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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 8 (1890) · p. Seite 31

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
8 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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81 — km* fcftt pt Mefc straficki'«. 9b* BUfe mb Mty sich 3. St» steifen sich onf ihr GM mb kr Strafet Mil «velche Weise fie »«i» gelangt find. Der Mte »or einst »tt «ft psam«e«> beim Grasen mb tf lieft» sich s» manche« erzählen . . ater. . 1 Nach einer Wett«, schlug er fich mit kr Hont ans die Stirne, als »Are ihm ein gnttr Getonte gekaunen. .Ich tof ist ptl" rief er.' .Sie Fräulein Wünschen Wahrscheinlich ein eimenen Pasten, nicht Wahr?" — -Natürlich^ — .Bravo l me sich tos ausgezeichnet trifft Meine arme Beo«a . . Aber Sie »iffen nicht Mn wem ich spreche. Meine Kran heiftt Bronttlaum nnb »eine Lachter «fe, Elise Sie ist bereit« zwölf Jahre alt. «iS- Her hat sich mein» arme Fron «it ityr geplagt, jetzt geben!» ich ganz einfach eine ankre Lehrerin anfznnehmen mb afferir» Ihnen tiefen Pasten. Life, mein Frtnletn, ist ein gute« Kind aber richtiger ein her an »ochsende« Mütchen, Sie »erben flch olsa nicht sa »ie »it jenen Knirpsen odplockeu müssen mb anßerkm »eiß ich selbst sehr gut, wie «an solch einer jmgen mb gehüteten Person, Wie Sie es find, zn begegnen dot mb über bi» vebingnngen Fräulein »erden »ir ms schon einigen. Sie, Fränletu. »erben sich hier nach ans« Hallen, bä ich meine Geschäfte besorge .nnb bann fahren »ir gleich nach Parowce". iS»es. folgt.) tUHr M BminliNfw t« Vortrag, gehalten ta de« Vereine .Union* e» 1. Kebrvae 1890. von De. R »Sbemann. So Viele nwbcrnc Erscheinung»» es auch geben msg, fa ist boch bo« BerfiuSleku die olermabemste. S« ist aber -onch Me ollerültoste Erfcheimug in kr Geschichte der Menschheit. Sie selbst, geehrte Imoefenk, stnb, ob»ohl sich bewahrte Mitglieder mtter Ihnen befUben, — natürlich «eine »erelttttn Achörerirn« ausgenommen —al« verein sehr jung, Vielleicht die jüngste Erscheinung in mser» Gemeinbeleben. Iber blicken Sie ms die »erschiebenen Gebiete k« Leben«: ans allen «acht sich die Erscheinung geltend, die man mit <inem Fremdwort» ttssaeialian nennt. Inf km Gebiete de« Handel« sehen »ir, st noch ihren oerschieknen vestimmmgen mb Segrenznngen, die Lollectivgesellschasten, AetiengeseUschaften, Gommonbitgesellschafien. Do »irb mm an bo« Wort Konst'« erinnert: .Wie Aste« sich znm Ganzen »ebt — Eta« in km Indem wirkt mb lebt, — Wie tzimmelskröste auf nnb nieberst eigen — Und fich die gottenen Eimer reichen". S« stnb freilich keine .HimmelSkriftt", die da thütig find, ober mit den »goldenen Ei «er»" Hot e« boch hier mehr ol« ander«, »o feine Nichtigkeit. Inf dem Gebiete keSGewerbe« mb ster Arbeit bemerken Gie die Verschiedenen Genofsenschosten. lehntiche verbindnngeu znr Wohmehmmg gemeinschaftlicher Interessen Hot e« schon im Mittelalter gegeben, »ie den bentschen Honsabunb, die Zünfte nnb Gilben. Iber aeührend -diese Zatongßaerbinbungen »aren, stnb die Genaffensthasten «freie Vereinigungen. Sie haben in nnserer Zeit eine mgeahnte In«behnnng nnb einen eben solchen Gtnslnß erlangt. DttStrike« in kn üohlengmben in Westfalen mb Schlesien mb in kn Wersten Hamburg« wären ohne sie nicht denkbar. Kerner find da bie politischen vereine, »etche bi« 1848 Verboten waren, nnb bie in ihrer mobemen Inskhnnng kr Freiheit oerdankt »erkn, »enn gleich diese selbst gar nicht so mokm ist. Endlich »eise ich hin ans die wissenschaftlichen nnb stunstzwecken, ober geselliger Unterhaltnng ge< Widmeten vereine, deren Zahl Legion ist. Genau genommen fretttch nnterscheikt mm zwischen verein, Gesellschaft, Istociation nnb Genossenschaft, aber schließlich gehen doch alle diese Institutionen oder Erscheinungen auf ein k« Menschen angetan»« vebürfnift zurück. Um insofern kam am dehanpten, baß da« BereinSleben die ollerälttste Erscheinung in kr Geschichte der Menschheit ist. Wem Sie die Wik! oufschlagen, da finden Sie mf dem ersten Blatte den Satz: ,E« ist nicht gut. daß der o Mensch allein