Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 44 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Joden breestraat, dem Markenplein, Markenst«^ HoutkooperSburgwall, der Oofterfche Sade und Oudeschan». Einige weibliche Mitglieder dieser Familien versehen den sogenannte« Sabbathfranendienst. Sie unterhalte» in den Häusern der Juden von Freitagbi» Samstagabend da» Feuer, für welchen Dienst sie einen entsprechenden Lohn empfangen. Die strenge Beobachtung der Sabbathgesetze, welche bei diesem Theil der jüdischen Gemeinde die Regel ist, macht de« Aufenthalt einiger christlichen Familien in ihrer Mitte blichst wünschenswerth. Rechnen wir dies« 65 christliche Familien durchschnittlich zu je 6 Personen, so ergiebt diese» 390 Christen, welche sich unter den Tausenden von Juden fast verlieren. Hieran» begreifen wir. weshalb diese Nachbarschaft eine so besonoere Anziehungskraft auf ihre jüdische Bevölkerung übt. Würden wir Jemandem von diesen Leuten den Rath geben, sich in den neuerbauten Stadttheile» nach einer bessern und wohlfeiler» Wohnung umzusehen, so würde er ganz sicher dir Stirn runzeln und un» zu verstehe« geben, daß er unferm Rathe nicht folgen könne. In seinem alten Rest kann er seine Maaren auf einem Gestell vor seinem Hause anölegen, was ihm anderswo nicht gestattet sein würde. Hier findet er die Läden, in welchen er sein« Lebensbedürfnisse kaufen kann, von tvelchen er bestimmt weiß, daß sie in Uebercinstimmung mit dem Religionsgesetze hergestellt sind. Um un» die Wichtigkeit diese» Umstandes auch zu beweisen, führt er un» den Namen eine» seiner Glaubensgenossen an, welcher aus der Nachbarschaft fortzog und jetzt, weit entfernt von dem Judenviertel wohnend, nicht mehr so strenge in Beobachtung der religiöse« Eichungen ist, wie früher, weshalb er denn auch jetzt von seinen früher« Freunden verachtet wird Wen« ein Umzug denkbar wäre, so könnte diese» nur eine Art Exodu» Bieter zu gleicher Zeit sein, welche im Stande wären, ein eigene» jüdisches Quartier zu organisieren. ES gibt nun einige neu eingerichtete Lokalitäten, welche vielen jüdischen Familien geeignete Wohnungen biete« würden; aber für die Klaff« Leut^ welche wir im Auge.haben» wird der MiethzinS zu hoch fein. Daher ist die Errichtung von besonderen Quartiere» mit Arbeiterwohnungen zu niedrigen Miethsätzen ein dringende» Bedürfnis. ES könnte daher ein sehr nützliche» Werk geschaffen werden, wenn sich ein Verein eonstituiren würde, der sirb die Realisirung dieses Planezur Aufgabe stellte. ES würde dieses nicht nur ein philanthropische», sondern zugleich auch ein lucrativeS Unternehmen sein.- 4ier bietet sich ein weite» Feld für wohlhabende und reiche Juden, welche für ihre unbemittelten Brüder ein warme» Herz haben.„ Hier bietet sich Arbeit für Juden, welcher für die allgemeinen Interessen der Gesellschaft empfänglich ist. Da» Verlangen nach besserer Behausung muß in der Brust derjenigen wachgerufen werden, welche ,n Löchern wohnen, gleich denen, von welchen wir eine» besucht haben. <£» muh di« Zeit kommen, in welcher Niemand eine Wohnung mehr miethen will, die nicht mit Wasser und einem Gußstein, der mit den Hauptstraßenkanälen in Verbindung steht, so wir mit ausreichendem Licht und reiner Lost versehe« ist. Unzählbar sind a«r heute die Wohnungen, welche dieser nothwendigsten Lebenöbedingungrn entbehren und dennoch die Taschen ihrer Eigenthümer reichlich füllen. .Jetzt laß un» Abschied nehmen von diesen