Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 36 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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nujt wflwii rt Maier, au» Die Geeist» verstand sie »nd E» trat eine lauge Paus« cte* dam» h» „Schul,* «ach Hause. .Gute» Abeud.", .Ein gut Zohr,' antwortete dessen Mutter. Wieder ein« Panse, Alle waren verstimmt. Red Maier wusch sich |bte Hände, dann wurde «in frugale- Nachtmahl aufgetragen. Nachdem dieses beendet und der Hau-herr da- Tischgebet verrichtet hatte, begann Riwke: „Weißt Du, Maieneben, wenn morgen lei« Brief von Simon kämmt, dann mußt Du fort, mußt ihn aufsuche« so weit di« Welt-ist; dem Lind« muß etwageschehen fei«, sonst wäre gewiß schon'ein Brief da.' „Ja, mein Sold, ich Hab' auch schon Vran gedacht,' antwortete ihr Reb Maier. „Aber wenn Simon zurückkommt, muß er gleich zur Gestellung, Leb Wahle hat für ihn schon eine Vorladung gebracht.' .Waliegt daran, ich verkauf' meiu ganze- Hab' und Gut und wero' da» Geld für einen 'Stellvertreter schon zusammen bekommen; viel wird'- auch nicht kosten, well Mendl, Seide Lnie'» Sohn, so wie so »um Militär gehen will, um für seine Schwester die Redau (Mitgift) zusammen zu bringen." Gott wird unschon wieder helfen. Du weißt Maier« leben, wir haben mit Nichtangefangrn, und er, gelobt soll er sein, hat unbi» heut' geholfen." .Ja. Riwkeleben, Du redest wie 'ne lluge Frau", stimmte ihr Reb Maier zu. Die alte Mutter Reb Maier'» sprach fast gar nicht mehr, seitdem ihr Liebling Simon vom Haus« weg war, schien sie um lv Jahre gealtert zu sein. Sie murmelte blo» beständig Psalmen. Nach dem nun von den besorgten Ehelcuten der Entschluß, Simon ausznsuchen, gefaßt war, wurde alle- NSthige zur Reise vorbereitet. Uud kaum waren sie damit fertig, so wollten sie sich zur Ruhe begeben, denn sie mußten zeitlich morgen fleißig sein; drum gingen sie auch mit den Hühnern zur Ruh«. Plötzlich hörte mau unten in der „Goldene« Gasse' Wagengerasiel; ein Ereigniß, da» selten vor kam, denn zu Zeit gab e» noch keine Lohnkutschen. Bor Reb Maier's Hause hielt da- Gefährte. Erschrocken blieben beide stehen. Riwke kam zuerst wieder ur Besinnung, eine sonderbare Ahnung stieg in ihr auf, wollte zum Fenster eilen, um zu sehen, wada geschehen sei, da wurde die Thüre aufgerissen und Simon stürzte der Mutter zu Füßen. „Simon, Simonleben!- waist geschehen, wo kommst Du her?!' riesen Vater und Mutier zugleich. .Komm, mein Lind, erzähl' geschwind, wie kommst Du zu einem Wagen wie ein.Graf?" ftagte die Mutter weiter. . „Mutier, Vater, Allesollt ihr erfahren, beruhigt Euch nur.' .Setz' Dich mein Lind,' sagte der Vater, Simon einen Stuhl reichend. „Einen Augenblick, ich bring' noch Jemanden mit," antwortete Simon und eilte wieder zur Thür hinaus. Die Eltern standen wie versteinert, und sahen stumm einer den Andern an. Badete plapperte rasch einige Lobgebete; da kam Simon, an der Hand Blümele führend, wieder in» Zimmer. „Vater- und Muttrrleben, seht da, Blümele mein Weib.' .Schmäh Ji-roel!" schrie Riwke auf, »Simon Du hast ein Weib!" „Ja, meine Tochter," sagte Reb Rosse Wolf v»ctreteud, „mit zehn Tausend Gulden.' Reb Maier schlug die Hände über de« Lopfe zusammen. „Zehntausend Gulden, Lisre» Gut!"