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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 44 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
44 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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*iVui-$it/ (cwulyrtni (Mm Dt. flt Aahmer in Magdeburg. ™ All |xtfr|iltxsi Hl -rlchmß fit dir wutiM -mille La» Gebetbuch. LUtEtte» Vau Nathan Sa« urlh. ll. Gottebhils«. — Die ..i " ~ _ ' fknhalt! «rslei für de» * ««hsellbpm^n. — — Dru« auch! — Penbant ngen e. — Die vshnuuaen der jüdischen Ai zu Za« Aipj^i s«> Restaurant. — svubekugter Mkn< raf biese» f n der jüdischen Armen in Amsterdam. - - RLthsrl-Ausgaben. - viattr ch nnters«^.) sich r»» G«Heth«ch. - Lilhauetten van Rathau Eamuelh. II. »SttSÜHUf-. .Gattabhils« kommt in einem Augenblick.- Vergilbt und verschossen ist die Tinte mit welcher ser Btbelsatz auf der vierundfechzigsten Seite meine» tdmheS geschrieben ist. WaS auch Wunderl Die Hand meine» Großvaters war eS noch, die zur Erinnerung eines denkwürdigen LrlebniflrS, vor mehr als einem halben Jahrhundert diese Mort« niederschrirb. Mein Großvater nämlich, besten Namen ich führe, war als einer der bedeutendsten Kaufleute de« Lontinrnt» de» kannt. Seine Rechtschaffenheit und Pünktlichkeit in Handel und Wandel zeichneten ihn überall auS. Die Regierung betraute ihn mit allerhand Lieferungen, die er für die kaiserlichen Kaserne« und Spitäler besorgte. Seine Pünktlichkeit im Erfülle« seiuer Pflicht brachte ihm auch viele ehrenhafte Auszeichnungen ein. Da kam da« Jahr 1833. Die Polen bäumten gegen da« Joch auf, daß sie eine «itlana in Demuth tragen und finge« an, laut mit ihren «tten zu rostein W« auf eia gegebenes Zeichen brach auf einmal in allen Städten Polen« die Empörung au«. Manifeste wurden kaut verkündet, Proklamationen und Aufforderungen an da« Bolk, di« Abgaben der Struern zu verweigern, den Nacken nicht länger unter fremdem Joche zu beugen, den» die Zeit der Freiheit ist nahe, die Zeit der Wiederherstellung de« linschen Reiche«. elt auch mein« Großvater die.Weifung « Natioualregierung, alle' weitern lberiae Regierung einukstelleu und als . in« Kraft de« Batrrlanhe zu widmen und' für da« nationale Heer Lieferungen zu besorgen. Eine Weile nur gerietb der Großvater bei Uebernahme mg in Berwtrrung, aber sein Pflichtgefühl und ohne jenem Aufträge weiter i«e»d welche schenken, fuhr er fort seiner Verpflichtung der Regierung gegenüber nadgufomncn. Inzwischen aber nahm die Empörung ein« immer bedrohlichere Gestalt a«. Auf allen Dachzinnen und Thürmen wehten 11 cc 1 poli icheS. Ü» jene Zeit e> der proviforifl Lieferungen für di« I Sohn Paten« fortan von die Stnrmfluth PK Vu|)nnf Qtomnc singend — die königlichen Adler Aemtern niederaeriffen, die Beamten mit n davon «jagt, d« Stadtkasten überfallen «ad wie polnische Rational wnrdea von de» kStadtksten überfallen! die Revolution über da« Land, ah «•" mw jene Zeit, daß der Großvater eine« just zur Zeit als er da» Morgengebet au» _»che verrichtete, neben sich auf. dem Tifche -AArustück aewcchrtr, da« gcheiumißvoll, aste an« den z« fein Wen. DaüÜStenstück War mit dem Siegel der Rationalregierung versehen. Da« Staunen de« Großvater« verwandelte sich in Todschreckrn, al« er das Aktenstück erbrach und an dessen Spitze «inen Elten Galgenblock gewahrt«, worauf folgende Zeilen zu waren: .Falls Sie nicht noch heutigen Tage» sich erklären, unser« bereit» ihnen eitherllen Aufträge Folge zu leisten, sind Sie innerhalb zweier Tage eine Leiche." Solche Drohungen waren zur damaligen Zeit sehr ernst zu nehmen. Biele, die solche nicht beachten wollten, sanken von einem heimtückischen Dolch getroffen, mitten auf offner Straße tobt zusammen, wurden in entlegenen Straßen erhängt oder in ihrem Bette erdrosselt. Sich länger widersetzen, hieße da» Leben unnütz derwerfen. Roch au demselben Tag« legte daher der Großvater vor der provisorischen Regierung di« Erklärung ab, daß er bereit sei, sich ihrer Anoronnug zu fügen. Bon jenem Tag« angefangen, besorgte der Großvater allerhand Lieferungen für da» national« Heer, waS jedoch nur «ine sehr kurze Zeit andaurrtr. Blo» «ine kurze Zeit sah di« Regierung mit müßigen Händen diestm tollen Treiben zu, wie etwa «in Ries« dem Schäumen und Wüthen «ine» Zwerge», endlich raffte sie sich wie rin Sturm auf und da» SiegeSjauHen der Emvürer verwandelte sich in Angstschrei und Zäbneklappera. lute seiner besten Sühne. Auch dem Großvater waren schwere, düstere Tage Vorbehalten. Die Regierung begnüßte sich »icht damit die Häupter der Revolution zu zertreten, vielmehr sollten alle die mittel¬ oder unmittelbar bei den« Aufftande sich betheiligt, der schweren Strafe de« Tode» anheimfallen. Sie wollt« gle ' sam den Gistvaum der Empörung mitsammt den Wur» auSrottrn, für die spätesten Rachgeschlechter ein warnend abschreckend,» Beispiel «den.' Der Scharfrichter hatte damals die Hände voll zu thun. Auch der Großvater sollte nicht verschont Reibe«. Wie e» in jene-, SchrrckrnStagen üblich war, verkündete ihm der Richter, ohne ihn lang« m Berhvr zu nehmen, da» rtheil mit den Worten: »AlS Mitbecheiliater beim Aufftande, durch die Dienste, die sie demselben geleistet, stad Sie zum Tode mittelst Pulver und Blei uernrcheilt!" »Und wenn ich aber zu jenen Dienstleistungen durch tvdttiche Drohungen Mwungen »utbe?* fragte der Großvater, den selten sein Much verließ. »Wie. durch TodeSdrohuugea?* »Einfach, ich - wurde vom Nationalkomitee mit dem Tode bedroht, fall» ich mich «iderfetzen werde, wa» ich thatsächlich «in« Zeit lang acthan habe." CI. «V yVw K«kO( jKtltffi DK (lllPfUlj (YVKKttit der Richte^ .aber aus bloße Worte geben wir »ichtch »vir «üffen Atteste in haben!* ih> Ui

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