Räumen! Nimm dich «tat in Acht beim Hmuntersteigen! Bitte, halte dich rückwärts, sonst wirst du vor einem unerhofften Fall in den Koth nicht sicher sei«.' — Endlich bist bu auf der Straße und fühlst, daß du wieder frei achmen kannst! Und mehr al» je wirst du dein Helle» und geräumige» Wohnzimmer zu schätzen wissen, in welchem du mit deiner Famuir in Gesundheit und Frohsinn leben und darüber Nachdenken kannst, durch welche Mmrl auch Andern freundlicher« Wohnungen zu verschaffen sind, al» -die sind, in welchen sie jetzt ihr kümmerlich^ Dasein friste«.*) Had) de» »3- 3t* deutsch' von L. Sehr». Allerlei für tat 8fe«Uie«tisch. Weudant z» »Lom Akppur im Hleßnnrnnt- (in Rr *1.> Ein freisinniger junger Mann, weüher an» Familienrücksichten am vergangenen Jom Lippur einen Platz in der Synagoge miethen mußt«, kam nnglücLicherweisr ne bat einem sehr frommen alten Herrn zu fitzen. Der Vormittag wurde von beiden Parten» in verhäünißmäßige« Comfort verbracht, denn der junge Bursche war noch nicht erschienen. Al» er endlich hereingetreten war, entsernte er sich bald w«der nach kurzem Aufenthalte für längere Zeit. Rach seiner Rücknmft fing er an. mit unwiderstehlicher Beharrlichkeit in seinem neuen Machsor zu blättenn al» wenn er rnc gewisse Stelle in demselben auffuche» wollte und nicht finden konnte. Rückwärt», vorwärts flogen die Blätter mtt einem Geschwirr und Geräusch, al» u««n der Herbstwind die Blätter von den Bäumen fegt, bi» der fromme alte Herr e» nicht länger mehr auShalten konnte, und ihm znrief: .Ihre Mühe ist vergeben»; laffen Sie nur da» Stottern sein; Sie we den da» Benschen (Tischgebet nach der Mahlzeit) in dem Machsor doch nicht finden.' (Je». St.> Z>r»m auch! .Sagen Sie nur, Herr Dr." frug jüngst ein Borsteber seinen Rabbiner, '.warum bellt jetzt jeder Hund auf die Juden?' .Weil diese," erwiederte der Rabbiner, .jetzt den Hunden alle R'molo» und Trete« vom Munde wegefse«.'*) *) Zu der Stelle der hell. Zchrifi, tu welcher erzählt wird, daß arge« die au« Egypten ziehenden Israeliten .Ki» Hund dt» Zung». «regt", bemerken untere «eisen: Unsere Vorfahren 1« Egypten hnbme da» biblische Besetz: .Alle« «a» iN’walo} »nd Zerrissene (Träfe) sollt Ihr de« Hunde vorwerseu," schon beobachtet, darum wurden sie bei ihrem «ufenge nicht angebell». --— - - . I. pntlschrs Stofcrätyfft Wvon A. &. in London. MeinRIthsel zwei Peseten zeigt. Die könne» sich verwandeln lelch»; Der Sine, wenn er sich nur dicht. Stellt eine« j ramme» Rabbi dar; Der Andre kopflos die« verficht Und macht zum Papste sich sogar. II. KrSrittsißi» lyammäffftfvon A. K. (n London. Den Man» von . »Blut und Eisen", De» Bismark, Jeder kenn«; Doch wer kann mir beweisen, Daß sch«« die Bibel nennt Uns einen Mo«» von Eisen, Sen« auch nicht grad' von Blut, Dazu war er pr gut. Berautwonlicher Redakteur: Dr. wt. jkahmer, ^WNtcki D. ü. Solff, llllagdedurg. der Kitttzsti i» »»r. Pr. H. ««oder, BnM «Snner. DH^ -dos^ ö, «. « , Genossen, «Mer, SchofnrtSne. Awet BnWInnw. 1. «Min Potti laß« die von der .Pall-«all-Zeit.' durch dto meiste» ZeiMuge» gegantzeae Rachrscht.^ sie ^hsre dem ■ «lanbenchekmnMtß an und wolle eine Synagoge ans ihrem Landsitz > bauen, — dementiten; fie . set un» bleibe katholisch. S. I» der Rllthselanfache I. Rr. a sfeii'die SLfeß^tle» «sollen: .Wenn man et» Par wwmrsellt und vor die zweite l Mt*. — I» Folge defieu ifi etn thäl d« «UsUsium h» vor. Rr. sie muß lauten: «chtm. GMechtm (Molttr's GeburtMwt) vertag: Robert g rt ese,