Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 42 (1890) · p. Seite 164

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
42 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492351-8723730-5959604--1488-5374208
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— — M" ■ Eine« Tage« erschien ein au«ayeickaeter Archüoloa am königlichen Hose; der König zeigte ihm den gekauften Stein und sagte ihm auch den gegebenen Betrag. „Ick hätte zehnmal soviel dafür gegeben/ sagte der Steinkunvige. Der König blieb ganz erstaunt, ließ sogleich d> Israeliten rufen, um ihm den Mehrbetrag, den der Archäolog gegeben hätte, auszuzahlrn. Ephraim aber weigerte suy da« Geld anzunehmen, indem er sagte: »Der Loutract ist abgeschlossen und ick würde im entgegengesetzten Fall« auch Ihm Majestät nicht» zurückerstattrt haben." .So hätte ich dich vor Gericht rufen lassen und dich dazu gezwungen," versetzte der König. .Ihre Majestät hätte den Prozeß verloren, weil der Contract einmal geschlossen ist." „Ich nehme kein« Geschenke von meinen Untertkoren an." ■> .Und ich," versetzte der Israelit, „nehme von Niemandem, selbst nicht von dem Könige Geschenke an." .Wenn ich dir aber befthle." „Majestät, ich nehme nic^S." .Du bist der uneigennützigste und ehrenvollste Mensch, ich kenne." „Ich verdiene nicht diese Auszeichnung, denn ich habe nur meine Pflicht gethan." Der Köuig reichte Ephraim seine Hand und sagte: „Sei mein Freund, «h bitte dich um deine Freundschaft." Ephraim war der Freund Ludwig« I., aber er benützte sie wenig, indem er nie etwa« vom Könige verlangte. Der König hätte sich ihm gern al» Protektor gezeigt, und da er erfuhr, daß Ephraim ein sehr ftommer Israelit sei, so ließ er den Oberrabbiner fragen, welche« wohl die ehrenvollste Belohnung wäre, die man einem J-raeliten erweisen könne. Die Antwort lautete kurz: die Würde eine« Oberrabbiners. Sogleich ernannte der König den Ephraim zum Lberrabbiner und da« Diplom wurde ihm hierüber ausgestellt. Mit Verdruß und Kummer la« aber Ephraim sein« Ernennung zum Oberrabbiner, weil er keinen Talmud verstand und diese Auszeichnung ihm mehr ein Spott zu sein schien. Roch spät Abend« lief Ephraim zum König und bat ihn, die Ernennung zurückzunehmen. Bettübten Herzen« erfüllte der König dessen Wunsch, indem er sagte: „Da« ist der erste Mensch, dem ich begegnett, dem selbst «in König nicht« gewähren kann." (I. G.-Z. — Prag.) den Gottholt ' Ephraim . L»fftu« und da« Emblem der drei Ringe enthält. Davor am de« Sockel» rnht der Geniu« der Humanität, der eine mit Feuer, al« Symbol der remen Menschenliebe er auf ein« Taftl stützt, auf welcher die Schlußverse n« Erzählung von den drei Ringen j« erhcckenen^MZ zu lesen sind: U dm jeder seiner unbeftochne«, Boa Boruriheilen freien Lieb« nach! E» streb« von Euch jeder «« die Wette, Di« »rast de« Stein» in seinem Bing' an Dag Z« legen! komme dieser »rast mit Sanftmuch, Mit Amltcher Verträglichkeit, mit Wohlthun, Mit innigster Ergebenheit in OMI Zn Hilst! Und wenn sich dann der Steine »rdste Bei Sure» »tnde4-»iadedkindern Lustern, So lad' ich über tausend tausend Jahre Sie mied«rum vor diese« Stuhl. Da