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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 45 (1890) · p. Seite 176

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
45 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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Rev. Dr. H. Perrira Mendes, Geistlicher da spanischportugiesischen Gemeinde, begann die Tranerfeier mit dem Bortrage des 23. Psalms, woraus a in »armen Korten da» Leben und Wirken de» Verstorbene« schilderte, in ihm den Juden, den Amerikaner und den Patrioten feiernd. Hinauf hielt Rev. Dr. Harris, Geistlicher am .Tempel Israel', folgend« Rede: .Männer von edlem Tharatter und seltener QkifMgafea werden zu Lieblingen über de» Krri» ihrer Heimath hinan«. Peixotto hat . sich einen Ehrenplatz in de» Herzen »er Jude» zweier «enttarn« «T*». richtet. Sein Andenken ist nicht nur seinrr FamUie, sandern Jede« unter un« werth und theuer. Er gehört ,»« Allen. Ba« sei» Privilegium gewesen, ist jetzt da» »nsrige. Lbschon sein« edle Natur verschiede»« Sette» zeigt«, über welche Mancher von den Anwesenden viel zu sage» »äßte — für mich bestand seine »röste in jener seltenen Kraft, mittelst welcher er Religion in da« tägliche Lebe» zu hauche» »erstand. Er war ei» Laienpriester im edelsten Sinn« de« Worte«. Er war immer, sogar t» rein weltlichen Angelegenheiten, ein I » d e. Al« aktive« Mitglied de« Orden« B’n* B’ntlt erhielt dieser stet« gegenwärtig« religiös« Impuls leibhafte Gestalt durch die Errichtung de« jüdische» Waisenhauses zu Während er in San Francisco sich der Rechtspflege widmet«, verzichtete er aus di« Gelege»heil der Beförderung in seiner amtliche« Stellung, um in eine« fremde» Lagde ei»«» Posten zu übernehmen, auf weiche» er sein« bedrückte» Müder HUse zu betuge» stet« bemüht war. Und al« er später ein lediglich litte rarische» Lebe» führte, blieb er dennoch seinem religiöse» Naturtriebe treu und gründete ein Magazin religiöser Schriften für sei«« Glaube»«genoffen. Sv erblicke ich «ine Einheit in diese» Mann« der mannigfachsten Geiste«- uod tu diesem Leben verschiedenartigster Berusöthttigkeit. Er war durch und d«rch gleichmäßig und harmouisch entwickelt. E« ist jedenfalls richtiger, daß wir un» hier in der Somttagrschm« versammelt haben, ihm di« Ehre» zn erweise», al« in de« Tempel selbst. Denn »bscho» er sich »tt .Tempel 3»tatl* völlig ibenNficirt«, zn bissen Gründern er gehört« mrd da» Amt «ine» «orpanfetmitgiiebe» in demselben bekleidete, bi« »er Tob ih« dieser seinrr Pflicht enthob, so war e« doch di« Schule, deren Präsident er einst zewesr», der er da« gröstt« Jmeress« weihete. Ich erinnere «ich eine« Sonntag« vor 4—b Jahre», al« er za« erste» Mal« »ach der Cast US Street kam, B» wir damalr, al» der Tempel nur ei» stell war, unserr Andocht »errichtete», »» die Kinder a»z»rrd«n. Ich sehe jetzt »och de« lebhaften «lick der Kinder, al» er ihnen di« Geschichte der berühmte» biblische» Frauen Rebekka nnd Ruch, Deborah und Esther erzählte. Da« vergaste» di« Ktaber nie und fragte» jede Woche, «an» er ih»e» einmal wieder etwa« erzthle» würde. R»r wenig« Persm»» best»«» di« Fähigkeit, de» Kinder» so l»tereffaat erzählen z» tön»«, wip er r» verstand. 'Sein Angesicht leuchtete, wen» er di« Klei«» um sich versammelt sah, u»d «an erblickte in dem selbe» jene« Ausdruck des Wohl wolle»«, welcher von Geiste«frohseta und Menschenfreundlichkeit Zengnist giebt. Verzeihet mir, wann ich ein» p«rs»,lich« Remtaiäcrnz ansfrische, da ich sie zur EharaNerzeichauug Peixoew'» für uothtirndig halte. Der verstorbene ermuthiatr und unterstützte Jüngliuge und Jungfrauen, welche de» erste» selbstständigen Schritt in« Leven thatru und hals destselbe» durch sei»«» writrriche»»ru «dchnst und persö»tichcn «eist»»» gern über dt« erste» Schwierigkeiten hinweg. Ich selbst ge- Härte z« diesen junge« «kännrr», und werbe nie vrrg«e», »a« er mir ge wese« ist. Er hat »»ich sogar während «einer Krankheit auf der Kau^l vertrete», hat oft a» dieser Stell« gesprmhe» «d »ie «im