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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 26 (1890) · p. Seite 101

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
26 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 101 (sequence 3)
Language
German
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i»v «lg ciwl IM» MtoOtlli aufHk Straffte Mtfetcs. MMgr» ließ sich nickt thn». ich «nßie geharche». ^Dte' Schaukel hörte ans ffc mich gn extstire» mit fmm Mvmpnt«, w« die Stricke derselbe» geriffe» »»d wir, d. h. meine Dem« »»d ich, erhebliche Verletzungen davou^trage» hatten. U»d mit de» Stricke hatte «ich «et» Nema» eine» >' Ättß bete«me» zu ei»rr Zeit, da er «ine für »«ich güusttg« . W«d»»g zu nehme» versprach. De»» »siehatte anfgehött Pörrtsch zu fei«, vertrant» »ir ihre Geheimnisse an, »l« da; find, wie sie heiße, «teviel Geschwistkr sie Hab«, «rf für «tu Kleid sie t» de» nächsten Lage» bekommen «erde »»d ' m* derlei Seheimntffe mehr find. Und a»ch ich' rrfchlaß ihr »ei» Her» u»d verrieth ihr, m mri» LH«der sei, »i« »an «einen Melamed oeaur, wieviel MUschüler ich Hütte. , .»fit Welche» van ihnr» ich Frennbschaft »nterhielte und rnit welchen ich »ich prügelt«; daß ich da« ganze Gebet» ^. buch »ub de» Halde» Pentateuch a,«»eadtg wüßte — tnr», •' ich verschwieg ihr »icht«. Ich gedackite schon fi« bet ei»«r Oasiendt» Gelezeuhrtt direkt »» fragen: .Liebst D» — — * Küsse?" allein der dumme Strick riß nun einmal und be» l: rettete der tctarabcs Lieb« ei» führ« End«. Sa« »ar,« '' ch«n? Man mußte fich de« uurrbittlicheu Schicksale unter« ' «erfe». Die Dreisaltigkrits-Varstadt stag au ihre Anztrhnng«- kraft für «ich »» verliere»; ich ging ,»,«ehr an« pnrer f Gewahuheil dahin, nachdem ich ans zwei Zerstreu ungäebjekte, a»f die Kanzerte und die Schaukel, orr»tchteu mußte. 91 ' blieb «r nach der Küster übrig, »,d mit ihm suchte ich mich *■' |» »»»flrrn, men» ich gerade Lust hatte, de»» »m» ist »icht innner »»■ loben aufgelegt. Und jjafl dies« Zerstreuung. Pie anfgehiirl hatte «ich zu uuterhatt«. bracht« über «ich *'et» Leid, da« »ir lang« i» Lrinner»»g blieb . . . t, Al« ich »ü«ltch eine« Lage« da« HSuäche» de« Küster« W, wie gewöhnlich bombardirte, »m diesm w dt« Arena «einer W' Lhütigkeit z» lncke», beging et» Steinlt^eu die Unvarpchtigleit, btrrkt in« Fenster »» gerathe» «d eine Scheide ,« zer trünnner». I« Ra sah ich »ich vtu eine«, ca« de« h Häuschen hervorftürzende«.. stümmigea jungen Lkensche» er- > grifft» »nd »ach de» Ott« «einer Unlhat gezerrt. Dart rrbiett ich de» Lahn für alle verübte» UMHate, in krüstige» Hiebe» »»«gezahlt, »»ans rna» mich eine» herbeigerufene» Paligisten übergab, »eit de» Anstrage, mich »ach in» viertel- [c w»t |» geleite». Unter»«»« knüpfte ich eine Unterhalömg »it «dam vegleiter «x, mM ich dnrchdlicke» ließ, daß er ei» reichliche« Trinkgeld erhalt«. »«»» er Mich anstatt auf HM Pvkigeiamt z» »eine« Elter« brt»ge» mürbe. Der Patiztfr. hielt ein» Memrnt in»« «l» m»rd« «achdeuklich. Ich hasste schau, daß di« Sach« rttrdigt sei. allei» e« kam «der«. ,91 geht nicht/ erklärte er nach einige» Best»»«»; »Du bist ein »ngezagener Beugel. md mußt »it auf da« Paltzetamt kommen.' V Ich bat ihn nun, »ich wenigsten» «ach »eine« Lheder z» brntgeu und «ich «eine» Lehrer zu übergebe», Welcher nah der Polizei zu bestraf«» verstünde, und httr fiel e« «ir ein, dem Seantten einige Münze« in di« Hand zu drücke«. Dieser «ein Scharfsinn schien «eine» veglttler zu gefaste»; L.