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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 17 (1890) · p. Seite 65

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
17 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 65 (sequence 3)
Language
German
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<3 „gota", Mp Ma|t «a» Me 8HMtt||P wozu M Bürgeraocht, Mf» Mefe g«>ze «»der»» tUtaicsM Gegenwart, Mi Mrnr « Mt B«g«»geahett sxb an Me awssümtsche Z»« taft «a Matot Hab«, »tr H«MU n«! Jaden p sein.* .Weißt Da, Staket*, sprach »ach einem karzea Schweig« Mi»«, .weißt Da. doß Du ein vollsttndig ungedilMter and Man»; Stasch WH!" — .Sj*. aak Me» Mendel» Gesicht act|«| sich krampfhaft. .Da bedi«st Dich aoch der alte» Sprache; »tr Hab« hier atcht aiit etena pnsönlichm Streite m thnu, dem, da« ist etae große, wichtig and heilige Sache. Ich stehe atcht alleta» arit. aai ftab oOe Mechtdeateadea, alle Rechögläabtgeu, deaea da« Wahl nnsere« Glauben« am Herzen 8e«t, der Aadbik tu Bel», ta Hafiatya in Sadogär» and »tele, »tele aadere Roddr«. — wir alle gründen ei« Gesellschaft ^naoiwisto ftaciaa" am alle die Ungeheaer, diese Dd»»«, welche za awiaet Schande im Hause »eine« Bater« l» schändlich Hansen, p bekämpfen.* Unk seinen Hut auf die Ohren drückmd, verließ er erzürnt da« Zimmer. Bater nab Sahn säße» sich schweißend gegenüber. Klara t» Hintergrund de« Zinmer» fitzend, betrachtete mit fieberhafte« Interesse die Sefichier der Sprechenden, ihre Worte verschlingend. — .Und im« f«ft der Bater dazu?' frn« Mia«. .Schlimm*, antwortete der >lte, .sehr schlimm*. — .Ich weiß um »a« es sich handelt*, und Mia« begann aafgeregt da» Zimmer za durchmessen. .Diese Rabbi'«, diese egoistische Laste greift zu« Schwert, um ihre Helufivttät, ihre wankende Autorität und ihr Klassentuteresse zu vertheidtg« — diese Lhailatane würden lttder die noch so rein« Fluthm unsere« Leben« trübea, am Mwtu fisch« zu können; sie wollen ihre Schtfiein weiter in geistiger Lethargie uud socialer Jsoliruug halten, um sie desto leichter scheereu zu können.* Sk« war bereit« spät. Herr Salouion erhob sich vom Sefiel und wiederholt: .schlimm.* Klara »erließ auch ihre« Vinkel. ,Ah, und Sie grllnlriu find auch da*, rief Mia« verwundert. — .ta.* »Schade, Sie »ersteheu aicht unsere Di»cusfi»a>* Und er erzllhlte ihr tmz den Inhalt der früher« Gespräche, wa« sie ruhig auhdrte. .Uud doch*, schieß er, .ist kein anderer Rath; da muß die Gesetzgebung esilsch retten, die Gtaatgmacht muß mit ihrer Nntorttüt die Krage zu Gunst« de« Fortschritte« entscheid«; da« 'liefe! kann um v« der Bildung, von ei«r wettuad tiefgreifend« Aufklärung verdrängt werde». Sie wird Mn Verstand au« seiner Einschläferung nab d« schlaf«deu Gedanken zm Kritik erwecke». Der verstand — da» ist die etazige Lrzuei — er wird jegliche» naiven, kritiklos« und blind« Glaub« zerstören. Sr alleta nämlich kann bezweifeln, krttistr« aad baaeu, er allein besitzt die Befähigung, einzndriag«, za analhfiren, zu erwäg« und za beweisen.* _ (Fortsetznng folgt.) Der Nchvbi «»d der MSmch. lstoetfetzuog.) ». V»r Hkrünionstraleaser. Der Rabbi saß »och in sei«« Zimmer, wo er in sein« lieb« braun« Foliauleu Trost geg« alle« Ungemach sachte and f«ad».al« Esther hereinttat and ihm ein« Brief gab, Mn!gr der Prömonsttatenser-Mönch lstonaveutma soeben im Gart« gegeb« hatte, »l« er ihn öffnete, fand er darin in hebräischer Sprache ein Schreib«: .3« Kloster Unserer Lieb« Frauen läge ein Jude der stüadltch sei» nahe« Ende erwarte. Er bitte «a Rabbi Jizchak Ms Joseph bei allem, wa« heilig wäre, er möchte nicht zöge,«, ihm seinen Trost zu spenden. Da« Klosterpförtch« m de« Fürstenwalle würde heute ölbend uni 6 Uhr wie zufällig offmstcheu. de«- gleich« gleich link« «ine Leiter zwei Fmster einer Zelle. I» dieser läge ein Jude t» Strichen.