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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 8 (1890) · p. Seite 30

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
8 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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„Mritaa» «r stch fafact' aa» ja Kfam tt -~ ftofd« ernmaci Ck«ai sadtc er ud «tta hia»-füg«. Sr tqaaa altt ihr d« Hof Pi »ach«, freaadlich M thaa aad chrJmpertinen^a prsageu,dtt iattiaer Gesellschaft als Eaachttm«t galt«. Sie »ah» die« enfsaglich gletchgiltig hin. und als sie sah, daß sei« Frrchhett zaaah«, tttt* fte ih» affta ihr« Widerwillen aad Abscheu. S»ta ader sch«« sich wenig dara». Ei»mal war er bei eia« Sectio» zageg« Rantt hatte durch irgend «iueu glücklich« Zufall ihre Aufgade ausgearbeitet aad die darauf erft«te Klara küßte sie aaf d« ftapf. .Ach, wie glücklich bist Da. Raaie'. sagt« der Schlingel z»m Kinde. — .Ich möchst Ihr Schüler sein.' — Eta a»dere«mal giag Klara mit den Kiade« spazier« Plötzlich «rscheiat Seaia aad sich aaklaaaaerad, begaaa er »tt gewöh» lich, sie »nt seiae» Ent^genkammen aad Witz« za »er. folg«. Irgend eia denaäkenes Weib kam de« Weges aad da« Paar erblick«ad. ^rteth sie ia eia« »»eich« Sti»«aag aad begaaa ia gebeugstr Haltuag za »»Lasch«: .Gebe euch Gatt «ia laages Sed«, schöa« Liader aad Enkel.' Seaia stieß st« w«^ rief aber dabei ltebiiagelad: »Hör« Sie — eia altes Sprichwort sagt: Balksfttwa»«, Gottes stimme I" Derartig« Wie« aad Lrti^etten ermüdet« aad verletzt« Klara bis aus« Blut. Sie war eb« ia jeae» Alter, ia welch-« der Measch phyfisch reif aad für dt« mächtige Stt»»e der erwachend« Siaae empfänglich wird, »der Seaia » fcteca Gefühlen aad Lusdrück« dnttal» flößt« ihr -eia« Absch« eia. Es la» sa wett, daß sie eiaes Morgeas glüh«» aad heftig aufgeregt, sich über seiae Zadrtaglichkett bet der Krau Amalie beschwer« aad am ihr« Schutz bttt» maßte. Diese scheust sie mit eine» saaderbar« Blicke aa aab das Söhaleia sofort anfsachead, ließ sie stch »tt ih» ia eia löageres Gespräch eia. Tags darauf wies der .Herr" de» jaag» «fierra* i» recht« Flügel, fast aed« Klara'» Labinet, eia Zimmer aa. Einige Tag« später erfchi« War» ia aller Früh«, blaß aad ia größter Erregaag t» Ziauaer der »Herrschaft' aad da: ia karzea Wart« »» ihre Entlassaag. St« gab keiae Matt»« aa. Hörte nicht aufs Zured« de« Herrn Krasicki aad ia Folge des »Kauttactbruches' aar die Hälfte ihrer Sage erhaltead, »ah« st« »aa diese» Haas«, ia »»elche» das Schicksal ihr wieder eiatge schtvarz« Blätter, «thüllte, Abschied. Uad wieder war fic wie eia eiaziger, d« eatfeffett« Meeres»»ogeu preisgebeaer Kaha. XVL Der Herr Krasicki ließ stch »aa seiner Artigkeit sawett hiareiß«, daß er die Ek>Souveraaute ia seiae» Wag« aach de» nächst« Städtch« abstellte. Es a»ar dies fttaerseits eia »»ahres Opfer, deaa während der Erntezeit hattta Pferd« aad Hausknecht einen »appelt« Werth. Im Sag« sitz«d überließ stch Klara traurig« Gr danken. Die uabekanot« Ankunft »acht« sie bestürzt vad die «itgeu'achte vergangen» heit, schmerzte ste. Uad als sie das soeb« »erlaffea« pala» sch« Hau«, mtt seinem polnischeu uad katholisch« Bewohnern, »tt ihrem Etterahauk« verglich, frag sie stch aawtllkLelich: »Wann unterscheidet stch Frau Amalie vaa eiaer gewöha. ltch« Jüdin, von »eiaer Matter oder Tante? Uad ihr Maaa, der solch «iaeu kerapolatschea Raa»« trägt? Ist ia ihrer Lebensweise da» ideal« uad ethisch« Element genügend berückfichtigt? Nun» aber wer weiß? Das ist eia veretttzelter Fall, dea ich aoch aicht geueralifir« darf . . Uebrtgens hau« st« za eiaer g«au« Analyse während der verflosi«« zwei Monate kein« Zett. Ihre ganz« Laftaerksamkeit ward« voa der ernsten Frage ia Anspruch g««mmea: »was beginnen?'' Sie kam ia» Städtch« ohne jeden Plan. Einigemal kehrte zwar der Gedanke einer LunLheruag aa ihre Elte« hartnäckig »»der, aber sie verscheucht« tha stalz. »Ich »erd« «ich vor