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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 4 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
4 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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A) 4. SL»i»ch«. 1890. Herauogeglbem Mn Br. f“ “ Sk. SaOnrt in Skagdebnrg. |» DMtzßttns «♦ ßttrtznulfiir dir ksr«Mcht Fßmlie. _ (Fortsetzung.) — Nur «in Taufschein. (. Die schSne Sftkta. Line lvtzinl-srychotogifch« Lrzühlung von Wilhelm Feldman». (Fortsetzung.) — Nur «in Taus Vfnt)fllt I Schmirzenlsihrei «im» russisch«» Starr««. - Allerlei für de» Famiiientisch. — Nüchselansgaben und Rüthsel Losungen. •W™** (UnOtfMtrr Nachormk au» diese» «ittr ist «rt, Di« sch»»e 9toUu 9im wztal «t»Ww| no» Stlhelm Feld««»». (Au» de» Polaifchen übertragen von S. Horomitz.) 4) Vll mmn« uM>rf««t) Lag» darauf, am Babbatmorgech f»| Josts ck fcimm Zimmer ntk rtaliiie i» gebeugter Halckxg «9 mtt concr». trirte» Geist« bi« Psalm«» David» »»» einem stecken Buch«. Ihr Bck» mar »im nicht |U| Bor, fftr di« Parst« uad Schönheit dieser »rhabenen Hyurnen,- Klagelieder uad Billen hatte er kein richtige» Brrstickdni», »der er sagte sie audächttg her mit vollem Glaube» a» ihre Macht «ab defünvvrlende Bede »taug beim Allerhöchsten. - Dck Bchckhstitz« jede» >dsch«itte» sa»> er «st einer ioehmitthig-düster» Melodie vor sich hi», wie je»« traurige» Zette» de» Mtttelalter», tu melchei» dies« dt» jetzt nnverändertrn Meladten e»tsta»deu sind. Während dessen la» Klara i» ihre« Alkovro mit nicht «liuder «rgcstreugter Anfmerksomkett, Meruuowtez'» b«ia»»te» Pamphlet. Sie »erschla», diese Worte, nahm ste ck fich anf und fühlte ei» Undetzage» «»d et» weh — o»U blich der Inden Ihr tzeistitzt» Arsenal, in welche« bereit» Waffe» de« aerschiedeuste» Kaliber» gegen da» Judenchnm ruhten. m»rd« jetzt »m ei»i>« neue u»d schwere Vorwürfe reicher. Die tvichntzst« Anklage betraf da» «llisajtale Bebahre» im »grmecke» «nd da» »»lipalntfche cküdesondere. Bespiele «»d Zahle« deren Stichhaltigkeit sie dach nicht ernire» kannte »nd dir ihr de» »och sehr ttnponirteu, «mpdrtr» st« di» in» Innerste. Obwohl sie fich i« Geiste schon lü»gst oom Indrnthn« la»ges>Gl hotte, s» wnrde doch ihre Brust oo» jede« Borwnrf« wie oo» »ckem Blecke gttrafie» und erdrückte ste mit secker Last; st« »erachtet« dies« »elenden Geschöpft" aber ihre Handl«»g»omtsr schmerze ste. Manchmal »nrchzuckte ste n» Bchemer, «1» Hütte jemand gegen ihre» Bruder, velche» ste liebt »nd verdamm«, «rß, sich erhaben. Und doch konnte sie ihre >nge» »oa de« Bach« nicht trenne». In der Frühe verehrte st« hastig ihr Frühstück und dlieb di» gnr MtttagözeU alleck. Zn Hanse ftdrte st« Niemand, da «an ihre Gewohnheiten kannte, »der di« Mntter, »et ihre» dickleibige» Gebetbuch« fitzend, «nrmeltr «an Zeit ut Zett: warn« legt st« nicht am Henri,«» Eobda: ihre Ohrring» »nd Brache, die ck der Lommod« verkümmern, an? Gegen Mittag kan, Josef, de« Lallt» um de» »r« gedüngt, mit Herrn «ose« »a» Beck» nn» betrat gleich de« «ton«» secker Lochirr. Sie stxtrenl» blieb ar eckige Mtmllen anf der Bchmelte stehe», st« ^er brmertt« ihn nicht. Da» «acht« ihn schtiejttch ürgerltch. »Und Da