* Sobald unser Rabbi da« Schreib« gelesen hatte, stand ta chm der Entschloß fest, sein» Beruf getreulich p erfüll«, so soaderbar ihn auch der Inhalt de» Briese» berührte, «ligst ließ er die Borsticher uud AupftheMaa der SemeiuM rufen and «heilte ihn« sein« fejta Sill« mit. Sin alter «anu trat vor and frag ihn. ob er Mau noch im»» aicht die Schliche der Judenfeinde kraute, die ihm «af diese weise sichere« Verderb« bereit« wollten. Doch der Rabbi wußte, ■M» seine« Amte« war. Sr empfahl der Gemeinde die Sorge für seine Tochter, fall« er nicht wiederkehre» sollte, und «achte fich «nf Mn jährlich« Wep Am «dufer entlang gehend war er nach Ärmlich 20 Minuten am Südenbnrger Thorr angelaugt, er ging über d« Domplatz um dm Do» daun Hern« bi« p» Fürstmwall und fand wirklich da« Pförtch« au der öllexiokapelle wie zufällig affe». Sr trat htaeia; dort stmd auch die Leiter au dem bezeichnet« Ruudbogenfmster, oaffelde war geöffutt, und der Rabbi stieg hindurch z« Zelle hinein. Mn Mlach in häre«» Gewände lag ««gestreckt auf einem nieder« Krankenlager von Stroh. Ueberrascht blieb Jizchak stehe», er hatte eia« Jnd« gesucht und fand eine» — Mönch. Sine »ohlbekauute und dennoch unbekannte Stimme tönte chm leise entgeg«: .Dank Dir, Jizchak, daß Du gekommen bist. Dank Dir, ich wußte sa ganz sicher, daß Du nicht aa«bleib« würdest.* .wer bist Du? Ich kenne Dich nicht, und dennoch kommt mir Deine Stimme so bekannt »or. Ungewisse, nnbestimmte Erinnerung« treten vor meine Seele, wenn ich Dich red« höre.* .Räuden bi» ich. Dein Freund Röubeu bm Jehudah! Unser Rabbi war »scht wenig überrascht, hier in brr «agdeburgischm «losterkapelle, in der Kutte St. Norbert» sein« »erschollenen Freund wiederzusehe». St» Wort gab da« aadere und schließlich erzählte der Mönch folgmde Geschichte: .«l« ich damal« Deine Warnungen so in dm Wind schlug, da glaubte ich fünoahr nicht. Dich hier jemal« wiederzusehe». Wir «arm damal« so sicher nach Gandersheim gekommen, wie nie zuvor. M« ich aber dort aukam, fand ich dm Ott in wilder Aufregung uud Haß geg« unsere heilige Gemeinde. Um wenigst«» «ein Sind in Sicherheit zu wissen, gab ich e» meinem Bettler Jakob au« Merseburg, welcher e« mit nach Hause zu nehmm uud bei fich zu behalt« versprach, bi« ich dorthin käme und e» wieder zurückholte. Sr hat sei» verspreche» gehalten, er verließ noch tu derselbm Stunde dm Ott der Gefahr. Al« ich mich de« Abend« wieder zu uuseru bedrängt« Brüdern begeben wollte, da begegnete «tr der yrämoastratenser Bouaventma. d« Du gewiß kennst, und der mich daher kannte, daß ich stet« dm Weta für sria Kloster besorgte. Sr erzählte mir, daß die ganze Gemeinde ermordet sei und erbot fich, mich zu retten. Sr nahm «ich mit in da« dortige Kloster und erklärte mir, daß ich «ich für so lauge Zeit ta die Kutte steckte, bi« die Gchchr vorüber sei. Sr selbst schor mir eine Tonsur und suchte auf jede Weise «ich uukeantltch zu mache«- Al« wir am Abead znsaauaen die Sticht verlass« wollten, ttafm wir auf eine «Schaar Mönche and?SMl and der Pater Frauei«« eu« erkamüe mich ttotz meiner Berkletduug. Scheu war ich verloren» l« erklärte Bruder voauveutura, er habe «ich vor einige» SluuMa geteuft auf dm Ramm Boatfatiu« uad ich hatte zugleich ia seiner Gegmwatt da« Mlnchgelübde de« heilig« Norbert abgelegt. Ich war gerettet. Aber um welch« Preis. Meine Freiheit habe ich für «eine ganze Lebenszeit verlor«. Ma Jude maßte ich unter Christ«, »l« Mönch unter Mönch« lebe». Nie jedoch habe ich die heilig« Gebote Gotte« übertretm, von selbst -«bereitet« Pflanz« l«M ich gelebt aak täglich habe ich «eine Gebete gesprochen. Freilich habe ich mich ebmfall« vor Nichtig» beug« mkisseu, aber ich that es tun widerwillig. Edtst kommm wir Klosterbrüder von unser« Forste Mi Salbke zu Fuße durch auser Judeadorf, wir halt« unter weg« ein« Judenkuabm gefnndm und Macht« ihn zu Dir; er muß jetzt schon groß uud schön sein, wenn ander« er seiner Mutter gleicht, östtffe denn, Jehuda ist «ei» Sohn, «eia Jehuda.

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