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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 35 (1890) · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
35 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 138 (sequence 4)
Language
German
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Als diese Sttnmmk vorüb« Mi, begann der Tanz. Keine wURn Sprünge, vielmehr ein Menuett, stetig de» schaulich« Schritte, die gemackt wurden, man sührtr di« Braut so vorbereitet in den Ehestand. * Müde und hungrig schritt um diese Zeit Simon Fallele« über die staubige Straß« Kojetein«; einen Burschen, der -ihm in den Weg kam, fragte er nach der jüdischen Garküche. Dieser zeigte ihm ein lleinrS Häuschen und lief davon. Simon trat in die reinlich gescheuert« Stube und verlangte ein Mittagessen. Seit Samstag hatte er noch keinen «armen Bissen erhalten und heute war Dienstag. Immer nur auf dem Wege. Man kann sich den Hunger unseres Freundes vorfiellen. Eine alte Frau, die einzig« Anwesende im Zimmer sagte: .Heut' haben wir nichts zu essen, eS ist nicht gekocht worden, meine Tochter Efteil kocht bei der Lhafiene (Hochzeit). v Schier verzweifelt fragte Simon, ob man ihn denn Hunger« sterben lassen wolle. Die Alte fühlte Milleid mit seinen Klagen und versprach etwa- Kaltes aufzutrribrn. Nach einer Weile brachte sie ein Stück kaltes Fleisch. Gleich einem hungrigen Tiger stürzte Simon auf das Estin zu, schon hat er daS erste Stück aufgegabelt, um ezum Munde zu führen, als der hinkend« Kidisch, keuchend, zur Thür hrremftürtzke. Kaum erblickte er Simon, stürzt« er auf ihn zu und riß ihm die Gabel aus der Hand „Was thut Ihr da, Bocherleben,' oben thut man auf Euch «arten und Ihr setzt Luch hierher essen." .Auf mich wartet man?" fragt« erstaunt Simon. .Na, auf wen denn? Gleich kommt mst mir!" .Ich bin aber hungerig." .Eine halbe Stunde werdet Ihr'» doch noch auShaltcn, kommt nur, dann kriegt Ihr zu effen, wie Ihr noch Euer Lebe« nit gegessen habt." Als Simon hörte, daß er zu essen bekomme, nah« er sein Ränzlein auf und schritt dem ihm vorangehenden Feibisch nach. Bor dem Hauschore erwartete sie der SchammcS. Beide führten nun Simon dem Hochzeitshause zu. .Heißt rin Fresser," sagte auf dem Wege Feibisch leise zum Schammes, .läßt die geputzte Kalle sitzen und warten und denkt nur ans Essen I" Bon dem Hause kam ihnen Reb Nasse entgegen. .Schalem alechcm, ich war in großer Sorg' um Euch, nun seid Ihr aber da und Alles is wieder gut. Kommt geschwind die Leut' warten schon." Reb Rosse nahm den erstaunten Simon bei der Hand und führte ihn über den Hof in rin Zimmer. .So, da sind Euere Sachen, zieht Euch geschwind an, in einer Viertelstunde bin ich wieder da bei Euch." Nack diesen Worten ließ er Simon, der gar nicht zum sprechen kam, allein. Reb Rosse war von der Erscheinung seines vermeintlichen Schwiegersohnes angenehm überrascht» er hatte manches mal doch im gihmmen Sorge, ob der Erwählte nicht ein .zerkueitschter Bocher" sein werde. Freudestrahlend über seine gelungene Wahl ging er zu den Gästen. Unser Held Simon kaum aus dem Erstaunen nicht heraus. Er konnte nicht begreifen, wie cS überhaupt möglich war, daß man ihn hier erwarte, noch mehr ab« staunte er üb« die ihm bewiesene Ehre. Reb Juda Leb Zwick« in Boskowitz, bei dem « über Samstag zu Gast war, hatte ihm zwar für Reb Noss« Wolf rin« Empfehlung grbeu, daß dies« ab« denselben »vrh« Simon» Ankunft gemeldet haben sollte, schien ihm unbegreiflich. Mechanisch, in Nachdenken versunken, zog «-•/ den vorbereiteten Anzug an. Die Seidenfirümpse, Schnallenschuhe, den schwarzen Ouäcker, den dreieckigen Hut, Alle» paßte wie angegossen. Simon glaubte an Zauberei; am , liebsten wäre « davon gelaufen, ab« d« Hang« peinigte! ihn und in Erwartung des guten Essen», da» ihm Feibisch versprochen, harrte « au». Kau« war « bekleidet so trat auch schon Reb Rosse - «in. Al» « Simon in dem Anzuge, der seine männliche Schönheit im vortheilhaftesten Lichte zeigte, sah, ttate« Thränrn in seine Augen; in Ueberwollung sein« Freude umarmtt « ihn. .Kommt geschwind," sagt« «, Simon bei d« Hand fastend, und zog ihn, als künntt er es nicht er» warten, ihn der Tochter, und den Gästen vorzuführrn, rasch ■ mit sich fort. Simon glaubte zu träumen, al» er in. die Hochzeitsstub« trat und vor sich die Menge geputzt« Menschen sah. * .Rabboßai! (meine Herren!), hi« stell' ich euch den Lhoffen «einer Tochter vor," sagte Reb Rosse zu den Anwesenden, Simon noch immer bet der Hand haltend. Alle Gäste unrinattn Simon. .Masel tow, Masel tow!" tönte e» an« All« Mund.' Reb Roste führte ihn dann zu vlümele. „Euere Kalle," lispelte « ihm in» Ohr. Simon stand da wie ein Schuttnabe, keines Worte» mächtig, und sah zitternd da» «röthende, reizend« Mädchen an. .Nun zur Chuppe, e» ist die hüchste Zeit, d« Rebbe wird bereit» ungeduldig", sagtt Reb Roste, um dies« Scene ein End« zu machen. Jetzt fiel c» wie Schuppen von den Lugen Simon*. Er raffte sich zusammen und sagte mit laut« Stimme: .Eine» Augenblick, Rabboßai, ich Hab' mit dem Bal-- bajis (Hausherr,.) ein paar Worte zu sprechen." .Mit mir?" frag« verwund«» und erschreckt Reb Roste. „Ja, unt« vi« Augen." Sie gingen zusammen ins Rebenzimm«. (Fortsetzung folgt.. KLthjel-Aufgabe«. I. Deutsches Morträlyfek. Bon H. NeiLuer-Schrimm. In den erste» beiden ein Priester vor Dir steh«. Herbind' es mir der dritten, so ist es et» Prophet, Die vierte leicht du findest in jedem Alphabet, Da« ganze dann al« Rainen bei Mädchen Ihr nur fcljft. II. KeSrLisches Bon A. K. in London. Ist die WUt’ de« Sommer « fort «letzt da« End« man sofort. AusiSsuug der Kiithsel i» »sr. Wr. L Hamburg i,07l--Hsm — --1. «. W. 14,6) —, Festung, in Frankreich. IL n (im Talmud: zwei), p (mit vierfacher Bedeutung: denn, meun, daß, vielleicht), Ntz (Stück)— NPPN («aertzah»).. III. (der 6. WpMrt), (Hühners-»). PermUmmaUch» Me. M. «atzmer» Sarf: ms St & »oll s. «Htmxg. Salat ms «Mm §tUi«,

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