- <r schmunzelte, steckte die Münze» i,r de» Aufschlag seine« - linkm Manttlürmel«, holte »an dort eine Labattdose hervor, schnupfte bedächtig und Wandte fich d,um an mich: r ^v» ist Deine Schule; ist sie «eit »au hier?" »DaN- — und ich deutete die Richtung an, »o dir , bekannte Gast« lag. — Sir bogen in dieselbe rin. »Und wo »atzneu Dein« Eltern l" frag er »eiter, fich meine« erst,» Vorschläge« erinnernd. ,J» der Damtottanerstraße." »In »esse» Hause?" £ iv«ch«»Mhher zck th«r geh««." »Sch»«»" sagt» fthd »it pochende« Herze, die SchWeLr metur« Lheder« betretend. Scho» Wollte der Melamed »ich mit eine» kräftig« Schelt»art begrüße», allein er erstarrt« fast var Entsetz», al« er den mir ans de» Fuße folgende» Polizisten bemerkte. Seine Augen ttate« au« ihre» Hühl« hervor und sei« Zlhne klappetten mir t« Fieber. .Paiegkl" donnerte der Polizist, «ich und de» Zweck seine« Kamme«« vergesse«», und t« Nu hatte er de» Melamed bei« Krage». .Wer bist Du?" begann da« Auge de« Gesetze», sei» Opfer schüttelnd, z» frage». .Ich — sch bdbt» . . Direktor," piepte Letztere«. .van wa?" .van Kawno." .Und »o ist Dein Paß?" Ans diese Frage folgte keine Antwort. »Del« Paßll" brüllt« der Polizist,. al« Hab« ihm in diesem Moment Jemand einru .vackenzatz« ao«gerisseu. .So bist Du als» peßloä?!" schlag er »ud besürderte fast jetzt auf de» Armen de» Melamed au« de« Lheder. — — Rach Verlauf einer Sache wurde unser Melamed al« Landstreicher .per Etappe" in seine Heimath befördert. Die Paie« hingen nicht »ehr an seine» Schläfe»; fie «are» ans dem Palizttamt geblieben. Sir begleittteu ihn big zu« erste» Dorfkrug. Dart überreichte» wir ihm im Aufträge unserer Elter» Rehruuggmtttel nud Geld «ud verabschiedete» »»« von ihm. Er murrte nicht über sei» Schicksal »ud auch nicht^Über «ich; er schien gar nicht z» wisse», daß ich dir u»srei»illige Ursache seine« Unglücke« gewesen. Au« purer Smvohnhett erhob er jede« A»g»blick di« Hand. um sei« Pate« zu streicheln, ließ aber, tief seufzend, den Arm wieder finke». Sir «are» ohne Lehrer, Riwe ohne Vräntt-a«» Varnch oh« ssreund »ad ich »ar «ft eine« böse« Gewisse» ge bliebe». Ich pichte dasselbe durch audlchtige« Psalmenbete» zu be« schwichttge». Die DreifaUigletlg-varstadt »ar «ir verleidet »nd ich verwünsch«« de» La,, an welche« «ir gestattet mb», fie u desnche». Ach hätte dach der Melamed gechnt, daß diese «rlmrbntß für ihn solch« Folge» haben werde! . . Allerlei für de» Aa«itte»tisch. ') vahrscheialich »1» lorrampietr» .«Leo»" »ud sttl di« katho- ' 'UH** »«bete bezetchat», Üe «st «u bogt»»«». PnuMt »nd sein Gegner Seeae: Mae Hai«, t» welcher Dr»«o»t »»« VVS. Vkale sei« aatlse» mitisch» Red« hißt. D r » « « n t: .Die Jade» find keine fcauzvstschen.Bürger. wir müssen fie Haffen l" Stünme a»< der versMwlnnz: .Liebet einander I" De.: Var »erRrvalntion waren fie Nicht», heute find sie Alles, »ährend die Katholiken, welch« so lange ihre Herrn» waren, fich jetzt ihre» Gesetze füge« «üffe«. St.: .Ser »er Erste ist, mir» einst der Letzte sein." Dr.: Sie «üffe« »ernichtet »erden i St.: ,Srr da» Schwert gebraucht, wirb durch da» Schwert umkommen." Dr.: Um nnsrru Ideen zum Siege zu verhelfen, bedienen wir uns voulangerä l St.: »Wahrlich, ich sage euch, mehr al» Einer wird ihn verrathrn." Dr.: Denn seine Seuoffeu uns abweisea, so Handel» »ir ohue fiel St.: .Laßt die Kiudleiu (kleinen Bonlanüisteu) zu euch low««»." Dr.: Di« Jude» raube« un« unser Geld und wir, unglücklich« Ehrest«», habe» nicht «tue» Heller mehr l St.: .Selig find dir Armru. de»» ihrer ist da» Himmelreich." '

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