Gelegeicheil vorübergeh«» lasse», vo» n»ei»e» schwachen Worte» u»b brscheidoen Thate» ta ber .tttwtoi' Kunde }» gebe«, um mix. mäglichenoetse dadurch nützlich zu werte». Ach, da» Licht der .»rnorah' ist erlösche» und »kr stehe» »m de» -»«gelöschte» Leuchter «nd — doch, gestehe» wir «», da» Licht ist nicht stüwlich erlösche». Di« Gute» sterben 'nie; sie genieste» einer datzpeltr» Unsterblichkeit. Da« mag auch der Sin» der biblischen Erzählung sei», dast Eliah de« Tode entging. Und gleich sei»«« Diener Eltschah stehe» wir verlasse» hier und rase»: .O kehr, «»rück, kehr« zurück, wir können Deiner nicht entrache»!* Al» ktatwort «es Eltschah'« «us lästr der Lehrer seine» Mantel »iss de« Schüler« Schulter» falle». Möge auch her Stauet unsere» Lehrer« »us u»< stme» — »löge sein segeubriuaeuder Einflnst ans un« wirke», un» i rösten »nd »isssscheru, wen» wir traurig und betrübt zu unsere» Tagewerke zurückkehe«».' Zum Schluss« wandte sich der Redner mit ergreifende« Sorte» au die Leidtragende« uud sachte sie ob des derbe» vrrt»ftes z» trSste» »»d ihre» Schmerz d»rch rrligisse» Anspruch zu lindes». Hinauf sprach der ehrwürdig« Herr Adalf L. Langer «der die Berdie»ste, welche der Berstpedene »» de» Owe» V'v« Drilh sich «Worben hatte, über sei» philnutnylzchi» veraMworrls^rr ökedartenr: Dr. ». »iahmer, chagdebavg. Werk i» Ruwänre«, wo er uuter seinen bedrückten^ Brüder« Bereit« zur gegenseitige» Unterstützung gründete, aus welchen später die Ordenslogeu hervorgingen. Sodann; trug Rev. Dr. Mendes den Pf. 90 «nd das üblich« B«<^.4 arübnißritual vor, worauf die Leiche nach »Lypreß Hill» Friedhof" übergeführt wurde, rz V Die Zipf» des Bahrtuches wurde« getragen von de» rmt Imins Lien, Daniel B. Hay s, Samuel Weil, % H. Eardozo, Adophus S. Salomoas, Meier S. Jsaacs, Kllaev Ban'Renssalaer, A. L Sauger und M. M. Davis. £ Der Saoüüts-Hülssverein, der Obio-Berei», der Har- J Inner republikanische Elub und das jüdrsch-wchnifche Institut hatten ihre Brrtrrtrr geschickt, während viele Christen and hervorragend« Glaubensgenossen, unter diesen fast alle jüdische« Geistlichen uud Tantoren, sich eingefunden hatten, dem Manne die letzten Ehre» zu erweise», welcher die besten H Jahre seines Lebens dem Wohle seiner Stammesgenoffea. Ä gewidmet hatte. . ' tt« 4. Sr-ve«l»er, de« «senken «eknes Vater», Dr. SlGsbrrg» »«»«Itzt» § .Es fallen sacht die erste« Flocken nieder, Die Erb« rüste« sich zuuk^Wtatertraum; >z» Et fingt der Sturmwind seine wUde» Lieder — Wir treten (in tx den geweihten Kaum. Wir trete» bin «chjem stille Stätte, Wo i» der Mutter Erd« treuen Hut, Im harte», kalte» — ach so sauste» Bette — Mo - —■ - ' kanch müder Leib zu« leisten Schlummer ruht. Und dort, wo eines Baume» Zweige schwanke», Dort steh'n wir still, da« Auge thr仫»voll. Hier rafc ein Haupt, «inst edelster Gedattken — Ela Herz, rinft edrlftcr E»lpfinbu«g voll. . .r Keusch, wie «en'ae sind hin! Verbarg er sich auch voll Bescheidenheit — Sei» Mund sprach Weisheit u»b sei» Auge Friede«, Ei» Held der Wahrheit und ber Menschlichkeit! Heut ist ei» Tag, den bi« Familiensitte Al« einen Frrnbentag un» hiest begehn, Al» er «och »eilt« in brr Seine» Mitte — . Vor einem Jahr — wie Mt der Tag so schön. Der Tag ber Freud« Mrd zum Iramrtage, Art Todtenfeier warb sei» Wiegenfest, Wir steh» an sei»«» Grab in stummer Klage, Da» Auge trübe und da» Herz gepreßt. Schweig still, o Schmerz! Ihm ward nu« Kuh beschtede», Nach langem Kampfe, »ach de« Leben» Rühn. Schlaf wvht, «ein Vater! Rnh in süstem Friede». Del» Angedenken, — «» wird ewig blüh«! B. G- >75 I V«tsch« Hksrt- »»d KiasR-Mt^et. von C. ta IC Einsilbig sieht om»’» immer fei Deutsche» in Gebrauch, Zweisilbig — nur bet Inden — al» Eigennamen auch. II. K«ßrÄf^e»E^»-O§rrPtz. :«it«a man'H'begrüstt, Arbeü man beschltestt. Jede» Freit« Boa Me ~ ' täglich e» willkommen, da» Herz heraaägen ommeu. Irr Witttzfri i» »rr. Kr» l. A»»« (Prophet), Gockb» (BemSama); 3mI, SM. n- '“srff «, *70 («w* W: & fl. S.!fi;

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