*) murmelte er mechanisch vor sich hi». E Blümele trat indessen zu ihrer Schwiegermutter küßte ihr vi« Haud. Deese sab ihrer Schwiegertochter iw» Angesicht, fiel ihr da«» um de» Hals und Beide weinten Freadentnräuen. Simon ging zu seiner Großmutter. .„Sichst Du, Babel«, Deine Brache (Segen) hat Gott erhört, ich bi» der glücklichste Mensch geworden.' Reb Rosi« schüttelte Maier die Hand. „Mechuttenlrben,') Ihr habt einen Sohn, sollen nnr alle jüdische Eltern solche gerathene Linder haben. Ich bin Roste Wolf, der Parneß vo« Lojetein. Simon führte seine Gattin zur Großmutter. „Mein Lindleben," sagte zu ihr die Greisin, „es ist schon finster, ich sch' nicht gut, aber an der Red' vo» mein Schimllebe» hör'ich, daß er glücklich und zufrieden ist, unser Herrgott soll Euch nur Masel miteinander gebe», und soll ich noch die Schi«') von Gott haben, einen Urenkel zu erlebe». dann ist mein Jtzig, in Gan Eden rnh't er, daran schuld, denn seine reine Neschome4) hat für «ich gebet«»." Selbstverständlich war an btefem Abend an eine baldige Ruh« nicht zu denken. Bispät in die Nacht Hinei« enählte Simon abwechselnd mit seinem Schwiegervater seine seltsame Geschichte. Riwke sowie Reb Maier kanten audem Erstaune« nicht heraus. Ihr Schimeleben. der al» armer Mlitärflüchtling Prag verließ, kommt, kaum drei Wochen später, verheirathet und als reicher Mann zurück. „Dasind doch Wifftm4) von unserem Herrgott," sagte Riwke nach beendeter Erzählung. „Nun, meine Linder," erwiederte Babele, ,,da« Allemußte so kommen, da» ist unser- Herrgott» Bestimmung. Kittlsjet-Arrfgalee«. I. Areisprachi-es --«p-ßtisttsräthsel. Bon 6. in L. *) JMfuMgcnnSgcx. Aus eng lisch len»' ich ein Insekt, Da» gern« »eil», wo Schmutz und Koth Und stet» de» Rüffel dahin streckt, So Leben ftoh, wo weilt der Tod. Aus deutsch ein Raubthier ist belannt, De» «inz'ge Last ist Fraß und Mord; Mit dreien Silben wird'» benannt, Doch labt die letzte ruhig fort, Wenn sie auch eiuen Forscher nenn«, Der »eulsche Sprache gründltch kennt. Franzlstsch endlich nenn' ich »och Än Thterkei», man bemerkt e« kaum — 3» weilet gern im fdprnm’gc« Loch, Bewegt sich in dem kleinsten Rau«; Sein letzte» Zeichen hört man nicht, Wenn man da» Wort nur richtig spricht. Wer die« Sethier errathen hat, Und riusach e» zusammensetzt. 3rh»t — man trifft'« in mancher Stadt — Ein Wese», da« gern lügt und hetzt. Er wühlt zumeist in alte« <»th, BerUlumdei, Ulster» ohne »rund; > Erheit'rung bringt ihm uasr« Roth — Doch mit un» ist der Herr i« Bund. E« hat zwar nur der Führ zwei, Doch zum Zertreten mich»'gen Drang; Wo ein Radaa, ist '« gern dabei. Sein BorbUd — grüßte einst der Strang. A«fiSf«»S »«* i« W. 9* L «li, «tif* «eth, «isabettz. n. ]Tj5 (Sommer), flS (Ende). •) «ater «eine» Eidam», ch «lück. 1 Seele. ♦) Wunder. Ber mtmarrUcher «idactr« . »r. «. Rah »er, 9aii mm Sl 2- »oll f. •«dag «m Rad« Grlef, ,