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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 16 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
16 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I» IrtkrtLÜn-t -rirtznn-filr die j-rreMsche F««lk. «=!►■ ®ww«*9«|t6«m Mn Br. M. Aahmer in VtagMittg. t .!W» Miw fittin. «in* sqi»i>Btzch«l,,ischi tnftluag Mn Wilhelm geldmnnn E» t» >öach. — Allerlei für den gnriiUtntife — N»ths«k»nsaM»n NA^Usmqm. (stmtsehnng.) — D« Aetti und diesem Blatte ist nnterf««t.) l». Die hch*«e SttVi». «m Opiat Pch4«l»e«fch, GqäblNN,^. M» Wilhelm steltmann. (Au» de« Panischen übeNregeu u»n B. H»r»»itz.) - w«4»n«r (Forifetzun^) XXV. Sonntag» der zweiten Woche ihre» Aufenthalte» in Karvtka frug sie der Herr Elia» bei« Morgenkaffee, ob st« vielleicht die Kirche besuchen möchte. ,Jm Allgemeinen", sagte er, .»volle» Sit sich bei un» gar keinen Zwang an- Ihn», an, wenigsten in Angelegenheiten Ihrer Lonfession. Wir unterscheid« na» wohl in vielen Punkten, stehen aber auf bmfaDcn ethischen Loden und da» klebrige spielt nur «ine srcnudLre Rolle. Sie find in dieser Beziehung ganz frei." Klara hatte zwar keine große Lust, aber eia gewisse» Gefühl der Scham und Ambmon siegte in ihr. Sie hörte in der Dvrfkirch« die Messe, in rin nicht durchaus religiöse» Hinbrüten versenkt; sie warf sich die» vor, konnte aber z« ihrer frühere» Frömmigkeit nicht zurückkrbrrn. 3» waren Leute da; die obere» Bänke leer und di« Anwesenden schante» st« zudringlich an. Al» "sie nach veendignng der Andacht in» Freie trat, bemerkte sie, daß die Lanoleute nach ihr mit den Finger» zeigte« und ans dem Kirchhofe bei der Kirche näherte sich chr der hagere, »ach Schirupftabak dnftrnde Geistliche und begann oarsch: »Sie sind eine liatholikin?" — »So ist e»", erwiederte 6 nnaogenehm berührt. — »Warum also haben sie Inden Dienste genommen?" — Dies« Rücksichtslosigkeit empörte sie. »Das ist mein« perföaliche Angele«»heit, in welche fich zn mengen niemand da» Recht hat", sagte sie. — JRetn, mein Fräulein, sie gebe« meine» Pfarrkinderu «in schlechte« Beitel. Nicht genug, daß der ungeschliffene Bauer sich den Jecken verlaust, chun die» auch intmigeate Personen. £>alhe Ihne» sich vom hiesige» Gutsbesitzer znrückznn." — »Ich wuderhole, daß die» mein« eigene Ar^eheit ist, um di« sich niemand z» kümmern hat." »So", zischte drr Geistliche und seine Auge» blitzt« drohend. »Ich.ö»Geiftlicher, habe auch ei« gewifstMacht.Jch bi» Ihr nächster Seekenhirt. E» ist «ine schwer« Sünden seine Kräfte »nd Fähigen« für» Wohl der Juden z» verwend» — so schwer, daß ich bet der Beichte hierfür keine Absolution geben köwite." Seit bkfcr Zeit eriiltete Klm» noch mchr ,u ihrer ßteligiofllät »nd besucht« nicht weiter jätikiiät mich!» Sie unserem Gatteädienstr beiwehmm", mimet« de» Herr Elia», al» sie khüt-Hr Renroutrr mit dem Geistlich«^-erz-hlw. — »Mit verMüg«", sagte sie. Dir ftr.Wpnm, Pbend. Ivtzmm wird obwohl sie die Gebräuche und Synagogen kannte. In Karotka wurde da» Betlokal im Ort»wirth»hause improvistrt. Schon auf der Gasse schlugen vrrworreue Stimmen und Tön« an ibr Ohr. Al» sie die Schwelle de» Bcthausr« betrat, bet sich ihr ein malerischer Anblick dar. Der ganze Fußboden war «st Stroh au«grlegt. Astf de» Wänden brannten in Leuchtern und in geformte» LehmNumpen Talg» und Wachskerzen. Auf den Bänk« und Stühlen saßen Betendevon verschiedenem Alter, alle ohne Fußbekleidung,, di« älteren in den .Todtenhemden" und „Talleißim". Beim F«strr befand sich rin grün angestrichenes Betpult, auf welchem «benfall» Lichter brannten. Bor demselbrn stand der Herr Salomon, der Bater de» Herrn Elia», dem da» Todwugewand und der „Talli»" «in ehrfurchtsvolle» Au»- sehm verlieh, und mit lauter, eifriger Stimme recstirte er einzeln« hebräisch« Sätze. Seine chränenzitternde und melodische Stimme ertönte schwermüthig inmitt« der herrschenden Still«, di« Laute der Melodie waren abgebrochen, bald droh«d, bald nahmen sie eine Modulation der herzlich«, wehmtsthigen Klage, bald tiefer Inbrunst an. Und jeder einzeln« Satz wurde ven dm Anwesenden mit Nachdruck, mit Weinen wiederholt. Dann versenkten sie sich in ein leise» Gebet, sich jeden Augenblick in di« Brust schlagend. Sie sagt« die her. Und über chre ttaurigm Gesichter «rgoffen sich di« Thronen de» Leide» und der R«e; die Augen waren gen Himmel gerichtet und di« Herz« ergriffen ... In diesen Gestalt« konnte man keine gewöhnlichen Händler und Makler erkennen. Da» Bethau» übte aus Klara «in« tiefen Eindruck. „So ist'»", erwiederte Elia», al» sie sich de» andern Abend» in diesem Sinne «»»drückte. „Unser« Gebräuch« wohnt viel Würde und Poesie inne, obwohl wir sie ohne Prunk und dlendmde Eeremonien begeben. Ich muß Ihn« aber gesbch«. daß sie unserem äftetffch« Geschmack« nicht > mehr entsprechen." »Lch bitte Sie, was bat denn die Aesthettk mit dem Gebet« ««ein? Mir schemt, daß, wmn e» nur au» dem Herz« streßt un» selbe» besänftigt, so hat e» seine "Aufgabe damst «füllt..." „Ganz richtig. Sie haben ohne Zweifel thellweise Recht. Mst Rücksicht aus" mein« Bater, breche ich nicht ostentativ mit der hiesige» Judenhest, obwohl mein Herz und meine Borsätze eine ganz andere Richtung anstreb«. Aber i» '!« gmlgt «tspricht die gönn dieser Gebete nicht unser« Aufvrderungen. Di« Feiertag«gebete der Jud» vier volumiaöse Bände, und sind in der althebräi» für d« größt» Theil der Betend« ganz uuverftändn Esiache verfaßt. Wa» str Bedmtung kan» als» da» Hers,G« «im» lang«, an Sprache »nd Geist ' Gebete» smb»? Die Achst/um »mhe sich all« birst f noch-" b« lege». ist di« Bitte, nn» wieder «uh Palästina »R*4»fttfcc*, da» Donidtsch« Reich «nftuban«. bm Opferßtmstda Tuw wiGecheeRNstchlM, Mtec der artige — -Är «»Ochm Um mtitUton, d» Zeit« kJ -

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