ihn« aicht demüthigea. ich befind, »ich aoch nicht tu solch eiaer verzweifelt« Lag«; übrigens Hab« st« vielleicht »ichaergeff«, da st« gar keiae Schritt« aattaai»««*-'-- — Der Hahrmaaa fuhr bet «isst vor. Bet «isst voeftchrea - bed«»ete t» Städtch» so »ttl. »et, in Lemberg bet Zarf) absteig«. Ihr Hotel befand stch am «iagplatze: vor« war et» pwßer Seschöftslad», dann eia« ^wöhaltchg Schenke aad »etter zwei eag« aad dunkle Zimmer für di« Mega et« and Intelligenz der U«gegead, welche während der Feiertag« and Jahrmärkte da immer ihr« Sammelaa» Lagerplatz hatten. Klara nah» in eine» Zimmerch« an de« Tisch Platz aad aachfiaaead uad schweigend überlegte ste, ab es aicht gut wäre, daß ste stch »au da nach Lemberg begebe, »« dort «ia« passend« veschäftignn, für sich »»«findig za mach«- Da kam Risst ia eigener Person aus der Scheust «tt eiaer »wett« Jüdin ia« aaftaßead« Zimmer. Beide küßt« aad aataratf« stch aad Klara erfahr aas der Begrüßaag» daß ste Schweste« fei«, die stch fett langer Zett nicht gesehen hattta. Und zam zweit« Mal« t» Leb» mtt Klara wider will« Zeugin eimr unter zwei Schwestern ia gewöhaliche» Jargon stattfiadead« Uaterredaag. .Sie gcht es Dtt? was hört »aa? was machst Du? wtt geh« dtt Seschifst?' Uad Nifka Sagst vor Ihr. .O, miserabel. Dtt Roth wird immer größer, täglich wir»'» für aas Ja»« schlimmer. Ich sag« Dtt, alles was aas der Wett vargeht, ist aar gegen aas gertchstt, am aas zazasetz« uad de« «rotes za beraub«, vor einig« Jahr« «tstau» das Wacher^setz, jetzt wieder das Gesetz geg« dtt Scheust. Ader weißt Da, diese Herr« glaub« mtt dies« Gesetz« aas za zusetz«, während wtt dabei nicht am schlechtest« »egkommen, au» d« Schab« erleid« ste selbst, «tt hat stch alle» verdarb«, der Bauer ist stolz ^wordea, er war tanacr dumm, jetzt wird er klüger aad wttd schlechter Uad »tt müssen aas Rath «cka. Ich bitte Dich, t» Lad« habe ich verschttdeae veana zu» verkaufe. Bet mtt geht Alles ordentlich, aastäadig za and deshalb habe ich auch tt viel Kaub«. Da kämmt Dir eia Bauer an» beginnt ,a feilsch«.. ich sage ihm für et» Pfand Zacker 20 Kreuzer, er wiSs aicht ged«, handelt aad will weggeh«. Was thaa» verliei« kann ich nicht, ich möchte verdtta«, alsa amß ich das eatweder aa der Qualität oder am Gewichst der Saara wteder etabring« Der Bauer verlttrt ja streng geaamm« nichts, deaa er bestmatt so vttl aod solch« Waare, wieviel er Geld giebt, aad dennoch schrett aa« gleich, daß wtt da» trüg«, — obwohl das aicht wahr ist." Und dtt redselige Hotelteria klagte weiter vor der Schwester über dtt schwere Zett«, aad Klara lauschst aufmerksam ohae Gewtss«sbtss« diese» Wort«, »elche ihr dtt Lebeasverhältatss« erklärt« und dtt Haadlungsweift der Kaasleatt, welche ste bisher verdammte, ia etae« neu« Lichte erschein« ließ«. .«isst, Rtfkchea, «irthia', ließ stch plötzlich et« lästige Baßstimme hör« aad eine breitschultrige Gestatt schob sich, ins Zimmer hinein. .Meine Reverenz", schnellte «isst schnell empor, .aad. was ist dem, las, daß der gnädige Herr Verwalter ia dev Stadt ist?" Und stch verbeugend, lad ste d« Galt ins jweist Zimmer, wo Klara eb«' saß. Letztere «rstaast ia d« Eiutretead« d« Her« Moltcki, den ste bet der Herrschaft Krasicki zweimal geseh« hatte. Stt wurde über sei» ' Eilcheia« verlegen, er war» st« erbückead, nicht weaiger* verwuadert uad grüßte sehr artig. .Was sehe ich? Stt, Fräuleia hier?' — .Ja, sa, ich maß hier einig« Staad« aaf dtt Ankunft des Lemderger Zuges wart«, obwohl der Ort aicht pafsead ist.' .Wir deaa? Erwarten Stt Jemand«? oder . .' — .Rein ich selbst reise ab." Uad voa Wort zu Wort, erzähtte ihm Klara alles was vorgrfalleu. ihm aar das Hauptmotio ihres Austttttes verhetattichead. Stt sprach viel, »ehr als aöthtg, . aber das that ihrem voll« Herz« Roth. Des verschaffte ihr etae kleine Erletchstraag. .So, so', meinst Moltcki, «iS *) Hotel erste» «äuge».

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