Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 20 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
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aach de», tMk. Lr darchlief M Oymuofinm, amtk da •af»ef$#ft»er »agerer Schlingel, de« biae Schüstel za groß gewesen wör-, aa» bezog nach beftoadeaer Schalprüfaag Mt Universität Heidelberg. U» fein« lafeathalt dortselbst aad da« Gtadtam ja ermöglich«, legaaa et eiata klagen Detail-Handel mit seiner Gynmasial» Weiöheit, da« heißt, er gab Unterricht in Ille«, oxt« er »aßte, und hielt sich sv da« Berhunge« aad da« Sattaxrbea za gleichen Hälft« ferne. Sr war Mediciner geward« and konnte gar nicht schnell genag Ille« leraea, was die Doktoren wist«. Sr hatte jetzt düsen heilig« Wald »K stich betreten, and obwohl dieser ganz ander« an«sah, al« ihn die Jugend sich gedacht, and alle« Geheimnißvolle sich Schritt für Schritt vor de« Stndringling zarückzog, so koaate er ihn doch für seine Leidenschaft nicht schnell genug erobern und seiner Mysterien beraube». (Stluh folgt.) Die sch-»e güsti«». «ine foital-vftzchotogifche «r^iblan, von Stlhel« Keldmaau. (Auö de» PolnifchG, übertragen von 6. Horowttz.) 1») - lNach»«« «Elfi|l.) XXX Die jüdischen Angelegenheiten berührten ste «st. silara erwähnte de« Red Mendel and seiner Ideen. »Der Herr Elia«/ sagte sie, »lachte dawal« seinen Bruder an« und ich hielt ihn ebenfall« für einen gewöhnliche« chasstdischea Fanatiker. Iber nach reiferer Ueberlegnag, schätze ich Red Mendel und seine Richtnag nicht mehr gering, denn immerhin ist da« eine ziel bewußte nnd ganz natürliche Reaktion gegen die asfimilirenden Strömungen, <t» vom Dtaadpnukle der Orthodoxe» ganz begreifliche« Symptom der Selbsterhaltaag." »So ist es," bestätigte Jakob, »am da», »g« der nicht enropäisch gebildete Lhoßid Galizien« nicht thn» koaate, da» haben Andere bewerkstelligt; seine Ideen von der Srhaltnag der Jude» al« Jaden, von ihrer nattoaaleu, knltarelle» und, — »a« bei ihnen daran« rrsaltirt — socialeu Jsoltrnng. von chren Ingelegenhettea und spectstsch jüdische» Bestrebuagea, habe» sie ein geschloffeae« System gefaßt und eine zahlreiche Partei jüdischer »der richtiger palästinischer Nationalen gebildet, deren Ziel und Ideal die Restaaratio» eine« jüdische« Reiche« ia Palästina ist. Ich kenne gut diese Bewegung, denn ich bi» mit ihren Anregern and Hanptverttetern in Die» in Berührung gekommen. Und auch ich bin in auiaea Stadien über die jüdische Frage auf ste gestoßen nnd gestehe, daß ich chr eine gcariffe Sympathie nicht versage» konnte. Wie alle Leute von lebhafter Phaataste. Iber diese Bewegung hat zwei Überaa« mächtige Feinde in der Logik nnd in den smiale» Extfteaz-Vedtagaageader Jadividnam« and der Rationen. Manche sagen, daß der Zweck der Arbeit und der Austreagunge» einer Ratio» die Erwirkung einer freien staatticheu Existenz zu sei» habe, ich aber sage — nein! Da« Ziel de« Denken« «ad Trachte»« einer Ration hat da« Glück seiner Mitglieder zu sei». Und diese« Glück ist nicht aaöschlteßltch von der Frage der politischen Selbstständigkeit bedingt. Ich gehe aoch weiter. Ich will diese« für einen Momeat anßer Acht kaffen, daß die Emigration von 6 Millouen Inden, »ebst ihrem Elende nad ihre» Milliarden, von Saropa nach Kleiagste» aaaköglich sei. daß ferner die Srlaugnag eine« Territorium«, daß die Herstellang eine« aenea Reiche«, daß die Unterbriagang voa Millionen rühriger Leute auf einem winzigen, sterile» and «afferlosen Boden, daß schließlich ei» etaträchtige« Zasammenlebea so vieler Menschen verschiedener Eultnr-Tprachea and phychologischer und civilisatorischer Eigeathüntttchkett« eine lla» Möglichkeit sei — auch da« will ich für eiae» Moment vergesse». Ich sage aber: so lange mir »tcht bewiese» wird, daß ein Mischä Reich eiae Existeazbnrchtigaag hat, da« heißt, daß ohne dasselbe die Mehrzahl der Jade» nicht glücklich sein kann, nnd