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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 38 (1890) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
38 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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, Peffe hatte einen Augenblick die Lippen zusammen» gebissen, und ebenso rasch mit einem verführerischen Lächeln ihre Selbstbeherrschung gewonnen: „0, werlhester Herr," rief sie,-»Ihr Sohn ist für «ein« Tochter wie geschaffen. Sie sehen al« Vater sein« Kehler in vergrößerte« Maßstabe. Er hat die edlen Eigenschaften seine« Vater« tief in seinem Gemüthe und unter de« leichtsinnigen Mantel der Jugend birgt sich der schönst« Charakter. Diesen wird meine Tochter zur glänzenden Entfaltung bringen. Sie hat ihn einige Male gesehen und schwämt bereit« für ihn mit vollem jugendlichem Feuer. Duffe Patthit ist in dem Himmel geschrieben. Ich habe hundert geheim« Zeichen bei Rebbc'S und im Talmud auSzuknndschaften gesucht und alle Zeichen weisen daraus hin, baß nur Ihr Sohn meine Tochter und mein Kind Ihren Sohn glücklich machen kann." — Reb Motele faltete die Stirne. „Täuschen Sie sich nicht," sprach er ernst, „es handelt sich um da« Lebensglück zweier Menschen." — Aber, wenn eS sich auch um da« LebenSglück Tausender gehandelt hätte — Peffe würde e« mit einem lügnerischen Lächeln auf den Lippen vernichten können, nur um für sich den „JicheS" zu erobern. Ihre Augen flammten, ihr Busen wogte heftig und die Hände feierlich erhoben rief sie: ,Lch schwöre Ihnen bei unserem allmächtigen Gotte, daß nur Ihr Sohn allein meine Tochter glücklich machen kann. E« ist für mich ein« heilige Sache, mein sterbender Vater hatte davon ahnungsvoll gesprochen, in Träumen habe ich viele Engel gesehen, di« e« mir verkündeten. Sie wissen, meine Familie stammt von angesehenen Rebbe'« und wollen Sie, daß ich dre reiche Mitgift meiner Tochter verdopple, ich thu« egerne!" — Reb Motele blickte sehr düster und schüttelte die Silberlocken. Man konnte aus seinem bleiche» Gesichte den tiefen Unwillen bemerken, der in seinem Innern wogte. Wie ein dumpfrollender Donner dröhnten ftine Warte: „Frau Peffe, Sie gehören auch zu jenen Fanatikern, di« ein böse« Spiel treiben. Sie nennen den Namen unsere« ewigen Gotte«, um Ihren Eigensinn durchzuführrn — sündigen Sie nicht. Behalten Sie die Mitgift.. Ich werde meinem Sohn keinen Heller geben. Und wenn Sie mein „Jiche«" lockt, so sage ich Ihnen, mein Sohn Leib hat ihn mit Füßen getreten — durch seine Aufführung — mein Sohn Leib-" Er konnte vor Erregung nicht weiter sprechen. Sein Greisenhaupt, da« jetzt dem von PhidiaS nachgelildeten Haupte de« Jupiter glich, war wie erstarrt. — Peffe hatte sich ihm rasch genährt, faßte seine zitternde Hand und bedeckte sie mit Küssen. „Lirbwerther, bester Herr Motele," bat sie flehentlich, „haben Sie Mitlech mit einer Mutter, die Nichts auf der Welt, al« da» Glück ihrer Tochter wünscht." — „könnten Sie da« mit ruhigem reinem Gewissen sagen?" sing Motel« sanfter gemacht. „O, ich betheure e« Ihnen" — entgegnete Peffe — mit dem ruhigsten, reinsten Gewiffen von der Welt". „Dann — dann stammelte Reb Motele — will ich nicht länger entgegentreten." Pess« wars triumphirend da« Haupt zurück. Ein glänzender Sieg, de» sie eben erfochten! Sie öffnet« die Flügelthüren und rief stolz: glommt Rebbe und alle, die ihr da zugegen seid, hört! Ich gebe mein« Tochter dem Sohne der Reb Motele zur Braut — in drei Tagen wird in meinem Haufe die Verlobung sein!" Der Dialosiker Rebbe und mehrere ftiner chassidischen Anhänger drängten sich vor und drückten Reb Motele sowie der Frau Peffe beglückwünschend die Händr. Peffe strahlte vor Freude. Wonnetrunken eilt« sie nach Haufe, um ihre« Mann« di« Siegesbotschaft zu dringe». (Kortsetzu», «Merle! für de» Aa«!Ne«t»sch. Ot» Mtfrtit Ilnzsintlßer. Al» der gelehrte Architekt Eremrt« Pierrotti noch-- al« Ungläubiger lebte, «achte er einst ein« Reise durch j‘ Palästina mit der auAgesprochene« Absicht, die Wahrbeit der Bibel z» widerlyeu. Al« er hei dieser Gelegenheit de» Steinhügel über Absalo«» Grab besuchte, fetzte er sich in\ dessen Nähe und stellte mit ungläubige« Herzen Belrachtun» ‘ gen über denselben an. Unterdessen näherte sich ei« arabische» Weib, wAche» ei» kleine» Sind an der Hand führte, warf im Vorbeigehen einen Stein auf den Hügel, wÄcher sich über Absalo«» Grab erhob, und befahl ihrem Kinde, ei« Gleiches zu chun. .Wnkholb chust Du da»?" „Well e« da« Grab eine« gottlosen Sohne« ist, welcher' seine« Vater nicht gehorchte." .Und wer war bicfcr denn?" L „Der Sohn David'«," erwiderte die Frau. - Er fuhr zusammen, al» wäre er vo« Schlage gerührt. worden. Bor ihm stand ei« arabische» Weib, eiue Moha« «i h »edaaerin, welche vielleicht «och nie «ine Bibel geseh«» hafte, r, viU weniger aber rin. Wort in derselben lesen komtte «ab- H bekannte dies« alte« Erzählungen nnd lehrte ihr Kind, einen - Stein auf da» Grab eine« Sohne« zu werfen, der sich gegen seinen Vater oufgelehnt hatte. Dr. Pierrotti. die Bibel in der Hand, schlug di« Geschichte Absalom« auf und al« er sie gelesen hatte, ging ihm sofort «in neue« Lieht aus. Die» war die erst« der mannigfachen Ueberzeuoungen. welche eine "; solche Wirkung auf ibn übte, daß er sich endlich zu de« i Glauben bekannte, welchen er versucht hatte au» seine« * Heyen ui bannen; und von diesr« Augenblick« an widmete^ er fti» Leben dem Bckenutniß und der Au«übu«g de» Jn-- '.A halt» de» heiligen GotteSworte«. ’ 3 I* Attisch« von M. R. Venn Ihr'« mit dem Kops nicht habt bewahrt Mit dem kopflose« vor ttott dud) schaart. II- Attische» -F»g»gr1»y von 6. in L. »lle«. «ad Tu thuft, kann mit ,«* geschehen; Thust Du «4 mit mub ei rascher gehen. II». Aeträtfche» Mörirrrälßsrt von 0. in L. lwei Element«, innig verbunden, eigen, wo« Joseph« Brüder empfunden, Uli in der Roth, «esahr und Bedrüngnih Furcht st« ergriff vor schwerem «erhitignib. Venn in den ernsten, hmligen Tagen Lb nnsrrr Schuld wir weinen und klagen. Sprechen das Wort mit «ndachi und Neue, — Dann spricht der Herr: .Ich hör' und verleihe!" A»sijis«»g dr« Kitttzsrl» io vor. 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