wird Lin «eifrer Man» aus diesem Stuhle fitze» «l» ich und spreche« .Seht!" .... In der Linke« Hält der Geniu« einen Oelzweig, Symbol de« Frieden«. Zu seinen Füße« liegt eia Lorbeerkra«-. Auf der Rückseite ist am Fuße de« Sockel« der Genin». der Kritik dargestellt Er hält in seiner Linke« da« de« Gegner entrissene Löwenfül, in seiner Rechte» die schoauna»-- los« Geißel. Darüber befindet sich da« Porttait Nicolai'«» al» AB»<rfPrach1-e» Komo>ym. (HebrStsch. deutsch.) Bo« 6. in L. Was Radab und «bthu waren, Sa» Lot und Lbra« find gewest«, »ann in Hannover man erfahren Und deutlich auf »er »eit« lest»: 9» nennet dort ein deutscher lort Hebräisch un« da» Ldsungdwort. Und mahnt Dich an de» greisen Ran», Der Sroste» that und schweigen kann! Die erst« man al» Werkzeug kennt, Der klckerämann benutzt c» gern; Die zweite eine» Man« un» nennt, Er war gerecht vor Sott dem Herr»; Di« letzte hat wohl jede» Hau», Man geht darin gern rin und au»; Da» «öanze ^^sast jeder Satz In hell'grr Lefßng-Veutmak in Merlin. Wer hätte ti gedacht, daß Mose« Mendelssohn ftüher ein Denkmal in Deutschland erhalten würde, al« Ephraim Lessing? Und doch ist e« durch die Verkettung von Umständen so gekommen, allein nur vier Monate trennen beide von einander: Am 18. Juni wurde da« Mendelssohn-Denkmal in Desiau enthüllt, heute — am 14. Oktober — fällt die Hülle de« Lessing-Denkmal« in Berlin. ES ist von einem Urgrohwffen de« Dichter«, dem Bildhauer Otto Lessing in Berlin entworftn, und -au«- aeführt, wir sehen auf demselben auch Mose« Mendelssohn« Porträt zur Linken seine« Freunde«, zur Rechten desselben da« Porttät Christian von Kleist'«. Unttr diesen beiden Porttät« befindet sich je ein Wasserbecken. Da« Denkmal hat seinen Platz am Saume de« Thiergartens an der Lenn«- straße. ^Bon dem Promenadenwege daselbst führen drei Stufen au« grauem, schlesischem Granit zum Plattau de« Denkmals, welche« von einem schmiedeeisernen Gitter umzäunt ist. Innerhalb desselben erhebt sich der auf breitem, achtseitiqrm Unterbau von drei Stufen an« röthlichem, polirttm Granit ruhende, au« dem gleichen Material bestehende vierseitige, ein wenig geschweifte Sockel, auf diesem die Figur Lessing« in weißem, carrarischem Marmor, im Kostüm seiner Zeit. Die Vorderseite de« Sockel« zeigt die Jnschrifttaftl, welche die Namen: _ Leroutwortlicher Bedoetenr: Sfcr. M. ftah«er, Magdeburg. Druck: D. L. Wolfs, Magdeburg. gering II. ZtreiflNige -eSräisch« Sharade «tt tzr-tfivßek aLSs»»g. Bon C. in B, wer'» riith, der hat'». Doch will «och deutlicher ich'» sage», Man braucht dann nicht sich io zu Plagen: .Dt« erste zeigt Beginn und Ende; Wer'» rathen will, die dritte wende! Di« zweit« steht in jedem Worte «n de« dazu bestimmte» Orte; Die dritte will nur kommandieren, Und wer ihr folgt, der must marschtren." -4 1>. Damit noch leichter «an e» find«, Zum Uebrrflust ich noch verkünde; .«»Kran erscheint dt« erst' und dritte, W» Man» steht grade in der Mim." AaßLst,», der Uittzset i» »«. »«. I. f, am plan«; «Pion (ein Judenfeind). IL ,*»») M. HL pp (Eajin), (schnldlo»). Uviett Krieje

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.