer); mar; Jammer. IL Jj5Jf> (Krug); Kann' (englisch onv). 8. TJ (Eimer); fjrjj («nbin.) Verantwortlicher Hcbactevr: Dr. M. Ka|met, Magdeburg. Druck: D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag: Robert Friese,