Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 47 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Heraulgegeben-von Dr. 9L >«h«rr in Magdeburg. |it 1« tfr|dlli*§ ml Krlrhnm str die israelttische Fmilie. —, Zu Lhanuka. — Wa» > ich den kleinen vom Weihnacht-feste erzählte. Louis Abraham, Lehrer in Sohrau O.-Schl. — Ein Smnrtlt * Russische Beschichte. — Bin jüdischer Eulenspiegel, von Ludwig Frank. — Samuel Solomonowitsch Poliakoff. — Di« Sprüche " * Galomon» in der rabbinischen Litteratur. — Allerlei für den Familitisch. — RSthfel-Aufgaben. — Räthsel-Ausläsungen. M»»ek»,«rr Rachdrnck m »tesr« Blattr tst »Rtcrsagt.) Zu Lhanuka. I. MaltiSjah«. Es tobt und braust die wild« Schlacht, Es kämpft des Syrer» Uebermacht Wohl gegen die Rebellen, Die nicht gehorcht des König» Wort, Da er befahl am heil'aen Orr, Sein Standbild aufzustellrn. Wie? leisten sien och Widerstand? Sind'» Krieger denn au» Sparta'» Land, Di« also tapfer kämpfen? Ist'» denn ein krieg-geübte» Heer Und wohlgeschul«, daß e» so schwer, Den Aufstand schnell zu dämpfen? Rein, Juden sind e», und der Mann, Der dort im Kampfe stet» voran, Der Mann, da» ist ihr Priester; Er, der dem Frieden immer hold, Der seinem Bot« nur dienen wollt'. Hier Schlachtenblut vergießt er. Obwohl ein Breis, doch voller Kraft, Die ihm der Blaub«n»muth verschafft, Sein Schwert schwirrt durch die Reihe», Und neben ihm im Heldenkampf, Sein Beistand sonst beim Lpferdamps, Fünf Sühn' im Lebensmaien. Der Feind, der wanket, «eichet, flieht, Wo er die Priesterrecken sieht, Hat sich zur Flucht gewendet. Der Priestergrei» kntet nieder dort, Und spricht zu Bott da» Danke»wort: .Du hast'» zum Heil gewendetI" II. Tie Schlacht bei vethorou. Wir »rosen dem Syrer, wie stark seine Macht! Richt weichet vor'm Feinde di« treuliche Wacht Der heiligen Botte-gemeinde! Starb gleich unser Bater, der sonst un» voran, Er ging al» ein Sieger zum Himmel hinan, Der Priester, der Schrecken der Feinde. Der Feind ist gekommen mit zahllosem Herr, Zwar führt un« Mattisjah, der Recke, nickst mehr. Doch leben fünf Sühne de» Alten. Boran zieht un» Juda, sein tapferer Sohn, Den Feinden ein Schrecken, ein Hort der Ration, Die stet» Botte» Banner gehalten. Und Simon und Jonathan, Jochanan wild, E» klirren die Klingen, sie schwingen den Schild, Die Schwerter schwirren un» flirren. Eleasar Havaran, Du bleibst nicht zurück, Du unsere Hoffnung und Du unser Blück, Hau'st ein in die Schaaren, die wirren. Kennt Ihr Bethoron? Der Rame klingt «eit, Da schlugen wir Seron in blutige« Streit, Sein Leien mußt' er un» lassen. Wie Blitzesstrahl find wir vom Felsen gesaust. Wie Donnerkrach sind wir heruiedrrgedraust in dir feindlichen Masten. Du Seron,, Tu armer, Du kläglicher Wicht, Du kanntest doch sicher Bolk Juda noch nicht, Al- Du auSzogst, e» zu bekriegen. E» dient seinem Batt, dem sein Leben geweiht, Zieh'n die in den Streit, so ist Bott schon bereit, Da müffen die Feinde erliegen. Wie ich de« Meinen vomWrihefeste erzähle. Louis Abraham, Lehrer in Sohrau L.-Schl. Vorbemerkung. Im Monat KiSlew wird wohl jeder jüdische, den Religionsunterricht ertheilende Lehrer Gelegenheit nehmen, über das .Weihefesteinige Mittheilungen zu machen. Aei größeren Schülern und auch beim mittleren Kindesalter kamt dies kaum Schwierigkeiten bereiten, denn der nöthige Stoff ist in den biblischen Geschichten im Ganzen mundgerecht zugeschnitten. Anders liegt aber die Sache für die .Jüngstes der Jungen". Wollte man 6—8jährigen Kmdern ebenso erzählen, wie der Mittel- oder gar der Oberstufe, so würdedas unseres Erachtens keine kleine pädagogische -Sünde sein. Ja, die Kinder wären dann völlig berechtigt, ihre .Herren Lehreranzuklagen, daß er eine kostbare Stunde ,todt geschlagenhabe. Schon die Menge der Eigenname» kann den Kleinen den ganzen Genuß an der schönen Speist verderben. Diese müssen also wegsallen. Ebensowenig ist | hier die Vorführung der einzelnen Kämpfe am Platze. So« i mit beschränkt sich der Stoff auf das Erklären des Rament! .Weihefest- und auf das Mittheilen der Sage .vom Krüacken voll Oel-. Diese wird gegeben einmal unl ihrer selbst willen — denn die kleinen Kinder hören gerade so etwas bekanntlich sehr gern — und dann auch, damit sie beim Anzünden der Lichte nicht in die Frage der kleinen .Tom" ausbrechen: .Mah sauß?- (Was ist das?) Also auch hier, und hier erst recht heißt es: Non nullt»! Was das Interesse des Kindes ganz besonders in Anspruch nimmt, das ist das Ausmalen und ausführliche Beschreiben gewisser Einzelheiten. Das ist darum für dieses Alter daS .Wie- und das einzig richtige .multum“. — Rach dieser Einleitung sei es mir gestattet, ohne eine Norm aufzustellen, zu zeigen: Wie ich meinen 6—8jährigen Schülern vom Weihefeste erzähle. In den nächsten Tagen feiern wir ein Fest, daS heißt: Ehanuka - oder Weihefest.*) Ich will Euch jetzt von diesem Feste etwas erzählen. Bor vielen, vielen hundert Jahren lebten die Jude» noch alle im Lande Kanaan.**) DaS ist ja dasselbe Land, wo auch Abraham, Isaak und Jakob sich aufhielten. In diesem *) .Lhanukaist an dir Tafel zu schreiben und etnzuprägen. Bernd« diese» Watt wird nicht nur von den Kleinen so verstümmMt wiedergegeoen. Spaße» halber sei hier erwähnt, daß «in K jährige» Mädchen «einer Schule obigen Autdruck in .Johannekuhumtanftr. **) Die» ist der einzige Eigenname, der ln der Erzählung Me» kommt; da er «der den Kindern schon eigen ist, wird er hier g>»ebw,.