sei." Zunächst »irb mit diesem Seche da« Jnstttnt der Ehe der Komlltt begründet. Die Ehe ist die älttste .Union." Diese Hot niemal« Anfechtungen erfahren. Jeder tritt gern darin ein, wem e* auch manchmal Verkommt, baß Einer «rieder anbtrttt. Iber irn wetteren Sinne wirb mit jenem Satze mf btt gesellschaftliche Sttllmg de« Menschen überhaupt hägewttsen. Der Mensch ist mehr al« jede« andere Geschöpf auf Seinesgleichen angewiesen. Er ist, »tt btt griechische Philosophie ihn bezeichnet, ein »Avon politikon", ober »tt btt jüdischen Philosophen diesen Aeädrnck übertragen hokn, ein.looh modini* b. h. ein gesellschaftliche« Wesen. Insofern aber btt Bibel jenen Satz in die Schöpfungsgeschichte eingeflochten hat, hat ste damit btt km Menschen von Natur innewohnende Neigung znm Inschluft m Seinesgleichen für da« religtbse, sittliche. mb «nlturttben k« Menschen »eewerthet. Hier ist kr Punkt, Von »elchem wie bei mserer Vettachtmg über da« verein«»esea im Indent hu «e auSgehen. Denn t» braucht nicht her »or gehoben zu »erkn, baß e« fich in dieser Betrachtung nicht um «ereine zu HauklSzwecken, noch m» solche zu gewerblichen ober UuttrhaltungSzwecken handeln wirb. Damtt hat da« Judenthum al« solche« nicht« p thm. Insofern basselk aber eine religiöse, ethische nnb cultnrelle Gestaltung ist, darf man «oraussetzen, boft innerhalb kffclkn da« vrreinSttkn nach diesen Richtungen hin weroeerthet worden ist. In dieser Erwartung »irb mm fich auch bei eingehender Betrachtung kr Geschichtt k« Judenthum« nicht getäuscht finku. Wem »ir bo« biblische Ilterthum untersuchen, so fällt mser Blick zmächft auf btt Leviten. Stt treten uu« unter der Bezeichnung eine« Stamme«, also unter einem ethnologischen Begriff entgegen mb bilden al« solche scheinbar nur eine Stamme«grnppe unter den übrigen Stämmen. Wem »tt ober genau znsthen, N finden »tt, baß diesen Seotten «genschuft« beigelegt werden, mb baß ihnen eine Lhiltigkeit p> geschrieben »irb, welche keine«»ege« an« einer natürlichen Stammeüetgenthümllchkett abgeleitet »erben kbunen, hervorragenk ethische Eigenschaften mb eine eben solche Lhittigkett. Ein Stamm 8evi al« solcher mb burchmog« in allen seinen Gliedern kam fich «ficht ethisch mb religib« in herMeragender Weist betdätigt hoben, «tt »erkn Vielmehr berechtigt sein, in kn Levtten eine Bereinigung »an Männern zu erbUefemu welche, »ie schm kr Name besagt, gleichsam btt Gefolgschaft Satte« bildeten, fich an Mose« nnb Äron an» schlossen und btt Vertiefung kr Gottt«ertenntnift. btt Hebnug k« Gottesdienste«, bie Veredlung mb Belehrung de« Volke« fich zur Infgak «achten. In dieser «eist bethätigeu fich onch btt Seoetru bei der Anbetung de« goldenen stolbe« und anderen Galegenheiren und nach dieser Richtung hin werben fie im Segen Mose« gefeiert al« solche, oselche selbst btt Famtlttnbanbe bei Seite setzen und btt Hut k« göttlichen «arte« und Bunde« al« ihre Ausgabe betrachten. E« handelt fich hier also nicht um eine durch kn Zufall kr Abstammung zusammengehörige Gemeinschaft, sondern um einen durch frett Wahl om Gleichgesinnten gebildeten Verein. Nachgerade, st «ehr da« Dunkel der Geschichtt sich lichtet, treten fie auch ol« solcher hervor. Dem unstreitig hoben »ir in de« .Prophetenbund" (Ododoi Nobiim), ober fat der .Prophetengemetnschoft" (LahikM Nobiim), welche fich nm Samuel schnüren, einen ttottischen Orten ober Verein p erkennen. Dtt Mitglieder beffelben hielten Zusammenkünfte uM Berathungeu ab. tu welchen fie von Samuel, der, »tt e« heiftt, an ihrer Spitze stand, über ihre Aufgaben Belehrung empfingen. Diese Aufgaben bestanden in der Weckrng k« Serneinsin«« irn volle, in kr Aufklärung desselben über kn Werth kr Opfer, in der Hebung de«' religiösen Sinne« und kr Läuttrung k« Gotteodegeiff« mb k« Gottesdienste». Diesem Prophetenveretue gehörten btt PsolmeMtchier an, seine Mitglieder zogen »tt Samuel selbst, al« Wanderlehrer im Lank umher, um in kgeifterteu mb kzeiftembeu «eben btt Herstn k« Volke» für btt gütfiicheu Wahrheiten p entflammen. So erweist sich hier zum ersten

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