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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 47 (1890) · p. Seite 188

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
47 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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lich vohlwollend ffttfte ihr da Löbele auf di« Schulten» und sprach: .So mußt Du sa^e».' Al» ihm di« Frau nochmal« versichert«, die Gans sei nicht mehr da, lobte er sie, daß sie ihre Rolle so gut spiele, und der Schlußsatz war immer wieder: .So, gerade so mußt Du sagen.' (Schluß folgt.) Lamuel Tolomovowitfch Poltakost. Der verstorbene S. S. Poliakoff war bekanntlich Geheimer Staatsrath. Für einen Juden, der eS zu dieser hohen Würde gebracht hat, ist dies der glänzendste Beweis, wie wichtig die Dienste gewesen sein müssen, welche er dem Staate geleistet hat. Poliakoff s Dienste waren auch in der That außergewöhnlich bedeutend. In dem letzten Kriege Rußlands mit der Türkei bedurfte der Staat zur Trupvenbefvrdcrung einer Eisenbahn von Blender nach Galatz, die in 40 Tagen hergestellt sein mußte. Lokale Verhält« niste und die bedeutende Erfernung legten dsm Bau Schwierigkeiten in den Weg. welche in der zugemesicnen Zeit zu überwinden fast unmöglich schien. Poliakoff unternahm daS Werk und leitete es derart, daß es in der vorgeschriebenen Zeit zu Ende geführt werden konnte. Er hatte dabei doch nur das Interesse deS Staates, welchem er diente, im Auge und entledigte sich seiner Aufgabe, wie man sagt, mit einem Verlust von 4 Millionen Rubel. Poliakoff's Philanthropie kannte keine Grenzen. Und wie verstanden die Russen, sie zu würdigen? Er hatte z B. in Petersburg eine mit allem möglichen Comfort ausgestattete Anstalt errichtet, in welcker arme Studirende unentgeltlich Kost und Wohnung erhielten. Alles ist in derselben nach dem großartigsten Maßstabe eingerichtet und eine große Anzahl Studirendcr genießt die Wohlthaten derselben. Doch nicht rin einziger Jude kann dieser Begünstigung theilhastig werden, denn nur in seltcncn Fällen ist es Juden gestattet, ihre Studien in Petersburg zu betreiben; diejenigen aber, welche die Erlaubnis dazu erhalten, verdanken dieselbe einer mächtigen Protektion und gehören in der Regel einem solchen Stand« an, der auf derartige Wohlthaten keinen Anspruch zu machen braucht. Folgende THotsache zeigt ebenfalls die rusi. Undankbarkeit (der Verwalter der Anstalt zu Gorlovka) in ihrer gaiizen Abscheulichkeit. Poliakoff hatte Gorlovka zur Errichtung eines mineralogischen Instituts gewählt, weil er zu jener Zeit in der Nähe ausgedehnte Minen hatte. Er konnte keinen besseren Platz zur Ausbildung von Mineralogen wählen als diesen, wo die Zöglinge gleichzeitig mit dem theoretischen Unterrichte sich praktische Kenntnisse erwerben konnten. Wir wistcn nicht, ob die Minen heute noch Eigenthum den Familie Poliakoff sind, oder ob sie in fremden Besitz übergegangen sind. In jedem Falle aber war die Summe welche er zur Gründung des Institutverwendet hat, eine sehr beträchtliche. Und der Lohn dafür, daß er dieses Institut geschaffen, besteht darin — daß Studirende von seinen Glaubensgenossen fast ganz von dem Besuche desselbcn ausgeschlossen sind. .Tie Sprüche Salomo'S in der rabbinifcheu Literat«' betitelt sich ein neuer Beitrag des Herrn Schechter in London zur Volkskunde. Er giebt Text und Uebersetzung einer bisher unveröffentlichten Version der angeblich von der Königin von Saba an den .weisen König' gerichteten Kreuz- und Querstagen, mit denen sie ihn zu verwirren hoffte. Der letztere irdoch bleibt nie eine Antwort schuldig und gewinnt auf diese Art die Bewunderung seines erhabenen Gastes. Einige dieser Räthsel sind sehr geistreich, wie z. B.: .WaS ist das für ein Land, das die Sonne nur emmal gesehen hat?' Antwort: .DaS ist der Boden des rochen Meeres an dem Tage, als es sich für den Durchzug der Israeliten theilte.' ■ ttfetfei fit de» gs»«1lie«tifch. Wie dem Stöcker einmal da« Abhalteu eij Gottesdienste« von einem Polizei - Wachtmeister unt wurde. — Ein Stadtmisffonar kam auf den Gedanken,1 aotteSdienste einzufahren, wozu er auch die Erlaub Polizeibehörde erhielt. Diese Andachten fanden bei Schiffern großen Anklang und waren daher auch stetig besucht. Die Einführung dieser kirchlichen Neuerung damals in gewiffen Kreisen daS Gespräch deS Tage«, war an einem Winter-Sonntage, als mehrere Gäste aat hohen Aristrokratie am Wasierthorbecken erschienen, um ei« solchen Schiffsgottesdienste beizuwohnen und den Miss predigen zu hören. Der Stöcker hatte sich auch eingefu FlugS zog er seinen Pelz aus, aber in dem Augenblicke, ali er mit seiner Rede beginnen wollte, verwehrte ihm Polizeibeamte daS Predigen. Der Missionar predigte nun über daS Gleichniß vom Gichtbrüchigen, der da auf *“ sein Bett nahm und heimging. Hwrbei^versprach sich ad der Missionar (man meinte mit Absicht), denn er sagt«: .Und der Schiffbrüchige stand auf, nahm seinen Prlß und ging heim!' (Der Missionar hieß Albert Atropä. ist der Begründer und erste Prediger der .Neukirchtgx gemeinde'.) _ Herr, hakt' eia mit Teile« Segen. Abraham Joseph, dessen Wochenverdienst 2 Pfand Sterling betrug, debattirte eben mit seiner Fmu, web' Namen sie der so eben geborenen achten Tochter sollten, als zufällig Onkel Ben ins Zimmer trat, möchten sie wohl Diana nennen, Onkel', sagte Ab .Diana!' knurrte der alte Mann. .Ich würde' (es ist genug) nennen. Nreijprachiges MSrterrälhset Bon 6. in R. Da« Won ist echt hebräisch; Doch schreib« deutsch rt hin. Und denn auch aus französisch Den unverfälschten Sinn. In beiden nun vereint Ein deutsche« WoN erscheint, Da» Mancher schon wohl kennt, Wenn er die ersten nennt. Mög' Sott un» stn» bewahren, Da» wir e» nicht erfahren! Zwei SilSenräthsel. Bon A. K. in London. 1. (dretfprmhl,.) Sieht man» hebräisch und vereint, Al» ein lSesäß «» un» erscheint; Doch zeigt'» un» zwei, wen» wir e» trenne». Ob deutsch, ob englisch wir sie nennen. ,. ihedrttsch). ««trennt e» zwei «esäße find, Di« man in jedem Hause find't; Doch werden sie, wenn sie sich einen, Al» schöner Edelstein erscheinen. S. iLttfUifttttg der Kiitlßfel i« »*r. JUp* LSI« Hns« (Bebenslufi der Em»); de« Hase. U. fxp? .seine Zumrficht- (Hiob 8.14) der Monat, an beste» 85. Zagt da» achttägige < fest beginnt. Verantwortlicher ßtedacwnr: Dr. »t. »ahmer, Na^rhnr^ »enck: %. A. BuMgrZsWgaHrlrs«,^

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