daß seine Existenz et» aawiderrnflich aothiveabtger Factor i» eivttisatvrtschen Vorvcärlöschretl« - »er Menschheit zar «nfilürang, vollkommmchrit aad Glück - fei — so lauge kan» ich bei Erwägung der Art »ad Weise der Lösung der jüdisch» Frage die palästinische Idee nicht in« Ealcül ziehen. Wen» ich nun ta der Geschichte der Jade» de« laufende« Jahrhundert« Umschau halte, sehe ich »irgend« die Rothwendigkeit von der Extsteaz eine« jüdisch« Soaderstmtte«. Sie haben ihre Rolle al« Nativ« aaögefptelt und jetzt haben ste al« Eolleetivkörper bin Existeazrecht. Ihre Judivtdnea, sogar die Mehrzahl ihrer Jadivtda« stad in socialer Beziehung überau« tüchtige und werthvalle Mensch«, aber Menschen and nicht Jade». Aaf dem heilig« Felde der hettigea Lämpfe der Irbetten nnd der Bestrebungen der Menschhett unsere« Jahrhundert« sehe ich viele Streiter jüdischer Abstammung, aber beiaahe kein« einzig« Jade». War die Wtrksamkrtt eine« Heine nnd Börne, der Titan« der Reactio» «nd der Dummheit, eine« Johana Jacoby, de« Meister« der deutschen Dencokratie, eiae« Laffalle aafc, Mary a. J. »., war die eine spezifisch jüdische nnd nicht vielmehr eiae reiameaschliche. Im gegenwörttg« Jadeuthu» sehe ich nur dir llederreste einer groß« Ratton, die Reste welche hie und da noch t» Louvalstoneu zack«, da man sie erst unläagst vom Orgcutt«»»« getrennt hat, vceghalb da« Mat aoch nicht erstarrt ist, die bestrebt sein wüsten, im Laad« ihre« jeweilig« Aafeathalt« Bürger z» werde», die sich wohl van der übrig« Bevölkerung anthropologisch oder ta ihr« eoafesfionell« Begriff« and religiös« Praktik« aater« scheib« können, sonst aber t» Sprache, Sttt«, Interest« «ad veftrebuage« sich mit dem jetzig« vaterlaade asfimiltr« wüsten. »Damit also," sprach silara leise wie zn fich seihst, »fällt ja da« ganze Geschwätz von der Unterwerfung der «eit durch die Juden weg." Jakob schaute sie befremdet nad fragend an. »Ich habe eiast aa solche Vorwürfe geglaabt." »S«?E nnd Jakob lachte ans. »Anch ich. Al« ich mich von «ein« beschränkt« Weltaufchannageu emanctpirte, schrieb ich d« Anführern d«ö Jadeathum« eb«fall« solche »bfichten za, aber ohne jeden Grand. E« extsttr« wähl viele Fäden, die die Jak» der ganz« Wett verbind«, e« sind wohl Alliauc« und Jndtvtdu« Vorhand«, die im Rothfalle ihr« Stanungenoff« tnracer eifrige HUfe bringen, aber au« d«selb« Ursach«, welche i« letzt« Biertttjahr» hundert z. B. die Solidarität und Organisation de« viert« Stande« za Wege brachte». Die »rgaaifirte Solidarität exiftirt, so Angriffe voa oaß« oder iaaere Uebel droh«; am» zeige attr eia Land, wo die Jud« jetzt verhältnißmäßig rnMö »»b glückttch wäre». Ich kan» i» Jadentha« weder welt stürmende Bestrebung« aoch Mittel erblicke», denn daß eiae Haatwall Geldmänaer für sich Milltoa» fammela and dretvtertel t» Elend schamchttaka Stanungenoff« van ihr« Tisch« einige Brosamen ihrer Reichthümer al« Llnws« hin werfen, kan» dach nicht al« Mittel hierzu betrachtet werde».- »Da stehst also eiae Lös»», »er jüdisch« Frage nar ia einer rückhaltlos« Isfiattlati«? — »Ich faste die jüdische Frage »ad die «ssimilation etwa« «der« ans. al« die« gemetatgttch der Fall ist. I» dieser Frage erblicke ich »ar alle» btd Paakte: ka »konomisch^octalö^ religiös» nad aaü oaalen. Dtt praktische Lösau, dieser Fräs ist über» haapt nicht so von der Hai» »eg ta verwerkstelligen, selbst aicht ta aaser« Zeit« aater ka Bedtagaag« der gege» »ärtig« ockonoaetsch-social« Lage. Die Mische Frage kan» ich nicht abgesondert, streng in sich abgeschlvsten, aaßastei» fonbe« t» Geaceiaschast »ab Zusammenhang »tt kr all» gemein« social« Frage» da sie et» wichtige« Glied dieser groß« Lette ist." »Die Lonseyneaz« dieser lafchaanag find alsgsi- »Der oekoamntsch-saciale Gantt gestaltet sich folgeadermaß«: Lei» einzige Gchttlschaft aaf der «ett Hst so gvckl z» samaceagesetzt, wie die Jaden, ab» Gesammttzett zbetrachttt»