Klara, liest nur sortwührrnd", spach er lant. Gte schmeck ihn an. Gie la» eben ei»» «dschnttt. in welch«» geschildert wnrbe, mittelst inelcher Schmckdelnen fich di« Inden »am tkttirürbirnste zu defrete» trachte»» »Haft D», Bocke, je dlt» Mttitür gedient", srng st« pldtzlich ne» gierig. Jetzt schanck Josts sie oenonnden an. .Aber um GotteOwilleu, wo» ist Dir denn geschehen? ch beim Miiitür? Bck ich denn Schuster oder Bauer? nnsrrer Familie giebt« keine Soldaten! Aber wa» inckresstrt den» da» Dich?" Sr nahm bei ihr am Sopha Platz — sie zog sich in die Ecke »»rück. »Warn«. Klürchen, bist D» bi» jetzt uoch nicht avge» kleidet? Hast Du vergessen, um wa» ich Dich bat. Du müchteft Dich heuck schmuck kleiden? D» wirst heute mit «u» »« Mittag speisen. Und ich bitte Dich noch eckmal, sei Herrn Mose» gegenüber höflich." Josef sprach da« mit weicher Stimme, fir wohlgefällig streichelnd; da fiel feck Blick anf den Titel de» gelesenen Buche». Der Name Mernnoolcz fiel ihm auf. Dieser Feind de» Iudeuthum» war ihm an» b«n Zeitungen bikanut. .wa» lieft Du da? Erlanbe mir!" — Bon etmm Jnstckcte geleitet, schob fie da» Buch znr Sette, dabei eck«. Art Scham fühlend, daß fie e» liest. .Wozu do«, Baker?" eck gewöhnliche» Buch, welchr» mir der Pfarrer gab. .Ader zeige, zeige. ich bi» neugierig wa« solch eia Meruaowicz schreibe« kann", rief Josef hitzig und griff nach dem Buch«. Er durchlief da« Kapitelvrrzeichuiß, bkätterck eckige Betten um uad wandte fich mit gerunzelter Stirne gegen seine Tochter, »wozu liest Du solch« Albernheiten?" rief er und in seiner Stimme durchbrdt« eck strenger Ton von U»ckstiede»heit. ^)st denn da» nicht wahr?" erwiderte ste, ecke sonderbare Lust verspürend, ihre durch dn» lauge Lese» der Nähling» et tutti qtuurti erworbenen .Grundsätze" Pt verthridige«. Diese ckrzr Antwort »rar für Josef gr»ügeud. Er schonte fie aufmerksam an und drmerkck g»m erste» Male da» ungewöhnliche Feuer »nd Glan» ihrer Augeu. Er durchschritt einmal da» Zimmer und begann plötzlich die Bücher »nd Brochüreu j« durchstvberu. In einem Winkel taacrtU er einen ziemlich starken Baud Notizen und gemachter Anözügr. Sr durchsah fie «fmerkfam. dabei auf sein« Tochter schielend. Bck saß gesenkten Blicke» ack Sopha. Ihr Herz pochte heftig. .Jetzt oder nie" — dachte fie heroisch »nd um Much S gewinnen, brachte fie fich, alle in Büchern geleseuru, anaze» Situationen ck Erinnerung. .Bind dies« Notize« Deck?" frng Josef. — .Bo ist e», Bater," rckf st« mü bebender Stimme. .Da» ist kaum eck Bruchtheil oo» dem wo» ich grlesr» und mechgedncht' Hape- Ich Hab« da» inwacht. owll ich Wahrheit wollck »nd da fand ich st«; ck diese» Büchern ist ihre Quelle und ck awcke» Notiz« ihre Früchte." I» dem «aste wir fie zu sprechen fort fühl' w«rd« ihr« Stiuuur ficherrr. Mau merkte e», das. ste e» inMASli mimt. .Süfp, «fterck Josef mit pdämpfter Stimm«, .und darck ist Deck Gchtimnitz?— «Haje, Herr Mast»", rckf er laut, »ck Thür« mm Alkoven öffnend, .ich dttck anf ecken Maackut." DB Gm»f«w» rrschckue». Herr «ose» bereitete sich » ecke» si l i lAch i» Berbaegn», vor hatte, aber kecke Zettle Wüpossttzr«. den, Joses, secke Hand «ch de» Arm

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